Digitalkamera Samsung NV4 im Test: Da ist Musik drin

Acht Megapixel mit Musik und dreifachem Zoom

von Jan Johannsen

Die Digitalkamera NV4 von Samsung hebt sich von anderen Digitalkameras durch ihre Multimedia-Funktionen ab. Sie spielt MP3- und PMP-Dateien ab und kann sogar Text-Dokumente anzeigen. Was die Zusatzfunktionen taugen, lesen Sie in diesem Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Technik
  2. Bedienung
  3. Multimedia
  4. Hilfsmittel
  5. Fazit

Technik

Ein 1/2,5-Zoll-CCD-Sensor mit einer effektiven Auflösung von acht Megapixeln zeichnet in der NV4 von Samsung die Fotos auf. Das Objektiv mit dreifachem Zoom und einer Brennweite von 6,2 bis 18,9 Millimetern (entspricht 38 bis 114 Millimetern im Kleinbildformat) steckt komplett im Metallgehäuse. Selbst bei der Verstellung der Brennweite bleibt die Kamera bei ihren Abmessungen von 94,5 x 57 x 17,5 Millimetern. Der Spielraum der Blende ist gering. Er reicht von F3,5 bis F4,5.

Auf der Rückseite der Kamera befindet sich der 2,5 Zoll große TFT-Monitor mit einer Auflösung von 230.000 Pixeln. Er dient nicht nur als Sucher, sondern zeigt auch die gemachten Fotos zur Kontrolle an und beherbergt das Menü. Der Lithium-Ionen-Akku verfügt über eine Kapazität von 900 Milliamperestunden bei einer Spannung von 3,7 Volt. Als Speichermedium fungieren die bewährten SD-Speicherkarten.

Neben dem Akku gehören ebenfalls ein Netzadapter, ein USB-Kabel, ein AV-Kabel, ein Trageriemen, ein Handbuch, eine Software-CD, ein Anschluss-Kabel und ein Kopfhörer zum Lieferumfang. Schließlich handelt es sich bei der NV4 um eine Multimedia-Kamera, die auch MP3s abspielen kann. Und die soll man auch genießen können, ohne sie mit seiner Umgebung zu teilen. Als Musik-Player für unterwegs taugt die Kamera aber nicht, da sie über keine Tastensperre verfügt und der Kopfhörer über ein spezielles Adapterkabel angeschlossen werden muss. Unpraktisch, vor allem in der Hosentasche.

Bedienung

Oben auf der Kamera hat Samsung den Lautsprecher, den Power-Knopf, den Auslöser und das Auswahlrad untergebracht. In dieser Anordnung ist, wenn die Kamera eingeschaltet ist, eine Einhandbedienung möglich. Anfangs erwischt man sich mehrmals dabei, das Auswahlrad als Auslöser betätigen zu wollen. Nach einigen Fehlversuchen hat man sich an die Position des Suchers, der bei den meisten anderen Kameras ganz rechts sitzt, gewöhnt.

Positiv hervorzuheben ist, dass man bei der Videoaufzeichnung mit der NV4 nicht nur zoomen kann, sondern dass die Tonaufzeichnung auch ohne Unterbrechung weiterläuft. Andere Kameras von Samsung setzen die Tonaufzeichnung während des Zoomvorgangs aus. Die maximale Videoauflösung liegt bei 800 x 592 Pixeln bei 20 Bildern in der Sekunde. Bei 640 x 480 Pixeln sind sogar 30 Bilder pro Sekunde möglich.

Das Objektiv sitzt in der oberen rechten Ecke der Kamera und nicht wie bei vielen anderen Modellen in der Mitte der Vorderseite. Dies erfordert vor allem bei Umsteigern Fingerspitzengefühl, da jetzt die Finger bei Haltungen vor die Linse geraten, die bisher kein Problem darstellten.

Die Makrofunktion erlaubt auch Aufnahmen aus einer Entfernung, die geringer ist als fünf Zentimeter. Dies ermöglicht gegenüber Kameras, die erst bei diesem Abstand oder noch später Aufnahmen ermöglichen, ganz neue Motive.

