Casio Exilim EX-H20G im Test: Kompaktkamera mit GPS

Reisekamera mit zehnfachem Zoom

von Jan Johannsen

Dank Hybrid-GPS weiß die Casio Exilim EX-H20G immer wo sie ein Bild aufgenommen hat, was sich nicht nur auf Urlaubsreisen als praktisch erweisen kann. Zusätzlich verfügt die Kamera über ein Objektiv mit zehnfachem Zoom und nimmt HD-Videos auf.

Nicht nur auf Reisen kann es passieren, dass der Fotograf nicht mehr genau weiß, wo er das schöne Bild aufgenommen hat. Hilfe versprechen Kameras mit GPS-Modul, wie die Exilim EX-H20G von Casio, die die Geo-Koordinaten des Aufnahmeortes in den Bildern abspeichern. Das Testgerät verfügt darüber hinaus über einen zehnfachen Zoom und nimmt HD-Videos auf.

Hybrid-GPS für Koordinaten ohne Satelliten

Casio hat sich bei der Exilim EX-H20G für ein Hybrid-GPS-Modul entschieden. Das bedeutet, dass die Kamera mit Hilfe eines Bewegungssensors versucht den Standort zu errechnen, wenn keine Verbindung mehr zu den GPS-Satelliten besteht. Bei geraden Tunneln sollte dies gut funktionieren, aber wenn der Nutzer in einem Gebäude hin und her läuft, dürfte die Kamera Probleme haben jede Richtungsänderung zu registrieren.

Damit die Exilim H20G allerdings in geschlossenen Räumen ihre Position ermitteln kann, muss sie vorher im Freien in Verbindung mit den Satelliten gestanden haben. Für die erste Kontaktaufnahme benötigt die Kamera mehrere Minuten, liegt die letzte Standortbestimmung höchstens einige Stunden zurück, aktualisiert sie ihre Position in wenigen Sekunden.

Casio Exilim EX-H20G

Objektiv mit zehnfachem Zoom

In der Casio Exilim EX-H20G steckt ein CCD-Bildsensor, der eine maximale Auflösung von 14,1 Megapixeln liefert. Mit seiner Fläche von 1/2,3 Zoll entspricht er den Chips in etwa 90 Prozent der kompakten Kameramodelle. Neben Fotos nimmt der Sensor auch Videos in HD-Auflösung auf.

Casio baut ein Objektiv mit zehnfachem Zoom in die H20G ein. Die ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite reicht von 24 bis 240 Millimetern. Die Linse ändert ihre Brennweite sehr zügig, lässt sich allerdings nur in größeren Schritten und damit nicht sehr genau steuern. Für eine Kompaktkamera arbeitet der Autofokus zügig, erreicht aber nicht das Tempo von Spiegelreflexkameras.

Automatik ist bei der Casio Exilim H20G Trumpf. Die meisten Einstellungen nimmt die Kamera vor und überlässt dem Fotografen höchstens die Auswahl von Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich oder Belichtungskorrektur. Neben der automatischen Standardaufnahme sowie Premium-Auto-Funktion verfügt die Kamera über Voreinstellungen für 25 Aufnahmesituationen. Zusätzlich kann der Nutzer eigene Einstellungen abspeichern.

Auf der Rückseite der Exilim H20G zeigt ein drei Zoll großer Bildschirm die aufgenommenen Fotos und Videos an - darüber hinaus dient er auch als Sucher. Die Anzeige verfügt über eine Auflösung von 460.800 Pixeln, erweist sich als leuchtstark und zeichnet sich durch große Blickwinkel aus, die mit rund 170 Grad nur knapp unter den maximal möglichen 180 Grad liegen.

Casio Exilim EX-H20G im Test

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Durchdachtes Bedienkonzept mit kleinen Lücken

Die Bedienung der Casio Exilim EX-H20G erfolgt überwiegend mit den Fingern der rechten Hand. Die linke Hand benötigt der Fotograf nur, um die Kamera einzuschalten oder in die Kartenansicht zu wechseln. Die einzelnen Tasten weisen spürbare Druckpunkte auf, die noch deutlicher ausfallen könnten.

