Panasonic Lumix G2 im Test: Systemkamera mit Touchscreen

Kompakte Systemkamera mit großem Bildsensor und beweglichem Bildschirm

von Jan Johannsen

Systemkameras mit Wechselobjektiven und kompaktem Gehäusen in denen kein Spiegel steckt sind noch vergleichsweise neu. Panasonic bietet mit der G2 das erste Modell mit einem Touchscreen an.

Ein kompaktes Gehäuse, Wechselobjektive, große Bildsensoren und der fehlende Spiegel gelten als Erkennungsmerkmale von Systemkameras. Eine Besonderheit unter diesen Kameramodellen stellt die Lumix G2 von Panasonic dar, die der Hersteller mit einem beweglichen Touchscreen ausstattet.

Großer Bildsensor, Micro-Four-Thirds und ein optischer Bildstabilisator

Panasonic verwendet bei der Lumix G2 einen Live-MOS-Sensor als Bildwandler. Der Chip mit einer Größe von 17,3 x 13 Millimetern liefert eine maximale Auflösung von zwölf Megapixeln. Die Fläche des Bildsensors fällt damit etwas kleiner aus als bei Spiegelreflexkameras - aber immer noch deutlich größer als bei Kompaktkameras.

Die G2 von Panasonic verfügt über ein Micro-Four-Thirds-Bajonett und arbeitet mit allen Objektiven dieses Anschlusstyps zusammen. Weitere Objektive kann der Nutzer mit Hilfe von Adaptern verwenden, muss aber unter Umständen mit eingeschränkten Funktionen leben. Im Test befand sich das Kit aus Kameragehäuse und einem Standard-Objektiv mit einer Brennweite von 14 bis 42 Millimetern.

Panasonic Lumix G2

Im Gehäuse der Systemkamera arbeitet ein optischer Bildstabilisator daran, dass der Nutzer auch bei längeren Belichtungszeiten als üblich verwacklungsfreie Aufnahmen erhält. Der Autofokus findet zügig einen oder je nach Einstellung auch mehrere Punkte zum scharf stellen. Dem Fotografen stehen ein kontinuierlicher sowie ein einmaliger Autofokus zur Auswahl.

Die Panasonic Lumix G2 bietet dem Fotografen ein große Auswahl an Aufnahmeprogrammen, von denen die intelligente Automatik die einzige ist, die der Nutzer über einen Knopf aktiviert. Alle anderen Aufnahmemodi wählt er über ein Drehrad aus. Die Szenenprogramme mit abgespeicherten Einstellungen für insgesamt 26 Aufnahmesituationen teilt Panasonic in sechs Kategorien auf und sorgt so für Übersichtlichkeit.

Darüber hinaus kann der Fotograf im manuellen oder den halbautomatischen Aufnahmeprogrammen alle oder einzelne Belichtungswerte selbst festlegen. Zusätzlich stehen drei Speicherplätze für eigene Aufnahmeeinstellungen zur Verfügung. Über eine Gesichtserkennung verfügt die Lumix G2, die Fotos im komprimierten JPEG-Format und im Rohdatenformat RW2 aufnimmt, natürlich auch.

Einen deutlichen Unterschied zu anderen Systemkameras stellt der drei Zoll große Touchscreen der Lumix G2 dar. Der berührungsempfindliche Bildschirm dient im Livebild-Betrieb nicht nur als Ergänzung des elektronischen Suchers, sondern fungiert auch als Bedienelement. Der Fotograf kann die Anzeige ausklappen und um insgesamt 270 Grad drehen.

Panasonic Lumix G2 im Test

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Der Monitor der G2 mit einer Auflösung von 460.000 Pixeln bietet ein gut zu erkennendes Bild mit einer geringen Blickwinkelabhängig. Bis zu Blickwinkeln von etwa 170 Grad lässt sich der Inhalt die Anzeige noch gut erkennen. Bei direktem Sonnenlicht stößt aber auch dieser Bildschirm an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.

In diesem Fall lohnt sich der Blick durch den elektronischen Sucher, der bei einer Auflösung von 1,44 Megapixeln ein sehr detailreiches Bild liefert und auch die nötigen Informationen anzeigt. Nähert sich der Fotograf mit seinem Auge dem Sucher, schaltet die G2 mit Hilfe eines Sensors automatisch vom Bildschirm auf den Sucher um.

Schnelle Bedienung über viele Tasten oder den Touchscreen

Mit ihren vielen Bedienelementen erscheint die Panasonic Lumix G2 vor allem für Fotografieneulinge oder Umsteiger von Kompaktkameras auf den ersten Blick verwirrend und schwer zu bedienen. Aber schon nach einer kurzen Eingewöhnung sollte die Bedienung einfach und durch die vielen Tasten und Knöpfe auch schnell von der Hand gehen.

Über Schieberegler oder Tasten verstellt der Fotograf bei der G2 sehr schnell unter anderem die Lichtempfindlichkeit, den Weißabgleich oder die Fokusart ein. Ebenso schnell gestaltet sich die Auswahl von Einzel- oder Serienbildern sowie Aufnahmen mit Selbstauslöser. Die "Fn"-Taste belegt der Fotograf mit einer von zehn vorgegeben Funktionen.

Blitzlicht, Bildgröße und -format, Blende, Belichtungszeit, den optischen Bildstabilisator, die Videoauflösung und weitere Einstellungen kann der Nutzer im "Q.Menu" vergleichsweise unkompliziert und zügig verstellen.

