Pentax X70 im Test: Bridgekamera mit Kinderkrankheiten

24-facher Zoom, HD-Filme und wählbares Seitenverhältnis

von Jan Johannsen

Objektiv mit 24-fachem Zoom, Aufzeichnung von Filmen in HD-Auflösung, maximale Lichtempfindlichkeit von ISO 6.400 und bis zu elf Bilder in der Sekunde - das japanische Unternehmen Pentax hält sich bei der Ausstattung seiner ersten Bridgekamera Optio X70 nicht mit Kleinigkeiten auf. Im Test offenbart die Kamera jedoch einige Kinderkrankheiten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausstattung: Auf den ersten Blick ein DSLR-Konkurrent
  2. Überzeugendes Bedienkonzept
  3. Bildqualität: Einer Bridgekamera unwürdig
  4. Gute Verarbeitung, klapperndes Objektiv
  5. Fazit: Keine Kaufempfehlung

Ausstattung: Auf den ersten Blick ein DSLR-Konkurrent

Entsprechend der Aussage mit seiner ersten Bridgekamera "das Beste aus verschiedenen Produktwelten miteinander" zu vereinen, stattet Pentax die Optio X70 in vielen Punkten genauso aus wie eine Spiegelreflexkamera (DSLR). Das Objektiv ist zwar fest verbaut, aber sein 24-facher Zoombereich lässt sich an einer DSLR-Kamera nur mit zahlreichen unterschiedlichen Wechselobjektiven erreichen. Ins Kleinbildformat umgerechnet beträgt die Brennweite 26 bis 624 Millimeter.

Der mit 1/2,33 Zoll vergleichsweise kleine CCD-Bildsensor mit einer maximalen Auflösung von zwölf Megapixeln könnte sich aber auch in einer Kompaktkamera befinden. Der Fotograf hat die Wahl zwischen den Seitenverhältnisse 4:3, 3:2, 16:9 oder 1:1 zur Anfertigung von Bildern. Der bewegliche Bildsensor soll verwackelte Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen verhindern.

Pentax X70

Ein digitaler Sucher ergänzt den 2,7 Zoll großen Bildschirm auf der Rückseite der Pentax X70. Der digitale Sucher zeigt das gleiche Bild wie der große Monitor und verbraucht dabei weniger Strom. Die Kamera gibt sowohl auf dem Bildschirm als auch im Sucher einen Überblick aller wichtigen Einstellungen. Im Wiedergabemodus kann der Fotograf die Bilder auch gleich in der Kamera bearbeiten: Filter anwenden, Rahmen setzen, Datei verkleinern, Bilder zuschneiden und drehen sowie rote Augen entfernen.

Überzeugendes Bedienkonzept

Die Pentax X70 liegt gut in der Hand. Alle Bedienelemente lassen sich mit der rechten Hand erreichen. Nur die Taste zum Öffnen des Blitzes sowie der Knopf zum Umschalten zwischen Monitor- und Sucherbild müssen mit der linken Hand bedient werden. Allerdings ist der Sucher so klein, dass nicht bequem zu nutzen ist. Zudem steht er ziemlich weit über die Rückseite des Gehäuses heraus. Das könnte vor allem beim Einpacken in Kamerataschen zu Problemen führen.

Die Gesichtserkennung - inklusive Lächelautomatik - lässt sich über einen eigenen Knopf ein- und ausschalten. Besonders praktisch ist die "Grüne Taste" genannte Funktionstaste: Über sie kann der Fotograf mit wenigen Knopfdrücken Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Auflösung und Fokusart verstellen. Den gewünschten Aufnahmemodus wählt der Anwender mit dem präzise arbeitenden Auswahlrad aus. Dabei steht neben Programmautomatik und manueller Belichtung auch die bei Spiegelreflexkameras üblichen Blenden- und Zeitvorwahl zur Auswahl.

Die Einstellung von Belichtungszeit und Blendenöffnung erfolgt bei manueller Belichtung über das Drehrad auf der Rückseite der Kamera. Nach erfolgter Fokussierung ist keine Auslöseverzögerung zu spüren.

Bildqualität: Einer Bridgekamera unwürdig

Die Bildqualität der Pentax X70 enttäuscht. Während die Fotos bei einer Verkleinerung auf ein Viertel der Originalgröße noch angenehm anzuschauen sind, offenbart sich bei der Betrachtung in Originalgröße eine miserable Bildqualität. Statt Details und klarer Konturen vermischen sich die Farben an den Rändern. Das gesamte Foto wirkt wir ein mit Ölfarbe gemaltes Bild. Erstes Bildrauschen setzt schon bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 200 ein. Ab ISO 800 ist es so massiv, dass es auch bei verkleinerter Bildansicht stört. Die hohe Lichtempfindlichkeit des Sensors von maximal ISO 6.400 bringt dem Fotografen also keinen Vorteil.

Pentax X70 Testbilder

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Die Pentax X70 zeichnet zwar Filme auf Wunsch in HD-Auflösung auf, diese bieten aber kein erfreulicheres Bild als die Fotos: Eine ähnlich schlechte Bildqualität wie bei den Standbildern zeigt sich auch bei bewegten Aufnahmen. Zwar ist die Bildfläche größer als bei Handyvideos, die Aufnahmen erreichen aber nur deren Bildqualität. Zudem gestattet die Kamera dem Hobbyfilmer nicht, die Zoomfunktion des Objektivs für die Filmaufzeichnung zu verwneden: Die Kamera zeichnet Videos nur mit der Brennweite auf, die vor Drehbeginn eingestellt war.

Gute Verarbeitung, klapperndes Objektiv

Das Gehäuse der Pentax X70 besteht aus Kunststoff und ist größtenteils gut verarbeitet. Allerdings sitzt das Objektiv etwas locker und schlackert geräuschvoll in seiner Fassung, wenn man die Kamera bewegt. Das irritiert zwar bei der Handhabung, beim Fotografieren waren aber keine Nachteile festzustellen.

Die Stromversorgung des Pentax X70 übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Dieser reicht nach Angaben des Kameraherstellers für 170 Fotos gemäß CIPA-Standard für die Laufzeit von Digitalkamera-Akkus. Im Vergleich zu anderen Digitalkamera-Akkus fällt die Laufzeit damit sehr kurz aus. Längere Fototouren sind mit der X70 also nicht möglich.

Fazit: Keine Kaufempfehlung

Die erste Bridgekamera aus dem Hause Pentax liefert enttäuschende Bildqualität. Das gilt sowohl für die digitalen Fotos als auch für das HD-Videomaterial, das die Kamera aufnimmt. Zusammen mit dem unpraktischen digitalen Sucher, der kurzen Akkulaufzeit und dem klappernden Objektiv hinterlässt die Kamera einen eher mäßigen Eindruck.

Allein die Bedienung der Pentax Optio X70 überzeugt im Test. Angesichts des viel versprechenden Konzepts bleibt lediglich die Hoffnung auf eine baldige, überarbeitete Neuauflage des Gerätes. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für die Pentax X70 beträgt 399 Euro. Im Online-Handel ist die Kamera ab Preisen von etwa 340 Euro erhältlich.

Pentax X70
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