Samsung ST550 im Test: Kamera mit Touchscreen und Frontdisplay

Zusätzlicher Bildschirm für Selbstporträts

von Jan Johannsen

Lachende Kinder und perfekte Selbstporträts: Samsung stattet seine kompakte Digitalkamera ST 550 mit einem zusätzlichen Bildschirm auf der Vorderseite aus. Die Bedienung über den Touchscreen überzeugte im Test. Die Bildqualität bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ungewöhnliche Ausstattung
  2. Bedienung über Touchscreen
  3. Bildqualität: Guter Durchschnitt
  4. MicroSD-Speicherkarte für eine Digitalkamera
  5. Fazit: Gleiche Qualität ohne Spielkram deutlich günstiger

Ungewöhnliche Ausstattung

Samsung verbaut in der ST550 einen CCD-Bildsensor im Format 1/2,33 Zoll mit einem Seitenverhältnis von 4:3. Er liefert Bilder mit einer maximalen Auflösung von 12,2 Megapixeln. Den Bildausschnitt verändert der Fotograf mit Hilfe des Objektivs mit 4,6-fachem Zoom.

Bei schlechten Lichtverhältnissen soll der optische Bildstabilisator der Kamera den Fotografen dabei unterstützten Bilder ohne Verwacklungen aufzunehmen. Weitere Hilfsmittel der Kamera sind unter anderem die automatische Kontraststeuerung (ACB), die Gesichtserkennung und die Lächelautomatik.

Samsung ST550

Nicht nur für lächelnde Gesichter kommen bei Porträtaufnahmen die zwei Bildschirme der Samsung ST550 ins Spiel. Der zusätzliche Monitor befindet sich auf der Vorderseite der Kamera neben dem Objektiv. Über diesen hat der Nutzer auch bei Selbstporträts volle Kontrolle über den Bildausschnitt. Bei Aufnahmen mit Selbstauslöser zeigt er einen Countdown an. Kinder versucht die Kamera mit einem Comic-Clown auf dem Bildschirm zu freundlichen Blicken in ihre Richtung zu verlocken.

Bedienung über Touchscreen

Die Bedienung der Samsung ST550 erfolgt größtenteils über den 3,5 Zoll großen Touchscreen, der die gesamte Rückseite der Kamera einnimmt. Der berührungsempfindliche Bildschirm reagiert ohne Verzögerung auf Befehle mit dem Finger. Hilfreich: Die Kamera bestätigt erfolgreiche Eingaben durch Vibrationen und Töne. Zur Bedienung sind zwei Hände nötig. Während die Finger der einen Hand auf den Bildschirm tippen, muss die andere Hand die Kamera festhalten. Eine Hand an der Kamera genügt aber, um den Auslöser zu drücken.

Samsung ST550 im Test

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Der Touchscreen "versteht" auch Gesten. Ein mit den den Fingern auf dem Bildschirm gezeichnetes "X" löst die Frage aus, ob das Bild wirklich gelöscht werden soll, ein Halbkreis dreht das Bild um 90 Grad. Die Kamera wechselt automatisch in den Selbstporträt-Modus, wenn der Bildschirm auf der Vorderseite berührt wird. Da sich der Monitor genau dort auf dem Gehäuse befindet, wo die Finger üblicherweise die Kamera halten, geschieht der Wechsel häufig ungewollt.

Dank des Bewegungssensors der Samsung ST550 wechselt der Fotograf durch einfache Kamerabewegungen schnell zwischen Programmautomatik, Filmaufzeichnung und intelligenter Automatik hin und her. Dafür genügt eine Berührung des entsprechenden Symbols auf dem Touchscreen. Anschließend reagiert das Gerät auf Schwenks nach vorne, hinten oder zur Seite zu neigen.