Nach einem Druck auf die "Set"-Taste stehen dem Fotografen einige Einstellungen wie die Lichtempfindlichkeit, die Belichtungskorrektur oder das Blitzlicht und der Selbstauslöser in einem Menü am Rand des Bildschirms zur Auswahl. Diese Werte kann der Nutzer schnell und unkompliziert verändern.

Dagegen gestaltet sich das Ein- und Ausschalten des GPS-Moduls leider unnötig aufwendig. Der Fotograf muss hierfür in das dreigliedrige Hauptmenü der Kamera und dort unter "Einstellung" den Punkt "GPS" auswählen. Eine eigene Taste für die Standortermittlung wie bei anderen GPS-Kameras wäre deutlich Nutzerfreundlicher gewesen.

Schöne Bilder nur im Freien

Die Aufnahmen der Casio Exilim EX-H20G erreichen das durchschnittliche Niveau digitaler Kompaktkameras. Die Farben wirken in der Regel natürlich, nur bei Kunstlicht trübt sich die Farbwiedergabe leicht ein, als wenn ein Grauschleier auf den Bildern liegt. Hierdurch wirken die Fotos außerdem kontrastarm.

In den unteren Ecken lässt sich eine leichte Vignettierung erkennen und der interne Blitz leuchtet Motive nur unzureichend aus. Die Detailgenauigkeit könnte höher ausfalllen, was auch zu deutlicheren Konturen führen würde.

Ab einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 lässt sich ein deutliches Bildrauschen erkennen, wenn der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Ab ISO 1.600 fallen die Störungen so stark aus, dass die Bilder sich auch verkleinert nur noch bedingt für eine weitere Verwendung eignen.

Casio Exilim EX-H20G Testbilder

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Videos zeichnet die Exilim EX-H20G in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Aufnahmen verfügen aber nur über eine geringe Detailgenauigkeit und sind trotz natürlich wirkenden Farben nicht wirklich sehenswert. Zudem bleibt das Objektiv bei der Filmaufnahme in seiner letzten Position, so dass der Nutzer den zehnfachen Zoom nicht ausnutzen kann.

Moderne Speicherkarten und die wichtigsten Anschlüsse

Das Gehäuse der Casio Exilim EX-H20G besteht aus Kunststoff, erweist sich aber als einwandfrei verarbeitet. Ein kleine Erhebung auf der Vorderseite sowie eine Daumenablage auf der Rückseite geben den Fingern des Nutzers Halt, so dass er die Kamera sicher greifen kann.

Fotos und Videos speichert die Exilim EX-H20G auf SD-, SDHC-, und SDXC-Karten ab. Der Lithium-Ionen-Akku soll nach Angaben des Herstellers Strom für bis zu 600 Aufnahmen liefern, wobei die Nutzung des GPS-Moduls die Laufzeit spürbar verkürzt. Casio stattet die Kamera mit einem kombinierten USB- und AV- sowie einem HDMI-Anschluss aus.

Fazit: Reisekamera für durchschnittliche Bilder

Mit ihrem gut funktionierendem Hybrid-GPS, ihrem Objektiv mit zehnfachem Zoom und ihrer größtenteils durchdachten und unkomplizierten Bedienung bietet sich die Casio Exilim EX-H20G als kompakter Begleiter für die nächste Reise an. Allerdings liefert die Kamera nur Fotos mit durchschnittlicher Bildqualität und die Videos eignen sich nicht für schöne Urlaubserinnerungen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Casio für die Exilim EX-H20G beträgt 300 Euro. Der Preis hält sich bisher stabil und so kostet die Kamera bei Online-Händler derzeit rund 280 Euro.

Casio ist nicht der erste Kamerahersteller, der ein Kompaktmodell mit einem GPS-Modul ausstattet. Samsung bietet mit der ST1000 und der WB650 zwei Geräte an. Panasonic hält die Lumix TZ10 und Sony die Cybershot HX5V als Alternativen bereit.

Casio Exilim EX-H20G
9
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