Nikon Coolpix L110 im Test: Kleine Bridgekamera

15-facher Zoom, HD-Videos und HDMI-Anschluss

von Jan Johannsen

Nikon bietet mit der Coolpix L110 eine günstige Bridgekamera an. Für den niedrigen Preis muss der Nutzer einige Abstriche bei der Ausstattung hinnehmen, die überwiegend nicht stören. Allerdings liefert ein Standard-Bildsensor auch nur eine durchschnittliche Bildqualität.

Dass Bridgekameras nicht groß sein müssen beweist Nikon mit der Coolpix L110. Die Kamera liegt trotz ihrer geringen Abmessungen gut in der Hand und ihr Objektiv mit 15-fachem Zoom sollte für die meisten Aufnahmen völlig ausreichen. Darüber hinaus scheint die Bedienung unkompliziert zu sein. Nur der Standard-Bildsensor weckt keine hohen Erwartungen.

Großer Brennweitenbereich und schöner Bildschirm

Nikon verwendet bei der Coolpix L110 einen unter Kompaktkameras weit verbreiteten CCD-Bildsensor mit einer Fläche von 1/2,3 Zoll. Der Chip liefert Fotos mit einer maximalen Auflösung von 12,1 Megapixeln. Bei Videos reicht es immerhin noch für eine HD-Auflösung. Ein optischer Bildstabilisator bewegt den Sensor, um Bewegungen der Kamera auszugleichen.

Das in die Coolpix L110 eingebaute Objektiv verfügt über einen 15-fachen Zoom. Die ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite reicht von 28 bis 420 Millimetern. Die Linse bewegt sich angenehm schnell, um die Brennweite zu ändern. Der Autofokus findet sehr schnell einen Punkt im Motiv auf den er sich scharf stellt.

Nikon Coolpix L110

Der Nutzer kann bei der Coolpix L110 zwischen einer Automatik, in der unter anderem Lichtempfindlichkeit und Weißabgleich bestimmen kann, einer Sport-Serienaufnahme, einem Smart-Porträt, 14 voreingestellten Aufnahmeprogrammen und einer Einfachautomatik wählen. An Hilfsmitteln bietet die Bridgekamera eine Gesichtserkennung und eine Lächelautomatik. Zusätzlich gibt sie eine Warnmeldung aus, wenn die zu fotografierenden Personen die Augen geschlossen halten.

Nikon Coolpix L110 im Test

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Auf der Rückseite der L110 baut Nikon einen drei Zoll großen Bildschirm ein. Er dient als Sucher und zur Wiedergabe der Aufnahmen. Die Anzeige verfügt über eine mittelgroße Auflösung von 460.000 Pixeln und eine Antireflexbeschichtung. Auf dem Monitor treten tatsächlich nur wenige Spiegelungen auf und die Blickwinkel fallen mit 160 bis 170 Grad vergleichsweise hoch aus - die Qualität des Bildes beginnt jedoch schon vorher abzunehmen. Bei direktem Sonnenlicht stößt auch dieser Bildschirm an seine Leistungsgrenzen.

Kamera nimmt dem Nutzer Arbeit ab

Die Bedienung der Nikon Coolpix L110 gestaltet sich unkompliziert. Der Nutzer erreicht alle Bedienelemente der Bridgekamera mit den Fingern der rechten Hand. Die Druckpunkte der einzelnen Tasten sind zwar zu spüren, könnten dennoch deutlicher ausfallen.

Die Coolpix L1110 kommt mit vergleichsweise wenigen Knöpfen aus. Neben dem Vier-Wege-Steuering mit Direktwahltasten für Blitzlicht, Belichtungskorrektur, Makroaufnahmen und den Selbstauslöser, baut der Hersteller noch fünf weiteren Tasten ein. Mit diesen beginnt der Fotograf die Videoaufzeichnung, ruft das Hauptmenü auf, wählt den Aufnahmemodus aus oder startet die Wiedergabe der Aufnahmen. Nicht gelungene Bilder sind mit der Lösch-Taste schnell entfernt.

