Größer und schneller: Dell Streak 7 im Test

Mehr Tablet als Phone

Das Dell Streak 7 bietet anders als sein Vorgänger keine Telefon-Funktion mehr, stattdessen erwartet die Nutzer ein leistungsstarkes Tablet mit Nvidias Tegra 2-Chip. Schwächen zeigen sich jedoch bei der Akku-Laufzeit und den Multimedia-Fähigkeiten.

Mit dem Streak 7 präsentiert Dell einen Nachfolger zu seinem ersten Tablet Streak. War der Vorgänger noch ein Mix aus Smartphone und Tablet ist das Streak 7 nun klar als reiner Tablet-PC positioniert. Auf eine Telefon-Funktion muss der Nutzer daher beispielsweise verzichten. Dafür erhält er aber ein Tablet mit Dual-Core-Prozessor zu einem vergleichsweise geringen Preis.

Dell Streak 7

Abstriche bei der Verarbeitung müssen die Nutzer dabei nicht hinnehmen. Das Streak 7 fühlt sich in der Hand äußerst wertig an. Allerdings entpuppte sich die Rückseite im netzwelt-Test trotz des leicht angerauten Profils als etwas rutschig. Optisch hat sich gegenüber dem Dell Streak wenig geändert, fast entsteht der Eindruck, Dell habe den  fünf Zoll großen Vorgänger lediglich auf die Streckbank gelegt.

Technisch gibt es dagegen einige Neuerungen: Unter der Haube werkelt nun statt eines Qualcomm-Prozessors Nvidias Tegra 2-Chip, der auch in den meisten aktuellen Honeycomb-Tablets zum Einsatz kommt. Die Frontkamera bietet nun eine maximale Auflösung von 1,3 Megapixeln. Der interne Speicher des Modells ist 16 Gigabyte groß, per Speicherkarte kann dieser um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden. Das Dell Streak 7 akzeptiert dabei SD-, MMC-, SDHC-Speicherkarten.

Kein Riesen-Smartphone mehr

Wurde das Dell Streak aufgrund der Größe und seiner Telefonfunktion noch teils als Riesen-Smartphone verspottet, ist das Dell Streak 7 ein reiner Tablet-Computer. Zwar haben Bastler bereits eine versteckte Telefon-Funktion ausgemacht. Allerdings funktioniert diese nicht, kann aber möglicherweise über Tricks aktiviert werden.

Voice-over-IP-Dienste können aber selbstverständlich noch genutzt werden. Auch Videotelefonate sind dank Frontkamera möglich - entsprechende Software vorausgesetzt. Ein Headset mit Mikrofon legt Dell bereits bei. Allerdings lässt sich dieses nicht an die Ohrform des jeweiligen Nutzers anpassen und sitzt daher mitunter ziemlich unbequem.

Zu klein für Honeycomb?

Trotz der Fokusierung auf die Nutzung als Tablet-PC läuft das Dell Streak 7 nicht mit der für Tablet-PCs optimierten Android-Version 3.0, sondern mit der für Smartphone ausgelegten Version 2.2. Gerüchten zufolge soll Google derzeit den Einsatz von Honeycomb auf 7 Zoll-Tablets untersagen, da das System für diese Größe noch nicht angepasst sei. Ob es ein Update geben wird, ist daher noch unklar.

Dells Nutzeroberfläche "Stage" ähnelt aber ein wenig Googles Honeycomb. Stage bietet sieben thematische Startbildschirme, die der Nutzer eingeschränkt konfigurieren kann. Sie bieten beispielsweise schnellen Zugriff auf die installierten Apps, die zuletzt besuchten Webseiten oder alle gespeicherten Fotos.

Tegra 2-Chip macht dem Streak 7 Beine

Dank des Tegra 2-Prozessors ist das Streak 7 äußerst leistungsstark. Spiele, Apps und Internet-Seiten öffnen sich fix und sogar das Zocken mit konsolenähnlicher Grafik ist möglich - vorausgesetzt die Spiele sind auf den Tegra 2-Chip optimiert. Allerdings gibt es bislang nur wenige Apps für Android 2.2, die von der Rechenpower des Prozessors Gebrauch machen.

Ein Schwachpunkt im Test war beim Dell Streak 7 ganz klar der Akku. Je nach Nutzungsintensität ruft das Streak 7 schnell nach einem Stromanschluss. Die Akkulaufzeit liegen zwar über denen durchschnittlicher Smartphones, erreichen aber bei Weitem nicht das Niveau des iPad 2.

Schwächen im Bereich Multimedia

Schwächen zeigt das Dell Streak 7 auch im Bereich Multimedia. Die Wiedergabe von Videos in HD-Qualität ist aufgrund der geringen Display-Auflösung von 800 x 480 Pixeln nur bedingt möglich. Videoclips kann der Nutzer dafür aber mit der Kamera des Dell Streak 7 in HD-Qualität aufnehmen (720p). Die Bildqualität der Kamera ist ausreichend, der Auslöser reagiert aber sehr langsam.

