Canon EOS M im Kurztest

Kompaktes Gehäuse, großer Bildsensor und ein Touchscreen

von Jan Johannsen

Canon setzt bei seiner ersten Systemkamera EOS M auf ein sehr kompaktes Gehäuse und einen großen Bildsensor. Die Bedienung mit wenigen Tasten erweitert ein Touchscreen sinnvoll. Ein Kurztest von der Photokina.

Inhaltsverzeichnis

  1. Großer Bildsensor im kompakten Gehäuse
  2. Kompaktkamera-Bedienkonzept mit Touchscreen-Ergänzung
  3. Kompaktkamera-Standards mit einigen DSLR-typischen Erweiterungen
  4. Fazit

Als letzter der großen Kamera-Hersteller hat Canon mit der EOS M eine Systemkamera vorgestellt. Das Gehäuse und die Bedienung erinnern auf den ersten Blick an die Kompaktkameras der Japaner, aber für die Bilder ist ein großer Sensor zuständig und bei der Steuerung hilft ein Touchscreen. Netzwelt hat die Photokina für einen Kurztest genutzt.

Großer Bildsensor im kompakten Gehäuse

Canon verbaut in dem kompakten Gehäuse der EOS M einen CMOS-Bildsensor im APS-C-Format, der mit 22,3 x 14,9 Millimetern genauso groß ist wie die Chips in den meisten Spiegelreflexkameras und einigen anderen Systemkameras. Er liefert Fotos mit einer maximalen Auflösung von 18 Megapixeln und Videos in Full-HD-Auflösung.

Um die Bildqualität endgültig bewerten zu können, ist noch ein ausführlicher Test notwendig, aber die große Sensorfläche lässt auf ein sehr gutes Ergebnis hoffen.

Zu Beginn bietet Canon zwei Objektive für das EF-M-Bajonett der EOS M an. Wem eine 22-Millimeter-Festbrennweite und ein 18-bis-55-Millimeter-Standard-Zoom nicht ausreichen, kann mit einem Adapter EF-Objektive nach Angaben des Herstellers ohne Einschränkungen an der Systemkamera verwenden.

Kompaktkamera-Bedienkonzept mit Touchscreen-Ergänzung

Für die Bedienung der Canon EOS M benötigt der Fotograf beide Hände. Mit der Rechten erreicht er die Tasten auf der Ober- und Rückseite der Kamera, die sehr an die Kompaktkameras des Herstellers erinnern und nur wenige Funktionen abdecken. Sie dienen zum Aufrufen des Hauptmenüs und der Bildwiedergabe sowie zum Einstellen des Selbstauslösers und der Belichtungskorrektur. Zudem lässt sich die Menge der Informationen auf dem Display verändern und mit "Q.SET" ein kleines Qualitätsmenü aufrufen.

Canon EOS M im Kurztest

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Nutzer, die tiefer in die Einstellungen wollen und zum Beispiel eines der manuellen, halb- oder vollautomatischen Aufnahmeprogramme auswählen oder Blende und Belichtungszeit festlegen wollen, müssen dies über den drei Zoll großen Touchscreen tun. Der Bildschirm reagiert gut auf Berührungen und die Schaltflächen sind logisch aufgebaut sowie groß genug, so dass seine Verwendung den Fotografen nicht aufhält.

Der Monitor verfügt über eine Auflösung von 1.040.000 Pixeln und bietet ein klares und detailreiches Bild. Die Betrachtungswinkel fallen groß aus und insgesamt eignet sich das Display auch für Aufnahmen im Freien.

Kompaktkamera-Standards mit einigen DSLR-typischen Erweiterungen

Das Gehäuse der Canon EOS M besteht aus Kunststoff und wirkt ordentlich verarbeitet. Die Käufer haben die Wahl zwischen einer schwarzen, roten, weißen oder silbernen Variante. Mit den zwei kleinen EF-M-Objektiven lässt sich die Systemkamera auch noch mit einer Hand halten. Bei größeren und vor allem schwereren Linsen sind aber nicht nur zur Bedienung zwei Hände nötig, da die EOS M weniger Grifffläche als eine DSLR-Kamera bietet.

Fotos und Videos speichert die EOS M auf einer SD-, SDHC- oder SDXC-Karte ab. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku, der nach Angaben des Herstellers für 200 bis 230 Aufnahmen Energie liefern soll.

Die Canon EOS M verfügt nicht nur über die bei Kompaktkameras üblichen HDMI- und USB-Schnittstellen, sondern bietet dem Nutzer auch einen Audio-Eingang sowie den bei DSLR-Kameras üblichen Zubehörschuh für Blitzlicht oder Mikrofon auf der Oberseite. Auf einen internen Blitz hat Canon verzichtet, da dieser nicht über die Objektive kommen und so Schattenwürfe auf den Bildern entstehen würden.

