Canon Ixus 510 HS im Test: Digitalkamera mit WLAN und Touchscreen

Bedienung über Touchscreen, Objektiv mit zwölffachem Zoom

von Jan Johannsen

Eine Kamera, die Fotos und Videos drahtlos überträgt, ist schon verlockend. Bei der Canon Ixus 510 HS gesellt sich noch ein Touchscreen zur Bedienung dazu. Beim Nutzer wächst allerdings schnell die Erkenntnis, dass es bessere Lösungen für das Einrichten eines WLANs auf der Kamera gibt als bei diesem Modell.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bilder drahtlos übertragen
  2. Großer Zoom und viel Kompaktkamera-Standard
  3. Gefühlloser Touchscreen
  4. Viel Bildrauschen
  5. MicroSD und HDMI
  6. Fazit: Abhaken, besser machen

Canon bereichert die Welt der Kompaktkameras mit einem Modell, in dem sich ein WLAN-Modul befindet. Mit dessen Hilfe soll die Ixus 510 HS Fotos und Videos von ihrer Speicherkarte drahtlos auf Computer-Festplatten, aber auch direkt in Soziale Netzwerke übertragen. Die Bedienung über den Touchscreen erweist sich jedoch als umständlich.

Canon Ixus 510 HS

Bilder drahtlos übertragen

Momentan stattet nur Samsung einige aktuelle Kompaktkameras mit einem WLAN-Modul aus. Die Ixus 510 HS ist Canons erste Kamera, die Bilder drahtlos übertragen kann. Allerdings genügt es nicht, wenn der Nutzer den Fotoapparat einmal mit dem WLAN verbindet.

Egal ob Laptop, Smartphone oder Kamera, der Nutzer muss die Ixus 510 HS mit jedem Gerät, das Bilder empfangen soll, einzeln verbinden. Hierzu ist jedes Mal die Auswahl des drahtlosen Netzwerks und die Eingabe des Passworts nötig, was sich über den Touchscreen nicht gerade leicht bewerkstelligen lässt.

Will der Nutzer Bilder direkt von seiner Digitalkamera in einem Sozialen Netzwerk veröffentlichen, muss er vorher die Zugangsdaten auf seinem Rechner in eine Software von Canon eingeben und sie anschließend auf die Kamera übertragen. Ohne einen Blick in das auf einer CD im PDF-Format beiliegende Handbuch ist Ixus nicht zu verstehen.

Canon muss hier dringend nachbessern. Die Nutzung des WLAN-Moduls sorgte im Test nur für Frust. Die Konkurrenz, also Samsung, agiert deutlich nutzerfreundlicher. Hier kann der Anwender sowohl die Verbindung zu drahtlosen Netzwerken komfortabler herstellen als auch die Zugangsdaten zu Sozialen Netzwerken direkt an der Kamera eingeben.

Canon Ixus 510 HS im Test

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Großer Zoom und viel Kompaktkamera-Standard

Canon stattet die Ixus 510 HS mit einem rückseitig belichteten CMOS-Bildsensor aus. Der Chip mit einer für Kompaktkameras typischen Größe von 1/2,3 Zoll nimmt Fotos mit bis zu 10,1 Megapixeln und Videos in Full-HD-Auflösung auf. Durch die umgedrehte Konstruktion trifft mehr Licht auf die Sensorfläche, so dass die Belichtungszeiten etwas kürzer ausfallen als bei herkömmlich konstruierten Sensoren.

Das Objektiv der Ixus 510 HS verfügt über einen zwölffachen Zoom. Umgerechnet ins Kleinbildformat reicht die Brennweite von 28 bis 336 Millimetern. Das Objektiv bewegt sich angenehm schnell und auch der Autofokus arbeitet zügig. Ein optischer Bildstabilisator sorgt dafür, dass der Nutzer auch bei großen Brennweiten oder längeren Belichtungszeiten noch ein scharfes Bild erhält.

Die Ixus 510 HS bietet die üblichen Aufnahmeprogramme eine Kompaktkamera. Dem Fotografen stehen neben einer Voll- und einer Programmautomatik - bei der er einige Aufnahmewerte einstellen kann - zahlreiche Effekte und Szenenprogramme zur Verfügung.

