Casio Exilim EX-H30 im Test: 12,5-facher Zoom

HD-Filme und bis zu 1.000 Fotos mit einer Akkuladung

von Jan Johannsen

Die Casio Exilim EX-H30 verfügt über einen 12,5-fachen Zoom und einen angeblich besonders leistungsstarken Akku. Mit einer Eco-Taste aktiviert der Fotograf eine Stromsparfunktion. Die Kamera nimmt aber auch Fotos mit bis zu 16 Megapixeln Auflösung und HD-Videos auf.

Inhaltsverzeichnis

  1. 12,5-facher Zoom und 16 Megapixel auf kleiner Fläche
  2. Unkomplizierte Bedienung und einige manuelle Einstellungen
  3. Zu viele Pixel auf kleinem Raum
  4. Leistungsstarker Akku und nur eine Schnittstelle
  5. Fazit

Eine große Brennweite und eine Stromsparfunktion für extra lange Akklaufzeiten unterscheiden die Casio Exilim EX-H30 von der breiten Massen an kompakten Digitalkameras. Im Test muss die Kamera aber nicht nur mit ihrer Ausstattung, sondern auch mit Bildqualität und Bedienkomfort punkten.

Casio Exilim EX-H30

12,5-facher Zoom und 16 Megapixel auf kleiner Fläche

Casio hat sich bei der Exilim EX-H30 für einen CCD-Bildsensor in Standardgröße entschieden. Bei einer Fläche von 1/2,3 Zoll hat der Hersteller aber entgegen dem Trend bei hochwertigen Kompaktkameras die Auflösung noch einmal auf 16 Megapixel erhöht. Ein mechanischer Bildstabilisator verschiebt den Sensor, um Kamerabewegungen auszugleichen. Dem Fotografen fällt es mit seiner Hilfe bei längeren Belichtungszeiten leichter verwacklungsfreie Aufnahmen anzufertigen.

Das Objektiv der H30 verfügt über einen 12,5-fachen optischen Zoom, den Casio mit einigen digitalen Tricks sogar noch erhöht. Hiermit ist allerdings ein Qualitätsverlust bei den Aufnahmen verbunden. Umgerechnet ins Kleinbildformat reicht die reguläre Brennweite von 24 bis 300 Millimeter. Das Objektiv bewegt sich sehr schnell und auch der Autofokus stellt erkannte Motive schnell scharf.

Bei Kompaktkameras gehören die halbautomatischen und das manuelle Aufnahmeprogramm der Exilim EX-H30 nicht zum Standard. Allerdings hat der Fotograf nur bei der Belichtungszeit einen großen Spielraum, denn die Kamera verfügt nur über zwei verschiedene Blenden. Keine Einstellungen muss der Nutzer bei den 32 abgespeicherten Motivprogrammen ("Best Shot") vornehmen - in der Automatik kann er einige Belichtungseinstellungen anpassen, kann diese aber auch der Kamera überlassen.

Casio Exilim EX-H30 im Test

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Der drei Zoll Bildschirm auf der Rückseite der Kamera verfügt über eine Auflösung von 460.800 Pixeln. Die Anzeige lässt sich auch im Sonnenlicht gut erkennen und verfügt über große Blickwinkel, die vertikal und horizontal bei jeweils rund 170 Grad liegen.

Unkomplizierte Bedienung und einige manuelle Einstellungen

Zur Bedienung der Casio Exilim EX-H30 reicht die rechte Hand des Fotografen aus. Die Linke benötigt er nur, um die Kamera zu stabilisieren oder die Eco-Taste zu drücken. Mit dieser verlängert er die Akkulaufzeit, da sich der Bildschirm der Kamera verdunkelt und auch andere Kamerafunktionen ihren Energieverbrauch senken.

Die einzelnen Bedienelemente der Exilim EX-H30 weisen klare Druckpunkte auf. Mit dem Vier-Wege-Steuering auf der übersichtlichen Rückseite bewegt sich der Nutzer durch die Menüs der Kamera und ruft eine Seitenleiste mit den wichtigsten Einstellungen wie Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungskorrektur oder Fokusart auf. Mit den weiteren Tasten wechselt der Fotograf zwischen Bildwiedergabe und Aufnahmeprogramm hin und her. Zudem kann er die Videoaufnahme über eine Spezialtaste starten und gelangt in das Hauptmenü.

