Neuauflage: Samsung Galaxy Tab 7.7 im Kurztest

Dünner, leichter, besser

Mit dem Galaxy Tab 7.7 kombiniert Samsung die Funktionsvielfalt des Galaxy Tabs mit dem Design und der Software des Galaxy Tab 10.1. Zumindest auf den ersten Blick eine gelungene Mischung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Telefon als Mini-App
  2. Endlich Super-AMOLED
  3. Technisch runderneuert
  4. Preis und Verfügbarkeit
  5. Fazit
  6. Datenblatt

Vor einem Jahr enthüllte Samsung auf der IFA 2010 mit dem Galaxy Tab den ersten ernsthaften Konkurrenten für Apples iPad. In der Zwischenzeit ist Samsung dem Rivalen mit dem Galaxy Tab 10.1 und Galaxy Tab 8.9 nicht nur technisch, sondern auch vom Design noch näher gekommen, vielleicht sogar zu nah - Apple sieht sein geistiges Eigentum verletzt und klagt vor Gericht. Samsung legt unterdessen sein Erst-Tablet neu auf - das Galaxy Tab 7.7 beindruckt im netzwelt-Kurztest mit lupenreiner Verarbeitung und hoher Funktionsvielfalt.

Denn anders als beim Galaxy Tab 10.1 und dem Galaxy Tab 8.9 bietet das Galaxy Tab 7.7 wieder wie das ursprüngliche Galaxy Tab eine Telefon-Funktion und die Möglichkeit, den Speicher per microSD-Karte zu erweitern - beides Dinge, die mit Apples iPad noch nie möglich waren und die wohl auch die nächste iPad-Generation nicht unterstützen wird.

Telefon als Mini-App

Die Telefon-Funktion war auf den Testgeräten in den IFA-Hallen noch nicht implementiert. Hinter verschlossenen Türen konnte netzwelt zwar schon einen Blick auf diese werfen, durfte aber keine Fotos machen. Samsung hat die Telefon-App dabei als so genannte Mini-App in die Touchwiz-Oberfläche integriert. Das bietet den Vorteil, dass der Nutzer die Telefon-Tastatur stets aufrufen kann, auch wenn er sich gerade in einem Spiel oder einer anderen Vollbild-App befindet. Die Telefon-Tastatur legt sich dann einfach als "Fenster" über die laufende App.

Samsung Galaxy Tab 7.7

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Unklar ist noch, ob auch die SMS-App auf diese Weise in die Oberfläche integriert wird. Ansonsten lief auf den Testgeräten die vom Galaxy Tab 10.1 bekannte Touchwiz-Oberfläche, große Änderungen konnte netzwelt nicht ausmachen. Allerdings läuft das Galaxy Tab 7.7 bereits ab Werk mit Android 3.2, das Galaxy Tab 10.1 dagegen mit Android 3.1. Für Unternehmen bietet Samsung ähnlich wie beim Galaxy Note eine Reihe von Service-Leistungen an, die Android für den Einsatz im Betrieb fit machen sollen.

Endlich Super-AMOLED

Das Galaxy Tab 7.7 darf aktuell nicht in Deutschland verkauft werden.
Das Galaxy Tab 7.7 darf aktuell nicht in Deutschland verkauft werden.

Als Samsung auf der IFA 2010 das Galaxy Tab präsentierte, herrschte zunächst kurze Zeit Ernüchterung im Saal vor. Statt eines Super-AMOLED-Displays, wie im erfolgreichen Smartphone Galaxy S, kam nur ein herkömmliches LC-Display im Tab zum Einsatz. Auch bei den weiteren Modellen Galaxy Tab 10.1 und Galaxy Tab 8.9 griff Samsung nicht auf die hauseigene Displaytechnologie zurück. Nun ist es aber endlich soweit: Das Galaxy Tab 7.7 ist der erste Tablet-PC mit Super-AMOLED-Plus-Display. Das verspricht satte Farben vor allem bei Videos und Bildern - um es kurz zu machen: Im Kurztest hielt das Display, was es verspricht.

