Beweglich: DSLR-Kamera Sony Alpha 350 im Test

Praktische "Live View"-Funktion für ungewöhnliche Perspektiven

von Jan Johannsen

Mit 14,2 Megapixeln ist die Sony Alpha 350 ein Flaggschiff unter den DSLR-Modellen im Einsteigersegment. Besonders mit ihrem beweglichen Display mit Live View erregt die digitale Spiegelreflexkamera Aufsehen.

Die Alpha 350 von Sony ist mit ihrer Auflösung von 14,2 Megapixeln das Spitzenmodell in unserem Vergleichstest. Die Einsteigerkamera in den Bereich der digitalen Spiegelreflexfotografie hat netzwelt im Kit zusammen mit einem 18-bis-70-Millimeter-Objektiv getestet. Als besonderes Feature sticht das bewegliche Display mit Live View-Funktion hervor. Im Internet liegt der Straßenpreis des Kits bei etwa 540 Euro.

Die Sony Alpha 350 ist eine digitale Spiegelreflexkamera und eignet sich für alle, die sich intensiver mit der Fotografie beschäftigen wollen. Sie ist eine gute Basis, um sich Stück für Stück eine gut sortierte Kameraausrüstung zuzulegen.

Bewegliches Display mit Live View

Die Alpha 350 von Sony beherrscht die bei Spiegelreflexkameras Live View genannte Motivanzeige auf ihrem beweglichen Display. Je nach Motiv kann man sich den 2,7 Zoll großen Monitor nach unten oder nach oben drehen. Sony nennt das "2-Wege-Neigungseinstellung". So kann man sowohl bei Über-Kopf-Aufnahmen als auch aus der Froschperspektive knapp über dem Boden immer das gewählte Motiv kontrollieren und muss nicht auf gut Glück fotografieren. Besonders für Aufnahmen aus geringer Höhe ist es nicht mehr nötig, sich auf dem Boden zu wälzen, um das perfekte Bild in den Kasten zu bekommen.

Sony Alpha 350
Sony Alpha 350

Diese praktische Funktion wird dadurch getrübt, dass der Betrachtungswinkel des Displays größer sein könnte. Zudem dürfte der Bildschirm auch gerne deutlich weniger spiegeln. Das Umschalten zwischen Live View-Modus und dem Sucher geschieht über einen Schalter, der direkt neben dem Blitz sitzt. In dieser Position ist er nicht zu erreichen, falls die Kamera nur mit einer Hand gehalten werden sollte. Was ja vor allem in Situationen vorkommt, in denen man gerne Live View nutzen möchte. Immerhin ist beim Fotografieren im Live View-Modus keine Verzögerung gegenüber dem Auslösen im Sucher-Modus festzustellen.

Das Display der Sony Alpha 350 dient nicht nur für die Live View-Funktion, sondern kann auch die aktuellen Einstellungen der Kamera, das übersichtlich gestaltete Menü und die schon gemachten Aufnahmen anzeigen. Nähert man sich dem Sucher mit dem Gesicht, schaltet ein Sensor das Display automatisch ab, um Irritationen durch die Beleuchtung zu verhindern. Ganz im Sinne eines sparsamen Stromverbrauchs kann man es auch ganz ausschalten.

Laut Sony reicht der Akku mit aktivierter Live View-Funktion für bis zu 410 Aufnahmen. Ohne Live View erhöht sich diese Zahl auf 730 Fotos.

Bedienung

Die Bedienelemente sind über die gesamte Kamera verteilt. Links auf der Oberseite befindet sich das Auswahlrad für die verschiedenen Aufnahmemodi. Darunter, auf der Rückseite der Alpha 350, sticht der Ein-/Ausschalter ins Auge. Links neben dem LCD hat Sony vier Knöpfe für Menü, Display, Bildbetrachtung und Löschen platziert - rechts neben dem Display der Schalter für den Bildstabilisator, die Steuertasten und die Funktionsauswahl. Auf der Oberseite darüber sind neben dem Sucher weitere Knöpfe für die Wahl der Lichtempfindlichkeit, des Bildfolgemodus und der Knopf zum Umschalten zwischen Live View und optischem Sucher untergebracht.

