DSLR Nikon D60 im Test: Gute Fotos und Bildbearbeitung

Digitale Spiegelreflexkamera tritt in Konkurrenz zu Gimp und Photoshop

von Jan Johannsen

Die langsame Bildverarbeitung gleicht die Nikon D60 durch ihre gute Bildqualität aus. Zusätzlich kann man die Aufnahmen direkt in der Kamera bearbeiten. Nur auf einen "Live View"-Modus muss man bei der DSLR-Kamera verzichten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Langsame aber gute Bildverarbeitung
  2. Bildbearbeitung in der Kamera
  3. Praktische Funktionstaste
  4. Weder Live View noch Bildstabilisator
  5. Fazit

Als letze digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) stellt sich die Nikon D60 dem netzwelt-Vergleichstest von fünf DSLR-Kameras für Einsteiger. Sie tritt zusammen mit einem Objektiv der Brennweite von 18 bis 55 Millimetern an. Besonders die Möglichkeit, die Aufnahmen schon in der Kamera zu bearbeiten, unterscheidet sie von anderen DSLR-Modellen.

Verglichen mit den vier anderen Kameras aus dem netzwelt-Vergleichstest liegt die D60 bei vielen Werten im Mittelfeld. Kamera und Objektiv bringen zusammen 816 Gramm auf die Waage, das Seitenverhältnis der Aufnahmen ist 3:2 und der Formatfaktor liegt bei 1,5. Das bedeutet, dass sich die Brennweite eines Objektivs an der Kamera um den Faktor 1,5 verlängert. Aus dem 18-bis-55-Millimeter Objektiv unseres Test-Kits wird an der D60 ein Objektiv mit einer Brennweite von 27 bis 82,5 Millimetern.

Auch bei den Verschlusszeiten und der Lichtempfindlichkeit bewegt sich die D60 im guten Mittelfeld. Die Lichtempfindlichkeit reicht von ISO 100 bis maximal ISO 3200 und die Verschlusszeiten von 1/4000 bis 30 Sekunden. Als Speichermedien für die Aufnahmen im JPEG- oder RAW-Format akzeptiert die D60 ausschließlich SD-Karten.

Langsame aber gute Bildverarbeitung

Der CCD-Bildsensor mit einer Auflösung von 10,2 Megapixeln und der Bildprozessor in der Nikon D60 arbeiten vergleichsweise langsam, dafür sehr ordentlich. Die Qualität der Aufnahmen ist gut, nur Serienaufnahmen mit mehr als vier Bildern sind in höchster Auflösung nicht möglich.

DSLR-Kit: Nikon D60

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Bei jedem Ein- oder Ausschalten reinigt die D60 ihren Bildsensor. Zur Kontrolle fertigt sie auf Knopfdruck ein Kontrollbild an, das Aufschluss über Staubpartikel auf dem Sensor gibt. Damit überhaupt erst kein Staub ins Innere der Kamera gelangt, stattet Nikon sie mit einem Kontrollsystem für die Luftströmung aus.

Bildbearbeitung in der Kamera

Zu den Stärken der Nikon D60 gehört die Bildbearbeitung. Sie macht Gimp oder Photoshop zwar noch nicht überflüssig, aber schon in der Kamera lassen sich die Bilder beschneiden, verkleinern, montieren oder mit Filtern versehen. Rote Augen können entfernt, Farben verändert oder Stop-Motion-Filme mit drei bis 15 Bildern pro Sekunde erstellt werden. Ein integrierter RAW-Converter verarbeitet Aufnahmen im RAW-Format von Nikon (NEF) weiter und wandelt sie in JPEG-Dateien um.

Nikon hat die D60 mit einem starken Hilfslicht ausgestattet. Im Dunkeln leuchtet es anstelle eines Blitzlichtgewitters das Motiv auf angenehme Art und Weise aus.

Praktische Funktionstaste

Praktisch ist die Funktionstaste der Nikon D60. Sie lässt sich den eigenen Bedürfnissen entsprechend belegen. So ruft man die wichtigsten Einstellungen mit nur einem Tastendruck auf. Leider ist die Funktionstaste auf der Vorderseite am Bajonett-Ring versteckt untergebracht und nur schwer zu erreichen.

Zur Bedienung der Kamera wird man in den meisten Fällen beide Hände benötigen. Aber immerhin lassen sich Blende und Verschlusszeit mit einer Hand einstellen. Das Menü der Kamera ist übersichtlich und logisch aufgebaut. Nur bei einigen Einstellungen fehlt die Zurück-Option. Man kann sie nur abbrechen, indem man in das Startmenü zurückkehrt.

Weder Live View noch Bildstabilisator

Nikon hat bei der D60 auf einen Live View-Modus verzichtet. Das 2,5 Zoll große Display auf der Rückseite der Kamera ist aber trotzdem hilfreich. Es zeigt nicht nur aktuelle Einstellungen an, sondern visualisiert auch die Blendenöffnung und zeigt Über- beziehungsweise Unterbelichtungen an.

Wie der große Konkurrent Canon baut Nikon bisher keine Bildstabilisatoren in seine digitalen Spiegelreflexkameras ein. Die Vibration Reduction (VR) befindet sich bei beiden Herstellern in den Objektiven. Webshops verlangen für ein D60-Kit mit VR-Objektiv etwa 40 Euro mehr als für das Set ohne Bildstabilisator. Die unverbindliche Preisempfehlung von Nikon für das von uns getestete Kit mit D60-Body und 18-bis-55-Millimeter-Objektiv mit Bildstabilisator liegt bei 759 Euro. Online bekommt man das Paket bereits für etwa 470 Euro.

Fazit

Wer auf den Live View-Modus verzichten kann, findet in der D60 von Nikon eine verlässliche digitale Spiegelreflexkamera, die gute Arbeit leistet. Ihre langsame Bildverarbeitung macht sie zwar für Sportfotografie unattraktiv, aber die gute Bildqualität kann bei jeder anderen Gelegenheit überzeugen. Dank des ständigen Preisverfalls bei DSLR-Kameras kann man sich auch mit einem nicht so prall gefüllten Geldbeutel für die D60 entscheiden.

Nikon D60
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