Multimedia

Samsung bewirbt die NV4 mit ihren Multimedia-Fähigkeiten. Sie erkennt nicht nur JPEG-Dateien, die auf der SD-Karte gespeichert sind, sondern gibt auch MP3-, TXT- und SDC-Dateien wieder. In unserem Test funktionierte allerdings nur die Musikwiedergabe einwandfrei. Die MP3-Dateien auf der Speicherkarte erkannte die NV4 sofort und stellte sie zum Abspielen zur Auswahl. Die Klangqualität ist annehmbar, aber Welten von Geräten entfernt, die ausschließlich für das Abspielen von Musik konstruiert wurden.

Komplett überzeugen konnten die angepriesenen Multimedia-Eigenschaften nicht. Egal mit welcher Kodierung wir es probierten, unsere TXT-Dateien wollte die NV4 nicht lesen. Filme, beziehungsweie konvertierte Mediendateien, gibt die Kamera wieder, sofern sie mit dem beiliegenden Samsung Converter in das ungewöhnliche SDC-Format umgewandelt wurden. Die Qualität ist brauchbar, aber praktischer wäre es, AVI- oder MPEG-Dateien ohne Konvertierung betrachten zu können.

Die Diashow der NV4 kann sich sehen lassen. Es stehen nicht nur verschiedene Überblendeffekte zur Auswahl, auch kann per Speicherkarte die eigene Musik zur Bilderschau gestartet werden. Allerdings ist der 2,5-Zoll-Monitor für eine vollwertige Diashow doch etwas zu klein.

Hilfsmittel

Die NV4 ist mit zahlreichen Hilfsmitteln für Fotografen ausgestattet. Samsung hat ihr unter anderem die digitale Bildstabilisierung Fast ASR und die automatische Kontraststeuerung ACB verpasst. Fast ASR macht zwei Fotos mit identischen ISO- und Blendenwerten auf. Ein unterbelichtetes für die Schärfeinformationen und ein verwackeltes, korrekt belichtetes Bild für die Farbinformationen. Aus den Informationen dieser beiden Aufnahmen errechnet eine Software das optimale Bild.

Des Weiteren stehen 14 Szenario-Programme, wie Nacht, Kinder, Sonnenuntergang oder Text zur Auswahl. Leider müssen die einzelnen Modi umständlich über das Menü ausgewählt werden. Der Blitz hat eine maximale Reichweite von 3,4 Metern und braucht etwa vier Sekunden, um sich aufzuladen. Er verfügt über insgesamt sechs verschiedene Modi: Auto, Auto & Rote Augen Reduktion, Aufhellblitz, Langzeitsynchronisation, Blitz aus, Rote-Augen-Korrektur.

Zu jedem Bild kann eine maximal zehnsekündige Sprachnotiz aufgenommen werden. Die Kamera kann auch als Diktiergerät fungieren. Rein theoretisch sind bis zu zehn Stunden Tonaufzeichnung möglich, sofern Akku und Speicherkarte so lange durchhalten.

Fazit

Nicht alles, was technisch umsetzbar ist, benötigt man auch im Alltag. Ihre Hauptaufgabe macht die NV4 von Samsung gut. Die Qualität ihrer Fotos ist in Ordnung. Bis ISO 200 sind die Fotos sehr gut, bis ISO 800 kann man sie noch als brauchbar einstufen. ISO 1600 und ISO 3200 sind allerdings nicht mehr vorzeigbar. Die Bilder sind nicht nur verpixelt, sondern auch farblich total verfälscht.

Nach kurzer Eingewöhnung macht die Bedienung der Kamera keine größeren Probleme. Die Multimedia-Funktionen sind nette zusätzliche Gimmicks, die man aber selten wirklich braucht. Wer nur eine Kamera benötigt, um mit ihr Fotos zu machen, bekommt für weniger Geld Kameras ohne Multimedia-Fähigkeiten, die aber die gleiche Bildqualität und eine ebenfalls simple Bedienung bieten.

Samsung NV4
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