Wer befürchtet, dass die Abmessungen des Tablet-PCs analog zum Display um 0,7 Zoll gewachsen sind, kann beruhigt sein. Die Abmessungen sind nahe zu identisch: In der Höhe sind lediglich 6 Millimeter, in der Breite nur 12 Millimeter hinzugekommen - Samsung hat im Wesentlichen nur den Display-Rand verkleinert. Zudem ist das Galaxy Tab 7.7 dünner als der Vorgänger und auch als die ultradünnen Nachfolger Tab 10.1 und Tab 8.9. In der Tiefe misst das Samsung-Gerät nur noch 7,9 Millimeter und ist damit ähnlich dünn wie Toshibas AT-200, das ebenfalls auf der IFA vorgestellt wurde.

Diese Abmessungen dürften den Apple-Designern in Cupertino vielleicht einige schlaflose Nächte bereiten. Ganz nebenbei hat Samsung das Gewicht von 380 Gramm auf 335 Gramm gedrückt. Das hässliche Kunststoffgehäuse ist zudem einem schicken Metallgehäuse gewichen.

Technisch runderneuert

Auch sonst zeigt sich das Galaxy Tab 7.7 technisch auf dem neuesten Stand: Statt Nvidias Tegra 2 setzt Samsung auf einen hauseigenen Dual-Core-Prozessor, der bereits im Smartphone-Flaggschiff Galaxy S2 zum Einsatz kommt.

Dort taktet er mit 1,2 Gigahertz, im Tab 7.7 dagegen mit 1,4 Gigahertz. Alle aktuellen Funkstandards und der neue WiFi-Direct-Standard werden natürlich ebenfalls unterstützt. Auch den Akku hat Samsung vergrößert. Er hat nun eine Kapazität von 5.100 Milliamperestunden. Die Batterie des ursprünglichen Galaxy Tab bot eine Kapazität von 4.000 Milliamperestunden. Die Vergrößerung war wohl auch wegen des Super-AMOLED-Plus-Displays vonnöten. Austauschen lässt sich der Energiespeicher leider nicht.

Preis und Verfügbarkeit

Angaben zu Preisen und Verfügbarkeiten sind bei Samsung-Produktvorstellungen zumeist immer vage. Auch zum Galaxy Tab 7.7 war dem Unternehmen noch keine absoluten Aussagen zu entlocken. Das hat dieses Mal auch spezielle Gründe. Aufgrund des Rechtstreits mit Apple und der ausstehenden Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf am 9. September steht derzeit noch nicht fest, ob das Galaxy Tab 7.7 hierzulande überhaupt erscheint. Darauf wies auch ein Aufkleber auf den Demogeräten am Messe-Stand hin.

Preislich soll das Galaxy Tab 7.7 zwischen dem Smartphone Galaxy S2 und dem 10-Zoll-Tablet Galaxy Tab 10.1 liegen. Für diese veranschlagt Samsung 649 Euro beziehungsweise 629 Euro. Allerdings dürfte das Super-AMOLED-Plus-Display laut Aussagen aus Unternehmenskreisen den Preis etwas in die Höhe treiben. Keinenfalls will Samsung aber wieder mit einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) von 799 Euro wie beim Galaxy Tab 2010 schockieren. Daher wird das Galaxy Tab 7.7 Simlock-frei wohl maximal 700 Euro kosten.

Fazit

Samsung kombiniert beim Galaxy Tab 7.7 die Stärken des ursprünglichen Galaxy Tab (Funktionsvielfalt, erweiterbarer Speicher) mit denen des Galaxy Tab 10.1 (Android und Touchwiz für Tablets optimiert, dünnes und leichtes Design) und mixt die aktuellste Samsung-Technik (1,4-Gigahertz-Dual-Core-Prozessor und Super-AMOLED-Plus-Display) hinzu. Ein Rezept, das Appetit auf mehr macht. Der Verkaufserfolg könnte aber noch an einer überzogenen UVP oder zumindest in Deutschland an einer Gerichtsentscheidung scheitern - was äußerst schade wäre.

