Samsung L210 im Test: Der Zehnpixler

10 Megapixel mit optischem Bildstabilisator

von Jan Johannsen

Die kompakte Digitalkamera L210 von Samsung ist für Einsteiger mit etwas höheren Ansprüchen gedacht. Ob sie den selbstgestellten Ansprüchen gerecht wird, lesen Sie im netzwelt-Test. Der Vergleich mit dem Schwestermodell L100 liegt auf der Hand.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ersteindruck
  2. Viele Megapixel, Standard-Zoom
  3. Handling und Bedienung
  4. Technische Hilfsmittel
  5. Geräusche mit und ohne bewegten Bildern
  6. Fazit

Die kompakte Digitalkamera L 210 von Samsung hat zahlreiche Gemeinsamkeiten mit ihrer Schwester der L100. Zwillinge sind sie nicht, denn es gibt gravierende Unterschiede: Zum Beispiel mehr Megapixel, einen optischen Bildstabilisator und eine automatische Kontrasteinstellung. Ob die L210 ihren Aufpreis wert ist, lesen Sie im netzwelt-Test.

Ersteindruck

Auf den ersten Blick gleicht die kompakte Digitalkamera L210 von Samsung ihrer Schester, der L100, wie ein Ei dem anderen. Erst bei genauerer Betrachtung fallen kleine Unterschiede auf. Es sind Details wie die Belegung eines Knopfes auf der Rückseite. Während die L210 mit ihm den optischen Bildstabilisator ein- und ausschaltete, regelt die L100 mit diesem Knopf die Gesichtserkennung.

Auf der Frontseite verfügt die L210 im Gegensatz zur L100 über einen silbernen Streifen ohne jede Funktion. Erst bei der genaueren Untersuchung, oder einem Blick in die Produktbeschreibung, bemerkt man die Materialunterschiede. Während die höherpreisige L210 nur über eine Plastikfront verfügt, ist ihre günstigere Schwester mit einer Frontpartie aus Aluminium ausgerüstet. Identische Gehäuse bedeuten auch identische Mängel. So ist auch bei der L210 das Auswahlrad schwergängig und die vertikale Zoomwippe gewöhnugsbedürftig.

Viele Megapixel, Standard-Zoom

Bild mit kleinster Brennweite
Bild mit kleinster Brennweite

Im Gehäuse der L210 steckt ein CCD-Sensor mit einer Auflösung von 10,2 Megapixeln. Die Lichtempfindlichkeit reicht von 80 bis 1600 ISO. Allerdings ist schon bei 200 ISO ein leichtes Rauschen zu erkennen und bei 1600 ISO sollte man die verrauschten Bilder lieber nicht mehr so genau betrachten.

Bild mit größter Brennweite
Bild mit größter Brennweite

Das von Samsung gebaute Objektiv verfügt über einen dreifachen Zoom. Umgerechnet auf Kleinbildformat verfügt es über eine Brennweite von 37 bis 111 Millimetern. Bedient wird es über eine Zoomwippe, die nicht nach rechts und links, sondern nach oben und unten einrastet. Das ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber sehr gut.

Auf der Rückseite der L210 fungiert das 2,5-Zoll-Display als Sucher. Die Helligkeit des Displays lässt sich nicht einstellen, sondern wird automatisch der Umgebungsbeleuchtung angepasst. Samsung nennt das ein "intelligentes Display". Es dient auch der Bildvorschau und zum Vornehmen von Einstellungen im Menü. Das Menü ist übersichtlich und von anderen Samsung-Modellen her bekannt.

Handling und Bedienung

Die Bedienung der L210 kann problemlos mit einer Hand erfolgen. Nur der Power-Knopf und das Auswahlrad sind ohne Hilfe der zweiten Hand nicht zu erreichen. Zur Absicherung sollte immer der Trageriemen ums Handgelenk gelegt werden. Falls die Kamera doch mal aus der Hand rutscht, entgeht sie so der Schwerkraft. Besonders größere Hände müssen sich anstrengen, die L210 gut in den Griff zu bekommen und die richtigen Tasten zu treffen.

Ein Akku ist im Lieferumfang der L210 enthalten. Aufgeladen wird er über einen Netzstecker-Adapter für das USB-Kabel. Über dieses können Fotos auch auf einen Rechner übermittelt oder die Kamera für eine Dia-Show an einen Fernseher angeschlossen werden. Ebenfalls mit im Paket liegen ein AV-Kabel, ein Trageriemen, ein Handbuch und eine Software-CD.

