Pentax Optio H90 im Test: Kompaktkamera mit ungewöhnlichem Design

Fünffacher Zoom, Gesichtserkennung und Videos in HD-Auflösung

von Jan Johannsen

Die umfangreiche Ausstattung der Pentax Optio H90 gehört inzwischen zum Standard von Kompaktkameras und so grenzt sie sich durch ihr markantes Design von anderen Modellen ab. Jetzt müssen im Test nur noch Bedienung und Bildqualität überzeugen, damit Farbe und Formen einzug bei den Digitalkameras halten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Umfangreiche Standard-Ausstattung
  2. Unkomplizierte Bedienung
  3. Im Idealfall durchschnittliche Bildqualität
  4. Anschluss, Akku und Speicherkarte
  5. Fazit: Es kommt auf die inneren Werte an

Die Pentax Optio H90 kommt mit einer umfangreichen Ausstattung daher. Diese gehört bei Kompaktkameras inzwischen aber schon eher zum Standard und so hebt sich die H90 vor allem mit ihrem Design von anderen Modellen ab. Welche Auswirkungen das Äußere auf die Bedienung und die Bildqualität hat lesen Sie hier.

Umfangreiche Standard-Ausstattung

Pentax baut in die Optio H90 einen 1/2,3 Zoll großen CCD-Bildsensor ein, der sich auch in vielen anderen Kompaktkameras befindet. Er liefert Fotos mit einer maximalen Auflösung von 12,1 Megapixeln und Videos in HD-Auflösung.

Pentax Optio H 90

Das Objektiv der Optio H90 bietet dem Nutzer einen fünffachen Zoom. Seine Brennweite reicht umgerechnet ins Kleinbildformat von 28 bis 140 Millimetern. Die Linse ändert ihre Brennweite sehr schnell und der Autofokus arbeitet ebenfalls zügig und präzise. Der digitale Bildstabilisator der Kamera berechnet das Bild nach der Aufnahme um, damit es schärfer wirkt. Im Gegensatz zu mechanischen Bildstabilisatoren fallen seine positiven Auswirkungen auf die Fotos gering aus.

Die H90 kommt ohne Moduswahlrad aus. Um die Aufnahmeart zu verstellen muss der Fotograf auf dem Vier-Wege-Steuerring nach unten drücken. Anschließend stehen ihm neben der Videoaufzeichnung und der Programmautomatik, in der er vergleichsweise viele Einstellungen vornehmen kann, noch 22 Motivprogramme zur Auswahl. Sie bieten abgespeicherte Einstellungen für verschiedenste Aufnahmesituationen. Wählt der Nutzer die Motivprogrammautomatik sucht die Kamera den vermeintlich am Besten für das Motiv geeigneten Aufnahmemodus aus.

Der 2,7 Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der H90 dient zur Bildkontrolle und ersetzt den optischen Sucher. Für Aufnahmen bei Sonnenlicht eignet sich die lichtschwache Anzeige nur bedingt, da Details auf ihr selbst bei maximaler Helligkeit nur schwer zu erkennen sind. Zudem spiegelt der Monitor vergleichsweise stark und seine Betrachtungswinkel liegen nur bei rund 100 Grad.

Unkomplizierte Bedienung

Die Bedienung der Pentax Optio H90 gestaltet sich denkbar einfach und erfolgt komplett mit der rechten Hand. Der Vier-Wege-Steuerring sowie die vier weiteren Knöpfe und die Zoomwippe bieten dem Nutzer angenehm deutliche Druckpunkte. Es gibt allerdings einen negativen Ausreisser: Der erste Druckpunkt des Auslösers fällt zu leicht aus. Der Fotograf nimmt häufig ein Bild auf, obwohl er nur fokussieren wollte.

Die H90 verfügt über die bei den Optio-Kameras übliche bunte Nutzeroberfläche mit Comic-Elementen. Gesichtserkennung, Blitzlicht, die Fokus- und die Aufnahmeart wählt der Nutzer über die entsprechende Tasten direkt aus. Die Grüne Taste kann der Fotograf mit einer von dreizehn zur Auswahl stehenden Funktionen belegen.

