Wasserdicht: Olympus Mju 790 SW im Test

Robuste Digitalkamera für jede Gelegenheit

von Tobias Heinze

Der neuen Olympus Mju 790 SW ist es egal, wo und unter welchen Bedingungen sie ihre Arbeit verrichten muss. Denn ein stabiles und wasserfestes Metallgehäuse macht die Digitalkamera zu einem echten Outdoor-Spezialisten. Ob die robuste Olympus dazu auch noch gut fotografieren kann, zeigt der netzwelt-Test.

Wer die kompakte Mju 790 SW zum ersten Mal in der Hand hält, spürt sofort die solide Verarbeitung dieser Kamera. Fein gebürstetes Aluminium ist in Kombination mit robustem Kunststoff zu einer stabilen Hülle verarbeitet. Die Klappe für das Akkufach und die Abdeckung des USB- und AV-Anschlusses sind mit Gummidichtungen versehen und rasten beim Schließen kräftig ein. Das Objektiv der Kamera wird von einem Metallschieber geschützt, solange das Gerät ausgeschaltet ist.

Man glaubt der Olympus ziemlich schnell, dass sie einem Sturz, Sand und Wasser trotzen kann. Dabei sind bis zu drei Meter Tauchtiefe möglich und eine Fallhöhe soll bis 1,50 Meter garantiert unbeschadet überstanden werden. Unter Wasser informiert ein Druckmesser stets über die aktuelle Tauchtiefe, sodass beim Schnorcheln kein Tiefenrausch droht. Optional ist für die Kamera ein Unterwassergehäuse erhältlich, was dann Tauchtiefen von bis zu 40 Metern ermöglicht.

Die Technik dahinter

Steckt jede Menge ein: Die Olympus Mju 790 SW ist für den harten Einsatz unter freiem Himmel gedacht. Netzwelt war mit der Kamera für Sie draußen unterwegs.
Steckt jede Menge ein: Die Olympus Mju 790 SW ist für den harten Einsatz unter freiem Himmel gedacht. Netzwelt war mit der Kamera für Sie draußen unterwegs.

Das Herzstück der Mju 790 ist der neue True-Pic III Bildprozessor, der für mehr Geschwindigkeit und verbesserte Bildergebnisse sorgen soll. 7,1 Megapixel Auflösung liefert der CCD-Sensor der Kamera, der von einem dreifach optischen Zoomobjektiv mit Bildmaterial versorgt wird, das 38 bis 114 Millimeter Brennweite abdeckt. Die besondere Konstruktion der Optik erlaubt ein vollständig im Gehäuse gelagertes Objektiv, das für den Betrieb nicht aus dem Gehäuse ausfahren muss.

Das gestaltet die Kamera mit knapp 22 Millimetern Gehäusedicke recht flach und macht darüber hinaus die Wasserfestigkeit der Mju 790 erst möglich. Auf der Rückseite der Kamera beherrscht traditionelles Design das Geschehen. 2,5 Zoll Display teilen sich den Platz mit angenehm großen Bedienelementen und einem Moduswählrad. Das Hyper-Crystal LCD ist besonders für den Einsatz unter freiem Himmel gedacht und bietet mit 230.000 Pixeln Auflösung gute Bildschärfe.

Das Display liefert kontrastreiche Bilder aus außergewöhnlichen Betrachtungswinkeln, was vor allem hilfreich ist, wenn Spiegelungen auf dem Bildschirm die Sicht erschweren. Gespeichert wird bei der Mju 790 SW entweder auf den 15 Megabyte großen, integrierten Speicher oder auf XD-Picture-Cards, die bis zwei Gigabyte Kapazität unterstützt werden. Egal wie viel Speicher vorhanden ist, nach etwa 200 Fotos muss die Kamera eine Zwangspause einlegen und der Akku braucht neue Energie. Ein mitgeliefertes Ladegerät versorgt den Lithium-Ionen-Akku dann wieder mit frischer Kraft.

Alles Einstellungssache

Eine harte Schale macht die Mju 790 SW widerstandsfähig gegen Wasser, Staub, Sturz und Kälte. So kann sie fast jede Tour ohne Beschädigungen überstehen.
Eine harte Schale macht die Mju 790 SW widerstandsfähig gegen Wasser, Staub, Sturz und Kälte. So kann sie fast jede Tour ohne Beschädigungen überstehen.

Die Mju 790 SW ist für Hobby- und Gelegenheitsfotografen konzipiert. Das wird schnell deutlich, wenn man sich das Moduswählrad der Kamera einmal genauer anschaut. Dort finden sich mit nur sieben Einstellungen eine gut überschaubare Anzahl an Funktionen. Eine davon ist die im Test der Mju 780 genauer beschriebene Guide-Funktion, die auch Anfängern schnell zufriedenstellende Bildergebnisse liefert.

Neben der Vollautomatik komplettieren ein Anti-Verwackel-Modus und eine Einstellung für Motivprogramme die gebotenen Möglichkeiten. Letztgenannte Einstellung liefert 23 Programme für die meisten Aufnahmesituationen, wobei allein vier verschiedene Programme für den Unterwasserbetrieb zur Verfügung stehen. Zwei Motivprogramme für schnelle Serien nehmen eine Bildsequenz auf und stellen die Bilder danach zur Auswahl. Hier legt man dann fest, welche der Fotos aus der Serie tatsächlich auf der Speicherkarte landen sollen.

