Praxistest: Sechs Blitzdiffusoren ab 20 Euro im Vergleich

Lichtformer für Aufsteckblitzgeräte

von Heinz-Jürgen Kruppa
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Hartes gerichtetes Blitzlicht schmeichelt den wenigsten Motiven und verleitet dazu das Blitzgerät erst in Situationen mit wenig Licht einzusetzen. Was kleine Blitzdiffusoren für den mobilen Einsatz leisten, hat netzwelt getestet.

Ob Partybilder, Schnappschüsse auf der Fanmeile oder romantische Portraits vor Sonnenuntergang - mit Blitzaufhellung gelingen sie. Doch das harte, gerichtete Blitzlicht schmeichelt nicht. Gesichter wirken kantig, plattgeblitzt und bisweilen fleckig. Abhilfe versprechen kleine Blitzdiffusoren, die es in Dutzenden Varianten ab etwa 20 Euro gibt. Netzwelt hat sechs reisetaugliche Blitzvorsätze für Aufsteckblitze getestet und zeigt ihre Möglichkeiten und Grenzen.

Blitzweichmacher sorgen unter anderem für schönere Fotos. Netzwelt hat sechs Modelle getestet.
Blitzweichmacher sorgen unter anderem für schönere Fotos. Netzwelt hat sechs Modelle getestet. (Quelle: H-J.Kruppa)

Fototechnischer Background

Aufsteckblitze erweitern die fotografischen Gestaltungsmöglichkeiten enorm. Nicht nur bei Dämmerlicht oder in Innenräumen, auch bei Sonnenschein und Gegenlicht. Wer sich zu seiner Spiegelreflex- oder Systemkamera einen passenden Aufsteckblitz gönnt, zählt schon zu den Ambitionierten. Leistungsstarke Systemblitzgeräte schlagen immerhin mit 250 bis 500 Euro zu Buche. Geboten bekommt man allerdings High Tech. Über die Kontakte im Blitzfuß tauschen Kamera- und Blitzelektronik Daten aus, die meist zu einer perfeken Dosierung des Lichts führen.

"E-TTL" oder "i-TTL" nennen sich diese Regelungsprogramme beispielsweise bei Canon und Nikon. So steht das Canon-Kürzel "E-TTL II" für "evaluative through the lens" und besagt, dass durch einen unsichtbaren Messblitz kurz vor der Auslösung die Motivsituation analysiert wird. Parameter wie Brennweite (Zoom), Entfernung, vorhandenes Tageslicht und Helligkeit des Objekts werden komplex verrechnet. Ein deutlicher Fortschritt gegenüber einfacher TTL-Messung, der sich auch in den Bilderergebnissen zeigt. Überblitzte, kalkige Gesichter gehören der Vergangenheit an. Trotz perfekter Lichtdosierung bleibt das Manko des kleinen Blitzreflektors. Als Punktlichtquelle erzeugt er harte Schatten und macht ganz allgemein gesprochen kein schönes Portraitlicht.

Wie es optimal funktioniert, zeigt ein kurzer Blick auf Studioblitzanlagen. Hier sorgen metergroße Lichformer wie Softboxen oder Metallschüsseln, sogenannte Beauty Dishes, für diffus-flächiges Licht mit weichen Schattenübergängen. An diesem Punkt setzen auch die kleineren Lichtformer für Aufsteckblitze an - sie vervielfachen die Abstrahlfläche.

Dabei sind ihrer Größe Grenzen gesetzt durch ein noch praktikables Handling und in eine kleine Fototasche sollen die Teile ja auch noch passen. Bleibt die Frage, was dieses Zubehör in der Praxis wirklich bringt? Wir haben das mit sechs unterschiedlichen Modellen aufwändig getestet:

Nur ein kleiner, aber repräsentativer Ausschnitt des Marktes, der Dutzende Modelle zur Auswahl bietet. Die Preise der Testprobanten rangieren zwischen überschaubaren 20 bis 60 Euro. Grundsätzlich sollte man sich jedoch klarmachen, dass Blitzvorsätze Licht "schlucken". Hinzu kommt, dass der Zoomreflektor des Blitzgeräts (manuell) auf eine weitwinklige Position gestellt werden muss, damit der Lichtformer vollständig ausgeleuchtet wird - etwa auf 35 oder 28 Millimeter (bezogen auf Kleinbildformat). All das kostet Leistung und senkt die Blitzreichweite auch kräftiger Geräte auf unter drei Meter. Das stört insofern nicht, da der Softeffekt der Mini-Diffusoren mit steigender Entfernung sowieso nachlässt. Dazu später mehr.

Für diesen Praxistest benutzten wir die Mittelklasse-Reflex Canon EOS 650D mit dem Canon-Zoom E-FS 4-5,6/17 - 85 mm IS USM (entspricht 27 - 136 Millimeter im Kleinbildformat) und dem derzeitigen Canon Top-Blitzgerät Speedlite 600EX-RT. Sehen wir uns die Blitzvorsätze im Einzelnen an.

Blitz-Portrait: Ohne Diffusor knallige Aufhellung und harte Schatten.
Blitz-Portrait: Ohne Diffusor knallige Aufhellung und harte Schatten. (Quelle: H-J. Krupa)
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