Samsung EX1: Lichtstarke Kamera im Urlaubstest

Mit Blende 1,8 durch Lissabon

von Jan Johannsen

Egal ob Dunkelheit oder Sonnenschein, die Samsung EX1 macht eine gute Figur. Das lichtstarke Objektiv sorgt auch bei Dämmerung für kurze Belichtungszeiten und der AMOLED-Bildschirm ist auch im direkten Sonnenlicht gut zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Lichtstarkes Objektiv und sehr gut zu erkennender Bildschirm
  2. Durchdachtes Bedienkonzept
  3. Für eine Kompaktkamera sehr schöne Bilder
  4. Stabiles Gehäuse
  5. Fazit: Eine der besten Kompaktkameras

Bei einsetzender Dunkelheit versagen die meisten Kompaktkameras den Dienst. Die Samsung EX1 hält dank ihres lichtstarken Objektivs länger durch und eignet sich so für Aufnahmen in den Abendstunden. Der bewegliche AMOLED-Monitor liefert zudem auch bei direkter Sonneneinstrahlung ein gut zu erkennendes Bild. Netzwelt testete die EX1 unter Urlaubsbedingungen in Lissabon.

Lichtstarkes Objektiv und sehr gut zu erkennender Bildschirm

Samsung verbaut in der EX1 einen 1/1,7 Zoll großen CCD-Bildsensor, der mehr Fläche aufweist als die Chips in den meisten anderen Kompaktkameras. Mit seiner Größe und seiner Auflösung von zehn Megapixeln entspricht er dem Sensor, den auch Canon in die Powershot G11 einbaut.

Samsung EX1

Mit seiner Anfangsblende von 1,8 nimmt das Objektiv der Samsung EX1 deutlich mehr Licht auf, als die Linsen anderer Kameras. Bei einsetzender Dunkelheit oder in geschlossenen Räumen braucht der Fotograf so erst deutlich später auf einen Blitz zurück zu greifen. Die Anfangsbrennweite liegt bei ins Kleinbildformat umgerechneten 24 Millimetern und reicht aufgrund des dreifachen Zooms bis 72 Millimeter. Ihre Brennweite verändert die Optik sehr gemächlich, dafür arbeitet der Autofokus im Gegenzug sehr zügig.

Samsung stattet die EX1 mit einem drei Zoll großen AMOLED-Bildschirm aus. Der Nutzer kann den Monitor, der als Sucher und zur Bildwiedergabe dient, drehen und wenden. Die Anzeige überzeugt mit kräftigen Farben und einer hohen Detailgenauigkeit. Der Bildschirminhalt ließ sich auch in der portugiesischen Mittagssonne sehr gut erkennen. Die Blickwinkel erreichen fast 180 Grad.

Der Fotograf kann bei der EX1 alle oder einige Belichtungswerte manuell bestimmen, einen von zwölf abgespeicherten Szenenmodi auswählen, oder diese Auswahl der Kamera überlassen. Blenden- und Zeitautomatik sind ebenfalls vorhanden. Mit einem optischen Bildstabilisator, einer Gesichtserkennung und einer Lächelautomatik stehen dem Nutzer alle gebräuchlichen Hilfsmittel zur Verfügung. Als Zugabe wendet die Kamera nachträglich oder direkt bei der Aufnahme verschiedene Filter und Effekt an.

Samsung EX1 im Test

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Durchdachtes Bedienkonzept

Der Nutzer erreicht alle Bedienelemente der Samsung EX1 mit den Fingern der rechten Hand. Um den internen Blitz zu öffnen und den Bildschirm zu drehen muss der Fotograf seine zweite Hand zur Hilfe nehmen. Auf der Oberseite platziert Samsung neben dem Auslöser, dessen Autofokus-Punkt ruhig deutlicher ausfallen könnte, noch zwei Auswahlräder für den Aufnahmemodus sowie zur Einstellung der Aufnahmeart: Neben Einzel- und Serienbildern stehen Selbstauslöser mit zehn und zwei Sekunden sowie die Anfertigung einer Belichtungsreiche (Bracketing) zur Auswahl.

Alle Tasten auf der Rückseite sowie der Vier-Wege-Steuerkreis inklusive drehbarem Rand verfügen über angenehm deutliche Druckpunkte. Über die Fn-Taste ruft der Nutzer eine Navigationsleiste auf der linke Seite des Bildschirms auf. In ihr verstellt er hauptsächlich Aufnahmeeinstellungen. In das Hauptmenü gelangt er über die "Menu"-Taste. Hier stehen zusätzlich auch die Grundeinstellungen bereit. Eine eigene Aufnahmetaste für Videos sowie eine Drehtaste auf der Vorderseite, mit der der Fotograf zum Beispiel die Belichtungszeit verstellt, erleichtern die Bedienung, die insgesamt nur eine kurze Eingewöhnungszeit benötigt.

