Samsung NX5 im Test: Günstige Systemkamera

CMOS-Bildsensor im APS-C-Format

von Jan Johannsen

Im Vergleich zum teureren Schwestermodell NX10 verfügt die NX5 von Samsung über den schlechteren Bildschirm und elektronischen Sucher. Da sich das Gehäuse und die übrige Ausstattung stark gleichen kann man mit einer hohen Bildqualität und einer angenehmen Bedienung rechnen.

Samsung bietet mit der NX5 eine günstigere Variante seiner Systemkamera NX10 an. Dieser sollte das preiswerte Schwestermodell in Sachen Bildqualität nicht nachstehen, da der Hersteller nicht an der Ausstattung spart. Dafür verwendet Samsung an anderer Stelle günstiger Bauteile, die sich auf den Bedienkomfort auswirken könnten.

Großer Bildsensor für hohe Bildqualität

Im inneren der Samsung NX5 nimmt ein CMOS-Bildsensor im APS-C-Format das einfallende Licht auf und  wandelt es in Fotos und HD-Videos um. Bei einer Fläche von 23,4 x 15,6 Millimetern liefert er eine maximale Auflösung von 14,6 Megapixeln. Chips mit den gleichen Daten verwendet Samsung auch in seinen Systemkameras NX10 sowie NX100 - und andere Kamerahersteller in ihren Spiegelreflexmodellen.

Die Aufnahmen der Samsung NX5 überzeugen mit einer sehr guten Bildqualität. Die Farben wirken natürlich und auf den Fotos sind sehr viele Details zu erkennen. Entsprechend klar und deutlich fallen auch die Konturen und die Schärfe aus. Die Kontraste erweisen sich als angenehm und störendes Bildrauschen tritt erst vergleichsweise spät auf.

Samsung NX5

Betrachtet der Nutzer die Aufnahmen der NX5 in Originalgröße kann er erst bei ISO 800 in dunklen Bereichen leichte Störungen erkennen. Bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 3.200 tritt das Bildrauschen dagegen schon deutlich auf. Verkleinert der Nutzer die Aufnahmen aber auf ein Viertel der Originalgröße eignen sie sich immer noch problemlos für den privaten Gebrauch in sozialen Netzwerken oder zum Versenden als E-Mail-Anhang.

Samsung NX5 Testbilder

7 Bilder
Zur Galerie

Videos nimmt die Samsung NX5 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme bieten eine natürlich wirkende Farbwiedergabe und weisen eine ausreichende Detailgenauigkeit auf. Zeilenverschiebungen treten nur sehr selten auf und der automatische Weißabgleich arbeitet sehr schnell und präzise.

Den Autofokus aktiviert der Nutzer durch einen Druck auf die Taste zur Tiefenschärfenvorschau auf der Vorderseite der NX5. Das interne Mikrofon der Kamera könnte empfindlicher sein, liefert aber grundsätzlich einen gut verständlichen Ton.

Wechselobjektive auch mit iFunction

Über das NX-Bajonett kann der Nutzer verschiedene Objektive an die NX5 von Samsung anschließen. Unser Testgerät verfügte über eine Linse mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern. Der optische Bildstabilisator befindet sich nicht im Kameragehäuse, sondern im Objektiv. Der Autofokus arbeitet schnell und präzise.

Seit dem neuesten Firmware-Update nutzt die NX5 alle Funktionen der neuen iFunction-Objektive von Samsung aus. Bei diesen verstellt der Nutzer unter anderem Blende, Belichtungszeit, Lichtempfindlichkeit und Weißabgleich nach dem Druck auf eine Taste an der Linse bequem mit Hilfe des Fokusrings.

Von ihrem Schwestermodell NX10 unterscheidet sich die NX5 vor allem in drei Punkten: Ihr fehlt ein Staubschutz, der den Sensor sauber hält, und der Bildschirm sowie der elektronische Sucher fallen weniger hochwertig aus.

So misst der Monitor der NX5 zwar auch drei Zoll, bringt es jedoch nur auf eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Zudem handelt es sich um einen herkömmlichen Flüssigkristallbildschirm und nicht um ein hochwertiges AMOLED-Display. Der elektronische Sucher liefert nur eine Auflösung von 300 x 220 Pixeln. Beide zeigen zudem nur 98 Prozent des Sichtfeldes an.

