Nikon D3100 im Test: Einsteiger-DSLR mit hervorragender Bildqualität

CMOS-Sensor im DX-Format fertigt auch Full-HD-Videos an

von Jan Johannsen

Nikon bietet mit der D3100 eine überarbeitete Version seiner Spiegelreflexkamera für Einsteiger an. Das neue Modell nimmt Full-HD-Videos auf, liefert eine gute Bildqualität und könnte noch ein wenig komfortabler zu bedienen sein.

Die Nikon D3100 bietet sich sowohl preislich als auch von der Ausstattung her für den Einstieg in die Spiegelreflexfotografie an. Die rund 500 Euro teure Kamera verfügt über einen großen Bildsensor, nimmt Full-HD-Videos auf und zeigt auf ihrem großen Bildschirm ein Livebild an. Nur bei der Bedienung kann der japanische Hersteller noch nachbessern.

Überzeugende Bildqualität mit geringem Bildrauschen

Nikon baut in die D3100 einen CMOS-Bildsensor im DX-Format ein. Der Chip liefert bei einer Fläche von 23,1 x 15,4 Millimetern eine Auflösung von 14,2 Megapixeln - für Videos in Full-HD-Auflösung mehr als ausreichend. Neben Fotos im JPEG-Format nimmt die Kamera auch Bilder in Nikons Rohdatenformat NEF auf.

Nikon D3100

Die Aufnahmen der D3100 überzeugen mit einer sehr guten Bildqualität. Die Farben wirken natürlich und die Detailsgenauigkeit erweist sich als sehr hoch. Folglich fallen auch die Konturen sehr klar aus und die Kontraste wirken angenehm. Bei den Aufnahmen mit dem beiliegenden Standard-Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern ist jedoch eine leichte Vignettierung zu erkennen.

Zusätzlich scheint Bildrauschen ein Fremdwort für die D3100 zu sein. Die Bilder bestechen mit einen extrem geringen Rauschen. Betrachtet der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße lässt sich erst bei ISO 800 ein leichtes Bildrauschen ausmachen. Selbst bei ISO 3.200 fallen die Störungen so gering aus, dass die Fotos noch gut zu gebrauchen sind. Erst danach fängt das Bildrauschen wirklich an zu stören und die Bilder weisen einen leichten Rotstich auf

Nikon D3100 Testbilder

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Videos nimmt die Nikon D3100 wahlweise in Full-HD- oder HD-Auflösung auf - bei der geringeren Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln schafft die Kamera neben 30 auch 60 Bilder in der Sekunde. Bei 1.920 x 1.080 Pixeln bieten die Filme eine hohe Detailgenauigkeit, deutliche Konturen, natürlich wirkende Farben und angenehme Kontraste.

Der automatische Weißabgleich gehört nicht zu den schnellsten, passt die Belichtungseinstellungen aber immer noch schnell genug an veränderte Lichtverhältnisse an. Der Autofokus der D3100 funktioniert auch während der Videoaufzeichnung, allerdings sollte der Nutzer die Einzel-Variante und nicht die kontinuierliche Auswählen - ansonsten versucht die Kamera fortlaufend den Fokus anzupassen.

Die Bewegungen des Objektivs sind zudem deutlich im Video zu hören. Von diesem Punkt abgesehen liefert das interne Mikrofon der D3100 einen gut verständlichen Ton.

Video-Aufnahmetaste und fehlende Direktwahltasten

Wie bei Spiegelreflexkamera üblich stehen dem Nutzer auch bei der Nikon D3100 zahlreiche Aufnahmeprogramme zu Auswahl. Neben einer Vollautomatik und einer komplett manuellen Steuerung handelt es sich um je eine Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie sieben Voreinstellungen für verschiedenen Aufnahmesituationen. Unter "Guide" gibt die Kamera Tipps, wie Bilder von verschiedenen Motiven gelingen.

Die Videoaufzeichnung startet der Fotograf bei der D3100 über einen Aufnahmeknopf, ohne das er zuvor ein spezielles Aufnahmeprogramm auswählen muss. Die einzelnen Tasten, der Livebild-Schalter und das Drehrad verfügen über klare und deutliche Druckpunkte.

Wie bei Spiegelreflexkameras üblich erfolgt die Bedienung der Nikon D3100 mit zwei Händen, wobei die linke Hand sehr oft das Objektiv verlassen muss. So benötigt der Fotograf sie zum Beispiel um ins Hauptmenü zu gelangen oder das Bildschirmmenü zu starten, in welchem er die Aufnahmeeinstellungen anpasst.

Nikon D3100 im Test

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Bequeme Direktwahltasten für die am häufigsten veränderten Einstellungen fehlen, dabei wäre am Steuerring hierfür noch Platz gewesen. So kann der Nutzer bei der D3100 zum Beispiel die Lichtempfindlichkeit nicht nach einem Tastendruck verstellen, sondern muss im schlechtesten Fall zweimal die "i"-Tasten drücken und dann noch mit dem Steuerring den richtigen Punkt im Bildschirmmenü auswählen.

Das Livebild des drei Zoll großen Bildschirms aktiviert der Nutzer bei der D3100 schnell mit einem Kippschalter. Die leuchtstarke Anzeige mit einer Auflösung von 230.000 Pixeln bietet ein gut erkennbares Bild mit großen Blickwinkeln, die bei rund 160 Grad liegen.

Die Auslöseverzögerung lässt sich bei der D3100, wie bei anderen Spiegelreflexkameras nur messen, aber vom Fotografen eigentlich nicht mehr spüren. Der Autofokus der Kamera arbeitet schnell und präzise. Bildstabilisatoren baut Nikon nicht ins Gehäuse, sondern nur in ausgewählte Objektive ein.

Neueste Speicherkarten und vier Anschlüsse

Die Nikon D3100 steckt in einem Gehäuse aus Kunststoff, dass sich als stabil und ordentlich verarbeitet erweist. Durch den DSRL-typischen Batteriegriff hat der Fotograf seine Kamera sicher im Griff. Ein Lithium-Ionen-Akku übernimmt die Stromversorgung der Spiegelreflexkamera, die Fotos und Videos auf SD- SDHC- und SDXC-Karten speichert.

Nikon stattet die D3100 mit vier Anschlüssen aus, die sich alle an der linken Seite der Kamera unter eine Gummiabdeckung befinden. Hier kann der Fotograf USB- und HDMI-Kabel zur Datenübertragung anbringen, den AV-Ausgang nutzen oder einen GPS-Logger anschließen.

Fazit: Hervorrangende Bildqualität und Bedienung mit Hindernissen

Für eine günstige Spiegelreflexkamera weist die Nikon D3100 eine hervorrangende Bildqualität auf. Vor allem die Rauscharmut mit hoher Lichtempfindlichkeit unterscheidet sie von anderen Einsteigermodellen wie der Canon EOS 550D, Pentax K-x, Sony Alpha 450 oder ihrem direkten Vorgänger der Nikon D3000.

Die Ausstattung mit Videoaufzeichnung, Tipps für Fotografie-Neulinge und einem großen Bildschirm lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Einziger kleiner Nachteil der D3100 bleibt die Bedienung, bei der Nikon gut beraten gewesen wäre, dem Fotografen das Leben mit mehr Direktwahltasten leichter zu gestalten.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Nikon für das getestete Kit mit einer Nikon D3100 und einem Standard-Zoom-Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern und einem optischen Bildstabilisator liegt bei 649 Euro. Online verkaufen Internet-Händler das Set deutlich günstiger und verlangen nur rund 510 Euro.

Nikon D3100
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