Günstiger Einstieg: DSLR-Kamera Olympus E-420 im Test

Kompakte digitale Spiegelreflexkamera mit "Live View"

von Jan Johannsen

Die E-420 von Olympus ist eine sehr kompakte digitale Spiegelreflexkamera. Sie spricht vor allem Einsteiger an und kann im Test nicht nur wegen ihres geringen Gewichts und ihrer kleinen Abmessungen überzeugen.

Die Olympus E-420 ist in unserem Vergleichstest von digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) eindeutig die kompakteste und mit einem Gewicht von 647 Gramm inklusive Objektiv auch die leichteste Kamera. Aber sie kann nicht nur dank dieser Eigenschaften als Kamera für Einsteiger überzeugen.

Kompakte digitale Spiegelreflexkamera

Olmypus E-420: Trotz Blitz und Objektiv immer noch kompakt.
Olmypus E-420: Trotz Blitz und Objektiv immer noch kompakt.

Bei der E-420 hat Olympus auf einige Funktionen, wie zum Beispiel einen optischen Bildstabilisator, verzichtet, um die kompakte Form zu erhalten. In dem Gehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit Außenmaßen von 13,1 x 9,2 x 7,5 Zentimetern findet aber immer noch jede Menge Technik Platz.

So hat der Hersteller die E-420 mit einem Live MOS Sensor ausgestattet, der als einziger Sensor in unserem Vergleichstest von DSLR-Kameras für Einsteiger Fotos im Format 4:3 aufnimmt. Seine Auflösung liegt bei zehn Megapixeln und vor Staub schützt ihn ein System namens Supersonic Wave Filter.

Netzwelt hat die E-420 im Kit mit einem Zuiko-Objektiv von Olympus getestet. Mit seiner Brennweite von 14 bis 42 Millimetern ist es nominell die Linse mit dem größten Weitwinkel in unserem Vergleichstest. Durch den Verlängerungsfaktor der Kamera summiert sich die Brennweite allerdings zu 28 bis 84 Millimetern.

Live View

Trotz ihrer kompakten Bauweise verfügt die Olympus E-420 über einen Live View-Modus, in dem sie ihren Spiegel wegklappt und das 2,7 Zoll große Display auf der Kamerarückseite als Sucher dient. Den Knopf zum Umschalten zwischen optischem Sucher und Live View-Modus hat Olympus so platziert, dass man ihn sogar erreicht, wenn man die Kamera nur mit einer Hand hält.

Im Live View-Modus zeigt die Olympus E-420 einhundert Prozent des Bildfeldes an. Vor allem kreative Fotografen, die auch mal ungewöhnliche Blickwinkel wählen, werden Live View zu schätzen wissen. Körperliche Verrenkungen, um das Motiv im Sucher optimal auszuwählen, gehören damit nämlich der Vergangenheit an.

Das 2,7 Zoll große Display lässt noch genug Platz für Bedienelemente und den Daumen beim Halten der Kamera.
Das 2,7 Zoll große Display lässt noch genug Platz für Bedienelemente und den Daumen beim Halten der Kamera.

Der Live View-Modus birgt aber auch Nachteile. Da der Spiegel zum Aufnehmen des Bildes erst wieder herunterklappt, verlängert sich die Auslöseverzögerung gegenüber einer Aufnahme ohne Live View. Die Spiegelbewegung versetzt die Kamera außerdem in Schwingungen, weswegen man Langzeitbelichtungen immer ohne Live View anfertigen sollte.

Die Olympus E-420 besitzt im Automatik-Modus einen Vorblitz zum Ausleuchten des Motivs. Dieser funktioniert aber nicht, wenn Live View aktiviert ist. Dafür bietet die Kamera auf dem Live View-Display eine praktische Vorschau für Belichtung, Weißabgleich, Gradation, Gesichtserkennung und Belichtungskorrektur.

