Brauchbar und günstig: Samsung S860 im Kamera-Test

Einsteigermodell überrascht positiv im Test der netzwelt

von Jan Johannsen

Mit der S860 spricht Samsung vor allem Einsteiger an. In Silber sieht sie zwar eher altmodisch aus, aber in Pink, Blau und Schwarz kommt sie moderner daher. Für ihre 8,1 Megapixel und den dreifachen optischen Zoom muss man weniger als 100 Euro bezahlen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ersteindruck
  2. Fotografieren
  3. Zoom, Zoom
  4. Fazit

Ersteindruck

Beim Auspacken der silbernen Variante der Samsung S860 löst die Optik Retro-Gefühle aus. Sofern man bei einer kompakten Digitalkamera schon von Retro-Design sprechen kann. Sie wirkt etwas klobig, liegt aber sehr gut in der Hand und ist mit ihrem Gewicht von etwa 170 Gramm (mit Akku und Speicherkarte) nicht zu schwer. Im Inneren steckt aktuelle Technik. Der Bildsensor hat eine Auflösung von 8,1 Megapixel, das Objektiv dreifachen Zoom, das Display misst 2,4 Zoll bei einer Auflösung von 230.000 Pixeln und "Fast-ASR" schützt vor Verwacklungen. Die Lichtempfindlichkeit reicht bis 1000 ISO und die Gesichtserkennung soll Porträt-Fotos optimieren.

Lieferumfang der Samsung S860
Lieferumfang der Samsung S860

Neben Fotos im JPEG-Format kann die S860 auch Videos im AVI-Format mit einer maximalen Auflösung von 640 x 480 Pixeln bei bis zu 30 Bildern in der Sekunde aufnehmen. Die Filmdauer ist nur durch den zur Verfügung stehenden Speicherplatz begrenzt. Der interne Speicher von elf Megabyte ist für Videos und Fotos mit acht Megapixeln sehr knapp bemessen. Da sind SD- und SDHC-Speicherkarten die bessere Wahl als Speichermedium.

Die S860 gibt es bei diversen Onlineshops schon für unter 90 Euro (plus Versandkosten). Der ursprüngliche von Samsung empfohlene Verkaufspreis liegt bei 149 Euro. Viel Zubehör wird für den Preis nicht mitgeliefert. Neben der Kamera befinden sich zwei Batterien, ein USB-Kabel, ein Trageriemen, ein Handbuch und eine CD mit Software.

Fotografieren

Die S860 wird unter anderem so günstig angeboten, weil ihr weder ein Ladegerät noch ein Akku beiliegt. Sie kann dafür aber mit handelsüblichen AA-Batterien oder Akkus betrieben werden. Samsung bietet ebenfalls ein Set aus Ladegerät und zwei Akkus an. Angeschaltet wird die Kamera über den Power-Knopf, der in die Oberseite des Gehäuses eingelassen ist. Er muss lange und kräftig gedrückt werden, um die Kamera einzuschalten.

Im Menü der S860 werden nur die grundlegenden Einstellungen vorgenommen. Werte, die direkt das Bild beeinflussen (Auflösung, Weißabgleich, Lichtempfindlichkeit und so weiter) werden über die Fn-Taste direkt am Display eingestellt. Störend ist, dass die elf verschiedenen Szenenmodi über das Menü ausgewählt werden müssen. Das könnte für den Fotografen einfacher gestaltet werden.

Besonders für Einsteiger ist die Tipps-und-Tricks-Sektion des Auswahlrädchens interessant. Hier gibt es viele Hinweise, was man tun kann, falls das Motiv nicht scharf gestellt wird, die Lichtbedingungen schlecht sind oder wie die Farben geändert werden können.

Rückansicht der S860
Rückansicht der S860

Zoom, Zoom

Bei der S860 ist die Zoomwippe auf bekannte Weise horizontal angeordnet. Das Zoomen geschieht durch Drücken auf eine der beiden Hälften des Knopfs. Der Zoom arbeitet leider nicht stufenlos und holpert sich durch seinen dreifachen Zoombereich. Eine merkwürdige Erklärung liefert Samsung dafür, dass während des Zoomens die Tonaufnahme beim Filmen automatisch unterbrochen wird. Es sollen "Störgeräusche vermieden werden". Aber noch nerviger als Störgeräusche auf einem Film sind abgehackte, stumme Lücken mitten in der Aufnahme.

Bei einer Auflösung von acht Megapixeln braucht die Kamera lange für die Bildverarbeitung. Ungeduldigen Fotografen wird die Zeit zu lang sein, bis sie das nächste Bild machen können. Abhilfe bietet die Serienbildfunktion, die auch Fotos mit acht Megapixeln macht. Allerdings steht ihr der Blitz nicht zur Verfügung. Die Gesichtserkennung erkennt nur lebendige Personen (keine Fotos) und das auch nur, wenn sie direkt in die Kamera blicken.

Zwei AA-Batterien oder Akkus finden in der Samsung S860 Platz.
Zwei AA-Batterien oder Akkus finden in der Samsung S860 Platz.

Die Kraft des Blitzes der S860 lässt zu wünschen übrig. Im netzwelt-Teststudio konnte er das Testbild nicht optimal ausleuchten. Dafür hat die Kamera Samsungs Fast-ASR-Technik an Bord. Dieser digitale Bildstabilisator nimmt zwei Fotos mit identischen ISO- und Blendenwerten auf. Eine unterbelichtete für die Schärfeinformationen und eine verwackelte, korrekt belichtete für die Farbinformationen. Aus den Informationen dieser beiden Aufnahmen errechnet die Software das optimale Bild.

Die Lichtempfindlichkeit der S860 reicht von 80 bis 1000 ISO. Schon bei 200 ISO ist ein erstes Rauschen zu erkennen, bei 400 ISO ist es bereits ganz deutlich auszumachen und nimmt bis 1000 ISO noch einmal deutlich zu.

Fazit

Ein brauchbare und günstige Einsteigerkamera. Aufgrund des geringeren Preises, fast identischer technischer Ausstattung und etwas weniger Kritikpunkten ist sie der L100 von Samsung vorzuziehen. Einzig die Optik spricht, je nach persönlichem Geschmack, für die L100.

Samsung S860
7
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