Canon Ixus 200 IS im Test: Digitalkamera mit Touchscreen

Kompakte Digitalkamera mit Touchscreen und Bildstabilisator

von Jan Johannsen

Bedienung über den Bildschirm: Canon stattet seine neue kompakte Digitalkamera Ixus 200 IS mit einem Touchscreen aus. Auch die übrige Ausstattung - Bildstabilisator, Weitwinkelobjektiv, HD-Videos - rechtfertigt auf den ersten Blick den relativ hohen Preis von 339 Euro. Im Test zeigt die Kamera allerdings einige Schwächen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Umfangreiche Ausstattung: Von Weitwinkel bis Touchscreen
  2. Bildqualität: Gut bis brauchbar
  3. Fazit: Teurer Durchschnitt

Umfangreiche Ausstattung: Von Weitwinkel bis Touchscreen

Der drei Zoll große, berührungsempfindliche Bildschirm im 16:9-Format nimmt fast die gesamte Rückseite der Canon Ixus 200 IS ein. Er fungiert nicht nur als Sucher und Instrument zur Bildkontrolle, sondern dient auch zur Steuerung der Kamera: Über ihn lassen sich zum Beispiel die 18 Aufnahme- und vier Blitzmodi auswählen.

Der von Canon in der Ixus 200 IS verbaute 1/2,3-Zoll-CCD-Sensor liefert eine maximale Auflösung von 12,1 Megapixeln im Seitenverhältnis 4:3. Die Brennweite des Objektivs beginnt bei weitwinkligen 4,3 Millimetern - umgerechnet ins Kleinbildformat entspricht das 24 Millimetern. Durch den fünffachen, zügig arbeiteten Zoom verlängert sich die Brennweite des Linsenapparates auf umgerechnet 120 Millimeter. Ein optischer Bildstabilisator hilft dem Fotografen dabei, Verwacklungseffekte auch bei Fotos mit längerer Belichtungszeit zu reduzieren.Berührungsempfindlicher Bildschirm: Nur für zwei Hände

Canon Ixus 200 IS

Nur wenn zwei Hände gleichzeitig nach der Canon Ixus 200 IS greifen, liegt sie gut in den selbigen. Eine Hand allein genügt nicht, um das Metallgehäuse sicher in den Griff zu bekommen. Auch der Bedienkomfort der Kamera leidet, wenn nur eine Hand zur Verfügung steht, denn durch den großen Bildschirm fällt die Daumenablage auf der Gehäuserückseite zu klein aus. Des Weiteren fällt negativ auf, dass der schwergängige Schieberegler zur Auswahl der Aufnahmeart nicht sonderlich akkurat arbeitet und die Programmautomatik überspringt, wenn er nicht mit viel Feingefühl bedient wird.

Anfangs wirkt es für den Fotografen verwirrend, welche Einstellungen über den Touchscreen und welche über die klassischen Bedienelemente vorzunehmen sind. Neben der Auswahl von Aufnahme- und Blitzmodi gestattet der berührungsempfindliche Bildschirm auch die Steuerung von Belichtungskorrektur und Autofokus-Bezugspunkt. Hält der Fotograf die Ixus 200 IS hochkant, erscheint ein Auslöser-Symbol auf dem Touchscreen. Dieser weist im Gegensatz zum gewohnten Auslöser auf der Oberseite der Kamera eine deutliche Auslöseverzögerung auf.

Canon Ixus 200 IS im Test

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Anfangs scheint der Touchscreen nicht auf jede Eingabe zu reagieren. Nach kurzer Eingewöhnungsphase entwickelt der Fotograf aber ein Gefühl dafür, wie viel Druck er auf den Bildschirm ausüben muss. Sehr praktisch ist der Touchscreen beim Betrachten von Bildern: Einmaliges Tippen vergrößert die Ansicht, Bewegungen nach rechts oder links rufen das nächste oder vorherige Bild auf. Zweimaliges Tippen ruft den übersichtlichen Bildindex auf.

Bildqualität: Gut bis brauchbar

Der CCD-Bildsensor liefert in Zusammenarbeit mit dem DIGIC-4-Bildprozessor brauchbare Bilder. Die Mängel stecken im Detail: Die Aufnahmen fallen vergleichsweise dunkel aus, die Farben wirken aber trotzdem noch natürlich. Während die Bildmitte scharf und detailliert ist, zeigen sich an den Bildrändern leichte Unschärfen. Bei Blitzlichtaufnahmen ist die Vignettierung in den Bildecken extrem. Ab einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 setzt leichtes Bildrauschen ein, das sich bei steigender Empfindlichkeit verstärkt und ab ISO 1.600 sogar in verkleinerter Ansichten negativ auffällt.

Canon Ixus 200 IS Testbilder

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Die Canon Ixus 200 IS nimmt Videos in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln bei 30 Bildern in der Sekunde auf. Die Filme füllen zwar den gesamten Bildschirm eines HD-Flachbildfernsehers aus, sind aber nicht so detailliert wie mit Profikameras gedrehtes Bildmaterial. Teilweise geht die Detailschärfe verloren und die Bildpunkte vermischen sich zu einem "Brei". Wie bei einer Kompaktkamera zu erwarten, wirkt die Tonqualität nicht überragend, genügt aber für Gelegenheitsfilmer. Das Zoomgeräusch bei Bewegungen des Objektivs ist auf den Filmen nicht zu hören.Zubehör und Schnittstellen.

Als Speichermedium passen SD- und SDHC-Karten in die Canon Ixus 200 IS. MMC-, MMCplus- und HC MMCplus-Karten können ebenfalls verwendet werden. Die Stromversorgung stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher. Die Übertragung von Bild- und Videodateien ist nicht nur durch das Einlegen der Speicherkarte in ein Lesegerät möglich: Über HDMI-Schnittstelle und AV-Ausgang übermittelt die Kamera die Dateien per Kabel an Fernseher und Computer.

Fazit: Teurer Durchschnitt

Die hohe Erwartungen, die nicht zuletzt der Preis von Canons neuem Kompaktmodell weckt, erfüllt die Ixus 200 IS nicht. Das Gerät hebt sich nur wenig vom aktuellen Durchschnitt der Kompaktklasse ab. Während der Touchscreen eine sinnvolle Ergänzung zur üblichen Kamera-Bedienung darstellt, bleibt die Bildqualität doch im guten Durchschnitt. Aufgrund der unhandlichen Gehäuseform hat der Fotograf zudem nie eine Hand frei, was gerade bei einem handlichen Kompaktmodell negativ ins Gewicht fällt.

Nach Angaben von Canon soll die Ixus 200 IS noch im September 2009 wahlweise in den Farben Blau, Gold, Silber und Lila verfügbar sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 339 Euro. Internet-Händler nehmen derzeit Vorbestellungen für rund 330 Euro entgegen. Eine Kaufempfehlung für die Ixus 200 IS kann der Tester guten Gewissens erst ab einem Preis von unter 200 Euro geben.

Canon Ixus 200 IS
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