Nikon Coolpix A im Test

Edle Kompaktkamera mit APS-C-Sensor

von Dennis Imhäuser

Nikon Coolpix A ist der neue Stern am Kompaktkamerasegment-Himmel des japanischen Herstellers. Großer APS-C-Sensor und lichtstarke Festbrennweite sprechen für eine sehr gute Bildqualität. Was die 1.100 Euro (UVP) teure Coolpix A leistet, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Nikon bringt mit der Coolpix A eine hochwertige Kompaktkamera, die dank großem APS-C-Sensor, lichtstarker Festbrennweite und robustem Magnesiumgehäuse ambitionierte Fotografen ansprechen soll. Die Zutaten sind auf den ersten Blick prädestiniert für ein solches Unterfangen. Ob die 1.100 Euro (UVP) teure Kamera Fotografenherzen höherschlagen lässt, lesen Sie im netzwelt-Test.

Die Coolpix A ist eine Kompaktkamera mit APS-C-Sensor und Festbrennweite.
Die Coolpix A ist eine Kompaktkamera mit APS-C-Sensor und Festbrennweite.

Sensor, Objektiv und Bildqualität

Auf Bildqualität getrimmt? Die Nikon Coolpix A besitzt einen APS-C-Sensor mit den Maßen von 23,6 x 15,6 Millimetern. Darauf hat der japanische Hersteller 16,93 Megapixel verbaut, die eine effektive Auflösung von 16,2 Megapixeln garantieren. Ähnlich große Sensoren befinden sich meistens in DSLR- oder Systemkameras. Allerdings ist die Nikon nicht die einzige Kompaktkamera mit großem Sensor. Sigmas DP-Reihe, die Pentax Ricoh GR und Fujifilms X100S besitzen ebenfalls Sensoren im APS-C-Format. In einer anderen Preisklasse spielen Sonys Kompaktkameras Cybershot DSC RX1 und RX1R. Diese besitzen einen Chip in der Größe eines Kleinbildfilms und zeigen derzeit, was technisch machbar ist.

Lichtempfindlichkeit und RAW-Aufnahmen

Der APS-C-CMOS-Sensor der Nikon Coolpix A bietet eine hohe Auflösung und bis ISO 400 eine überragende Bildqualität. Es ist kein Bildrauschen erkennbar. Dieses macht sich erst ab ISO 800 leicht bemerkbar. Dennoch reicht die Qualität, um auch bedenkenlos die ISO-Automatik bis ISO 1600 einzustellen. Darüber hinaus ist das Bildrauschen stark wahrzunehmen. Die maximale Lichtempfindlichkeit liegt in den Grundeinstellungen bei ISO 6400 und kann bis ISO 25.600 (H2) hochgeschraubt werden.

Aufnahmen können im JPG- und RAW-Format gespeichert werden. Der interne Bildprozessor liefert dabei gute Ergebnisse. Die Farbabweichungen sind gering, und Bilder und Videos werden auf dem rückseitigen Display realistisch abgebildet. Ganz im Gegensatz zur Galaxy NX von Samsung, die Fotos auf dem rückwärtig verbauten Display sehr "geschönt" darstellt.

Objektiv Nikkor 28mm F2,8

Vor dem Sensor sitzt eine lichtstarke Nikkor Festbrennweite mit einer Brennweite von 28 Millimetern (Kleinbild). Die Lichtstärke beträgt F2,8 und bereits bei offener Blende bildet das Objektiv im Bildzentrum scharf ab. Leicht abgeblendet auf F5,6, erhöht sich die Schärfe auch bis zum Randbereich der Aufnahme. Der Kontrastautofokus der Coolpix A geht etwas behäbiger zu Werke, als man dies von einer Kompaktkamera in dieser Preisklasse erwarten würde. So dauert es oft ein wenig, bis die Coolpix A ihr Motiv scharf stellt. Unter schlechten Lichtbedingungen greift die Kamera schnell auf das eingebaute AF-Hilfslicht zurück, damit der Autofokus nicht verwirrt im Dunkeln zurückgelassen wird.

