Siebenfacher Zoom und Zeitlupen: Casio Exilim EX-ZR10 im Test

Full-HD-Videos, mechanischer Bildstabilisator und HDMI-Anschluss

von Jan Johannsen

In der Casio Exilim EX-ZR10 steckt ein Objektiv mit siebenfachem Zoom, der auch bei der Aufzeichnung von Videos in Full-HD-Auflösung zur Verfügung steht. Nur bei Zeitlupenaufnahmen kann der Nutzer die Brennweite nicht verändern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Große Brennweite und Bildstabilisator
  2. Übersichtliche Bedienung mit Potential
  3. Videos schöner als Fotos
  4. HDMI-Anschluss für Full-HD-Übertragung
  5. Fazit: Videos besser als Fotos

Die Casio Exilim EX-ZR10 verfügt über ein Objektiv mit siebenfachem Zoom und nimmt Videos nicht nur in Full-HD-Auflösung, sondern - mit geringerer Auflösung - auch in Zeitlupe auf. Der Nutzer hat dabei die Wahl zwischen einer acht- oder 16-fachen Verlangsamung. Als Bonus bietet die Kamera einen ungewöhnlichen Bildsensor mir Bildstabilisator.

Große Brennweite und Bildstabilisator

Beim Bildsensor der Exilim EX-ZR10 hat sich Casio für die im Kompaktbereich nicht weit verbreitete CMOS-Technologie entschieden, die bei den großen Sensoren der Spiegelreflexkameras dominiert. Der Chip verfügt über eine Fläche von 1/2,3 Zoll und fällt damit so groß aus, wie die Bildsensoren in den meisten kompakten Digitalkameras. Er liefert eine maximale Auflösung von 12,1 Megapixeln. Ein mechanischer Bildstabilisator bewegt den Sensor, damit der Nutzer auch bei längeren Belichtungszeiten verwacklungsfreie Aufnahmen aus der Hand anfertigen kann.

Casio Exilim EX-ZR10

Neben Videos in Full-HD-Auflösung mit 30 Bildern in der Sekunde zeichnet die ZR10 auch Zeitlupenvideos auf. Die Aufnahme erfolgt wahlweise mit 480 Bildern oder 240 Bildern pro Sekunde, die die Kamera später mit 30 Bildern pro Sekunde abspielt, woraus sich eine acht- bis 16-fache Verlangsamung ergibt. Die Zeitlupen erreichen allerdings nur Auflösungen von 224 x 160 und 432 x 320 Pixeln.

Das Objektiv der ZR10 verfügt über einen siebenfachen Zoom und liegt damit im oberen Mittelfeld aktueller Kompaktkameras. Die ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite reicht von 28 bis 196 Millimetern. Die Linse bewegt sich sehr schnell und der Autofokus stellt die ausgewählten Motive ebenfalls extrem zügig scharf.

Die Exilim ZR10 verfügt über die bei Canon übliche "Best Shot"-Auswahl an Aufnahmeprogrammen. Neben einer Automatik stehen dem Fotografen eine Premium-Automatik, die noch mehr Einstellungen übernimmt, sowie Voreinstellungen für 19 unterschiedliche Aufnahmesituationen zur Verfügung. Zusätzlich kann der Nutzer eigene Einstellungen abspeichern, da er in der normalen Automatik unter anderem die Einstellungen zur Bildgröße, Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungskorrektur und Blitzlicht verstellen kann.

Casio Exilim EX-ZR10 im Test

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Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der EX-ZR10 dient als Sucher und zur Bildkontrolle. Bei einer Auflösung von 960 x 480 Pixeln zeigt er viele Details an. Die Anzeige überzeugt zudem mit einer sehr geringen Blickwinkelabhängigkeit. Insgesamt lässt sich der Inhalt des Monitors aus jeweils rund 170 Grad gut erkennen, ohne das nennenswerte Veränderungen in den Farben auftreten

Übersichtliche Bedienung mit Potential

Die Bedienelemente der Casio Exilim EX-ZR10 sind so angeordnet, dass der Fotograf sie mit den Fingern seiner rechten Hand erreicht. Die einzige Ausnahme stellt die "Auto"-Taste dar, mit der der Nutzer zwischen der normalen und der Premium-Automatik hin und her schaltet.

Die Tasten weisen allesamt angenehm klare Druckpunkte auf. Die ZR10 verfügt neben dem Auslöser auf der Oberseite über eine zusätzliche Aufnahmetaste für Videos auf der Rückseite, mit der der Nutzer in jedem Aufnahmeprogramm die Videoaufzeichnung startet. Über die Set-Taste innerhalb des Vier-Wege-Steuerrings öffnet der Nutzer eine Menüleiste, in der er je nach Aufnahmeproramm unterschiedlich viele Einstellungen anpassen kann.

