Samsung ST80 im Test: WLAN-Kompaktkamera

Digitalkamera mit Internetzugang stellt Fotos online

von Jan Johannsen

Mit ihrem WLAN-Modul versendet die Samsung ST80 Fotos direkt per E-Mail oder stellt sie bei Online-Portalen wie Facebook und Picasa und ihre Videos bei Youtube ein. Von diesem Merkmal abgesehen handelt es sich bei ihr allerdings um eine ganz normale Kompaktkamera.

Es klingt verlockend bequem: Die Digitalkamera ST80 von Samsung versendet Fotos direkt per E-Mail oder stellt sie in verschiedene Online-Portale wie Facebook oder Picasa ein. Dank des WLAN-Moduls benötigt der Nutzer hierfür keinen Rechner und kann auch unterwegs drahtlose Netzwerke nutzen. Allerdings handelt es sich bei ihr auch nur um eine Kompaktkamera.

Drahtloser Bildtransfer ins Internet und zu Computern

Mit Hilfe ihres WLAN-Moduls versendet die Samsung ST80 Fotos per E-Mail, übermittelt sie an Computer im drahtlosen Netzwerk oder stellt sie auf Online-Portalen ein. Momentan verfügt die Kamera über Schnittstellen zu Facebook, Picasa von Google, Photobucket und dem Portal des Herstellers Samsung Imaging sowie für Videos zu Youtube.

Samsung ST80

Die Samsung ST80 erkennt drahtlose Netzwerke in der Umgebung automatisch. Die Eingabe des Passworts sowie der Zugangsdaten zu den verschiedenen Internet-Portalen gestaltet sich über den Touchscreen angenehm einfach. Beim E-Mail-Versand genügt die Eingabe der Absender- und Empfänger-Adresse. Hier kann der Nutzer noch auswählen, ob er das Originalbild oder eine auf zwei Megapixel verkleinerte Version verschickt.

Bildsensor, Objektiv und Aufnahmeprogramme - alles Standard

Samsung verbaut in der ST80 den weit verbreiteten CCD-Bildsensor mit eine Fläche von 1/2,33 Zoll. Er liefert eine maximale Auflösung von 14 Megapixeln. Chips mit den gleichen Daten stecken ebenfalls in vielen anderen kompaktem Kameramodellen.

Das Objektiv mit dreifachem Zoom stellt ebenfalls nur eine Standard-Ausstattung im Kompaktbereich dar. Seine ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite reicht von 35 bis 105 Millimetern. Seine Brennweite verändert die Linse nur gemächlich, dafür stellt sich der Autofokus schnell auf erkannte Motive ein.

Samsung ST80 im Test

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Samsung hat die ST80 für eine schnelle und einfache Benutzung vorgesehen. So kann der Fotograf zum Beispiel Blende und Belichtungszeit nicht selbst einstellen. Die größte Kontrolle über die Einstellungen hat er in der Programmautomatik, wo er unter anderem die Lichtempfindlichkeit, die Belichtungskorrektur und den Weißabgleich bestimmen kann. In der Automatik sowie der "intelligenten" Automatik übernimmt die Kamera sämtliche Einstellungen. Gleiches gilt für die dreizehn Szenenprogramme.

Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der ST80 dient als Sucher. Der Touchscreen weist vergleichsweise kleine Blickwinkel auf - eine gezielte Auswahl des Bildausschnitts ist nur innerhalb von rund 90 Grad möglich. Die Anzeige verfügt zwar über keine hohe Auflösung, trotzdem lassen sich im genannten Rahmen auch zahlreiche Details auf ihr erkennen.

Mit dem Finger auf den Touchscreen tippen

Die Bedienung der Samsung ST80 erfolgt über den drei Zoll großen Touchscreen auf der Rückseite der Kamera. Neben dem Einschaltknopf, der Zoomwippe und dem Auslöser befindet sich nur noch eine Taste zum Starten der Bildwiedergabe auf der Oberseite der Kamera.