Das Samsung Galaxy Tab 7.7 ist in Deutschland noch nicht erhältlich. Mit dem Galaxy Tab 7.0 Plus N hat der Hersteller aber ein ähnliches Modell hierzulande im Angebot.

Samsung Galaxy Tab 7.7

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Smartphone
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Links zum Thema
Samsung Galaxy Tab 7.7 im Zeitverlauf
1 von 7
  • Gerichtsurteil: Verkaufsverbot für das Samsung Galaxy Tab 7.7

    24.07.2012 Samsungs kleiner Tablet-Rechner darf in Europa nicht mehr verkauft werden. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht entschieden. Das Urteil markiert einen Teilerfolg für Apple, aber nicht auf ganzer Linie.

    Im weltweiten Streit um Design-Muster kann Apple einen Teilerfolg verbuchen. Am heutigen Dienstag gab der 20. Zivilsenat des Düsseldorfer Oberlandesgericht dem Unternehmen aus Cupertino recht und bestätigte damit den Vorwurf gegenüber Samsung, die Südkoreaner kopierten mit dem kleinen Tablet-Rechner Galaxy Tab 7.7 das Design des iPad. "Das 'Galaxy Tab 7.7' ahmt insbesondere mit der Gestaltung der Rückseite und der Seiten - anders als das 'Galaxy 10.1' - das Apple-Gemeinschaftsgeschmacksmuster in unzulässiger Weise nach", heißt es in einer Pressemitteilung des Oberlandesgerichts.

    Das Urteil der Juristen bezieht sich auf den Vertrieb in der europäischen Union (außer Deutschland). Das Oberlandesgericht geht damit andere Wege als das Landgericht Düsseldorf, das ein europaweites Verbot ablehnte, weil die rechtlich selbständige deutsche Tochter keine Niederlassung im Sinne der Gemeinschaftsgeschmacksmusterverordnung sei. Das sieht das Oberlandesgericht jedoch anders.

    Das Landgericht Düsseldorf hatte den deutschen Vertrieb des Tablets bereits in einem Urteil vom Oktober 2011 untersagt

    Allerdings markiert das aktuelle Urteil des Oberlandesgerichts keinen Sieg gegen Samsung auf ganzer Linie, denn Apple scheiterte mit der Design-Klage gegen das 10,1-Zoll-Tablet Galaxy Tab 10.1N. Das Gerät sei weder eine unerlaubte Nachahmung noch verletze es Gemeinschaftsgeschmacksmuster, urteilte das Gericht. Damit bestätigte das Oberlandesgericht hier die landgerichtliche Entscheidung. Der Flachrechner darf in Deutschland also weiterhin verkauft werden. Apple versuchte, ein Verbot für den Verkauf durchzusetzen.

    Das Urteil ist Teil einer ganzen Reihe von Klagen und Gegenklagen zwischen Apple und Samsung. Dabei geht es um Designmuster und angebliche Patentverletzungen. Samsung musste etwa das Galaxy Tab 7.7 im letzten Jahr vom Messestand auf der Internationalen Funkausstellung entfernen, weil Apple eine einstweilige Verfügung durchsetzen konnte.

    Das Unternehmen aus Cupertino strebte auch gegen das Galaxy Tab 10.1 N ein Verkaufsverbot an, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Danach legte Apple Berufung ein. Das Samsung Galaxy Tab 10.1 N ist eine abgewandelte Version des Galaxy Tab 10.1. Samsung musste den Flachrechner in veränderter Form auf den Markt bringen, nachdem Apple ein Verbot erwirken konnte. Die Urteile in diesen Rechtsstreitigkeiten wurden allesamt in Düsseldorf gesprochen.

    Netzwelt hat die Geräte, um die sich die Rechtsstreitigkeiten drehen, bereits getestet. Einen Test des Samsung Galaxy Tab 7.7 finden Sie hier; was das Galaxy Tab 10.1N bringt, beleuchtet dieser Text. Einen Test von Apples neuem iPad mit Retina-Display können Sie hier abrufen.

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