Canon EOS 1100D im Test: Sehr günstige Einsteiger-DSLR

Großer Bildsensor, kleiner Bildschirm und nur HD-Videos

von Jan Johannsen

Für den Einstieg in die Spiegelreflexfotografie bietet sich die Canon EOS 1100D nicht nur wegen ihres niedrigen Preises an. Die Kamera verfügt über eine einfache Bedienung und bei der Ausstattung hat der Hersteller kostspielige und nicht grundlegende Teile weg gelassen - die Bildqualität kann trotzdem überzeugen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kleine Auflösung mit geringem Bildrauschen
  2. Von manueller Kontrolle bis zu Szenenprogrammen
  3. Zwei Anschlüsse müssen genügen
  4. Fazit: Günstig, geringe Ausstattung, gute Bilder

Bei der EOS 1100D hat Canon an der Preisschraube gedreht und eine Einsteiger-Spiegelreflexkamera zusammengebaut, die für unter 500 Euro erhältlich ist. Obwohl der Hersteller bei der Ausstattung gespart hat, überzeugt die Kamera mit den Kernkompetenzen Bildqualität und Bedienung.

Canon EOS 1100D

Kleine Auflösung mit geringem Bildrauschen

Canon stattet die EOS 1100D mit einem CMOS-Bildsensor im APS-C-Format aus. Mit einer Fläche von 22,2 x 14,7 Millimetern ist er ähnlich groß wie die Sensoren in Mittelklasse- und Profimodellen, verfügt aber über eine geringere Auflösung von 12,2 Megapixeln.

Trotz der geringeren Auflösung überzeugt die EOS 1100D mit einer Top-Bildqualität. Die Aufnahmen weisen eine sehr hohe Detailgenauigkeit auf - in der Folge sind die Konturen klar und deutlich zu erkennen. Die Farbwiedergabe wirkt natürlich und Kontraste verarbeitet die Kamera angenehm.

Zusätzlich zeichnet sich die Canon EOS 1100D durch die Rauscharmut ihrer Bilder aus. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 800 lässt sich ein leichtes Bildrauschen erkennen, wenn der Fotograf die Fotos in Originalgröße betrachtet. Verkleinert eignen sich die Aufnahmen sogar noch mit ISO 3.200 für den privaten Gebrauch. Erst bei ISO 6.400 führen die Bildstörungen zu falsch dargestellten Farben.

Canon EOS 1100D Testbilder

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Videos nimmt die EOS 1100D in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Auch die Filme überzeugen mit einer hohen Detailgenauigkeit, natürlich wirkenden Farben und einem geringen Bildrauschen. Der automatische Weißabgleich passt die Belichtungseinstellungen schnell an veränderte Lichtverhältnisse an.

Das interne Mikrofon der EOS 1100D nimmt einen gut verständlichen Ton auf, befindet sich aber an der Frontseite der Kamera. Spricht der Fotograf hinter der Kamera, ist er kaum zu hören. Der Nutzer muss das Motiv vor dem Start der Videoaufzeichnung scharf stellen, da der Autofokus während der Aufnahme nicht zur Verfügung steht. Filme nimmt die DSLR immer mit automatisch ausgewählter Lichtempfindlichkeit, Blende und Verschlusszeit auf.

Von manueller Kontrolle bis zu Szenenprogrammen

Neben einer Vollautomatik bietet die Canon EOS 1100D die typischen Aufnahmeprogramme einer Spiegelreflexkamera. Den manuellen Aufnahmemodus sowie die Programm-, Zeit- und Blendenautomatik ergänzt sie mit fünf Szenenprogrammen für typische Fotomotive: Porträt, Landschaft, Makro, Sport und Nachtporträt.

Der Fotograf erreicht alle Bedienelemente der EOS 1100D mit den Fingern der rechten Hand, so dass er mit der Linken nur noch das Objektiv kontrollieren muss. Die Spiegelreflexkamera bietet dem Nutzer mehrere Wege, Einstellungen zu verändern. Mit dem Drehrad oben auf dem Batteriegriff verstellt er zum Beispiel die Blende und die Belichtungszeit - sofern das ausgewählte Aufnahmeprogramm dies zulässt.