Vorne auf der Ausbuchtung des Akkus sitzen der Auslöser und ein Drehrad. Mit diesem stellt man unter anderem Blende oder Verschlusszeit ein, dies lässt sich im Menü festlegen. Im manuellen Modus kann man durch Halten des AV-Knopfes zwischen beiden Funktionen hin- und herschalten.

Praktisch: Das Display der Alpha 350 lässt sich ausklappen.
Praktisch: Das Display der Alpha 350 lässt sich ausklappen.

Was der Kamera fehlt, ist ein Ablageplatz für den Daumen. Egal wo man ihn positioniert, um die Kamera fest im Griff zu haben, läuft man Gefahr dabei eine Taste zu drücken.

Im Menü kann man auswählen, ob die Alpha 350 Fotos im Format 3:2 oder 16:9 aufnehmen soll. Ebenfalls ungewöhnlich ist der Zubehörschuh der Kamera. Alle anderen vier Testkandidaten in unserem Vergleich von DSLR-Kits für Einsteiger verfügen über den üblichen Standard-Anschluss für externes Zubehör. Nur die Kamera von Sony kommt mit einem anderen Zubehörschuh daher.

Dafür arbeitet die Alpha 350 mit allen Alpha-Objektiven von Sony zusammen und ist mit allen Objektiven von Minolta und Konica Minolta kompatibel, die über ein Alpha-Bajonett verfügen. Im Januar 2006 hat Sony das Kamerageschäft von Konica Minolta übernommen und baut seine Alpha-Serie auf die schon bestehende Technik von Konica Minolta auf.

Bildstabilisator und Serienbilder

Der Bildstabilisator von Sony hört auf den Namen Super SteadyShot. Gyroskopische Sensoren erkennen Erschütterungen der Kamera und sorgen dafür, dass sie ausgeglichen werden. Der Bildstabilisator ist dafür verantwortlich, dass bei zwei bis drei kürzeren Belichtungswerten länger Bilder ohne Verwacklungen aufgenommen werden.

Sony gibt für die Serienbildfunktion an, dass sie maximal 2,5 Bilder pro Sekunde schafft. Im JPEG-Format sei die Zahl der Aufnahmen sogar nur durch die Kapazität der Speicherkarte beschränkt. Allerdings nimmt die Aufnahmegeschwindigkeit nach den ersten drei, vier Bildern merklich ab. Sie liegt dann nur bei ungefähr einem Bild in der Sekunde.

Als Speichermedium setzt Sony bei der Alpha 350 nicht auf den hauseigenen Memory Stick, sondern auf Compact Flash-Speicherkarten.

Bildqualität

Selbst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 1600 liefert die Alpha 350 noch Bilder ab, bei denen sich das Rauschen so in Grenzen hält, dass es nicht stört. Die Vollautomatik arbeitet sauber und über die manuellen Einstellungen kann man auch eigene Ideen genau so umsetzen, wie man sie sich vorgestellt hat.

Die Bildverarbeitung ist schnell und an der technischen Qualität der Bilder gibt es nichts auszusetzen. Man sollte allerdings bedenken, ob man wirklich die vollen 14 Megapixel ausnutzen muss. Die Dateigröße der fertigen Bilder liegt dann zwischen vier und acht Megabyte. Wenn sie nicht gerade zum Druck von Hochglanzanzeigen oder Riesenpostern verwendet werden, kann man die Auflösung an den vorgesehenen Verwendungszweck anzupassen.

Fazit: Günstige Alternativen

Die Sony Alpha 350 ist eine Kamera, die trotz kleiner Mängel insgesamt überzeugen kann. Für manchen Einsteiger ist sie mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 749 Euro eventuell ein wenig zu teuer. Wer nicht so viel wert auf die 14,2 Megapixel legt, bekommt mit der Alpha 300 von Sony eine identische Kamera für etwa 90 Euro weniger. Nur dass ihre Auflösung bei zehn Megapixeln liegt.

Ebenfalls mit zehn Megapixeln und nochmal etwa 80 Euro günstiger ist die Alpha 200. Für diesen Preis besitzt sie allerdings weder ein bewegliches Display noch eine Live View-Funktion.

Sony Alpha 350
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