Für ordentlichen Klang sorgen Stereolautsprecher, die Dell an den Seiten des Gerätes angebracht hat. Diese haben einen guten Klang und sind so platziert, dass der Nutzer sie selten verdecken sollte. Bei voller Lautstärke scheppern die Lautsprecher bauartbedingt deutlich. Dem vorinstallierten Media Player fehlt zudem eine Equalizer-Funktion.

Zubehör, Ökosystem und Schnittstellen

Ebenfalls fehlen dem Streak 7 einige Schnittstellen. Wie andere Hersteller setzt Dell auf eine Schnittstelle Marke Eigenbau. Zur Verbindung mit dem PC wird ein Adapterkabel auf USB benötigt. Ein entsprechendes Adapterkabel auf HDMI fehlt. Dell hat lediglich noch ein Autoladekabel im Angebot. Das weitere Zubehör ist Standard - Dell bietet hier unter anderem eine Schutzhülle und eine Dockingstation an.

Um dem Nutzer ein umfassendes Ökoystem bieten zu können kooperiert Dell mit anderen Anbietern: eBooks und MP3s kann der Nutzer über Amazon beziehen, Spiele gibt es im Android Market oder über die bereits vorinstallierte Tegra Zone. Zeitschriften dagegen beziehen Nutzer über die Zinio Reader-App. An weiteren Diensten hat Dell unter anderem eine Backup- und Synchronisationsdienst sowie die Navigationssoftware CoPilot - hiervon allerdings nur eine Testversion.

Preise und Versionen

Dell bietet das Streak 7 aktuell in einer reinen WLAN-Version und in einer 3G-Variante an. Der interne Speicher ist bei beiden Modellen jeweils 16 Gigabyte groß. Die WLAN-Variante kostet dabei 349 Euro, das 3G-Modell 399 Euro. Der Vorgänger kostet dagegen je nach Modell rund 200 Euro mehr. Im Netz ist das Streak 7 teilweise 20 bis 30 Euro günstiger als bei Dell selbst erhältlich.

Fazit

Das Dell Streak 7 hinterließ im netzwelt-Test, abgesehen von der schwachen Akkulaufzeit, einen guten Eindruck. Multimedia-Enthusiasten sollten aber lieber die Finger vom Streak 7 lassen, für preisbewusste Nutzer kann das Gerät angesichts des vergleichsweise geringen Preises dagegen ein echtes Schnäppchen sein - vorausgesetzt sie wollen keine Filme in HD-Qualität genießen, sondern nur Surfen, Mailen und das ein oder andere Spiel spielen.

DELL Streak 7
9
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DELL Streak 7 Benchmarks
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 1436
Prozessor (CPU Mark) 3,050
Speicher (Mem Mark) 1,156
Festplatte (Disk Mark) 1,351
2D (2D Mark) 2,552
2D (3D Mark) 646

Das für die Passmark-Benchmarks genutzte DELL Streak 7 hat ein ARMv7 Prozessor rev 0 (v7l) mit 2 Kernen und 363.7 MB RAM.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Dell, Nvidia, Smartphone, Tablet-PC, Dell Streak und DELL Streak 7.

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DELL Streak 7 im Zeitverlauf
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  • Dell Streak 7: Tegra 2-Tablet ab 379 Euro erhältlich

    14.04.2011 Dell erweitert seine Tablet-Reihe um ein sieben Zoll großes Modell. Das Android-Tablet trägt den Namen Dell Streak 7 und ist ab sofort in Deutschland erhältlich. Die WLAN-Variante mit 16 Gigabyte internem Speicher kostet dabei 379 Euro. Noch im Laufe des Frühjahrs soll auch eine 3G-Variante folgen.

    Angetrieben wird das Dell Streak 7 von Nvidias Tegra 2-Chip, der in den meisten Android-Tablets der neuen Generation zum Einsatz kommt. Der Chipsatz zeichnet sich dabei durch einen mit einem Gigahertz getakteten Dual-Core-Prozessor aus. Als Betriebssystem kommt die Android-Version 2.2 mit dem Codenamen Froyo zum Einsatz. Sie ist überzogen mit Dells eigener Nutzeroberfläche Stage. Im Laufe des Jahres soll auch ein Synchronisationsdienst für Stage erscheinen, dann können Nutzer Fotos, Kontakte und Kalenderdaten auf ihrem Tablet und heimischen PC abgleichen. Auf der CES in Las Vegas hat Dell zudem ein Update auf die für Tablets optimierte Android-Version 3.0 angekündigt.

    Die weitere technische Ausstattung ähnelt dem kleinen Bruder Dell Streak. Wie der fünf Zoll große Vorgänger weist das Dell Streak 7 zwei Kameras auf. Jeweils eine auf der Vorder- und Rückseite des Gerätes. Die Kamera auf der Voderseite hat dabei eine Auflösung von maximal 1,3-Megapixel, das Modell auf der Rückseite nimmt Bilder maximal mit fünf Megapixeln auf.

    Auch die Display-Auflösung hat sich trotz der Vergrößerung des Bildschirms nicht geändert und liegt weiterhin bei 800 x 480 Pixeln. Dell verbaut aber beim Display Gorilla Glas, das besonders kratzfest sein soll. Zudem unterstützt das Tablet bei WLAN-Verbindungen nun auch den schnellen n-Standard und der interne Speicher lässt sich jetzt per Speicherkarte erweitern.

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