Preisbrecher Panasonic Lumix FX10 im Test

Viel Kamera für wenig Geld

von Tobias Heinze

Man nehme ein hochwertiges Leica-Objektiv, sechs Megapixel Auflösung, einen schnellen Bildprozessor und einen echten Bildstabilisator. Das alles mit einer ordentlichen Dosis Aktivblau einmal kräftig schütteln und danach beherzt an der Preisschraube drehen, bis knapp 180 Euro erreicht sind. So oder so ähnlich könnte die Lumix FX10 das Licht der Welt erblickt haben. Die Zutaten für eine erfolgreiche Kamera stimmen jedenfalls schon, wie viel am Ende aber tatsächlich schmackhaft bleibt, verrät Ihnen der Test der netzwelt.

Vor kurzem testete netzwelt die Panasonic Lumix FX30. Das kleinere Schwestermodell FX10 sieht nahezu identisch aus und unterscheidet sich hauptsächlich durch ein weniger weitwinkliges Objektiv. Ein Bedienelement hat die FX10 jedoch mehr, es handelt sich um einen Knopf zur Steuerung der Betriebsmodi des Bildstabilisators. Ansonsten kann auch die FX10 durch ihr Metallgehäuse und eine hochwertige Lackierung im matten Farbstil überzeugen. Die Kamera vermittelt eine sehr wertige Verarbeitung, das Design ist jugendlich frisch gehalten. Silberne Bedienelemente und eine glänzende Oberseite verleihen der FX10 interessante Akzente. Die kleine Lumix liegt gut in der Hand und ist in der blauen Testgerätvariante ein echter Hingucker.

Technik

So wie die inneren Werte bekanntlich das wichtigste am Menschen sind, bleibt auch die Digitalkamera von dieser Einschätzung nicht verschont. Was die FX10 unter dem Gehäuse zu bieten hat, muss sich aber keinesfalls verstecken: Sechs Megapixel Auflösung werden in ISO-Empfindlichkeiten von ISO 100 bis ISO 1250 angeboten. Die intelligente ISO-Kontrolle ist genauso an Bord wie die optische Bildstabilisierung Mega O.I.S.

Für etwa 180 Euro wechselt die FX10 zur Zeit den Besitzer. Ob sich der Einkauf lohnt, zeigt der netzwelt-Test.
Für etwa 180 Euro wechselt die FX10 zur Zeit den Besitzer. Ob sich der Einkauf lohnt, zeigt der netzwelt-Test.

Dank der neuen Venus III Engine, der neue Bildprozessor in Panasonics Digitalkameras, soll die Bildverarbeitung und -optimierung wesentlich schneller und mit besseren Ergebnissen möglich werden. Das hochwertige Leica-Objektiv der FX10 deckt 35 bis 105 Millimeter Brennweite ab und kann, dank Blende 2,8 in Weitwinkelstellung, wunderbar in lichtschwachen Situationen Einsatz finden. Auch fünf Zentimeter Naheinstellgrenze sprechen für die Qualität der Optik und lassen auf gute Makroaufnahmen hoffen.

Lithium-Ionen-Akkuenergie ermöglicht laut Panasonic starke 370 Fotos mit einer Ladung. Angezeigt werden die Bilder auf dem 6,4 Zentimeter (2,5 Zoll) großen LC-Display, das dem Fotografen drei Betriebsmodi bietet: normale Helligkeit, kräftige Helligkeit und großer Betrachtungswinkel. Mit einer Auflösung von nur 115.000 Pixeln ist das Display jedoch ein wenig unterversorgt. Speicherkarten frisst die Lumix im SD- oder SDHC-Format, falls der interne Speicher von 27 Megabyte nicht ausreichen sollte, was sehr wahrscheinlich ist.

Einstellungen

Die Macht über die FX10 behält der Fotograf mit dem Ein- und Ausschalter auf der Oberseite der Kamera und durch das im Gehäuse versenkte Moduswählrad. Dieses lässt sich, anders als bei der FX30, wunderbar von Position zu Position drehen und wechselt sanft einrastend durch die Betriebsmodi. Neben der Vollautomatik stehen dem Einsteiger ein Einfach-Modus und der intelligente ISO-Modus zur Verfügung. Im Einfach-Modus wird das Kameramenü von elf auf vier Menüpunkte reduziert und der Zugriff auf Funktionen, die beim Einsatz in der falschen Situation das Bild negativ beeinflussen könnten, verwehrt. Ideal für Technikmuffel, die das Denken gern der Automatik überlassen möchten und Angst haben, versehentlich etwas zu verstellen.

Ist der intelligente ISO-Modus aktiviert, dann variiert die Kamera die ISO-Empfindlichkeit entsprechend der Motivbewegung. Je nach Situation gelingen so schärfere Fotos von zum Beispiel spielenden Kindern oder dem umhertollenden Haustier, da die Verschlusszeit durch die höhere ISO-Empfindlichkeit verkürzt wird. Dem etwas anspruchsvolleren Fotografen stehen im Scene-Modus 21 Motivprogramme zur Auswahl. Panasonic gibt in den Motivprogrammen Kameraeinstellungen vor und ermöglicht so für gängige Motivsituationen die Chance auf das bessere Foto.

