Sony Cybershot H55 im Test: Kompakte Kamera mit großer Brennweite

Digitalkamera mit zehnfachem Zoom und manueller Bedienung

von Jan Johannsen

Sony bietet mit der Cybershot H55 eine Kompaktkamera mit umfangreicher Ausstattung an. Neben einem zehnfachen Zoom verfügt der Fotoapparat auch über einen optischen Bildstabilisator und nimmt HD-Videos auf.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zehnfacher Zoom und Schwenkpanorama
  2. Verstecktes Hauptmenü
  3. Bildqualität aus dem Mittelfeld
  4. Nicht nur Memory Sticks
  5. Fazit: Brauchbare Bilder und umständliche Bedienung

Von außen betrachtet ähnelt die Sony Cybershot H55 der GPS-Kamera HX5V. Das Gehäuse mit einem Objektiv mit zehnfachem Zoom mag zwar weitgehend identisch sein, ein Blick ins Innere offenbart jedoch große Unterschiede: Anderer Bildsensor, kleinere Videoauflösung und kein GPS-Modul. Am Ende steht zudem ein kleinerer Preis.

Zehnfacher Zoom und Schwenkpanorama

Der für die Bildqualität gravierendste Unterschied zwischen den Cybershot-Kameras HX5V und der H55 stellt der Bildsensor dar. Anstelle eines CMOS-Chips verbaut Sony in der günstigeren H55 einen 1/2,3 Zoll großen CCD-Sensor mit einer höheren Auflösung von 14,1 Megapixeln. Bei Videos reicht es hingegen "nur" zu einer HD-Auflösung.

Sony Cybershot H55

Das Objektiv in beiden Kameramodellen ist identisch. Die ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite der Optik mit zehnfachem Zoom reicht von 25 bis 250 Millimetern. Die Linse bewegt sich ausreichend schnell und der Autofokus stellt Motive umgehend scharf - selbst wenn er sich manchmal herantasten muss. Ein Bildstabilisator hilft dem Fotografen auch bei schlechten Lichtverhältnissen Bilder mit möglichst wenigen Verwacklungen aufzunehmen.

Neben einer so genannten "intelligenten Vollautomatik", in der die Kamera alle Einstellungen auswählt, überlässt die Cybershot H55 dem Fotografen in der Programmautomatik und in der manuellen Steuerung die Kontrolle über die Belichtungswerte. Als hilfreich erweisen sich die Gesichtserkennung, die Lächelautomatik sowie das Schwenkpanorama. Bei Letzterem muss der Fotograf die Kamera nur gleichmäßig um 180 Grad drehen und sie erstellt automatisch aus den Einzelbildern eine Panoramaansicht.

Sony Cybershot H55 im Test

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Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der Cybershot H55 dient als Sucher sowie zur Kontrolle der Aufnahmen. Der horizontale Blickwinkel des Monitors fällt mit etwa 120 Grad vergleichsweise klein aus. Der vertikale Betrachtungswinkel liegt dagegen mit rund 170 Grad nur geringfügig unter dem Maximum. Insgesamt bietet die Anzeige ein gut zu erkennendes Bild, allerdings reicht ihre Leuchtkraft für helles Tageslicht nicht aus, so dass der Fotograf mit seiner Hand Schatten spenden muss.

Verstecktes Hauptmenü

Wie bei der HX5V kann auch die Bedienung der Cybershot H55 komplett mit den Fingern der rechten Hand erfolgen. Die einzelnen Tasten weisen angenehme Druckpunkte auf. Im Vergleich zur HX5V fehlen allerdings zwei Knöpfe, wobei vor allem der Verzicht auf die Direkt-Aufnahme-Taste für Videos die Bedienung etwas unkomfortabler macht. Der Nutzer muss, um einen Film aufzunehmen, immer den Filmmodus auswählen.

Nach einem Druck auf die "Menü"-Taste erscheint am linken Rand des Bildschirms der Cybershot H55 ein Menüstreifen, in dem der Fotograf die Aufnahmeeinstellungen verändern kann. Als weniger benutzerfreundlich erweist sich, dass der Anwender das Hauptmenü mit den Grundeinstellungen nur über den Menüstreifen und nicht direkt über eine eigene Taste erreicht. Dabei wäre eine andere Belegung der Knöpfe möglich gewesen.

Bildqualität aus dem Mittelfeld

Die Sony Cybershot H55 bewegt sich mit ihrer Bildqualität im großen Mittelfeld der Kompaktkameras. Fotos zeichnet sie mit natürlich wirkenden Farben und einer hohen Detailgenauigkeit auf. Allerdings nimmt die Schärfe zu den Bildrändern hin leicht ab und auch die eigentlich klaren Konturen fransen etwas aus.

Ein leichtes Bildrauschen tritt, wenn der Nutzer die Fotos in Originalgröße betrachtet, erstmals bereits bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 auf. Ab ISO 1.600 fallen die Störungen so stark aus, dass die Aufnahmen auch nach einer Verkleinerung auf ein Viertel der ursprünglichen Größe nur noch bedingt zu gebrauchen sind.

Sony Cybershot H55 Testbilder

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Videos zeichnet die H55 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme bieten ausreichend viele Details und natürlich wirkende Farben. Der automatische Weißabgleich arbeitet zwar gut, aber etwas langsam. Der Nutzer kann während der Aufnahme auf dem kompletten zehnfachen Zoom zurückgreifen. Allerdings wird der sowieso leise Ton noch leiser, wenn sich das Objektiv bewegt.

Nicht nur Memory Sticks

Wie bei der HX5V liegt auch das sauber verarbeitete Metallgehäuse der Cybershot H55 sicher in der Hand. Sony versieht die Kameras mit einer Einbuchtung auf der Rückseite für den Daumen und einer Wölbung an der Vorderseite, an der die anderen Finger Halt finden.

Die Stromversorgung der H55 stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher. Als Speichermedien akzeptiert die Kamera Memory Sticks und SD-, sowie SDHC-Speicherkarten. Für die einzige, herstellerspezifische Schnittstelle legt Sony ein passendes Kabel bei, dass sowohl über einen USB- als auch über AV-Stecker verfügt.

Fazit: Brauchbare Bilder und umständliche Bedienung

Auf den ersten Blick ähnelt die Sony Cybershot H55 der GPS-Kamera HX5V wie ein Ei dem anderen. Doch der Test bringt deutliche Unterschiede zutage, deren Ursache die unterschiedliche Technik im Inneren der Kamera ist. So liefert die H55 zum Beispiel eine brauchbare aber nicht ganz so gute Bildqualität, weist aber die gleichen Einschränkungen beim Bedienkomfort auf.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Sony für die Cybershot H55 beträgt 249 Euro und damit 100 Euro weniger als bei der HX5V. Internet-Händler bieten die H55 derzeit für rund 230 Euro an.

Sony Cybershot H55
9
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