Aufgeklappt: Sony Tablet P im Kurztest

Interessantes Konzept

Ungewöhnlicher Formfaktor, zwei klappbare Displays - ohne Frage, das Sony Tablet P zählt zu den interessanteren Tablet-Neuheiten auf der IFA. Bis zum Marktstart Mitte November sollte Sony aber noch ein wenig an der Software schrauben, findet netzwelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Doppel-Display-Konzept mit Schwächen
  2. Typische Honeycomb-Probleme
  3. Technisch ebenbürtig
  4. Fazit und Einordnung
  5. Benchmarks

"Es ist nicht wichtig, wer als erster mit einem Tablet auf den Markt kommt, sondern wer mit dem besten Tablet auf dem Markt kommt", sagte Sony-Chef Sir Howard Stringer bei der Vorstellung der Sony-Tablets S und P - markige Worte. Ob das Sony Tablet P das beste Tablet auf den Markt ist, wird dieser Kurztest noch nicht beantworten können. Fest steht jedoch: Das Gerät ist interessanter als manch andere Tablet-Neuheit auf der IFA.

Sony-Manager Kazuo Hirai mit den beiden Tablets des Unternehmens.
Sony-Manager Kazuo Hirai mit den beiden Tablets des Unternehmens.

Denn Sony wählt einen ungewöhnlichen Formfaktor und ein eigenwilliges Konzept. Im Tablet-Bereich sind derzeit Bildschirm-Größen zwischen 7 und 10 Zoll üblich. Das Sony Tablet P misst aber nur 5,5 Zoll. In dieser Größenordnung hat bislang nur Dell mit dem Streak ein Tablet im Angebot, dass mittlerweile durch ein 7-Zoll-Modell ersetzt wurde. Sony glaubt trotz des kleinen Displays an einen erfolgreichen Marktstart des Tablet P. Denn schließlich bietet dieses gleich zwei 5,5 Zoll-Displays, die sich um bis zu 180 Grad umklappen lassen, so dass der Nutzer bei Bedarf praktisch ein 11 Zoll-Tablet-Display in der Hand hat: Genug Platz, um Webseiten und Dokumente wie am Computer zu lesen - sagt Sony.

Doppel-Display-Konzept mit Schwächen

In der Praxis stört aber ein mehrere Zentimeter dicker Rand zwischen beiden Displays das Lese- und Surfvergnügen und beim Ausprobieren kam der Wunsch auf, die Anzeige der Displays beliebig konfigurieren zu können, etwa einen Screen abzuschalten und Webseiten nur auf einen Bildschirm anzeigen zu lassen. Dies ist derzeit aber nur bei bestimmten Apps, etwa Kalender, oder im E-Mail-Client möglich. Eine Ausdehnung auf weitere Apps ist laut Aussage eines Sony-Mitarbeiters am Stand derzeit nicht geplant. Dabei würde dies viele interessante Möglichkeiten eröffnen, etwa "echtes Multitasking": Ein Display zeigt die Lieblings-Webseite, auf dem anderen ist gerade die E-Mail-App geöffnet.

Wirklich nützlich ist der Dual-Screen also derzeit nur bei manchen Apps. So verwandelt sich der untere Bildschirm beim Spielen von Crash Bandicoot beispielsweise in einen virtuellen PlayStation-Controller und macht das Tablet P zum vollwertigen Handheld. Die Steuerung ist hier deutlich besser gelungen als bei anderen virtuellen Controllern. Ebenso ist das Tablet P als Netbook-Ersatz nutzbar, wenn das untere Display sich beim Schreiben in eine virtuelle Tastatur verwandelt. Allerdings ist auch in diesen Apps die funktionelle Display-Aufteilung nicht immer konsequent umgesetzt: Die Schulter-Tasten des virtuellen PlayStation-Controller wurden bei Crash Bandicoot beispielsweise auf dem oberen Display angezeigt.

Typische Honeycomb-Probleme

Trotz des späten Markteinstiegs sind auch die Sony-Tablets nicht von den typischen Honeycomb-Kinderkrankheiten geheilt. Selbst mit dem aktuellen Honeycomb 3.2 erkennen die meisten Webseiten das Tablet als Smartphone und wechseln in die Mobile-Ansicht. Zur Desktop-Ansicht kommt der Nutzer dann nur durch händisches Umstellen - nervig.