Das übersichtliche Hauptmenü gliedert sich in drei Untermenüs für System-, Aufnahme- und Videoeinstellungen. Ein zusätzliches Menü nur für Aufnahmeeinstellungen fehlt der L110.

Durchschnittliche Fotos und gute Videos

Mit der Qualität ihrer Bilder überzeugt die Nikon Coolpix nicht restlos. Die Aufnahmen bieten zwar natürlich wirkende Farben und geben auch viele Details wieder. Die Konturen könnten jedoch deutlicher ausfallen und auch die Kontraste dürften weniger hart sein.

Mit zunehmender Lichtempfindlichkeit verstärken sich die negativen Effekte noch und schon bei ISO 200 lässt sich in der Originalgröße ein leichtes Bildrauschen erkennen. Bereits bei ISO 800 fallen die Störungen so stark aus, dass sie auch bei auf ein Viertel der ursprünglichen Größe verkleinerten Aufnahmen zu erkennen sind.

Nikon Coolpix L110 Testbilder

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Videos nimmt die Coolpix L110 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme überzeugen im Test sogar mehr als die Fotos. Die bewegten Bilder verfügen über natürlich wirkende Farben, angenehme Kontraste und ausreichend viele Details und deutliche Konturen. Allerdings tritt bei sehr hellen Lichtpunkten teilweise ein Blooming-Effekt auf und die Lichtstrahlen durchziehen das gesamte Bild. Im Gegenzug treten aber nur sehr selten Zeilenverschiebungen auf.

Die L110 verlangsamt während der Videoaufzeichnung automatisch die Geschwindigkeit des Objektivs, so dass die Veränderungen der Brennweite für den Betrachter nicht unangenehm erscheinen. Ebenfalls langsam, aber diesmal ärgerlichweise, arbeitet der automatische Weißabgleich, der auch nach der Aktualisierung der Firmware auf die Version 1.14 noch immer nicht perfekt auf veränderte Lichtverhältnisse reagiert.

Dafür stellt der Autofokus in der Regel das gewünschte Motiv scharf und schafft es auch sich Bewegungen, neuen Objekten und veränderten Entfernungen anzupassen. Die L110 verfügt über zwei Mikrofone, die allerdings nur einen mittelmäßigen Stereo-Ton liefern. Gesprochenes ist nur zu verstehen, wenn Menschen klar und deutlich sprechen und die Geräusche von Autos an einer Straße werden zu einem Klangteppich.

Griffiges Kunststoffgehäuse für AA-Batterien

Nikon verwendet bei der Coolpix L110 ein günstiges aber dennoch gut verarbeitetes Kunststoffgehäuse. Dank des mit einer Gummioberfläche versehenen Batteriefachs liegt die Kamera sicher in der Hand. Die großzügige Ablagefläche auf der Rückseite sorgt für weiteren Halt.

Die Stromversorgung stellen vier Akkus oder Batterien vom Typ AA sicher. Somit dürften Ersatzbatterien weltweit erhältlich sein. Ein Netzteil kann der Nutzer am Stromanschluss anschließen. Fotos und Videos legt die L110 auf SD- und SDHC-Speicherkarten ab. Nikon stattet die Kamera zur Datenübertragung mit einem HDMI-Anschluss sowie einer kombinierten USB- und AV-Schnittstelle aus.

Fazit: Mittelmäßige Kamera zum fairen Preis

Ein Objektiv mit 15-fachem Zoom, wie bei der Nikon Coolpix L110, reicht völlig aus. Bei größeren Brennweiten lässt sich der Bildausschnitt ohne Stativ nicht genau bestimmen. Die Bridgekamera überzeugt darüber hinaus mit einer unkomplizierten Bedienung. Die Bildqualität bewegt sich leicht unterhalb des Kompaktkamera-Durchschnitts.

Das faire Preis-Leistungs-Verhältnis der Coolpix L110 spricht für die Kamera. Der Hersteller empfiehlt einen Verkaufspreis von 269 Euro. Online-Händler bieten das Bridgemodell bereits für rund 220 Euro an.

Nikon Coolpix L110
9
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