Für Panasonic seit langer Zeit ein Erfolgsrezept: schnelle Elektronik aus eigenem Haus und die hochwertigen Objektive von Leica
Für Panasonic seit langer Zeit ein Erfolgsrezept: schnelle Elektronik aus eigenem Haus und die hochwertigen Objektive von Leica

Für die besondere Erinnerung im Filmformat hat die FX10 die Möglichkeit, bei einer Auflösung von 848 x 480 Pixeln mit 30 Bildern pro Sekunde zu filmen. Das echte 16:9-Format des Films kommt auf Fernsehern mit entsprechendem Breitbild natürlich besonders gut zur Geltung. Auf einen Gigabyte Speicher passen etwa zehn Minuten ununterbrochener Film in höchster Auflösung. Eine umfassendere Beschreibung der Einstellungsmöglichkeiten liefert der Test der FX30.

Beim Praxistest zeigen sich dann doch noch Unterschiede zum höheren Schwestermodell. Die FX10 ist im Autofokus nicht ganz so schnell und besitzt eine minimale Auslöseverzögerung. Die resultierende Verzögerung vor einem Foto bewegt sich jedoch in einem absolut vertretbaren Bereich, was die FX10 noch schnappschusstauglich macht. Vorfokussiert ist ein Motiv in Bewegung sogar fast verzögerungsfrei einzufangen. Im Serienbildmodus mit voller Auflösung wird etwa ein Bild pro Sekunde geschossen. Reduziert auf drei Megapixel werden die ersten fünf Fotos mit etwa drei Fotos pro Sekunde gemacht, danach geht die Geschwindigkeit auf etwa eins pro Sekunde runter.

Die intelligente ISO-Kontrolle erkennt Bewegungen und hilft, Fotos mehr Schärfe zu verleihen. Gerade Gelegenheitsfotografen verlangen sehr viel von einer Kompaktkamera und ärgern sich oft über verwaschene und verschlierte Fotos. Dank der automatischen Anpassung der ISO-Empfindlichkeit und dem optischen Bildstabilisator können zwei der häufigsten Fehlerquellen wirksam eliminiert werden. Und das ohne dass der Fotograf über die Situation nachdenken muss. Wer dennoch etwas an der Kamera einstellen möchte, kommt in der Regel schnell ans Ziel.

Das Bedienkonzept ist gut durchdacht und für die schnellen Änderungen vor der Aufnahme bietet sich das Schnellwahlmenü an. Ein längerer Druck auf die Func-Taste öffnet diese Menü und erlaubt Zugriff auf Serienbildfunktion, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, und Auflösung sowie Komprimierung der Fotos. Ebenfalls eine Sekunde Tastendruck auf die Display-Taste öffnet das Display-Menü und stellt drei Modi zur Auswahl. Die Extra-Portion Leuchtkraft des hellen Modus für stark sonnige Momente ist unter freiem Himmel auch nötig, wenn der Fotograf Motiv und Umgebung optimal im Auge behalten möchte.

Der große Betrachtungswinkel, eine weitere Displayeinstellung, eignet sich zum Fotografieren über Hindernisse hinweg oder um Bilder mehreren Personen gleichzeitig zu zeigen. Das Display wirkt durch die niedrige Auflösung teilweise ein wenig unscharf. Im Wiedergabemodus kann das leicht durch Hineinzoomen ins Bild kompensiert werden. Beim Fotografieren muss der Fotograf sich jedoch auf die Autofokusleistung seiner Kamera verlassen, die im Test aber beruhigend zuverlässig war.

Zuverlässig war auch der Akku, der die versprochenen 370 Bilder nahezu erreicht hat. Da zwischendurch auch ordentlich gefilmt wurde, geht die Laufzeit mit rund 280 Fotos vollkommen in Ordnung. Die Qualität der Fotos ist insgesamt überzeugend. Scharfe Details und knackige Farben erfreuen vor allem in niedrigeren ISO-Bereichen. Ab ISO 800 werden die Bildergebnisse zunehmend weicher, die Rauschreduzierung macht sich hier stark bemerkbar. Dank Bildstabilisator können stimmungsvolle Aufnahmen aber auch mit manuell gewählter niedriger ISO-Empfindlichkeit gelingen.

Fazit

Panasonic liefert mit der Lumix FX10 eine schnelle Kompaktkamera, die der Hit der diesjährigen Urlaubssaison werden könnte. Mit langer Akkulaufzeit, der hochwertigen Optik samt Bildstabilisator und einer großen Portion Bildqualität weiß die Lumix jedenfalls gut zu überzeugen. Ihr größtes Verkaufsargument ist aber der unschlagbare Preis, denn die Lumix ist in blau und silber bereits ab 180 Euro zu bekommen. Für wen also zählt, was hinterher auf dem Papier landet, der sieht auch gerne über die niedrige Displayauflösung hinweg und freut sich über ein gelungenes Gesamtpaket.

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Panasonic Lumix FX10
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