Nach einem Druck auf den "Mode"-Knopf stehen die verschiedenen Aufnahmemodi der H90 zur Auswahl. Ein Bild und eine kurze Beschreibung helfen dem Nutzer bei der Entscheidung. Mit der "Menu"-Taste gelangt der Fotograf ins Hauptmenü der Kamera. Die Unterteilung in Aufnahme- und Grundeinstellungen erleichtert das Auffinden des gesuchten Menüpunkts. Als störend erweist sich allerdings, dass im Hintergrund immer noch das Sucherbild erscheint.

Im Idealfall durchschnittliche Bildqualität

Die Lichtempfindlichkeit der Pentax Optio H90 reicht bis ISO 6.400 und damit für eine Kompaktkamera sehr hoch. Allerdings profitiert der Fotograf davon kaum, da schon sehr früh bei ISO 200 ein Bildrauschen auftritt, wenn man die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Verkleinert der Nutzer die Bilder auf etwa ein Viertel kann er sie auch noch bei ISO 400 an Freunde und Bekannte versenden. Darüber hinaus fallen die Störungen so stark aus, dass die Fotos unbrauchbar sind.

Pentax Optio H90 im Test

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Auch ohne das starke Bildrauschen bietet die Pentax H90 maximal eine durchschnittliche Bildqualität. Die Farbwiedergabe wirkt natürlich, die Kontraste könnten allerdings deutlicher ausfallen und Details gehen schnell verloren. Zudem tritt bei Verwendung des internen Blitzlichts eine sehr deutliche Vignettierung auf.

Videos zeichnet die H90 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Trotzdem eignet sich die Optio-Kamera nur für Schnappschuss-Videos. Wer plant häufiger Filme mit seinem Fotoapparat aufzunehmen sollte lieber ein anderes Modell auswählen. Die während des Tests aufgenommen Videos waren allesamt sehr grobkörnig, wodurch die Konturen unscharf erschienen und die Farben verwaschen wirkten.

Zudem steht der fünffache Zoom der H90 während der Filmaufzeichnung nicht zur Verfügung. Das Objektiv verharrt die gesamte Aufnahmedauer in der zu Beginn eingestellten Brennweite. In geschlossenen Räumen nimmt das interne Mikrofon eigentlich gut verständlichen Ton, aber mit deutlichem Hall, auf.

Anschluss, Akku und Speicherkarte

Die Vorderseite der Pentax Optio H90 besteht aus robusten Aluminium, die Rückseite dagegen nur aus Kunststoff. Trotzdem wirkt die Kamera sauber und solide verarbeitet. Das Gehäuse liegt sicher in der Hand. Der Daumen findet genug Ablagefläche auf der Rückseite und auf der Vorderseite bleiben die Finger an einer kleinen Wulst hängen.

Pentax Optio H90 Testbilder

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Strom liefert ein Lithium-Ionen-Akku und als Speichermedien akzeptiert die H90 SD- und SDHC-Speicherkarten. Pentax stattet die Kamera mit nur einem einzigen Anschluss aus. Bei ihm handelt es sich um eine kombinierte USB- und AV-Schnittstelle an der Unterseite.

Fazit: Es kommt auf die inneren Werte an

Rein äußerlich handelt es sich bei der Pentax Optio H90 durchaus um eine außergewöhnliche Kompaktkamera. Allerdings sind die inneren Werte ja bekanntlich wichtiger und hier überzeugt der Fotoapparat nicht. Die Bedienung der H90 gestaltet sich zwar komfortabel, doch mit der Qualität ihrer Bilder punktet die Kamera nicht. Die Aufnahmen erreichen bestenfalls Durchschnittsniveau und weisen schon bei niedriger Lichtempfindlichkeit ein vergleichsweise hohes Bildrauschen auf.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Pentax für die Optio H90 beträgt 199 Euro. Im Internet bieten Händler die Kamera bereits für rund 150 Euro an.

Pentax Optio H90
8
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