Fujifilm Finepix F80EXR im Test: Kompaktkamera mit zehnfachem Zoom

HD-Videos, Bildstabilisator, Gesichtserkennung und ein großer Bildsensor

von Jan Johannsen

Zehnfacher Zoom und ein großer Bildsensor, der je nach Einstellung Bilder mit hoher Auflösung, geringem Bildrauschen oder einem hohen Dynamikumfang liefern soll. Die Beschreibung der Kompaktkamera Finepix F80EXR von Fujifilm klingt vielversprechend. Jetzt gilt es nur noch im Praxistest zu überzeugen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zehnfacher Zoom und drei Zoll großer Bildschirm
  2. Bedienung geht problemlos von der Hand
  3. Starkes Bildrauschen trotz größerer Sensorfläche
  4. Griffiges Gehäuse mit HDMI-Anschluss
  5. Fazit: Mängel in der Kernkompetenz

Zehnfacher Zoom, großer Bildsensor und jede Menge kleiner Helfer: Die Ausstattungsliste der Fujifilm Finepix F80EXR weckt große Erwartungen. Im Test muss die Kamera allerdings auch bei der Bedienung und mit ihrer Bildqualität überzeugen.

Zehnfacher Zoom und drei Zoll großer Bildschirm

Fujifilm baut in die Finepix F80EXR den hauseigenen Super-CCD-EXR-Bildsensor ein. Dieser fällt mit einer Fläche von 1/2 Zoll etwas größer aus als die Chips in den meisten anderen Kompaktkameras. Er liefert Fotos mit einer Auflösung von maximal zwölf Megapixeln. Im EXR-Modus soll er wahlweise Bilder mit hoher Auflösung, geringem Bildrauschen oder einem hohen Dynamikumfang aufnehmen.

Fujifilm Finepix F80EXR

Der Bildstabilisator der Finepix F80EXR gleicht die Bewegungen der Kamera am Bildsensor und nicht bei der Optik aus. Das Objektiv der Kamera bietet dem Fotografen einen zehnfachen Zoom. Ins Kleinbildformat umgerechnet reicht die Brennweite von 27 bis 270 Millimetern. Die Linsen bewegen sich sehr schnell, allerdings kann der Nutzer ihr Tempo nicht beeinflussen indem er die Zoomwippe vorsichtig bewegt. Der Autofokus stellt das anvisierte Motiv schnell und präzise scharf.

Der Fotograf kann sämtliche Belichtungseinstellungen der F80EXR überlassen, sie teilweise oder auch komplett selbst vornehmen. Die Kamera verfügt neben einer Vollautomatik auch über einen Programm-Modus inklusive Zeitautomatik und ein komplett manuelle Steuerung. Zusätzlich stehen dem Nutzer Belichtungseinstellungen für 18 Aufnahmesituationen zur Verfügung.

Auf der Rückseite der Finepix F80EXR befindet sich ein drei Zoll großer Bildschirm, der als Sucher und zur Bildkontrolle dient. Der Nutzer kann die Helligkeit des Monitors in zehn Stufen regeln. Die Blickwinkel der Anzeige fallen sehr groß aus und liegen nur knapp unter dem Maximum von 180 Grad. Abhängig von den Lichtverhältnissen treten allerdings teilweise starke Spiegelungen auf.

Fujifilm Finepix F80EXR im Test

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Bedienung geht problemlos von der Hand

Die Bedienung der Fujifilm Finepix F80EXR kann komplett mit der rechten Hand erfolgen, da der Fotograf mit den Fingen bequem alle Bedienelemente erreicht. Diese überzeugen mit deutlichen und angenehmen Druckpunkten. Nur die Zoomwippe sorgt für ein wenig Enttäuschung, da sie keine feine Steuerung des Objektivs erlaubt.

Häufig veränderte Einstellungen wie das Blitzlicht, den Selbstauslöser oder die Belichtungskorrektur erreicht der Fotograf über Direktwahltasten. Über die F-Taste verstellt er fast ebenso schnell Lichtempfindlichkeit, Bildgröße und die simulierte Filmart. Alle anderen Einstellungen muss der Nutzer im Menü vornehmen. Dieses gliedert sich in zwei Bereiche für Bild- und Grundeinstellungen: Das Aufnahme- und das Hauptmenü.

Starkes Bildrauschen trotz größerer Sensorfläche

Obwohl der Bildsensor der Fujifilm Finepix F80EXR größer ausfällt als bei den meisten anderen Digitalkameras, liefert die Kamera eine Bildqualität, die unterhalb des bei Kompaktkameras üblichen Durchschnitts liegt. Hauptursache hierfür ist das starke Bildrauschen, dass auch negative Auswirkungen auf Farben, Kontrast, Schärfe und Detailgenauigkeit hat.

Bereits bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 tritt in der Originalansicht ein leichtes Bildrauschen auf. Bis ISO 400 eignen sich die Fotos noch für die weitere Verwendung, sofern der Nutzer sie auf ein Viertel der ursprünglichen Größe verkleinert. Bei höherer Lichtempfindlichkeit sind die Bilder eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Der Höchstwert von ISO 12.800 ist also völlig überflüssig.

Videos zeichnet die Finepix F80EXR in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Allerdings weisen die Filme eine ähnlich schlechte Bildqualität wie die Standbilder auf. Ihnen mangelt es an Details und der Autofokus schaffst es nicht immer für ein scharfes Motiv zu sorgen. Der automatische Weißabgleich arbeitet vergleichsweise langsam.

Fujifilm Finepix F80EXR Testbilder

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Dem Nutzer steht zwar während der Filmaufnahme die gesamte Brennweite des Objektivs zur Verfügung, es bewegt sich jedoch für ein Video zu schnell und auch der Autofokus kommt nicht hinterher. Die Zoomgeräusche stören dagegen weniger, da sie von den meisten Umgebungsgeräuschen überlagert werden. Allerdings liefert das Mikrofon nur einen vergleichsweise leisen Ton, so dass zum Beispiel Unterhaltungen nur schwer zu verstehen sind.

Griffiges Gehäuse mit HDMI-Anschluss

Das ordentliche verarbeitete Kunststoffgehäuse der Fujifilm Finepix F80EXR liegt sicher in der Hand. Der Daumen und die Finger auf der Vorderseite der Kamera finden ausreichend Halt. Energie bezieht die Digitalkamera von einem Lithium-Ionen-Akku und als Speichermedien akzeptiert sie SD- und SDHC-Speicherkarten. Die Finepix F80EXR verfügt über zwei Schnittstellen: Einen Mini-HDMI- sowie einen kombinierten Mini-USB- und AV-Anschluss.

Fazit: Mängel in der Kernkompetenz

Trotz umfangreicher Ausstattung und angenehmer Bedienung versagt die Fujifilm Finepix F80EXR im wichtigsten Punkt: Bei der Bildqualität. Die liegt deutlich unter dem bei Kompaktkameras üblichen Durchschnitt. Warum ist unverständlich, denn eigentlich hätten die einzelnen Bildpunkte auf dem Bildsensor sogar etwas mehr Platz als auf den meisten anderen Chips.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Fujifilm für die Finepix F80EXR beträgt 249 Euro. Im Internet bieten Händler die Kamera derzeit nur unwesentlich günstiger für rund 230 Euro an.

Fujifilm Finepix F80EXR
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