Nikon D3200 im Test

Einsteiger-DSLR im Test

von Dennis Imhäuser

Mit der Nikon D3200 stellt Nikon eine Einsteiger-Kamera mit satten 24 Megapixeln Auflösung im APS-C-Format vor. Ob sich die hohe Auflösung mit dem Kit-Objektiv verträgt und wie sich die Kamera im Alltagseinsatz bedienen lässt, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Mit der D3200 präsentiert Nikon bereits die dritte Generation der Einsteiger-DSLR. Dabei spart der japanische Hersteller nicht an der Auflösung. Diese beträgt stolze 24 Megapixel, wie in den teureren Modellen Nikon D5200 und Nikon D7100. An welchen Stellen Nikon gespart hat und wie sich die Kamera im Alltag schlägt, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Einstieg in Nikons F-System: Die Nikon D3200 bietet eine hohe Auflösung und eine gute Bildqualität.
Einstieg in Nikons F-System: Die Nikon D3200 bietet eine hohe Auflösung und eine gute Bildqualität.

Kameragehäuse und Verarbeitung

Die Nikon D3200 ist eine kleine DSLR-Kamera, die nur 448 Gramm auf die geeichte Redaktionswaage bringt. Mit dem mitgelieferten Kit-Objektiv 18-55 mm F3,5-5,6 und eingelegtem Akku (EN-EL14) sind es auch nur 773 Gramm. Damit ist die D3200 eine der leichteren DSLR-Kameras in der Einsteigerklasse.

Über den Griff der Nikon D3200 kann die Kamera sicher in der Hand gehalten werden. Das trifft zumindest auf Menschen mit kleineren Händen oder kürzeren Fingern zu. Für "Langfinger" ist der Griff entweder zu dünn oder nicht tief genug, und das sichere Gefühl schwindet, gerade wenn man die Kamera mit nur einer Hand greift. Die Verarbeitung ist gut, und das Kunststoffgehäuse vermittelt durch die leicht angeraute Oberfläche einen wertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist deutlich besser als etwa bei der Sony Alpha SLT-A58. Die Spaltmaße, beispielsweise am eingebauten Blitzgerät, sind gleichmäßig. Auch bei einem beherzten Zugreifen knarzt nichts, und die D3200 macht einen robusten Eindruck.

Fotografische Eigenschaften 

Der APS-C-Sensor der Nikon D3200 misst 23,2 x 15,4 Millimeter und bietet eine effektive Auflösung von 24 Megapixeln. Die Lichtempfindlichkeit kann von ISO 100 bis ISO 6.400 gewählt werden, bei reduzierter Auflösung sogar eine Empfindlichkeit von bis zu ISO 12.800. Die kürzeste Verschlussgeschwindigkeit beträgt 1/4000 Sekunde. Die Serienbildgeschwindigkeit liegt bei maximal vier Bildern pro Sekunde.

Der Spiegelsucher der D3200 deckt das Bildfeld zu circa 95 Prozent ab und ist mit einer Vergrößerung von 0,8 etwas größer als der Sucher der D5200. Insgesamt verfügt die Nikon D3200 über elf Fokuspunkte. Der Autofokus ist nicht der schnellste, erkennt aber zuverlässig das Motiv. Die Auslöseverzögerung im Live-View-Modus ist sehr groß. Gerade im Vergleich zu einer spiegellosen Systemkamera benötigt die Nikon D3200 deutlich länger vom Drücken des Auslösers bis zum fertigen Bild. Dabei scheint der Autofokus gerade im Live-View-Betrieb überfordert.

Im Gegensatz zur Nikon D5200 muss der Käufer allerdings auf einige Funktionen verzichten. So bietet die D3200 keine Möglichkeit, Belichtungsreihen aufzunehmen. Dies ist vor allem in lichtkritischen Situationen von Vorteil oder zum Erstellen einer HDR-Aufnahme, bei der verschieden belichtete Bilder übereinandergelegt werden, um den Dynamikbereich der Aufnahme zu erweitern. Auch auf eine Spiegelvorauslösung, die gerade in der Makro-Fotografie zum Einsatz kommt und das Nachschwingen des Spiegels bei Makro-Aufnahmen mindert, ist nicht vorhanden.

Dafür sind die Hardware-Tasten an der Nikon D3200 ähnlich der Nikon D7100 oder der Nikon D600 angeordnet. Auf der linken Seite des drei Zoll großen Displays finden sich einige Tasten, die das Hineinzoomen in Bilder oder den Zugriff auf die Schnellansicht beziehungsweise das Kameramenü ermöglichen. Der Bildschirm bietet mit 921.000 Bildpunkten eine sehr gute Auflösung und kann über insgesamt sechs Helligkeitsstufen geregelt werden.

