Fusion Garage Grid 10 im Kurztest: Der etwas andere Tablet-PC

Nachfolger für das Crunchpad aka Joojoo

Mit dem Grid 10 wagt Fusion Garage einen neuen Versuch im Tablet-Markt. Zum Erfolg soll dem Modell dabei ein auf Android basierendes Betriebssystem names Grid OS und ein äußerst attraktiver Preis helfen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Intuitive Bedienung
  2. Keine physikalischen Tasten
  3. Grid OS mit Android-Wurzeln
  4. Technische Daten: Grid 10 portabler als Joojoo
  5. Konnektivität
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit

Fusion Garage bringt mit dem Grid 10 seinen zweiten Tablet-PC auf den Markt. Noch vor dem Hype um iPad und Co. veröffentlichte das Unternehmen aus Singapur 2010 mit dem Joojoo einen Tablet-PC auf dem deutschen Markt - ohne Erfolg. Nach etwas mehr als einem Jahr Wundenlecken meldete sich Fusion Garage nun zurück - und könnte mit dem Grid 10 einen Überraschungserfolg landen.

Fusion Garage-Chef Chandrasekar Rathkrishnan stellte netzwelt das Grid 10 in Hamburg vor.
Fusion Garage-Chef Chandrasekar Rathkrishnan stellte netzwelt das Grid 10 in Hamburg vor.

An das erfolglose Joojoo-Tablet soll dabei nichts mehr erinnern. Damit die Medien möglichst unbefangen über das Grid 10 berichten, stellte Fusion Garage das Modell unter dem Decknamen TabCo vor. Joojoo-Käufer sollen zudem als "Entschädigung" kostenlos ein Grid 10 erhalten. Am Konzept des Tablet-PCs hat sich dagegen gar nicht so viel geändert.

Intuitive Bedienung

Wie beim Joojoo-Tablet setzt Fusion Garage beim Grid 10 auf eine intuitive Bedienoberfläche. Das Grid, zu deutsch Gitter, genannte Betriebssystem macht seinen Namen alle Ehre. Die Nutzeroberfläche ist in ein Gitter eingeteilt, die einzelnen Felder des Gitters erscheinen auf dem Hintergrund des Gerätes als graue Kacheln. Darauf kann der Nutzer seine Apps ablegen und sie beliebig thematisch gruppieren. Anders als bei anderen Tablet-OS gibt es bei Grid OS nicht drei, vier oder fünf Startbildschirme, sondern die ganze Oberfläche ist ein einziger, nahezu unendlicher Startbildschirm.

Fusion Garage Grid 10

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Der Nutzer kann mit dem Finger beliebig über das Gitter fahren, durch Wischbewegungen neue Gitterfelder entdecken und auf ihnen seine Apps verteilen. Damit er aber nicht langwierig nach einer App suchen muss, kann er über eine Art Mini-Map wie in einem Aufbaustrategie-Spiel am Computer an bestimmte Stellen im Gitter springen und sich die dort platzierten Apps anschauen. Bedienelemente werden im Browser oder im Musik-Player bei Grid OS nur auf Wunsch angezeigt, um keinen Bildschirmplatz zu verschwenden.

Keine physikalischen Tasten

Physikalische Drücker sucht man auf dem Grid 10 ebenfalls vergeblich. Zum Startbildschirm kehrt der Nutzer nicht via Home-Button, sondern durch eine Finger-Geste zurück. Ähnlich kann er zwischen geöffneten Apps hin und her wechseln.

Das Ganze funktioniert so ähnlich wie beim BlackBerry PlayBook, nur dass der Nutzer nicht einen, sondern zwei Finger für die Gesten benutzen muss. Im Test funktionierte die Gestensteuerung noch nicht immer auf Anhieb, was sich aber durch mangelnde Übung im Umgang mit dem Gerät erklären lässt.

Grid OS mit Android-Wurzeln

Grid OS basiert auf Googles Android, genauer gesagt Android 2.2. Dies bietet den Vorteil, dass auf dem Gerät auch Android Apps abgespielt werden können. Das netzwelt-Testgerät hat sogar einen Market-Zugang. Vorinstalliert ist zudem Amazons App Store, der bislang nur für Nutzer in den USA zugänglich ist.

Ein Update der zugrundeliegenden Android-Version ist laut Fusion Garage-Chef Chandrasekar Rathkrishnan nicht vorgesehen. Sicherheitsbedenken müssen Nutzer dennoch nicht haben. Sicherheitslücken, die Google erst in späteren Android-Versionen behoben hat, haben Rathkrishnan und seine Entwickler eigenen Aussagen zufolge selbst geschlossen. Dennoch soll es für das System laufend Verbesserungen via Over-the-Air-Updates geben.

