Samsung WB500 im Test: Weitwinkel und 10-fach Zoom

Kompaktkamera nimmt Videos in HD-Auflösung auf

von Jan Johannsen

Samsung stattet seine neue Kompaktkamera WB500 mit einem Weitwinkel-Objektiv und zehnfachem Zoom aus. Die Brennweite reicht von 24 bis 240 Millimetern. Darüber hinaus nimmt sie mit ihrem 10-Megapixel-Sensor Videos in HD-Auflösung auf.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Blitz als Konstruktionsfehler
  2. Hilfsmittel: Lächel-Erkennung, Blinzelautomatik und Co.
  3. Befehlshebel: Gute Idee mit Potential
  4. Bild- und Tonqualität
  5. Fazit

Der südkoreanische Elektronikkonzern preist seine neue kompakte Digitalkamera WB500 als das weltweit erste Modell mit Weitwinkel-Objektiv und zehnfachem Zoom an. Die Brennweite des Objektivs der WB500 beginnt bei 24 Millimetern und reicht bis 240 Millimetern. Eine weitere Besonderheit sind die Videos, die sie in HD-Auflösung aufnimmt.

Das weitwinklige Telezoom-Objektiv für die WB500 liefert die seit 1913 im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach ansässige Firma Scheider-Kreuznach an Samsung. Mit einer Blendenöffnung von F3.3 bis F5.8 lässt es für eine Kompaktkamera vergleichsweise viel Licht auf den CCD-Bildsensor fallen. Die Auflösung des Bildsensors liegt bei 10,2 Megapixeln. Das bedeutet, dass die Kamera auch bei schwachem Licht später als andere Modelle auf den Blitz zurückgreifen muss, um eine Aufnahme auszuleuchten.

Der Blitz als Konstruktionsfehler

Bei der Bauweise der WB500 ist die Fähigkeit, ohne Blitz auszukommen, nicht unwichtig. Die Ingenieure und Produktdesigner von Samsung positionieren das Blitzlicht so am Gehäuse, dass die Finger beim normalen Halten der Kamera deutliche Schatten auf den Bildern hinterlassen. Für gelungene Blitzlichtaufnahmen muss man die Kamera umständlich festhalten.

Auf dem 2,7 Zoll großen Bildschirm auf der Rückseite der WB500 lassen sich die Aufnahmen auf mögliche Schatten hin kontrollieren. Es dient darüber hinaus als Sucher und zeigt auch das übersichtlich strukturierte Menü der Kamera an.

Hilfsmittel: Lächel-Erkennung, Blinzelautomatik und Co.

Samsung stattet die WB500 mit zahlreichen Hilfsmitteln für den Fotografen aus. Der duale Bildstabilisator verfügt über eine mechanische und eine digitale Komponente. Die Rote-Augen-Korrektur, die Gesichts- sowie die Lächel- und die Blinzelerkennung unterstützen den Fotografen beim Aufnehmen von Personen.

Die Gesichtserkennung stellt die Parameter so ein, dass das erkannte Gesicht optimal ausgeleuchtet wird. Im Praxistest erkennt die Kamera Gesichter in der Frontalansicht ohne Probleme, aber schon bei geringen Verschiebungen ins Profil bekommt sie Probleme. Ist die Lächelautomatik aktiviert, löst die Kamera automatisch aus, sobald das Motiv beim Lächeln die Zähne aufblitzen lässt. Die Blinzelerkennung sollte eigentlich vor geschlossenen Augen warnen, tat dies im Test aber nicht.

Befehlshebel: Gute Idee mit Potential

Die WB500 liegt gut in der Hand und ist auch bequem zu bedienen. Die Auslöseverzögerung ist nicht wahrnehmbar und das Objektiv verändert seine Brennweite zügig. Auf der Rückseite der Kamera bringt Samsung einen so genannten "Befehlshebel" an. Mit diesem lassen sich sehr schnell wahlweise die Lichtempfindlichkeit, der Weißabgleich oder der Belichtungsausgleich einstellen. Einzig der Druckpunkt des Bedienelements ist schwammig. Hier besteht noch Nachbesserungsbedarf, damit die Kamera sich mit dem "Befehlshebel" komfortabel bedienen lässt.

Bild- und Tonqualität

Die Samsung WB500 liefert Bilder in akzeptabler Qualität. Bei einer Lichtstärke von ISO 100 stimmen Farben und Kontrast. Die Vignettierung genannten dunklen Ränder treten nur minimal in den Ecken des Bildes auf. Die Lichtempfindlichkeit der Kamera kann man ruhig etwas höher stellen. Erst ab einem ISO-Wert von 1.600 ist das Rauschen so stark, dass die Bilder unbrauchbar sind.

Mit der Samsung WB500 aufgenommenes Testbild: 1/30 Sekunde, Blende f3.3, ISO 200, Blitz an, 24mm-Brennweite.
Mit der Samsung WB500 aufgenommenes Testbild: 1/30 Sekunde, Blende f3.3, ISO 200, Blitz an, 24mm-Brennweite.

Die Videos der Samsung WB500 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln sehen gut aus. Der Autofokus der Kamera stellt sich zügig auf neue Motive ein. Der zehnfache Zoom des Objektivs steht auch bei der Aufnahme von bis zu 29 Minuten langen Videos zur Verfügung. Allerdings hinterlässt es ein Geräusch wie die drehende Filmrolle eines Super-8-Projektors auf der Tonspur des Videos. Von diesen Störungen abgesehen, nimmt die WB500 Ton in Stereo-Qualität auf, solange keine Finger das Mikrofon abdecken. Ihre HD-Videos sind qualitativ besser als die der ebenfalls von Samsung stammenden Kamera NV100HD.

Fazit

Die kompakte Digitalkamera WB500 von Samsung ist nur etwas für Fotografen, die bewusst auf einen Blitz verzichten und ihn nur selten einsetzen. Alle anderen werden sich über die Schatten auf den Bildern ärgern, die die Finger werfen, die die Kamera halten. Das ist ärgerlich, da die Kamera ansonsten einen guten Eindruck hinterlässt. Besonders das Weitwinkel-Objektiv mit der zehnfachen Brennweitenvergrößerung macht die WB500 interessant. Für eine Neuauflage der Kamera sollte Samsung vor allem die Position des Blitzlichts verändern.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für die WB500 beträgt 349 Euro. Große Elektronikkaufhäuser und Online-Händler bieten sie aber gleich zur Markteinführung für 299 Euro an.

Samsung WB500
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