Das Hauptmenü der EX-H30 gliedert Casio wie bei allen seinen aktuellen Kompaktkameras in drei Bereiche für Aufnahme-, Qualitäts- und Grundeinstellungen. Die Untermenüs erstrecken sich über drei bis vier Bildschirme und wären mit einem nicht durchsichtigem Hintergrund sicherlich noch besser zu lesen. So aber verliert der Nutzer teilweise den Überblick.

Zu viele Pixel auf kleinem Raum

Mit ihrer Bildqualität bewegt sich die Casio Exilim EX-H30 im großen Kompaktkamera-Mittelfeld. So könnte zum Beispiel die Detailgenauigkeit höher ausfallen und die Farben wirken leicht verfälscht. Entsprechend fallen auch die Konturen nicht besonders deutlich und die Kontraste nicht besonders knackig aus.

Wahrscheinlich sind die 16 Megapixel einfach zu viel für die kleine Fläche des Bildsensors. Bereits bei ISO 200 ist ein deutliches Bildrauschen zu erkennen, wenn man die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Ab ISO 800 beeinträchtigt das Bildrauschen auch bei einer verkleinerten Ansicht auf ein Viertel der ursprünglichen Größe die Bildqualität deutlich.

Casio Exilim EX-H30 Testbilder

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Videos nimmt die Casio Exilim EX-H30 in HD-Auflösung auf. Die Filme verfügen über eine für bewegte Bilder ausreichende Detailgenauigkeit und natürlich wirkende Farben. Allerdings weisen die Aufnahmen einen Fehler aus den Anfangstagen der Digitalfotografie auf, der eine Seltenheit geworden ist: Blooming. Dabei strahlen sehr helle Bereiche als Streifen nach oben und unten aus.

Dem Nutzer steht beim Filmen die gesamte optische Brennweite der H30 zur Verfügung. Der Autofokus liefert in der Regel scharfe Bilder und der automatische Weißabgleich passt sich mit einer kleinen Verzögerung die Belichtungseinstellungen an veränderte Lichtverhältnisse an. Das interne Mikrofon liefert einen verständlichen Ton.

Leistungsstarker Akku und nur eine Schnittstelle

Die Casio Exilim EX-H30 steckt in einem soliden und ordentlich verarbeiteten Metallgehäuse. Auf der Vorderseite sorgt eine kleine Erhebung dafür, dass die Finger Halt finden - auf der Rückseite muss sich der Daumen allerdings selbst eine Ablagefläche suchen, da keine vorgegeben ist.

Nach Angaben von Casio soll der Akku der Exilim EX-H30 besonders leistungsstark sein und Energie für 1.000 Fotos liefern. Als Speichermedien kommen SD-, SDHC- und SDXC-Karten zum Einsatz. Bei den Anschlüssen spart der Hersteller und stattet die Kamera nur mit einer kombinierten USB- und AV-Schnittstelle aus.

Fazit

Die Casio Exilim EX-H30 kann im Test nicht auf ganzer Linie überzeugen. Während die Ausstattung durchaus Höhepunkte bietet und die Bedienung auch Einsteiger vor keine große Hürde stellt, liegt die Kamera im wichtigsten Bereich - bei der Bildqualität - nur im Mittelfeld der Kompaktmodelle.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Casio für die Exilim EX-H30 beträgt 249 Euro. Im Internet verkaufen Online-Händler die Kamera derzeit schon für rund 200 Euro.

In Sachen Bildqualität haben diese Kompaktkameras mit sehr unterschiedlicher Ausstattung in letzter Zeit überzeugendere Ergebnisse geliefert: Ricoh CX5, Canon Powershot SX230 HS, Nikon Coolpix S9100 oder die Olympus XZ-1.

Casio Exilim EX-H30
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