Samsung WB5000 im Test: Großer Zoom, kleiner Bildsensor

24-facher Zoom, optischer Bildstabilisator und kleiner CCD-Sensor

von Jan Johannsen

Mit der WB5000 stellt Samsung seine erste Bridgekamera vor. Neben einem fest verbauten Objektiv mit 24-fachem Zoom und der Aufnahme von HD-Videos bietet das Gerät eine Auflösung von 12,5 Megapixeln. Allerdings fällt der Bildsensor der Kamera nicht größer aus als bei vielen kompakten Modellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Große Brennweite und RAW-Bilder
  2. Unkomplizierte Bedienung
  3. Bildqualität auf Kompaktniveau
  4. Hersteller spart bei Ausstattung und Zubehör
  5. Fazit: Lichtblicke und Kinderkrankheiten

Mit der WB5000 stellt Samsung seine erste Bridgekamera vor. Neben einem fest verbauten Objektiv mit 24-fachem Zoom und der Aufnahme von HD-Videos bietet das Gerät eine Auflösung von 12,5 Megapixeln. Allerdings fällt ihr Bildsensor nicht größer aus als bei vielen kompakten Modellen.

Große Brennweite und RAW-Bilder

Samsung stattet seine erste Bridgekamera mit einem Objektiv mit 24-fachem Zoom aus. Die Brennweite reicht - umgerechnet ins Kleinbildformat - von 26 bis 624 Millimeter. Etwas mehr als eine Sekunde benötigt die zügig arbeitende Optik, um von der Weitwinkel-Brennweite zum Superzoom zu wechseln. Ein optischer Bildstabilisator hilft dem Nutzer dabei, auch bei längeren Belichtungszeiten von etwa 1/20 Sekunde verwacklungsfreie Bilder aufzunehmen. Bei höheren Brennweiten stößt allerdings auch der "Stabi" an seine Grenzen.

Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der WB5000 dient als Sucher und zeigt außerdem Menü, Einstellungen und aufgenomme Bilder an. Der elektronische Sucher fällt mit 0,24 Zoll zu klein für eine bequeme Motivwahl aus, außerdem weist die Anzeige ein deutlich erkennbares Raster auf. Die Kamera speichert Fotos wahlweise komprimiert im JPEG-Format oder als Rohdaten im DNG-Format ab.

Samsung WB5000

Die Samsung WB5000 bietet dem Nutzer eine große Auswahl an Aufnahmeprogrammen und zahlreiche manuelle Einstellungen. Neben der komplett manuellen Steuerung stehen dem Anwender eine Programm-, eine Blenden-, eine Zeit- und eine Vollautomatik sowie Einstellungen für elf verschiedene Aufnahme-Situationen zur Verfügung. Die Gesichtserkennung ergänzt Samsung um eine Lächelautomatik sowie eine Blinzelerkennung, die den Fotografen auf geschlossene Augen hinweist.

Samsung verbaut in der WB5000 einen CCD-Sensor, der mit 1/2,33 Zoll nicht größer ausfällt als die Chips in vielen Kompaktkameras. Dabei sollte das 11,6 Zentimeter breite, gut acht Zentimeter hohe und neun Zentimeter tiefe Gehäuse genügend Platz für einen Bildsensor mit größerer Fläche bieten. So liegen die 12,5 Megapixel sehr eng zusammen, was der Bildqualität nicht unbedingt zu Gute kommt.

Unkomplizierte Bedienung

Bis auf die Taste zum Öffnen des Blitzlichts erreicht der Nutzer alle Bedienelemente der WB5000 bequem mit der rechten Hand. Alle Knöpfe, inklusive Auslöser, zeichnen sich durch deutliche Druckpunkte aus. Auch Auswahl- und Steuerungsrad lassen sich präzise einstellen.

Alle wichtigen Kamera-Einstellungen - zum Beispiel Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungsmessung oder Gesichtserkennung - erreicht der Nutzer über zwei Wege. Nach einen Druck auf den "Fn"-Taste erscheint ein Schnellwahlmenü auf dem Bildschirm. Alternativ steht der umständliche Weg durch das Hauptmenü an. Blende und Belichtungszeit verändert der Anwender über das Steuerungsrad auf der Rückseite der Kamera.