Unterschiedliche Tasten-Anordnung: Die D3200 folgt dem klassischen Konzept, das Nikon auch bei anderen DSLRs verwendet. Bei der D5200 ist aufgrund des Monitor-Scharniers kein Platz mehr für Knöpfe.
Unterschiedliche Tasten-Anordnung: Die D3200 folgt dem klassischen Konzept, das Nikon auch bei anderen DSLRs verwendet. Bei der D5200 ist aufgrund des Monitor-Scharniers kein Platz mehr für Knöpfe.

Als Speichermedium setzt Nikon bei der D3200 auf SD-Karten. Das Speicherkartenfach befindet sich auf der rechten Seite und kann SDXC-Speicherkarten mit einer maximalen Gesamtkapazität von 64 Gigabyte aufnehmen.

Bildqualität

Die Bildqualität ist sehr gut. Die Kamera liefert sehr gute Ergebnisse bis ISO 800, und auch Aufnahmen mit einer Lichtempfindlichkeit bis ISO 1.600 haben noch eine gute Qualität, auch wenn sich Bildrauschen langsam bemerkbar macht. Gerade bei einem Sprung auf ISO 3.200 fällt der Unterschied sehr deutlich auf. Das Luminanzrauschen und Farbrauschen verstärkt sich stark. Ein Vergleich mit Aufnahmen der D5200 zeigt, dass der Bildprozessor Expeed 3 bei der D3200 nicht so stark eingreift und deshalb Aufnahmen oberhalb von ISO 1.600 etwas stärkeres Bildrauschen aufweisen, als es beim Schwestermodell der Fall ist.

Darüber hinaus hat Nikon die D3200 in ihrer Lichtempfindlichkeit etwas beschränkt. Trotz des gleichen 24-Megapixel-Sensors und des Expeed 3-Bildprozessors kann der Nutzer bei der D3200 nur eine maximale Lichtempfindlichkeit von ISO 12.800 einstellen. Das Kit-Objektiv zeigt starke Verzeichnungen im Weitwinkel und wird auch der hohen Auflösung des Sensors nicht ganz gerecht. Dies zeigt sich, wenn man zum Beispiel das ältere Standard-Zoomobjektiv Nikkor DX 18-70 mm F3,5-4,5 an der D3200 verwendet.

Noch deutlicher wird der Unterschied mit einer Festbrennweite. Um wirklich das ganze Potenzial des Sensors ausnutzen zu können, empfiehlt es sich, ein weiteres Objektiv anzuschaffen. Die Ergebnisse weichen auch von der Nikon D3100 ab, deren Sensor mit 16 Megapixeln ausgestattet ist. Mit dem DX 18-55 mm F3,5-5,6 erreicht die D3100 bessere Ergebnisse in Sachen Auflösung.

Die D3200 ist mit einem internen Blitz ausgestattet. Darüber hinaus kann ein externer Aufsteckblitz über den Blitzschuh auf der Oberseite der Kamera angeschlossen werden. Die D3200 ist kompatibel mit dem Creative Lightning System (CLS) von Nikon. Dieses bietet dem Fotografen die Möglichkeit, Blitzgeräte, die ebenfalls mit dem CLS kompatibel sind, fernzusteuern.

Videoeigenschaften

Auch bei der Nikon D3200 muss man nicht auf eine Video-Funktionalität verzichten. Der Sensor bietet genügend Auflösung, um Videos in Full HD, also mit 1.920 x 1.080 Pixeln aufzunehmen. Der Ton kann im Gegensatz zur Nikon D5200 nur über ein Mono-Mikrofon aufgezeichnet werden. Möchte der Nutzer Videos mit Stereotonaufnahmen, so kann man über einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss ein externes Stereo-Mikrofon anschließen. Nicht selbstverständlich für diese Preisklasse ist die Möglichkeit, Tonaufnahmen bei der Videoaufzeichnung manuell zu pegeln. Filme können maximal mit einer Bildgeschwindigkeit von 30, 25, 24 Vollbildern pro Sekunde oder 60 beziehungsweise 50 Halbbildern, je nach Videonorm (NTFC oder PAL), aufgezeichnet werden.

Interne Bildbearbeitung

Neben Sensor-Rohdaten im RAW-Format speichert die Kamera Bilddateien auch im JPG-Format. Die interne Bildverarbeitung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Bilder direkt in der Kamera zu entwickeln. Dafür bietet Nikon eine regelbare Automatik an, die in drei Stufen automatisch Verbesserungen am Bild vornimmt. Daneben sind Funktionen wie Beschneiden, Rote-Augen-Korrektur, Monochrom und D-Lightning vorhanden. Letztere erhöht den Dynamikumfang der Bilder softwareseitig.