Um das Objektiv sind auf der Frontseite noch eine zweite FN-Taste für frei wählbare Funktionen und das AF-Hilfslicht angebracht. Rechts neben dem Nikkor befindet sich ein Gummiwulst, der die Handhabung der Kamera deutlich verbessert. Gerade bei einem mit knapp 299 Gramm leichten Gehäuse ist der Griff von Nöten, damit die Coolpix A nicht doch einmal versehentlich aus der Hand rutscht.

Video und Bedienung

Das Bedienkonzept der Coolpix A ist durchdacht, doch leider fehlen ein paar Hardwaretasten, um den direkten Zugriff auf wichtige Kamerafunktionen, wie zum Beispiel den Weißabgleich, zuzulassen. Die Bedienung der Kamera wird dadurch sehr "Menü-lastig". Trotz des individuellen Menüs muss doch häufiger, als es einem lieb sein kann, durch die Reiter des Hauptmenüs gescrollt werden. So hat Nikon beispielsweise den Video-Modus im Menü versteckt. Unverständlich, dass es dieser Modus nicht mit auf das Wahl-Rad für die Programmmodi geschafft hat.

Filme zeichnet die Coolpix A in Full HD, also 1.920 x 1.080 Pixeln, auf, bei einer maximalen Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde. Dabei stehen den Nutzern neben manuellem Fokus und manueller Belichtung auch Halbautomatiken zur Verfügung. Der Autofokus wird kontinuierlich nachgeführt, macht aber auch bei Videoaufnahmen einen eher behäbigen Eindruck. Der Ton wird über ein internes Stereo-Mikrofon aufgezeichnet, jedoch ohne Pegelanzeige und manuelle Korrekturfunktion. Ein Anschluss für ein externes Mikrofon ist nicht vorhanden. Die Coolpix A speichert die Filme im MPEG-4 Standard.

Gehäuse und Bedienelemente

Zum ersten Mal die Coolpix A in die Hand genommen, freut man sich über die gute Verarbeitung der Kamera. Das Magnesium-Gehäuse ist gut verarbeitet und fühlt sich stabiler an, als bei so mancher Outdoor-Kompaktkamera. Da knarzt auch bei beherztem Zupacken nichts. Die Kamera verfügt auf der Oberseite über ein Wahl-Rad für die Programmmodi. Neben der grünen Vollautomatik und verschiedenen Motiv-Automatiken bietet die Coolpix A Programm-, Blenden- und Zeit-Automatiken. Auch ein manueller Modus und zwei Speicherplätze für individuell konfigurierbare Einstellungen sind vorhanden.

Aufgräumt: Die Bedienelemente sind logisch angeordnet.
Aufgräumt: Die Bedienelemente sind logisch angeordnet.

Neben dem eingebauten Blitz auf der linken Seite befindet sich der Blitzschuh, über den auch Aufsteckblitze angeschlossen werden können. Die Coolpix A ist voll kompatibel zum Nikon i-TTL-Blitzsystem. Auch der im Handel erhältliche optische Sucher DF-CP1 ist mit dem Blitzschuh kompatibel. Nikon verlangt für den Sucher circa 290 Euro. Der zweistufige Auslöser befindet sich leicht versetzt zwischen dem Wahl-Rad für die Programmmodi und dem Daumenrad für die unterschiedlichen Einstellungen je nach Programm. Umschlossen wird der Auslöser von dem Einschalthebel. Auf der Rückseite befindet sich ein fest verbauter drei Zoll großer Bildschirm, der eine Auflösung von 920.000 Bildpunkten bietet.

Bedienelemente, optionales GPS- und WLAN-Modul 

Auf der linken Seite befinden sich die Bedienelemente, um beispielsweise direkt auf die Belichtungskorrektur oder die ISO-Einstellungen zuzugreifen. Die ISO-Taste kann alternativ auch mit einer benutzerdefinierten Funktion belegt werden. Zwei Zoomtasten, für beispielsweise den Wiedergabe-Modus, befinden sich gleich darunter. Das Menü der Coolpix A hat das gleiche Design wie Nikons DSLR-Serie. Es wirkt aufgeräumt und übersichtlich und bietet die Möglichkeit, über ein Verlaufs-Menü auf häufig veränderte Parameter zuzugreifen. Eine sehr praktische Funktion, wie sich im Test herausstellte.