Auch passt Sony die Belegung der Lautstärke-Regler nicht an die Display-Ausrichtung an, so dass der Nutzer beim Drücken der Tasten umdenken muss, wenn er das Tablet P hochkant hält. Hinzu kommt, dass die Lautstärke-Regler und auch der microUSB-Anschluss aufgrund der etwas unglücklichen Platzierung am Gerät nur schwer zu erreichen sind.

Technisch ebenbürtig

Technisch gesehen ist das Tablet P dagegen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Nvidias Tegra 2-Chip sorgt für ordentlich Rechenpower und der Touchscreen liefert satte Farben und reagiert schnell und genau auf Fingereingaben.

Wer zudem nicht Smartphone und Tablet mit sich herumtragen will, darf auf eine Telefon-Funktion hoffen. Darauf weist zumindest eine SMS-App hin, die auf dem Testgerät vorinstalliert, aber gut versteckt war.

Fazit und Einordnung

Das Tablet P ist von den beiden vorgestellten Sony-Tablets sicherlich das interessantere Modell. Ganz neu ist das Konzept von zwei klappbaren Bildschirmen nicht. Im Gaming-Bereich bietet beispielsweise Nintendos Handheld DS auch zwei Displays, wovon allerdings nur einer ein Touchscreen ist. Im Tablet-Bereich hat Acer mit dem Iconia bereits ein Gerät mit zwei Touchscreens vorgestellt, ebenso Toshiba mit dem Modell Libretto W100.

Umso ärgerlicher, dass Sony das Konzept nicht weiterentwickelt hat und eine freie Konfiguration der beiden Displays ermöglicht. Auch die typischen Honeycomb-Probleme nervten netzwelt im Kurztest. Bis zum Markstart Mitte November ist aber noch etwas Zeit, um an der Software zu schrauben, denn das Tablet P hat trotz der genannten Schwächen durchaus Potential.

Sony Tablet P
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Sony Tablet P Benchmarks
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 1399
Prozessor (CPU Mark) 3,636
Speicher (Mem Mark) 1,063
Festplatte (Disk Mark) 3,160
2D (2D Mark) 2,203
2D (3D Mark) 479

Das für die Passmark-Benchmarks genutzte Sony Tablet P hat ein ARMv7 Prozessor rev 0 (v7l) mit 2 Kernen und 738.1 MB RAM.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Android, IFA, Messe, Smartphone, Sony, Tablet-PC und Sony Tablet P.

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Sony Tablet P im Zeitverlauf
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  • Sony Tablets der P- und S-Serie erhalten Android 4.0

    22.03.2012 Sony hat angekündigt, die Tablet-PCs der P- und S-Serie auf Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich zu aktualisieren. Durch das Update erhalten die mobilen Rechner einige neue Funktionen. Das Unternehmen nutzt die Gelegenheit der Aktualisierung zudem, um die Tablets mit weiteren eigenen Neuerungen auszurüsten.

    Zu den neuen Funktionen, die für alle Ice Cream Sandwich-Geräte bereitstehen, und somit auch für die Sony Tablets der P- und S-Serie, gehören eine neue Nutzeroberfläche oder auch die Möglichkeit, Smartphone oder Tablet via Gesichtserkennung zu entsperren.

    Zusätzlich zu den Neuerungen, die das Firmware-Update mit sich bringt, wird Sony auch neue beziehungsweise aktualisierte eigene Apps zeitgleich zur Verfügung stellen.

    Der "BD Recorder" ermöglicht es beispielsweise, aufgezeichnete Fernsehsendungen oder auch laufende Shows auf dem Sony-Tablet verfolgen zu können. Voraussetzung ist eine Verbindung zum Heimnetzwerk, die Durchführung des Android 4.0-Updates sowie die Installation des Sony Programms "RECOPLA", das bisher nur in einer Beta-Version vorliegt.

    Außerdem ergänzt Sony die Funktion, Anwendungen in einem kleineren Fenster ausführen zu können. So soll es beispielsweise möglich sein, in einer minimierten Ansicht mit Freunden in einem Sozialen Netzwerk zu chatten und gleichzeitig im Internet zu recherchieren.

    Für Japan kündigte das Unternehmen das Update auf Ice Cream Sandwich inklusive der Sony-eigenen Neuerungen für Ende April an, ob die Aktualisierung auch hierzulande im gleichen Zeitraum erfolgt, ist noch nicht bekannt. Eine entsprechende Anfrage bei Sony läuft. Das Tablet P im Kurztest finden Sie hier auf netzwelt. Ein Testbericht zum S-Modell steht unter folgendem Link bereit.

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