Angenehme und unkomplizierte Bedienung

Die Bedienung der Samsung NX5 erfolgt größtenteils mit der rechten Hand. Die Linke kann die meiste Zeit am Objektiv verbleiben und die Brennweite sowie den Fokus manuell verstellen. Nur zum Aufrufen des Hauptmenüs muss sie sich lösen und die Taste links des Suchers drücken. Alle anderen Bedienelemente erreicht der Nutzer mit den Fingern der rechten Hand.

Die einzelnen Tasten, der Drehring sowie der Vier-Wege-Steuering zeichnen sich durch deutliche Druckpunkte aus. Über Direktwahltasten verstellt der Fotograf den Verschluss-Modus, den Weißabgleich, die Lichtempfindlichkeit oder die Autofokus-Art. Ein Druck auf die "Fn"-Taste öffnet ein Menü mit weiteren Aufnahmeeinstellungen. Das Hauptmenü zeigt sich aufgeräumt und übersichtlich.

Samsung NX5 im Test

8 Bilder
Zur Galerie

Mit Hilfe eines Wahlrades bestimmt der Fotograf bei der NX5 den Aufnahmemodus. Zur Auswahl stehen neben zwölf Szenenprogrammen mit abgespeicherten Einstellungen für verschiedene Aufnahmesituationen auch ein Smart-Modus, der einer Vollautomatik entspricht. Zusätzlich kann der Nutzer im manuellen Modus sowie bei Programm-, Zeit- und Blendenautomatik einige oder alle Belichtungseinstellungen selbst festlegen.

HDMI-Anschluss und immer mehr Zubehör

Das Kunststoffgehäuse der Samsung NX5 erweist sich nicht nur als sauber verarbeitet, sondern liegt auch gut in der Hand. Der Daumen der rechten Hand findet eine großzügige Ablagefläche auf der Rückseite und die restlichen Finger haben das gewölbte Batteriefach sicher im Griff.

Samsung stattet die NX5 mit einer HDMI- und einer kombinierten USB- und AV-Schnittstelle aus. Darüber hinaus sind Anschlüsse für eine Fernbedienung und ein Netzteil vorhanden. Im Normalbetrieb stellt ein Lithium-Ionen-Akku die Stromversorgung sicher. Die Kamera legt ihre Fotos und Videos auf SD- und SDHC-Speicherkarten ab.

Neben den Wechselobjektiven bietet Samsung für die NX-Serie eigens entwickelte Blitzlichter und einen GPS-Empfänger an. Der koreanische Hersteller hat angekündigt das Angebot an Zubehör für die NX-Serie weiter auszubauen. 2011 sollen zum Beispiel weitere Objektive erscheinen.

Fazit: Nicht an der Bildqualität gespart

Bei der NX5 handelt es sich zwar um die günstige NX-Systemkamera von Samsung, doch bei der Bildqualität hat der Hersteller nicht gespart. Sie erweist sich als hervorragend und auch die Bedienung überzeugt mit ihrer Einfachheit, Bequemlichkeit und ihrem Umfang.

Den Sparstift hat Samsung dagegen beim Staubschutz, beim Bildschirm und beim elektronischen Sucher angesetzt. Nutzer, die nur gelegentlich fotografieren, dürfte dies nicht stören. Fotografen, die dagegen häufig im Freien Bilder aufnehmen sollten überlegen, die zusätzlichen Kosten von rund 100 Euro für die NX10 zu tragen. Ihr Bildschirm lässt sich zum Beispiel auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut erkennen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für die NX5 inklusive einem Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern beträgt 699 Euro. Im Internet verkaufen Händler das Set bereits für rund 410 Euro.

Panasonic war mit der Lumix G1 der Vorreiter auf dem Gebiet der Systemkameras und bietet neben der G2 noch andere Weiterentwicklung des ersten Modells, wie die GH1GF1 oder die G10, an. Andere Kamerahersteller sind dem Trend zu kompakten Gehäusen mit Wechselobjektiven gefolgt. Olympus zum Beispiel mit der E-P1 oder E-PL1, Samsung mit der schon erwähnten NX10 und der NX100 oder zuletzt Sony mit der NEX-5. Ricoh versucht mit der GXR-Serie einen Sonderweg.

Samsung NX5
9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Samsung NX5 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 1 abgegebenen Stimme.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Samsung und Samsung NX5.

Links zum Thema
zur
Startseite

zur
Startseite