Technische Daten: Grid 10 portabler als Joojoo

Ein Blick auf die technischen Daten des Grid 10 zeigt, dass das Tablet sich auf Augenhöhe mit der Android-Konkurrenz befindet. Gegenüber dem indirekten Vorgänger ist es aber deutlich portabler. Schließlich bietet Fusion Garage diesmal nicht nur auch ein 3G-Modell an, sondern hat auch das Gerät insgesamt verkleinert und leichter gemacht.

 JoojooGrid 10
Bildschirm12,1 Zoll, 1.366 x 768 Pixel, Multitouch10,1 Zoll, 1.366 x 768 Pixel, Multitouch
Prozessor1,66 Gigahertz, Intel Atom1 Gigahertz Nvidia Tegra 2
Speicherplatz4 Gigabyte, SSD16 Gigabyte
Arbeitsspeicher1 Gigabyte512 Megabyte
BetriebssystemBrowserbasiert mit Linux-KernelGrid OS basiert auf Android
Größe und Gewicht324,5 x 199 x 3,8-18,9 Millimeter, 1.100g274.5 x 173.3 x 14 Millimeter, 689 Gramm
WLANJa, b/g/nJa, b/g/n
GPSNeinJa
BluetoothJa, 2.1+EDRJa, 2.1+EDR
Akkufest verbaut, ca. 5 Stunden Laufzeitfest verbaut, ca. 8 Stunden Laufzeit
Anschlüsse1x USB, AudioausgangDock-Anschluss, Audioausgang
Webcam, Mikrofon, LautsprecherJa / Ja / JaJa / Ja / Ja
Preis (inkl. MwSt.)445,06 Euro299 Euro (WLAN), 399 Euro (WLAN/3G)
Verfügbarseit 12. Mai 201024. Oktober 2011

Im Test war die Leistungsfähigkeit bei Spielen durchaus vergleichbar mit anderen Nvidia Tegra 2-Tablets. Die Akkulaufzeit soll je nach Nutzungsart zwischen sieben und acht Stunden betragen. Die Verarbeitungsqualität kann sich ebenfalls sehen lassen, die leicht gebogene Rückseite macht zudem das Halten des Tablets sehr angenehm.

Konnektivität

Bei der Konnektivität stellt das Grid 10 einen Mix aus dem nahezu hermetisch abgeriegelten Apple-System und dem äußert freien Android-System dar. Zwar kann der Nutzer den Speicher per microSD-Karte erweitern und aus dem reichhaltigen Angebot mehrerer Android App Stores schöpfen, andererseits lässt sich bis auf Kopfhörer und eine Bluetooth-Tastatur kaum etwas ohne Adapter anschließen.

Denn Fusion Garage verbaut nur eine selbst entwickelte 40 PIN-Schnittstelle. Im Fusion Garage Shop kann der Nutzer hierfür Adapter bestellen, die den Anschluss von USB-Geräten oder die Verbindung zum Fernseher über HDMI ermöglichen. Der USB-Adapter kostet 29 Euro, der HDMI-Adapter 39 Euro.

Preis und Verfügbarkeit

Bei der Vorstellung des Grid 10 lautete die unverbindliche Preisempfehlung von Fusion Garage für das WLAN-Modell noch 499 US-Dollar, die 3G-Version sollte 599 US-Dollar kosten. Wenige Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart in den USA korrigierte der Hersteller die Preise aber deutlich herunter: auf 299  beziehungsweise 399 US-Dollar.

Ein Trick, der die Verkaufszahlen ähnlich wie beim HP TouchPad antreiben soll. In Deutschland wird der Tablet-PC analog zu den Staaten 299 Euro beziehungsweise 399 Euro kosten. Erscheinen soll das Grid 10 hierzulande am 24. Oktober. Vorbestellungen sind bereits über die Homepage von Fusion Garage möglich. Ein Verkauf über Händler und ein subventionierter Vertrieb über Netzbetreiber ist geplant, hier laufen die Verhandelungen aber noch. Der Hauptsitz des Unternehmens für Europa befindet sich übrigens in London, der Vertrieb wird weitestgehend über die Niederlande organisiert, für deutsche Kunden soll ein Callcenter mit deutschsprachigen Mitarbeitern bei Fragen und Problemen weiterhelfen.

Fazit

Der Erstkontakt mit dem Grid 10 und dem ungewöhnlichen Grid OS war positiv. Die Verarbeitungsqualität des Grid 10 setzt keine neuen Maßstäbe, erreicht aber die Qualität anderer etablierter Tablet-Anbieter. Von den technischen Daten her ist das Gerät sowieso mit aktuellen Honeycomb-Tablets vergleichbar.

Das Grid OS wirkt neu, frisch und verspielt, ist aber dennoch intuitiv. Die Versorgung mit Apps ist dank Android-Kernel gesichert. Und zum Kampfpreis von 299 Euro dürfte das Modell einige Fans finden. Wenig Gründe also, warum Fusion Garage beim zweiten Anlauf im Tablet-Markt noch einmal scheitern sollte. Einen Kurztest zum Vorgänger-Modell Joojoo finden Sie auf netzwelt.

Fusion Garage Grid 10
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