Der 3,2 Zoll große Touchscreen auf der Rückseite dient auch als Sucher und verfügt über eine Auflösung von 461.000 Pixeln. Er bietet nicht nur ein detailgenaues Bild, sondern auch große Betrachtungswinkel, und sein Inhalt lässt sich auch aus fast 180 Grad noch erkennen.

Gefühlloser Touchscreen

Über den Touchscreen erfolgt auch die Bedienung der Canon Ixus 510 HS - wenn man vom Auslöser, der Zoomwippe und den Tasten zum Einschalten und zum Aufrufen der Bildwiedergabe absieht. Die Knöpfe bieten einen angenehmen Widerstand und klare Druckpunkte.

Der Touchscreen erweist sich dagegen, trotz mehrmaliger Kalibrierung, als widerspenstig. Selbst deutliche Berührungen erkennt er nicht immer als Eingaben und will der Nutzer durch ein Menü scrollen, bleibt er häufig hängen.

Der Aufbau der Menüstruktur ist eigentlich wie bei Canon üblich sinnvoll und übersichtlich - nur das Hauptmenü dürfte gerne schneller zu erreichen sein als vom Bildschirm mit den Aufnahmeeinstellungen aus.

Viel Bildrauschen

Die Aufnahmen der Canon Ixus 510 HS bieten eine hohe Detailgenauigkeit und natürlich wirkende Farben. Allerdings erscheinen die Konturen unscharf und schon bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 tritt ein Bildrauschen auf, das dem Bild eine bei diesem Wert ungewöhnlich starke Körnung verleiht.

Mit zunehmender Lichtempfindlichkeit verstärkt sich dieser Effekt. Insgesamt bleibt die Bildqualität auch deutlich hinter anderen Kompaktkameras von Canon zurück.

Canon Ixus 510 HS Testbilder

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Die Videos der Ixus 510 HS in Full-HD-Auflösung können da schon mehr überzeugen. Bei den bewegten Bildern fällt das Bildrauschen nicht so stark ins Gewicht. Details, Farben und der automatische Weißabgleich überzeugen.

MicroSD und HDMI

Die Canon Ixus 510 HS verfügt über ein schnörkelloses, quaderförmiges Gehäuse in Schwarz oder Weiß, das aus Kunststoff besteht und sich aufgrund der leicht rauen Oberfläche gut greifen lässt. Der "kleine" Lithium-Ionen-Akku ist nach knapp einer Stunde im Ladegerät aufgeladen, bei aktiviertem WLAN allerdings auch ähnlich schnell wieder leer.

Die Ixus 510 HS speichert Fotos und Videos auf MicroSD-Karten ab, die bisher hauptsächlich in Smartphones zum Einsatz kamen. An der Seite des Gehäuses befinden sich unter einer Abdeckung ein kombinierter USB- und AV-Anschluss sowie eine HDMI-Schnittstelle.

Fazit: Abhaken, besser machen

Die Ixus 510 HS stellt eine traurige Premiere dar. Sie ist die erste Digitalkamera von Canon mit WLAN-Modul, aber auch die erste Kamera des Herstellers, vor der zu warnen ist. Die Einrichtung des drahtlosen Netzwerks und auch die übrige Bedienung über den Touchscreen gestaltet sich unkomfortabel und sorgt nur für Frust beim Nutzer. Zudem fällt die Bildqualität deutlich schlechter als bei anderen Kompaktkameras von Canon aus.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die Ixus 510 HS liegt bei stolzen 379 Euro. Online-Händler verkaufen sie bereits für immer noch deutlich zu teure 350 Euro.

Wer mit seiner Kamera drahtlos Bilder übertragen will, sollte sich lieber die WLAN-Speicherkarte Eye-Fi, die im Test allerdings auch nicht komplett überzeugen konnte, oder eine der WLAN-Kompaktkameras von Samsung anschauen. Mit der SH100, der ST80 und der ST5500 stehen derzeit drei Modelle zur Auswahl.

Canon Ixus 510 HS
8
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