Der Vollautomatik unter die Arme greifen kann der Fotograf bei der Wahl der Belichtungsmessung, die bei Bedarf auf die Bildmitte konzentriert werden kann und bei der Wahl von Weißabgleich und ISO-Empfindlichkeit. Von ISO 80 bis ISO 1600 kann hier frei bestimmt werden. Für Nahaufnahmen bietet die Kamera zwei Makromodi an, einer davon beleuchtet das Motiv sogar mit einer kleinen eingebauten LED. Die Ergebnisse im LED-Modus sind wesentlich gleichmäßiger ausgeleuchtet als eine Aufnahme mit zugeschaltetem Blitzlicht.

Zwei Positionen auf dem Wählrad sind für die Wiedergabe von Bildern reserviert. Die Einstellung Favoriten zeigt nur Fotos, die vorher zu dieser Auswahl von Lieblingsbildern hinzugefügt wurden. Die Besonderheit: Sobald ein Foto eine Favoritenmarkierung bekommt, wird es in reduzierter Auflösung als Kopie im internen Speicher der Kamera abgelegt. So finden dort mehrere Hundert Bilder Platz und man hat seine besten Fotos stets vorzeigbar dabei.

Das Dreifachzoom der Olympus reicht für die meisten Aufnahmesituationen vollkommen aus. Der Zoombereich wird angenehm schnell durchfahren.
Das Dreifachzoom der Olympus reicht für die meisten Aufnahmesituationen vollkommen aus. Der Zoombereich wird angenehm schnell durchfahren.

Im normalen Wiedergabemodus stehen dem Nutzer diverse Möglichkeiten zur Bearbeitung seiner Bilder zur Verfügung. Von Beschnitt über die Änderung der Farbstimmung bis hin zu netten Rahm- und Verzieroptionen wird einiges geboten. Sogar eine Funktion für die Erstellung von Kalendern ist mit an Bord: Einfach ein Bild auswählen, das Kalenderdesign wählen und den Monat bestimmen - fertig. Die Kamera erstellt dann ein vollständiges Kalenderblatt, das für den eigenen Fotokalender nur noch ausgedruckt werden muss.

Ausprobiert

Reaktionsschnell und zielsicher zeigt sich die Mju 790 in der Praxis. Die Gesichtserkennung funktioniert tadellos, wobei der Menüpunkt zum Aktivieren dieser Funktion im Kameramenü ziemlich schwer zu finden ist. Eine Auslöseverzögerung ist kaum auszumachen, gerade bei vorfokussierten Bildern können schnelle Momente sicher eingefangen werden.

In voller Auflösung schafft die Serienbildfunktionen nur ein Bild pro Sekunde, bis zu 3,6 Bilder pro Sekunde sind dann bei auf drei Megapixel reduzierter Auflösung möglich. Die Bildverarbeitung ist zudem ebenfalls angenehm schnell, was die Mju als flinke Point-and-Shoot-Kamera klassifiziert. Einfach zielen, abdrücken und den Schnappschuss auf der Speicherkarte verewigen.

Filmen kann die Mju 790 SW mit bis zu 640 x 480 Pixel Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde. Das jedoch nur zehn Sekunden lang, was für eine Sport- und Actionkamera absolut enttäuschend ist. In niedriger Auflösung mit geringerer Bildrate geht es auch endlos, aber ein ruckelndes Video vom Rafting-Abenteuer in den Ferien gefällt so ziemlich niemandem.

Fazit

Die Bildergebnisse aus der robusten Olympus können insgesamt nur teilweise überzeugen. Erfreulich ist die Qualität der Fotos bis ISO 800 aufgefallen, da nur vergleichsweise wenig störendes Bildrauschen auftritt. Leider wirken viele Fotos ein wenig zu weich und detailarm. Farben werden recht neutral aufgenommen, was vielen ja auch gefällt, aber es fehlen separate Abstimmungsmöglichkeiten für Farbsättigung und Kontrast.

Dem Gelegenheitsfotografen mag das alles jedoch egal sein, denn die Fotos reichen wunderbar für Prints in kleineren Formaten, die in überzeugender Qualität möglich sind. Dazu ist die beispielhafte robuste Verarbeitung aktuell einzigartig auf dem Markt. Wer also eine Begleitung für Fotos in kalter, nasser oder sandiger Umgebung sucht, kommt nicht daran vorbei, einen interessierten Blick auf die schmale Mju 790 SW zu werfen.

Das ISO-Vergleichsbild zeigt eine gute Leistung der Mju 790. Bis ISO 800 sind die Fotos aus der Kamera gut für Ausdrucke auch in größeren Formaten brauchbar. ISO 1600 zeigt dann aber klare Bildstörungen. Ausschnitte aus 100%-Ansicht.
Das ISO-Vergleichsbild zeigt eine gute Leistung der Mju 790. Bis ISO 800 sind die Fotos aus der Kamera gut für Ausdrucke auch in größeren Formaten brauchbar. ISO 1600 zeigt dann aber klare Bildstörungen. Ausschnitte aus 100%-Ansicht.
Makromodus, ISO 80, 3072 x 2304
Makromodus, ISO 80, 3072 x 2304
Automatik, ISO 200, 3072 x 2304
Automatik, ISO 200, 3072 x 2304
Anti-Shake-Programm, ISO 1600, 3072 x 2304
Anti-Shake-Programm, ISO 1600, 3072 x 2304
Olympus Mju 790 SW
9
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