Olympus E-620 im Test: Empfehlenswerte DSLR mit Klappbildschirm

Leichte digitale Spiegelreflexkamera mit Bildstabilisator

von Jan Johannsen

Die Olympus E-620 gehört zu den hochwertigeren Spiegelreflexkameras für Einsteiger. Der Bildsensor mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln überzeugt, der Bildstabilisator leistet gute Arbeit und der bewegliche Bildschirm gestattet Fotos ohne Verrenkungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bildqualität: Schön anzusehen
  2. Beweglicher Monitor mit Live View
  3. Bedienung: Kurze Wege zu allen wichtigen Einstellungen
  4. Ausstattung und Verarbeitung
  5. Fazit: Lohnende Einsteiger-Kamera

Die Olympus E-620 bietet die umfangreichste Ausstattung unter den Einsteiger-Spiegelreflexkameras des japanischen Unternehmens. Der Hersteller stattet das Gerät unter anderem mit optischem Bildstabilisator, beweglichem Bildschirm und leistungsfähigem Bildsensor aus. Trotzdem ist die Kamera für ein DSLR-Modell vergleichsweise klein und leicht. Im Test überzeugt die E-620 sowohl in Sachen Bildqualität als auch durch Bedienkonzept und Verarbeitung.

Bildqualität: Schön anzusehen

Olympus verbaut in der E-620 einen Live MOS Bildsensor, der bei einem Seitenverhältnis von 4:3 und einer Fläche von 17,3 x 13 Millimetern eine maximale Auflösung von 12,3 Megapixeln liefert. Die Bilddaten verarbeitet ein "TruePic III+"-Bildprozessor, bevor sie wahlweise auf einer Compact Flash- oder xD-Speicherkarte gesichert werden. Die Kamera unterstützt die Bildformate JPEG und ORF, Letzteres ist ein Rohdatenformat des Herstellers Olympus.

Die Aufnahmen der Olympus E-620 bieten sehr gute Bildqualität, die Fotos sind detailreich und scharf. Die Farben wirken natürlich und die Kontraste sind deutlich zu erkennen. Eine Vignettierung tritt nur sehr schwach, und bei Blitzlichtaufnahmen etwas stärker, in den Ecken einiger Aufnahmen auf. Bildrauschen tritt erst bei ISO 800 auf und ist nur zu erkennen, wenn das Foto in Originalgröße betrachtet wird. Aufnahmen mit ISO 1.600 bieten in Ansichten bis 30 Prozent noch akzeptable Bildqualität. Bei ISO 3.200 sinkt die Bildqualität allerdings rapide.

Olympus E-620

Beweglicher Monitor mit Live View

Der Monitor der Olympus E-620 zeigt sich sehr beweglich: Die Anzeige lässt sich nicht nur wie die einiger Sony-Modelle neigen, sondern bietet wie das Display der Nikon D5000 zusätzlich auch noch ein Drehgelenk. So lässt sich der Bildausschnitt auch bei Selbstporträts jederzeit bequem überprüfen. Neben den Aufnahmen zeigt der Bildschirm auf Wunsch auch Informationen über die Kameraeinstellungen an - oder bleibt einfach dunkel.

Menü, Informationen und Fotos erscheinen gut erkennbar auf dem 2,7 Zoll großen Monitor der E-620. Der Bildschirm fungiert dank "Live View"-Funktion auch als Alternative zum optischen Sucher der Kamera. Dieser ist zwar angenehm zu nutzen und zeigt alle wichtigen Informationen zu den Belichtungseinstellungen an, deckt aber nur 95 Prozent des Blickfeldes ab. Der Monitor auf der Kamerarückseite hingegen zeigt genau das Bild an, das abgespeichert wird. Trotzdem eignet er sich nur bedingt als Sucher-Ersatz. Nutzt der Fotograf das Live-Bild, muss der der Spiegel zur Aufnahme des Bildes nämlich erst wieder herunter klappen. Als Ergebnis treten Auslöseverzögerungen auf. Bei Nutzung des optischen Suchers hingegen ist keine Auslöseverzögerung zu spüren.