Filtereffekte können ebenfalls auf das Foto angewendet werden. Insgesamt sieben Fotofilter stehen zur Verfügung. Neben einem Skylight-Filter können auch unterschiedliche Farbfilter sowie die Effektfilter Weichzeichnung und Sterneffekt auf ein Foto angewendet werden. Damit bietet Nikon gleich eine ganze Reihe an Bearbeitungsmöglichkeiten in der Kamera.

Anschlüsse, WLAN und GPS

Auf der linken Seite befinden sich Anschlüsse für ein externes Mikrofon und der HDMI-Ausgang, um Bilderschauen auch auf Fernsehgeräten mit HDMI-Eingang wiederzugeben. Neben einem Anschluss für Nikons GPS-Modul GP-1 verfügt die D3200 über einen Mini-USB-Anschluss. So können Daten mit dem PC ausgetauscht oder der als Sonderzubehör im Handel erhältliche WLAN-Adapter WU-1a angeschlossen werden.

Damit kann die Nikon D3200 dann auch mit dem Smartphone oder Tablet verbunden werden. Nikon bietet im Google Play Store sowie im Apple iOS App Store kostenlos die App "Nikon Image" an, über die Bilder zwischen Kamera und Smartphone ausgetauscht werden können. Über die Dritthersteller-Software "DslrDashboard" des Entwicklers Zoltan Hubai lässt sich die D3200 auch vom Smartphone aus fernsteuern.

Die D3200 ist eine gute Einsteiger-DSLR. Für 200 Euro mehr bekommt man die Nikon D5200, die dafür einige Eigenschaften mehr bietet. Die Bildqualität ist aufgrund des gleichen Sensors und Bildprozessors bei beiden Kameras auf hohem Niveau.
Die D3200 ist eine gute Einsteiger-DSLR. Für 200 Euro mehr bekommt man die Nikon D5200, die dafür einige Eigenschaften mehr bietet. Die Bildqualität ist aufgrund des gleichen Sensors und Bildprozessors bei beiden Kameras auf hohem Niveau.

Nikon D3200: Fazit

Nikons Einsteiger 5.4/10

Die Nikon D3200 bietet viel Kamera fürs Geld. Die Auflösung von 24 Megapixeln ist gewaltig und stellt hohe Ansprüche an Objektive. Das Kit-Objektiv scheint der hohen Auflösung nur bedingt gerecht zu werden, wie ein Vergleich mit dem Objektiv DX 18-70 zeigt. Einsteiger erhalten mit der Nikon D3200 eine DSLR mit guter Bildqualität zum günstigen Straßenpreis von circa 340 Euro. Gerade durch das gut strukturierte Menü und das integrierte Handbuch eignet sich die Kamera hervorragend für die ersten Schritte in der Welt der Fotografie. Ausführliche Testberichte der Nikon D5200 und der Sony Alpha SLT-A58, die als Alternativen für die D3200 in Betracht gezogen werden können, lesen Sie auf netzwelt.

Das hat uns gefallen

  • gute Bildqualität
  • Menüführung
  • integrierter Guide
  • leicht

Das hat uns nicht gefallen

  • langsamer Autofokus im Live-View
  • keine Belichtungsreihen
  • keine Abblendtaste
Testnote 5,4 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

5,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

4,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

7,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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  • Media Markt: Nikon D3200 mit AF-S 18-105 für 430 Euro

    28.04.2015 Die Nikon D3200 bekommt ihr derzeit bei Media Markt für 430 Euro mit einem AF-S 18-105-Millimeter-Objektiv. Für den gleichen Preis bietet bekommt ihr zwar auch das neuere Modell D3300, allerdings nur mit dem "kleinen" Kit-Objektiv 18-55-Millimeter. Die beiden Einsteigermodelle unterscheiden sich vor allem durch den Sensor. Beide lösen mit 24 Megapixel auf, jedoch besitzt die D3200 einen Tiefpassfilter, auf den Nikon bei der D3300 verzichtet hat.

    Der Schärfeeindruck ist bei der D3300 minimal größer. Einsteiger, die sich eine erste DSLR kaufen, werden sicherlich mit etwas mehr Brennweite besser bedient sein, als mit einer minimalen Verbesserung der Schärfe. Worin sich Objektive unterscheiden, haben wir für euch in unserer Objektiv-Beratung aufgedröselt.

    Den ausführlichen Nikon D3200-Testbericht und den Nikon D3300-Testbericht lest ihr wie gewohnt auf netzwelt.

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