Fazit

Canon hat mit der EOS M zwar als letzter Hersteller seinen Hut bei den Systemkameras in den Ring geworfen, liefert aber eine Kamera ab, die auf den ersten Blick zu überzeugen weiß. Ihr Gehäuse ist kompakt, theoretisch stehen sehr viele Objektive zur Auswahl und der Bildsensor verspricht eine gute Bildqualität. Einzig die stark an eine Kompaktkamera erinnernde Bedienung mag aus dem Spiegelreflexbereich kommende Nutzer abschrecken und zu einer anderen Systemkamera greifen lassen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die EOS M mit dem 18-bis-55-Millimeter-Objektiv und einem Aufsteckblitz liegt bei 849 Euro. Ursprünglich sollte die Kamera noch im September verfügbar sein, aber bis zur Veröffentlichung des Kurztests hatte noch kein Online-Händler sie vorrätig. Vorbestellungen nahmen aber bereits viele entgegen und hielten sich dabei an die Preisvorgabe des Herstellers.

Sony verwendet in seinen NEX-Systemkameras ebenfalls Sensoren im APS-C-Format. Olympus und Panasonic bauen in ihre Micro-Four-Thirds-Modelle etwas kleinere Live-MOS-Sensoren. Nikon greift merkwürdigerweise auf Chips im bei Kompaktkameras üblichen 1/2,3-Zoll-Format zurück.

Canon EOS M
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  • Canon EOS M: Neue Systemkameras kurz vor Release?

    08.07.2013 Für die Canon EOS M könnte schon bald ein Nachfolger präsentiert werden. Einige Händler in den USA haben die Kamera bereits im Preis gesenkt oder ausverkauft. Gerüchten zufolge wird Canon das Systemkamerasegment weiter ausbauen und zwei neue Systemkameras vorstellen. Dabei soll es sich um einen direkten Nachfolger und ein komplett neues Modell handeln.

    Erst vor kurzem hat Canon mit dem EF-M 11-22mm F4-5,6 IS STM ein neues Superweitwinkelobjektiv für die Systemkamera EOS M vorgestellt. Im Zuge der Veröffentlichung wurde ebenfalls ein neues Firmware-Update in Version 2.0.2 für die Systemkamera bereitgestellt. Dieses soll den Autofokus verbessern und die Kamera mit dem neuen Objektiv kompatibel machen.

    Wie einige Blogs und Webseiten nun beobachteten sind in den USA die Lagerbestände der EOS M erschöpft.  Der US-Händler Adorama zum Beispiel führt die Systemkamera unter dem Verweis: Nicht länger Verfügbar. Bei B&H ist die Kamera im Kit für 299 US-Dollar (vormals 599 US-Dollar) noch erhältlich.

    Dies deutet darauf hin, dass die Händler neue Ware erwarten. Das Foto-Blog Northern-Images möchte erfahren haben, dass Canon die Systemkamera-Linie um einem direkten Nachfolger der EOS M und einer weiteren Kamera ausbauen wird. Dabei soll es sich zum einen um eine Kamera ähnlich der derzeitigen EOS M mit einem 18-Megapixel-CMOS-Sensor handeln. Zum anderen wird eine weitere Systemkamera erwartet, in der die DUAL-CMOS-AF-Technologie von Canon verbaut wird. Die digitale Spiegelreflexkamera Canon EOS 70D ist die erste Kamera, die über die neue Autofokustechnik aus dem Hause Canon verfügt. Diese soll laut des japanischen Herstellers, den Autofokus in der LiveView-Ansicht bis zu fünfmal schneller machen, als bei einem herkömmlichen Kontrast-Autofokus.

    Des Weiteren wird erwartet, dass das neue Spitzenmodell im Gegensatz zur derzeitigen EOS M, über einen elektrischen Sucher verfügen wird. Das Tech-Blog Übergizmo vermutet im EOS M-Nachfolger einen Vollformatsensor. Das ein Kleinbild-Sensor in einem kompakten Gehäuse ausreichend Platz finden zeigt Sony bereits mit den Kompaktkameras Cyber-shot RX1 und Cyber-shot RX1R. Immer häufiger tauchen Gerüchte um Vollformat-Systemkameras auf. Im Falle einer Canon EOS M dürfte ein Vollformat-System jedoch eher unwahrscheinlich sein, da Canon als letzter großer Kamerahersteller erst im vergangenen Jahr damit begonnen hat eine APS-C-Systemkamera-Linie aufzubauen.

    Weitere Neuigkeiten zu aktuellen Systemkameras lesen Sie hier auf netzwelt.

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