Aufgemotzte Kompaktkamera im Test: Samsung WB550

Zwölf Megapixel, HD-Videos, zehnfacher Zoom und ein HDMI-Anschluss

von Jan Johannsen

Darf es ein bisschen mehr sein? Samsungs Kompaktkamera WB550 nimmt mit ihrem 12-Megapixel-Sensor Videos in HD-Auflösung auf. Per HDMI gelangen diese auf den Fernseher. Der 10-fache Zoom startet bei einer Brennweite von 24 Millimetern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Blitz und Mikrofon schlecht platziert
  2. Qualität in Bild und Ton
  3. Hilfsmittel für die Bedienung
  4. Fazit: Chance vertan

Bei der WB550 handelt es sich um die aufgemotzte Version der WB500 von Samsung. Sie war die erste kompakte Digitalkamera mit zehnfachem Zoom, mit einer Anfangsbrennweite von 24 Millimetern. An dem Objektiv nahm Samsung keine Änderungen vor. Das war auch nicht nötig. Doch andere Ausstattungsmerkmale der Kamera schrien geradezu nach einer Überarbeitung. Doch Samsung erledigt die Hausaufgaben nur nachlässig.

Der Hersteller aus Südkorea erhöhte im Vergleich von der WB500 zur WB550 die Auflösung von zehn auf zwölf Megapixel, vergrößerte den Bildschirm der Kamera auf drei Zoll und baute eine HDMI-Schnittstelle ein. Über sie können die HD-Videos ohne Qualitätsverluste von der WB550 auf einen Flachbildfernseher übertragen werden. Zudem spendierte Samsung der Kompaktkamera zusätzliche Aufnahmearten und weitere Hilfsfunktionen. Die unverbindliche Preisempfehlung erhöht der Hersteller um 50 Euro auf nun 399 Euro.

Blitz und Mikrofon schlecht platziert

Das Design des Kameragehäuses veränderte Samsung allerdings nicht. Dabei wäre es dringend nötig gewesen. So bleibt nur die schon bei der WB500 geäußerte Kritik auch für die WB550 zu wiederholen. Zwar lässt sich die Kamera sowohl mit zwei Händen als auch mit einer Hand gut halten und bedienen, aber der Blitz und das Stereomikrofon laufen Gefahr, bei typischen Haltegriffen verdeckt zu werden.

Samsung WB550 im Test

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Wenn man die Samsung WB550 entspannt mit einer Hand festhält und mit Blitz fotografiert,werfen die Finger einen Schatten in die rechte untere Ecke des Bildes. Dies lässt sich nur vermeiden, wenn man die Kamera nicht an der eigentlich dafür vorgesehenen Gummileiste auf der Vorderseite festhält.

Weniger gravierend ist die Platzierung des Mikrofons. Zwar lädt es mit seiner Position am linken Rand der Oberseite der Kamera dazu ein, es mit dem Zeigefinger zu verdecken, wenn man die WB550 mit zwei Händen hält. Dieses Missgeschick passiert einem allerdings nur einmal beim Filmen. Zum Glück ist es kein Problem, auch direkt neben dem Mikrofon mit dem Finger zu zugreifen.

Qualität in Bild und Ton

Der 1/2,33 Zoll große Bildsensor der Samsung WB550 liefert mit seiner Auflösung von zwölf Megapixeln brauchbare Fotos. Die Farben sind echt, die Kontraste scharf und auch Details sind gut zu erkennen. Das Bildrauschen ist, wenn man die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet, ab ISO 400 störend. Auf eine Größe von 25 Prozent verkleinert, was ungefähr der Betrachtung auf einem 19 Zoll großen Monitor entspricht, ist sogar noch die Aufnahme mit ISO 800 zu gebrauchen. Ab ISO 1600 eignen sich die Bilder nicht mal mehr als Vorschaubilder.

Die Samsung WB550 liefert brauchbare Videoaufnahmen in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln und Stereoton. Die Farben und Kontraste sind klar und deutlich. Auf Veränderungen der Lichtverhältnisse reagiert die Kamera automatisch in akzeptabler Geschwindigkeit. Der zehnfache Zoom steht während der Videoaufzeichnung ohne Einschränkung zur Verfügung. Allerdings hinterlässt die Bewegung des Objektivs Geräusche im Video. Diese stören vor allem bei ruhigen Aufnahmen. Ist die Umgebung laut genug, sind sie nicht mehr zu hören.

Hilfsmittel für die Bedienung

Die Samsung WB550 arbeitet auf Wunsch vollautomatisch. Der Fotograf muss nicht einmal mehr im richtigen Moment auf den Knopf drücken. Das übernimmt die Lächelautomatik. Ist sie aktiviert, nimmt die Kamera ein Bild auf sobald sie lächelnde Augen und einen lachenden Mund mit Hilfe der Gesichtserkennung registriert. Die Blinzelautomatik ist dagegen nicht zu gebrauchen. Sie verhindert keine Fotos von Personen mit geschlossenen Augen und gibt nicht einmal einen kurzen Warnhinweis ab.

Die Auslöseverzögerung ist nicht wahrnehmbar und das Objektiv verändert seine Brennweite zügig. Auf der Rückseite der WB550 bringt Samsung einen so genannten "Befehlshebel" an. Mit diesem lassen sich sehr schnell wahlweise die Lichtempfindlichkeit, der Weißabgleich oder der Belichtungsausgleich einstellen. Der Druckpunkt des Bedienelements ist allerdings zu schwammig. Er geht im Fleisch des Daumens unter. Hier besteht noch Nachbesserungsbedarf, damit die Kamera sich mit dem "Befehlshebel" komfortabel bedienen lässt.

Bis auf den HDMI-Anschluss hat Samsung am Gehäuse der WB500 nichts verändert bei der Weiterentwicklung zur WB550. Innen drinnen erhöhte sich die Auflösung auf 12 Megapixel und der Bildschirm vergrößerte sich auf drei Zoll.

Die WB550 erlaubt zwar auch manuelle Einstellungen von Belichtungszeit und Blende. Die zur Wahl stehende Zeitspanne sowie die möglichen Blenden reichen für ambitionierte Fotografen jedoch nicht aus.

Fazit: Chance vertan

Die WB550 von Samsung ist keine schlechte Kamera. Ihre technische Ausstattung ist umfangreich und die Qualität der Aufnahmen gut. Wer jedoch viel mit Blitz fotografiert, wird an der Kamera nur seine Freude haben, wenn er beim Festhalten auf einen komfortablen Griff verzichtet, damit die Finger keinen Schatten werfen.

Mit zwei, drei kleinen Verbesserungen am Design und Bedienkomfort hätte Samsung die WB500 deutlich verbessern können. So bleibt für die WB550 nur eine höhere Auflösung, ein größerer Bildschirm sowie ein HDMI-Anschluss auf der Habenseite. Wer auf den HDMI-Anschluss verzichten kann, sollte lieber zur WB500 greifen. Für einen um rund 100 Euro geringeren Straßenpreis bietet sie trotz niedrigerer Auflösung und kleinerem Display die gleiche Funktionalität und eine nahezu identisch Bildqualität.

Testbilder Samsung WB550

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Samsung WB550
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