Der Touchscreen ist zur Bedienung der G2 nicht zwangsläufig nötig. Alle Einstellungen kann der Fotograf auch über andere Tasten vornehmen - mitunter sogar schneller. Über den berührungsempfindlichen Bildschirm erreicht der Nutzer das schon erwähnte "Q.Menu". Über diesen Umweg stellt der Fotograf alle relevanten Belichtungseinstellungen auch über den Touchscreen ein. Allerdings sorgt die Platzierung der einzelnen Schaltflächen, die sich sehr nahe am Bildschirmrand befinden, dafür, dass nicht jede Eingabe erfolgreich ist. Mit der Touch-AF-Funktion bestimmt der Nutzer den Punkt auf den der Autofokus sich scharf stellt.

Das Hauptmenü der Lumix G2 gestattet dem Fotografen die Kontrolle über sehr viele Einstellungen und ist in sechs Unterpunkte aufgeteilt, die sich wiederum auf bis zu sieben Bildschirme mit je fünf Menüpunkten erstrecken. Angesichts des Funktionsumfangs fällt die Gestaltung des Menüs übersichtlich aus, trotzdem dauert es vor allem zu Beginn der Kameranutzung einige Zeit bis der Nutzer den gesuchten Menüpunkt findet.

Detailreiche Bilder

Die Aufnahmen der Panasonic Lumix G2 überzeugen mit einer großen Detailgenauigkeit und daraus folgenden klaren Konturen. Zusätzlich wirken die Farben natürlich und die Kontraste angenehm weich. Insgesamt liefert die Kamera eine deutliche bessere Bildqualität als die meisten Kompakt- und Bridgemodelle.

Dieser Eindruck verschlechtert sich erst bei ISO 800, wenn das erste Mal bei Betrachtung in Originalgröße ein deutliches Bildrauschen in dunklen Bereichen zu erkennen ist. Erst bei ISO 3.200 fallen die Störungen so stark aus, dass sie auch bei auf ein Viertel der ursprünglichen Größe verkleinerten Bildern auffallen.

Panasonic Lumix G2 Testbilder

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Die Lumix G2 nimmt Videos in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Hierzu genügt ein Druck des Anwenders auf die Aufnahmetaste, die in jedem Aufnahmemodus funktioniert. Der Fotograf muss also nicht zwangsläufig das Videoprogramm aktiviert haben.

Wie die Fotos bieten auch die Videos der G2 eine hohe Detailgenauigkeit, natürlich wirkende Farben, angenehme Kontraste und deutliche Konturen. Der automatisch Weißabgleich reagiert auf veränderte Lichtverhältnisse, könnte die Belichtungseinstellungen aber noch genauer und vor allem gleichmäßiger anpassen. Zeilenverschiebungen treten auch bei schnelleren Bewegungen nicht auf.

Der kontinuierliche Autofokus sucht und findet gemächlich Objekte zum Scharfstellen. Gleiches gilt für den Einzelbild-Autofokus, mit dem der Nutzer aber mehr Kontrolle über das fokussierte Objekt und den Zeitpunkt der Scharfstellung hat. Das interne Mikrofon der Panasonic G2 liefert einen gut verständlichen Ton, zeichnet allerdings auch die Bewegungen des Objektivs und Berührungen am Kameragehäuse auf.

Nur die nötigsten Anschlüsse

Das stabile Kunststoffgehäuse der Panasonic Lumix G2 liegt angenehm und dank des Batteriegriffs auch sicher in der Hand des Fotografen. Vom beweglichen Touchscreen abgesehen ist es mit dem Gehäuse der Lumix G10 identisch. Die Stromversorgung der Kamera übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Fotos und Videos legt sie auf SD-, SDHC- oder SDXC-Speicherkarten ab.

Panasonic stattet die G2 nur mit den nötigsten Anschlüssen aus. Die Kamera verfügt über eine HDMI-Schnittstelle sowie einen AV/Digital-Ausgang. Eine weiter Buchse dient zum Anschluss einer Fernbedienung oder eines Mikrofons. Letztere oder ein externes Blitzlicht kann der Anwender auf dem Zubehörschuh anbringen.

Fazit: Für Touchscreen-Liebhaber

Gute Bildqualität sowie eine umfangreiche, aber leicht zu erlernende Bedienung machen die Panasonic Lumix G2 zu einer empfehlenswerten Systemkamera. Nur beim Touchscreen dürften die Meinungen der Anwender deutlich auseinander gehen: Sinnvolles Bedienelement oder unnötige Ausstattung?

Grundsätzlich handelt es sich bei der G2 um eine um den beweglichen Touchscreen erweiterte Lumix G10. Diese erhalten Fotografen, die keinen Wert auch den berührungsempfindlichen Bildschirm legen, für bis zu 150 Euro weniger. Auch unerfahrene Nutzer sollten die Kamera nach einer gewissen Übungszeit über die Tasten gut bedienen können. Der Touchscreen ist eindeutig kein Muss, und kann dem Sparstift zum Opfer fallen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Panasonic für das Gehäuse der Lumix G2 beträgt 579 Euro. Für das getestete Kit mit einem 14-bis-42-Millimeter-Objektiv verlangt der Hersteller sogar 699 Euro. Bei Online-Händlern sind die Preise aktuell auf 540 und 590 Euro gesunken.

Panasonic war mit der Lumix G1 der Vorreiter auf dem Gebiet der Systemkameras und bietet neben der G2 noch andere Weiterentwicklung des ersten Modells, wie die GH1, GF1 oder die G10, an. Andere Kamerahersteller sind dem Trend zu kompakten Gehäusen mit Wechselobjektiven gefolgt. Olympus zum Beispiel mit der E-P1 oder E-PL1, Samsung mit der NX10 oder zuletzt Sony mit der NEX-5. Ricoh versucht mit der GXR-Serie einen Sonderweg.

Panasonic Lumix G2
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