Ansonsten bietet der Vier-Wege-Steuerring der Exilim ZR10 nur direkten Zugriff auf die Einstellungen zum Blitzlicht und dem Erscheinungsbild des Bildschirms. Die weiteren Tasten auf der Kamerarückseite dienen zum Starten der Bildwiedergabe und zur Rückkehr in den Aufnahmemodus sowie zum Öffnen des dreigliedrigen Hauptmenüs.

Im Hauptmenü der Casio ZR10 passt der Fotograf neben den Grundeinstellungen die Bildqualität sowie weitere Aufnahmeeinstellungen an, die er bei anderen Kameramodellen teilweise schneller über Direktwahltasten erreicht. Auf der Oberseite befindet sich noch eine HS-Taste. Mit einen Druck auf sie öffnet der Nutzer das Auswahlmenü für spezielle Highspeed-Voreinstellungen.

Videos schöner als Fotos

Mit ihrer Bildqualität liegt die Casio Exilim EX-ZR10 im Mittelfeld der Kompaktkameras. Die Farben wirken leicht blass und bei genauer Betrachtung fehlen einige Details, was sich negativ auf die Konturen auswirkt. Benötigt der Fotograf die Aufnahmen aber nicht in Originalgröße fallen die fehlenden Details nicht auf und die Fotos lassen sich gut vorzeigen.

Allerdings ist bereits bei ISO 200 ein leichtes Bildrauschen zu erkennen, wenn der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Die Störungen nehmen allerdings nur leicht zu und machen erst bei ISO 3.200 die Aufnahmen auch in verkleinerter Fassung unbrauchbar.

Casio Exilim EX-ZR10 Testbilder

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Videos zeichnet die Exilim EX-ZR10 in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Die Aufnahmen verfügen über eine für bewegte Bilder ausreichende Detailgenauigkeit und auch die Farben wirken kräftiger als bei den Fotos. Der automatische Weißabgleich passt die Belichtungseinstellungen sehr schnell und passend an veränderte Lichtverhältnisse an und auch der Autofokus stellt neue Motive zugig scharf.

Während der Filmaufzeichnung steht der gesamte Brennweitenbereich zur Verfügung und trotz der vergleichsweise empfindlichen Stereo-Mikrofone auf der Oberseite der ZR10 sind keine Bewegungsgeräusche des Objektivs zu hören. Die Linse bewegt sich während der Aufnahme nur verlangsamt - in ihrer normalen Geschwindigkeit wäre sie auch zu schnell.

Die Zeitlupen sind ordentlich und gut zu erkennen, jedoch fallen die Auflösungen so klein aus, dass sie bisher nur eine nette Spielerei sind.

HDMI-Anschluss für Full-HD-Übertragung

Das Gehäuse der Casio Exilim EX-ZR10 besteht aus Kunststoff und zeigt im Test keine Mängel bei der Verarbeitung. Um die Kamera sicher zu greifen, muss der Fotograf sie mit den Fingern nicht nur von vorne und hinten, sondern auch von oben und unten einklemmen, da die Vorder- und Rückseite alleine nicht genug Halt bieten.

Die Stromversorgung der ZR10 übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Fotos und Videos speichert die Kamera auf SD-, SDHC- und SDXC-Karten ab. Über einen HDMI-Anschluss spielt sie ihre Full-HD-Filme direkt auf Fernsehern ab. Ebenfalls zur Datenübertragung dient die kombinierte USB- und AV-Schnittstelle.

Fazit: Videos besser als Fotos

Die Casio Exilim EX-ZR10 überrascht im Test mit Videos, deren Bildqualität deutlich besser ausfällt als bei den Fotos, die sich nur im Kompaktkamera-Mittelfeld bewegen. Die Bedienung stellt auch unerfahrene Benutzer vor keine großen Hürden, könnte aber in einigen Punkten noch nutzerfreundlicher ausfallen. Die Zeitlupenfunktion erweist sich als spaßige Unterhaltung.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Casio für die Exilim EX-ZR10 liegt bei 270 Euro. Online-Händler verkaufen die Kamera im Internet derzeit für rund 250 Euro.

Bei der ZR10 handelt es sich nicht um die erste Kamera von Casio mit Highspeed-Funktion. Neben den kompakten Modellen FS10 und FH100 gehört auch die Bridgekamera FH25 in diese Kategorie.

Casio Exilim EX-ZR10
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