Nikon D3000 im Test: Gute und günstige Einsteiger-DSLR

Schmale Ausstattung und sehr gute Bildqualität für wenig Geld

von Jan Johannsen

Nikons Spiegelreflexkamera D3000 bietet hervorragende Bildqualität und kostet weniger als 400 Euro. Dafür verzichtet der Hersteller bei seinem Einsteiger-Modell auf Livebild-Anzeige und Filmaufzeichnung. Ein Blick auf die Kamera lohnt sich nicht nur für Fotoanfänger, sondern auch für erfahrene Fotografen, die ein Zweitgerät suchen.

Geringes Bildrauschen und kräftige Farben

Der von Nikon in der D3000 verbaute CCD-Sensor liefert bei einer Größe von 23,6 x 15,8 Millimetern und einem Seitenverhältnis von 3:2 eine maximale Auflösung von 10,2 Megapixeln. Die Aufnahmen der Kamera zeichnen sich durch extrem geringes Bildrauschen aus. Erst ab einer Lichtempfindlichkeit von ISO 1.600 zeigt die Originalansicht der Aufnahmen leichte Bildstörungen.

Die Qualität der Fotos, die mit der größtmöglichen Empfindlichkeit von ISO 3.200 aufgezeichnet wurden, genügt zum Anfertigen von Papierabzügen mit einer Größe von 10 x 15 Zentimetern sowie für Veröffentlichungen verkleinerter Versionen im Internet.

Nikon D3000 Testbilder

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Die Farben der Aufnahmen wirken kräftig und natürlich. Die Kontraste fallen angenehm hoch aus, auch kleinste Details sind noch deutlich und scharf zu erkennen. Bei Verwendung des internen Blitzgeräts der Nikon D3000 tritt eine Vignettierung auf, die umso stärker ausfällt, je dunkler die Umgebung ist. Motive in abgedunkelten Räumen erhellt der Blitz nur unzureichend, die Aufnahmen weisen ausgeprägte dunklen Flächen an den Bildrändern auf.

Bedienung mit kleinen Mängeln

Die Nikon D3000 bietet dem Nutzer die freie Auswahl zwischen Vollautomatik, Zeit- und Blendenvorwahl sowie komplett manueller Steuerung. Ein so genannter "Guide" gibt Einsteigern Ratschläge für die Auswahl des richtigen Aufnahmeprogramms. Zusätzlich erscheint in den Menüs nach einem Druck auf die Taste mit dem Fragezeichen eine kurze Erklärung des jeweiligen Begriffs oder Menüpunktes.

Mit dem 18-bis-55-Millimeter-Objektiv aus dem Test-Kit wiegt die Nikon D3000 inklusive Akku und Speicherkarte 801 Gramm und liegt sehr gut in der Hand. Alle Bedienelemente sind schnell zu erreichen. Die Druckpunkte des Auslösers sind deutlich zu spüren, die der anderen Tasten dürften klarer ausfallen.

Nikon D3000

Ärgerlicherweise muss der Nutzer die Hand vom Objektiv nehmen, um über einen Schalter an der unteren linken Ecke der Kamerarückseite das Menü aufzurufen. Der Knopf gestattet den Zugriff auf Einstellungen wie Weißabgleich, Lichtempfindlichkeit, Bildqualität oder die Aufnahmebetriebsart frei und befindet sich bei den meisten anderen Fotoapparaten in Daumenreichweite auf der rechten Gehäuseseite.

Der Bildschirm auf der Rückseite der Nikon D3000 ist drei Zoll groß und genügt dank seiner Auflösung von 230.000 Pixeln zur Kontrolle der aufgenommenen Fotos. Das Display zeigt allerdings kein Livebild an, die Motivauswahl muss der Nutzer daher durch den optischen Sucher vornehmen.

Der Autofokus der D3000 arbeitet zügig und präzise, ist jedoch etwas langsamer als der hochpreisiger DSLR-Kameras. Über einen Bildstabilisator verfügt die Kamera nicht. Als Zubehör verkauft Nikon auch Objektive, die eine "Vibration Reduction"-Technologie zur Bildstabilisierung anbieten. Mit dem Objektiv aus dem Test-Kit ließen sich bei aktiviertem Bildstabilisator verwacklungsfreie Bilder bei 1/30 Sekunde aus der freien Hand aufnehmen.

Die D3000 speichert Fotos wahlweise im komprimierten JPEG-Format oder in Nikons eigenen Rohdatenformat NEF ab. Fotos können mit der Kamera direkt auf der Speicherkarte bearbeitet werden. Das Bildschirmmenü bietet die Korrektur von Belichtungswerten und roten Augen genauso an wie das Beschneiden und Verkleinern des Bildes oder die Anwendung von Filtern.

Nur für Fotos ausgestattet

Das Kunststoffgehäuse der Nikon D3000 hinterlässt den Eindruck einer soliden Verarbeitung und liegt angenehm in der Hand. Der Hersteller stattet die Kamera lediglich mit zwei Buchsen für USB- und AV-Kabel aus.

Nikon D3000 im Test

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Da das Gerät kein Filmmaterial aufzeichnet, kommt der Anwender ohne HDMI-Schnittstelle aber vergleichsweise gut zurecht. Fernauslöser können allerdings nur über den Zubehörschuh angeschlossen werden. Als Speichermedium kommt in der D3000 eine SD- oder SDHC-Speicherkarte zum Einsatz. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku.

Nikon D3000: Fazit

Gutes Bild und preiswert 5.4/10

Die Nikon D3000 ist eine günstige Spiegelreflexkamera, die sich nicht nur für Einsteiger anbietet. Die Bildqualität fällt hervorragend aus, die kleineren Mängel in der Bedienung und bei der Leuchtkraft des internen Blitzes sind zu verschmerzen. Beim Objektiv sollte der Anwender nicht sparen und zu einer Linse mit Bildstabilisator greifen. Die unverbindliche Preisempfehlung von Nikon für die D3000 beträgt 449 Euro. Im Internet bieten Händler sie bereits ab 380 Euro an. Für das getestete Kit - einschließlich des Objektivs mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern und integriertem Bildstabilisator - empfiehlt Nikon einen Preis von 549 Euro, online steht das Set bereits ab 430 Euro zum Verkauf. Dafür verzichtet der Käufer der D3000 auf Livebild-Anzeige, Filmfunktion und HDMI-Anschluss. Die günstigste DSLR von Nikon mit diesen Funktionen stellt die D5000 dar, die im Internet mindestens 140 Euro mehr kostet. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt sogar 300 Euro über dem Preis der D3000.

Das hat uns gefallen

  • Gutes Bild
  • Einfache Bedienung
  • Kompakt

Das hat uns nicht gefallen

  • Video fehlt
  • Keine Abblendfunktion
  • Ohne Spiegelvorauslösung
Testnote 5,4 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
7,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

0,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

4,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

7,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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6
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