Bedienung

Obwohl Olympus die E-420 sehr kompakt gebaut hat, liegt sie gut in der Hand. Bei einer Hand normaler Größe kann nur der kleine Finger sie nicht halten. Die wichtigsten Einstellungen lassen sich mit wenigen Handgriffen vornehmen.

Mit dem Auswahlrad sind fünf Aufnahmemodi direkt anwählbar. Die restlichen der insgesamt achtzehn voreingestellten Modi werden über die Auswahl "Scene" abgerufen.
Mit dem Auswahlrad sind fünf Aufnahmemodi direkt anwählbar. Die restlichen der insgesamt achtzehn voreingestellten Modi werden über die Auswahl "Scene" abgerufen.

Mit einem Druck auf die Taste neben dem Auslöser wechselt man zwischen Blende und Verschlusszeit hin und her. Die Einstellung der Werte erfolgt über ein Rädchen. Über zwei Tasten links neben dem Blitz und auf der Oberseite der Olympus E-420 kann man direkt die verschiedenen Blitzarten oder Auslöse-Modi auswählen.

Mit wenigen Funktionen hat Olympus die Cursortasten belegt. Nur eine von ihnen fungiert auch als Funktionstaste (Fn), deren genaue Aufgabe sich auswählen lässt. Dazu gehört unter anderem ein praktischer Sofort-Weißabgleich. Richtet man die Kamera auf ein weißes Blatt Papier und drückt gleichzeitig die Fn-Taste und den Auslöser, nimmt die E-420 einen Weißabgleich vor.

Die Olympus E-420 besitzt die längste mögliche Belichtungszeit der DSLR-Kameras für Einsteiger in unserem Vergleichstest. Ihre Blende öffnet sich maximal 60 Sekunden für das einfallende Licht. Im so genannten Bulb-Modus sind sogar Belichtungszeiten von einer halben Stunde möglich. Die Kamera belichtet so lange, wie der Auslöser gedrückt wird.

Die Olympus E-420 ist in der Lage, Belichtungsreihen (Bracketing) für verschiedene Weißabgleiche und Belichtungszeiten durchzuführen. Das Bracketing mit unterschiedlichen Belichtungszeiten erleichtert zum Beispiel das Erstellen von HDR-Fotos. Die Reihen werden jedoch nicht als Serienbilder gefertigt, sondern für jedes Foto muss erneut der Auslöser gedrückt werden. Für HDR-Fotos bleibt ein Stativ also unverzichtbar.

DSLR-Kit: Olympus E-420

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Als Speichermedien akzeptiert die Olympus E-420 zum Glück nicht nur die von Olympus und Fuji genutzten xD-Picture Cards sondern auch Compact Flash-Speicherkarten. Im Serienbildmodus speichert die E-420 bis zu 3,5 Bilder pro Sekunde und hat einen Puffer von bis zu acht Aufnahmen im RAW-Format.<7p>

Fazit

Für Besitzer großer Hände ist die Olympus E-420 die falsche Kamera. Für alle anderen ist sie aber eine handliche und kompakte digitale Spiegelreflexkamera, die leicht zu bedienen ist. Wer auf kleines und leichtes Gepäck angewiesen ist, trifft mit der E-420 unter den Spiegelreflexkameras eindeutig die beste Wahl. Mit einem Straßenpreis von rund 400 Euro inklusive Objektiv ist die E-420 das günstigste Modell in unserem Vergleichstest.

In ihrer Größenordnung droht der Olympus E-420 nur Konkurrenz aus eigenem Haus. Mit dem neuen Micro Four Thirds-Bajonett können Kameras mit Wechselobjektiven konstruiert werden, die über keinen Spiegel verfügen und dadurch noch kompakter gebaut werden können. Panasonic hat es mit der sehr kompakten Evil-Kamera G1 vorgemacht. Evil steht für "Electronic Viewfinder, Interchangable Lens", zu deutsch etwa elektronischer Sucher, auswechselbares Objektiv.

Olympus E-420
9
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