Über Direktwahltasten hat der Fotograf schnellen Zugriff auf die Belichtungskorektur, die Lichtempfindlichkeit, den Weißabgleich und den Selbstauslöser. Diese und weitere Aufnahmeeinstellungen verstellt er nach einem Druck auf die "Q"-Taste über eine grafische Oberfläche auf dem Bildschirm der Kamera. Im durch farbige Reitern gegliederten Hauptmenü passt der Anwender die Grundeinstellungen an.

Abgesehen von den zwei Zoom-Tasten zum Vergrößern und Verkleinern des Bildausschnitts, die sich schwammig anfühlen, bieten alle Tasten deutliche Druckpunkte.

Canon EOS 1100D im Test

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Der 2,7 Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der Canon EOS 1100D verfügt über eine Auflösung von 230.000 Pixeln. Er zeigt nicht nur die verschiedenen Menüs der Kamera an, sondern dient auch zur Bildkontrolle und ergänzt mit seiner Livebild-Funktion den optischen Sucher. Seine Betrachtungswinkel fallen mit jeweils rund 60 Grad pro Blickrichtung mittelmäßig aus.

In der Regel dürfte aber der optische Sucher der EOS 1100D bei der Auswahl des Motivs zum Einsatz kommen. Er fällt ein wenig kleiner aus als bei anderen Spiegelreflexkameras. Unterhalb des Bildausschnitts zeigt er die aktuellen Werte von Blende, Lichtempfindlichkeit, Belichtungszeit und -korrektur an.

Der Autofokus der Canon EOS 1100D verfügt über neun AF-Sensoren und stellt Motive sehr schnell scharf. Über einen Bildstabilisator verfügt das Kameragehäuse nicht. Diese befinden sich bei den Spiegelreflexkameras von Canon jao ohnehin im Objektiv und nie in der Kamera.

Zwei Anschlüsse müssen genügen

Das Gehäuse der EOS 1100D besteht nach Angaben von Canon aus Edelstahl und glasfaserverstärktem Polykarbonat. Von außen betrachtet lässt sich jedoch nur Kunststoff erkennen, der nicht so robust wirkt wie bei teureren Modellen, aber trotzdem einwandfrei verarbeitet ist.

Wie alle Spiegelreflexkameras hält der Fotograf auch die EOS 1100D am Batteriegriff sicher in der Hand. Die Einschübe für eine SD-, SDHC- oder SDXC-Speicherkarte sowie für den Lithium-Ionen-Akku befindet sich an der Unterseite der Kamera. An ihrer linken Seite befinden sich ein HDMI- und ein USB-Anschluss sowie eine Buchse zum Anschließen einer Fernbedienung.

Fazit: Günstig, geringe Ausstattung, gute Bilder

Die Canon EOS 1100D eignet sich sehr gut für erste Schritte in der Spiegelreflexfotografie. Sie überfordert den Nutzer nicht mit einer umfangreichen Ausstattung und Bedienung, bietet ihm aber trotzdem die Möglichkeit, die Belichtungseinstellungen manuell zu bestimmen. Zudem liefert sie Aufnahmen mit einer sehr guten BiIdqualität ab.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die EOS 1100D in der getesteten Kit-Variante mit einem 18-bis-55-Millimeter-Objektiv beträgt 549 Euro. Online-Händler verkaufen das Set derzeit für rund 460 Euro. Das Gehäuse alleine ist schon für rund 380 Euro erhältlich.

Ebenfalls gut für Einsteiger geeignet, aber umfangreicher ausgestattet und teurer ist die Canon EOS 600D. Als günstige Alternativen bieten sich darüber hinaus die Nikon D3100, die Pentax K-r sowie die Sony Alpha 450 an.

Canon EOS 1100D
Canon EOS 1100D Alternativen

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