Der Lieferumfang der L210 von Samsung
Der Lieferumfang der L210 von Samsung

Neben einem digitalen Bildstabilisator, der die Bilder nur schönrechnet und sie nicht wirklich besser aufnimmt, verfügt die L210 noch über einen optischen Bildstabilisator. Er sorgt dafür, dass die optischen Bauelemente der Kamera eine Gegenbewegung zu den Verwacklungsbewegungen des Fotografen ausführen. In unseren Tests waren die Auswirkungen dieser Funktion aber minimal. Laut Hersteller können mit ihr bis zu vier Belichtungsstufen, in denen verwacklungsfreie Bilder ohne Blitz gelingen, gewonnen werden.

Technische Hilfsmittel

Bei dem digitalen Bildstabilisator handelt es sich um die Fast-ASR-Technik von Samsung. Diese nimmt zwei Fotos mit identischen ISO- und Blendenwerten auf. Eine unterbelichtete für die Schärfeinformationen und eine verwackelte, korrekt belichtete Aufnahme für die Farbinformationen. Aus den Informationen dieser beiden Aufnahmen errechnet die Software das optimale Bild.

Eine weitere Neuerung ist die Auto Contrast Balance (ACB). Sie ermittelt automatisch die besten Einstellungen für die Kontrastwerte. Im netzwelt-Test funktioniert die Funktion, aber so optimale Verbesserungen wie Samsung sie in seiner Werbung zeigt, konnten wir nicht erreichen. Es bleibt dennoch ein praktisches Feature.

Die Samsung L210 verfügt über elf Szenenmodi, die optimale Einstellungen für verschiedene Situationen liefern sollen. Im Alltag wird man sie kaum benutzen, da sie erst kompliziert über das Menü angewählt werden müssen. Eine Direktanwahl der Szenenauswahl über das Auswahlrad oder einen eigenen Knopf würde die Verwendung der Voreinstellungen erleichtern.

Geräusche mit und ohne bewegten Bildern

Vollautomatik, 100 ISO, Blende 3.1, Belichtungszeit 1/45 Sekunde, Blitz ein, 3648 x 2736 Pixel
Vollautomatik, 100 ISO, Blende 3.1, Belichtungszeit 1/45 Sekunde, Blitz ein, 3648 x 2736 Pixel

Videos nimmt die L210 mit einer Auflösung von maximal 800 x 592 Pixeln bei bis zu 30 Bildern in der Sekunde auf. Allerdings leidet auch die L210 im Videomodus an einer schon länger bekannten samsungtypischen Krankheit. Beim Zoomen während der Aufnahme unterbricht sie die Tonaufzeichnung. Das mindert die Qualität der Videos beim späteren Betrachten. Da auch noch das Betätigen von Knöpfen an der Kamera im Video zu hören ist, lohnt sich der Aufnahmemodus nur für Filme, die nachträglich komplett neu vertont werden.

Mit beiden Bildstabilisatoren, 200 ISO, Blende 3.1, Belichtungszeit 1/30 Sekunde, Blitz aus, Zimmerbeleuchtung, 3648 x 2736 Pixel
Mit beiden Bildstabilisatoren, 200 ISO, Blende 3.1, Belichtungszeit 1/30 Sekunde, Blitz aus, Zimmerbeleuchtung, 3648 x 2736 Pixel

Reine Tonaufnahmen im WAV-Format sind bei der L210 nur durch die Kapazitäten von Akku und Speicherkarte beschränkt. Zu jedem einzelnen Bild lassen sich außerdem kurze Sprachnotizen mit einer Länge von bis zu zehn Sekunden aufnehmen.

Die L210 von Samsung ist im Handel verfügbar, in Online-Shops geht sie ab einem Preis von 169 Euro über die Ladentheke. Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung liegt bei 249 Euro. Zur Auswahl steht sie in den Farben Schwarz, Silber und Rot.

Fazit

Nur für die zwei Megapixel, die der Kamera-Sensor sowieso nicht vernünftig umsetzen kann, lohnt es sich nicht, die rund 50 Euro mehr auszugeben, die die L210 im Vergleich zur L100 kostet. Eher für den höheren Kaufpreis sprechen der optische Bildstabilisator und die Auto Contrast Balance. Allerdings machen sie sich beim Fotografieren weniger bemerkbar als man erwartet. Man kann also guten Gewissens zum günstigeren Modell greifen.

Samsung L210
9
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