Unter einer Klappe befinden sich seitlich zwei Anschlüsse. Am oberen kann optional der Nikon GP-1A GPS-Empfänger angeschlossen werden. Dieser kostet circa 190 Euro. Darunter befindet sich ein USB-Anschluss für den Anschluss an den PC oder zum Anschluss des Nikon-WLAN-Moduls WU-1a, das für circa 40 Euro im Handel erhältlich ist. Damit kann die Coolpix A Bilder an Smartphones und Tablets übertragen und auch ferngesteuert werden.

Unterhalb der Anschlüsse befindet sich ein Autofokus-Schalter, mit dem zwischen manueller Scharfstellung und dem Autofokus gewechselt werden kann. Darüber hinaus ist ein Macromodus wählbar. Dieser schaltet sich bei Autofokusstellung von selbst hinzu. außerdem erlaubt die Coolpix A auch im Autofokusbetrieb manuelles Nachjustieren. Dazu blendet die Kamera eine Entfernungsskala auf dem Display ein, und mittels Fokusring, der sich am Objektiv befindet, kann sehr genau fokussiert werden.

Das 3-Zoll-Display auf der Rückseite dient auch als Sucher und löst mit 921.600 Bildpunkten auf.
Das 3-Zoll-Display auf der Rückseite dient auch als Sucher und löst mit 921.600 Bildpunkten auf.

HDMI-Ausgang, Stativgewinde und Speicherkarten-Slot

Auf der rechten Seite neben dem Display befinden sich noch eine Wiedergabe-Taste, der Menü-Button und ein zweites Wahl-Rad samt OK-Taste. Darunter eine Info-Taste, mit der eine Schnellübersicht über die aktuellen Bildparameter aufgerufen werden kann. Gleich daneben liegt eine Taste mit Mülleimersymbol zum Löschen einzelner Aufnahmen. Hinter einer seitlichen Klappe unterhalb der Befestigungsöse für den Tragegurt befindet sich ein HDMI-Ausgang, über den Bilderschauen direkt auf einem Fernseher mit HDMI-Eingang ausgegeben werden können.

Auf der Unterseite befinden sich neben dem Stativgewinde aus Metall auch das Fach für den Akku und SD-Speicherkarten. Leider hat es Nikon versäumt, das Stativgewinde in der optischen Achse zu bauen. Dies erschwert gerade bei Panorama-Aufnahmen die Arbeit des Fotografen. Als Speicherkarten können SD-Karten verwendet werden. Die Kompaktkamera unterstützt SDXC-Speicherkarten mit einer maximalen Speicherkapazität von 64 Gigabyte. Der Akku hält circa 230 Aufnahmen durch.

Coolpix A im Test: Bildergalerie

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Nikon Coolpix A: Fazit

Edle Kompaktkamera 6.2/10

Die Coolpix A ist eine leichte und kompakte Kamera mit einem großen Bildsensor und einem perfekt darauf abgestimmten Objektiv. Die Festbrennweite liefert schon bei Offenblende gute Ergebnisse und leicht abgeblendet sogar sehr gute. Negativ fällt der behäbige Autofokus und die "Menü-lastige" Bedienung ins Gewicht. Auch der schwache Blitz hinterlässt kein positives Bild, gerade wenn man den Straßenpreis von circa 800 Euro mit in die Waagschale wirft. Die Coolpix A ist eine klare Empfehlung für ambitionierte Fotografen, die eine sehr gute Bildqualität im kompakten Gehäuse suchen.

Das hat uns gefallen

  • sehr gute Bildqualität
  • hervorragendes Objektiv
  • Magnesiumgehäuse

Das hat uns nicht gefallen

  • menülastige Bedienung
  • langsamer Autofokus
  • schwacher Blitz
Testnote 6,2 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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