Für eine Kompaktkamera sehr schöne Bilder

Bei einem abendlichen Stadtrundgang spielt die Samsung EX1 ihre Stärken aus und ermöglicht dank ihres lichtstarken Objektivs Aufnahmen aus der Hand und ohne Blitzlicht, zu einem Zeitpunkt an dem die meisten anderen Kompaktkameras nicht einmal mehr die Lichtempfindlichkeit erhöhen können.

Mit der Samsung EX1 in Lissabon unterwegs

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Die Aufnahmen überzeugen darüber hinaus mit natürlich wirkenden und angenehm kräftigen Farben sowie mit einer hohen Detailgenauigkeit und klaren Konturen. Das Bildrauschen fällt für eine Kompaktkamera vergleichsweise gering aus.

Bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 tritt erstmals ein leichtes Bildrauschen auf, das unter anderem auch die Farben verfälscht. Diese Störungen fallen allerdings erst bei ISO 3.200 so stark aus, dass die Aufnahmen auch als Verkleinerungen auf ein Viertel der Originalgröße nicht mehr zu gebrauchen sind.

Die Ingenieure von Samsung konzipierten die EX1 in erster Linie als Fotokamera und so nimmt sie Videos nur in VGA-Auflösung mit 640 x 480 Pixeln auf. Für HD-Videos muss also eine andere Kamera her. Trotzdem liefert die EX1 brauchbare Videobilder mit natürlich wirkenden Farben, gut zu erkennenden Kontrasten und ausreichen Details. Der automatisch Weißabgleich passt die Aufnahmeeinstellungen sehr schnell und präzise an veränderte Lichtverhältnisse an.

Allerdings tritt teilweise ein Blooming-Effekt auf. Das bedeutet, das sehr helle Punkte sich als Bildstörungen über die gesamte Höhe des Bildes ausbreiten. Das interne Mikrofon liefert eigentlich einen gut verständlichen Ton, jedoch nimmt es auch die Geräusche des Objektivs aus, wenn dieses sich bewegt.

Samsung EX1 Testbilder

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Stabiles Gehäuse

Aufnahmebereit wiegt die Samsung EX1 mit 357 Gramm deutlich mehr als die meisten anderen Kompaktkameras. Dafür steckt sie in einem ordentlich verarbeitetem Metallgehäuse, bei dem auch das Scharnier des beweglichen Bildschirms sehr stabil wirkt. Die Kamera lässt sich dank der kleine Ausbuchtung auf der Vorderseite gut greifen. Die Ablagefläche für den Daumen auf der Rückseite hätte etwas größer ausfallen können.

Fotos und Videos legt die Samsung EX1 auf SD- und SDHC-Speicherkarten ab. Den Lithium-Ionen-Akku lädt der Nutzer direkt in der Kamera auf - ein externes Ladegerät ist nur optional erhältlich. Als Stromanschluss dient eine von Samsung entwickelte Schnittstelle, die auch Daten per USB-Kabel überträgt. Zur Übertragung und Darstellung der Fotos auf Flachbildfernsehern dient ein Micro-HDMI-Anschluss.

Fazit: Eine der besten Kompaktkameras

Samsung hat sich mit der EX1 hohe Ziele gesteckt und will in Konkurrenz zu etablierten hochwertigen Kompaktkameras wie der Canon Powershot G11 oder der Panasonic LX3 treten. In Sachen Bildqualität bewegt sich die EX1 auf einem Niveau mit den selbstgewählten Konkurrenten und deutlich über dem Kompaktkamera-Durchschnitt.

Die Bedienung erfordert wie bei eigentlich jeder Kamera ein kurze Eingewöhnung, geht ansonsten aber problemlos von der Hand. Mit seinem lichtstarken Objektiv und dem leuchstarken AMOLED-Bildschirm hebt sich der neue Fotoapparat sogar deutlich von anderen Kameras ab. Kaum eine Kompaktkamera eignet sich so gut für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen, wie die Samsung EX1.

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung fehlt der ein Gigabyte große interne Speicher. Dafür senkt Samsung aber auch seine unverbindliche Preisempfehlung für die EX1 um 50 Euro auf 499 Euro. Einzelne Händler bieten die Kamera im Internet allerdings bereits für rund 400 Euro an.

Samsung EX1
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