Bedienung: Kurze Wege zu allen wichtigen Einstellungen

Die Olympus E-620 liegt gut in der Hand, sollte aber am besten wie jede Spiegelreflexkamera mit zwei Händen bedient werden. Neben einer Vollautomatik bietet die Kamera verschiedene Programme, darunter Blenden- und Zeitvorwahl sowie einen vollständigen manuellen Modus. Blende und Belichtungszeit verstellt der Fotograf mit dem Drehrad auf der Kameraoberseite. Die Taste für die Belichtungskorrektur dient dabei zum Wechsel zwischen den beiden Einstellungen.

Alle wichtigen Einstellungen wie Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Fokus- und Aufnahmeart lassen sich über einen Tastendruck aufrufen. Die "Fn"-Taste kann der Nutzer außerdem mit einer von neun vorgegeben Belegungen programmieren. Alle Bedienelemente weisen deutliche Druckpunkte auf, die Bedienung geht gut von der Hand. In dunkler Umgebung fällt angenehm auf, dass die Tasten neben dem Bildschirm sowie die "Menü"- und "Info"-Taste links vom Sucher beleuchtet sind.

Der optische Bildstabilisator im Gehäuse der E-620 kompensiert nach Angaben von Olympus bis zu vier Belichtungsstufen. Im Test ließen sich Fotos mit einer Belichtungszeit von 1/30 Sekunde bei aktiviertem Stabilisator aus der Hand ohne Verwacklungen aufnehmen.

Olympus E-620 Testbilder

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Ausstattung und Verarbeitung

Das mit Glasfasern verstärkte Kunststoffgehäuse der E-620 hinterlässt einen robusten und stabilen Eindruck. Keine Teile sitzen locker oder klappern. Gleiches gilt für das günstige Objektiv mit einer Brennweite von 14 bis 42 Millimetern, das dem Test-Kit beiliegt. Mit einem Gewicht von 729 Gramm inklusive Objektiv gehört die E-620 zu den leichteren Modellen unter den digitalen Spiegelreflexkameras.

Olympus stattet die E-620 nicht nur mit 13 eher üblichen Programmen für Aufnahmesituationen von Kerzenlicht über Kinderfotografie bis Gegenlicht aus. Die Kamera bietet außerdem sechs "künstlerische" Aufnahmeprogramme. So simuliert die DSLR eine Lochkamera, belichtet Bilder monochrom oder sorgt mit einem Soft-Fokus für sanfte Bildverläufe.

Olympus E-620 im Test

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Die Lichtempfindlichkeit der Olympus E-620 reicht von ISO 100 bis ISO 3.200 und ist feiner unterteilt als bei vielen anderen Digitalkameras. Die Kamera belichtet bis zu vier Serienbilder pro Sekunde, die Belichtungszeit reicht in der Regel von 1/4.000 Sekunde bis 60 Sekunden. Im so genannten Bulb-Modus belichtet die Kamera so lange, wie der Auslöser gehalten wird. Spätestens nach 30 Minuten endet aber auch hier die Aufnahmezeit.

Fazit: Lohnende Einsteiger-Kamera

Mit der E-620 von Olympus haben nicht nur Einsteiger Freude am Fotografieren. Der bewegliche Bildschirm erleichtert den Umgang mit der Kamera in vielen Aufnahmesituationen erheblich. Auch sonst stellt die digitale Spiegelreflexkamera mit hoher Bildqualität, umfangreicher Ausstattung und überzeugendem Bedienkonzept auch ambitionierte Hobby-Fotografen zufrieden.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Gehäuse der E-620 beträgt 749 Euro, Internetshops bieten die Kamera bereits für etwa 550 Euro an. Das von uns getestete Kit mit einem 14-bis-42-Millimeter-Objektiv steht im Internet für rund 600 Euro zum Verkauf.

Olympus E-620
9
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