Bildqualität auf Kompaktniveau

Bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 wirken die Farben der Aufnahmen der Samsung WB5000 kräftig und kontrastreich. Sie geben viele Details wieder und bieten über einen großen Schärfebereich. Eine Vignettierung tritt so gut wie nicht auf.

Mit zunehmender Lichtempfindlichkeit nimmt die Bildqualität allerdings rasch ab. Bereits bei ISO 400 stört das Bildrauschen bei Betrachtung der Aufnahmen in der Originalgröße. Ab ISO 800 treten die Bildstörungen auch bei verkleinerten Ansichten deutlich zu Tage. Die Fotos eignen sich dann nicht einmal mehr für den Versand per E-Mail oder zum Einstellen auf Internetseiten.

Videos zeichnet die WB5000 mit einer maximalen Größe von 1.280 x 720 Pixeln auf, trotz HD-Auflösung erreichen die Filme aber keine für Flachbildfernseher geeignete Qualität. Auf den Bildern sind zu viele Pixel zu erkennen, der Weißabgleich bleibt zudem stets auf der Anfangseinstellung stehen und passt sich nach Drehbeginn nicht an veränderte Lichtverhältnisse an.

Während der Filmaufzeichnung steht der 24-fache Zoom des Objektivs in vollem Umfang zur Verfügung. Allerdings hinterlassen die Bewegungen des Linsen-Systems Störgeräusche auf der Tonspur. Abgesehen von diesen Beeinträchtigungen nehmen die zwei Mikrofone der WB5000 Tonquellen angenehmen und klar verständlich auf.

Samsung WB5000 im Test

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Hersteller spart bei Ausstattung und Zubehör

Das Kunststoffgehäuse der Samsung WB5000 wirkt sauber verarbeitet. Die Kamera liegt dank des griffigen, mit Gummi überzogenen Griffs und der großzügigen Daumenablage auf der Rückseite sicher in der Hand. Als Speichermedium kommen SD- oder SDHC-Karten zum Einsatz.

Die Stromversorgung der Kamera stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher. Samsung legt der WB5000 kein Ladegerät bei, der Nutzer muss die Batterie daher umständlich über einen Netzadapter im Fotoapparat aufladen. Das optional erhältliche Ladegerät CK1134P kostet rund 25 Euro.

Samsung stattet die WB5000 mit einer einzigen nicht standardisierten Schnittstelle aus, die Stromanschluss, USB-Schnittstelle und AV-Ausgang kombiniert. Ein HDMI-Ausgang zum Anzeigen der HD-Videos auf einem Flachbildfernseher fehlt.

Samsung WB5000 Testbilder

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Fazit: Lichtblicke und Kinderkrankheiten

Für seine erste Bridgekamera sammelt Samsung Lob und Tadel. Einen guten Eindruck hinterlassen sowohl die unkomplizierte Bedienung der Kamera als auch die riesige Brennweite des Objektivs. Trotz der jahrelangen Erfahrungen von Samsung als Kamera-Hersteller weist die WB5000 allerdings einige Kinderkrankheiten auf. Für ein Bridge-Modell wirkt der Bildsensor deutlich zu klein, Aufnahmefläche und Bildqualität entsprechen dem in der günstigeren Kompaktklasse üblichen Durchschnitt.

Ebenfalls negativ fällt das schmale Zubehör-Angebot auf. Die WB5000 zeichnet zwar HD-Videos auf, bietet aber keine HDMI-Schnittstelle. Zum Lieferumfang gehört lediglich ein Netzadapter, ein Ladegerät fehlt. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro kann der Käufer mehr erwarten. Immerhin bietet einige Online-Händler die Kamera bereits zum Verkaufsstart zu deutlich angemesseneren Preisen von rund 340 Euro an.

Samsung WB5000
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