Der resistive Touchscreen verlangt ein gewissen Druck, damit er eine Eingabe akzeptiert. Eine leichte Berührung reicht nicht aus, dafür kann der Nutzer aber auch mit den Fingernägeln genauer tippen als mit den Fingerkuppen - was bei kapazitiven Touchscreens nicht funktioniert.

Alle wichtigen Einstellungen, die die ST80 bietet, erreicht der Fotograf direkt über Schaltflächen auf dem Bildschirm oder einem Reiter, der sich an der Unterkante öffnet. Das Hauptmenü zeigt sich aufgeräumt sowie übersichtlich und bietet neben den Aufnahmeeinstellungen Zugriff auf die Grundeinstellungen der Kamera.

Keine schönen Bilder

Mit ihrer Bildqualität bewegt sich die Samsung ST80 unterhalb des bei Kompaktkameras üblichen Durchschnitts. Schon bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 ist in der Originalansicht ein leichtes Bildrauschen in dunklen Bereichen zu erkennen. Abseits des fokussierten Bereichs wirken die Konturen verwaschen.

Mit zunehmender Lichtempfindlichkeit wirken die Farben immer unnatürlicher. Bei ISO 400 sind die Bildstörungen auch zu erkennen, wenn das Bild auf ein Viertel der Originalgröße verkleinert ist. Spätestens bei ISO 1600 fällt das Bildrauschen so stark aus, dass die Aufnahmen nicht mehr vorzeigbar sind.

Samsung ST80 Testbilder

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Videos nimmt die Samsung ST80 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Auf HD-Fernsehern möchte man sich die Filme allerdings nicht ansehen. Die Detailgenauigkeit fällt zu gering aus, wodurch die Aufnahmen oft unscharf wirken. Der langsame Autofokus trägt hierzu auch seinen Teil bei.

Schon bei Zimmerbeleuchtung führt die automatische Auswahl der Lichtempfindlichkeit dazu, dass auf den Videos ein deutliches Bildrauschen zu erkennen ist. Auch der schnelle automatisch Weißabgleich kann die Bildqualität nicht retten. Zudem setzt die Tonaufzeichnung aus, sobald sich das Objektiv bewegt.

Proprietärer Anschluss und MicroSD-Karten

Die Samsung ST80 steckt in einem nicht besonders hochwertig wirkenden, aber trotzdem ordentlich verarbeiteten Kunststoffgehäuse. Die Kamera liegt auch ohne besondere Haltehilfe gut in der Hand, die Anbringung und Verwendung der mitgelieferten Handgelenksschlaufe sorgt für noch mehr Schutz gegen Stürze.

Samsung stattet die ST80 nur mit einer einzigen firmeneigenen Schnittstelle aus. Über diese erfolgt über ein USB-Kabel die Datenübertragung an Computer sowie die Stromversorgung der Kamera. Die Energie speichert ein Lithium-Ionen-Akku. Fotos und Videos legt die Kamera auf einer MicroSD-Speicherkarte ab.

Fazit: Nicht mehr als ein nettes Spielzeug

Es mag zwar praktisch und komfortabel sein, Fotos direkt aus der Kamera per E-Mail zu versenden oder Online zu stellen, doch im entscheidenden Punkt versagt die Samsung ST80: Bei der Bildqualität. Hier bleibt sie deutlich hinter vielen anderen Kompaktkameras zurück. Das gleicht auch die unkomplizierte Steuerung über den Touchscreen nicht aus.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für die ST80 beträgt 299 Euro. Im Internet verkaufen Online-Shops die WLAN-Kamera schon für rund 200 Euro.

Bei der ST80 handelt es sich nicht um die erste Digitalkamera mit WLAN von Samsung. Die ST5500 und ST1000 funken zusätzlich noch per Bluetooth und letztgenannte ermittelt sogar per GPS ihre Position. Nikon hat ebenfalls Kompaktkameras mit WLAN angeboten, die Coolpix S52c war aber vorerst das letzte Modell.

Samsung ST80
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