Die einzigen Tasten am Gehäuse sind der Ein-und-Aus-Schalter, der Auslöser, die Zoomwippe sowie der Knopf zum Aufrufen der Bildwiedergabe. Der Auslöser verfügt über zwei deutliche und angenehme Druckpunkte. Eine Auslöseverzögerung ist nicht zu spüren. Mit der sehr kleinen Zoomwippe kann das Objektiv allerdings nur in groben Schritten bewegt werden.

Bildqualität: Guter Durchschnitt

Die Bildqualität der mit der Samsung ST550 aufgenommenen Fotos und Videos bewegt sich auf dem Durchschnitts-Niveau der aktuell erhältlichen Kompaktkamera-Modelle. Die Farben wirken natürlich, und Details sind klar zu erkennen. Die Kontraste könnten deutlicher sein, reichen aber ohne Probleme für einfache Fotoabzüge und den Internetgebrauch aus.

Die sonst minimale Vignettierung tritt bei Blitzlichtaufnahmen deutlicher zu Tage. Ein leichtes, aber noch nicht störendes Bildrauschen ist bereits bei ISO 100 in der 1:1-Ansicht zu erkennen. Ab ISO 800 rauschen die Aufnahmen so stark, dass sie auch bei einer Verkleinerung auf 30 Prozent der Originalgröße nicht mehr zu gebrauchen sind.

Samsung ST550 Testbilder

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Die Tonqualität der Videos mit einer maximalen Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln bei 30 Bildern in der Sekunde ist mit einer Einschränkung zufriedenstellend: Die aufgenommenen Stimmen und Töne sind sehr leise. Bewegt sich das Objektiv, unterbricht die Kamera die Tonaufzeichnung. Die Geräusche der Linse zeichnet sie aber trotzdem auf.

MicroSD-Speicherkarte für eine Digitalkamera

Der nur 100 Megabyte große interne Speicher der Samsung ST550 macht die Verwendung einer zusätzlichen Speicherkarte notwendig. Ungewöhnlich für eine Digitalkamera: Samsung baut einen Steckplatz für eine MicroSD-Speicherkarte ein. Speicherkarten dieses Typs finden sonst hauptsächlich in Handys und Smartphones Verwendung. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku, der über einen Netzadapter direkt in der Kamera aufgeladen wird. Ein externes Ladegerät ist nur optional erhältlich.

Samsung baut in die ST550 einen proprietären Anschluss ein - die Kamera kann also nur mit dem zum Lieferumfang gehörenden Kabel an USB-Schnittstellen angeschlossen werden. Das Gehäuse der Kamera wirkt solide verarbeitet. Allerdings bleiben Fingerabdrücke gut sichtbar auf der glänzenden Vorderseite und dem Touchscreen auf der Rückseite haften. Auch wenn der Fotograf die Kamera kurzzeitig gut mit einer Hand halten kann, vermitteln eine zweite Hand oder die Trageschlaufe am Handgelenk zusätzliche Sicherheit.

Fazit: Gleiche Qualität ohne Spielkram deutlich günstiger

Das Frontdisplay der Samsung ST550 ist eine unterhaltsame Idee. Mit Glück bringt der animierte Clown Kinder dazu, in die Kamera zu lachen. Der Hauptnutzen des kleinen Bildschirms liegt aber darin, dass sich der Bildausschnitt bei Selbstporträts genau festlegen lässt. Bei kritischer Betrachtung der Frage, wie oft die meisten Anwender den zusätzlichen Monitor wirklich nutzen werden, erscheint die Kamera vergleichsweise teuer.

Die Bedienung über den Touchscreen fällt sehr komfortabel aus. Andere Steuerelemente hingegen weisen Schwächen auf - etwa beim ungewollten Auslösen des Porträt-Modus oder der fehlenden Tonaufnahme bei Zoom-Bewegungen. Die Bildqualität liegt auf dem üblichen Niveau aktuell erhältlicher Kompaktmodelle, die der Käufer oft günstiger erhält als das Gerät von Samsung. Händler bieten die ST550 derzeit ab 310 Euro an. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 399 Euro.

Samsung ST550
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