Nikon D5300 im Test: 24-Megapixel-DSLR mit WLAN, GPS und Dreh-Display

Modellpflege verzichtet auf Tiefpassfilter

von Dennis Imhäuser

Die D5300 ist eine digitale Spiegelreflexkamera, die sich vor allem durch ihr dreh- und schwenkbares Display von anderen DSLR-Modellen des Herstellers abhebt. Vor dem Sensor verzichtet Nikon im Gegensatz zum Vorgängermodell D5200 auf einen Tiefpassfilter. Serienmäßig verbaut Nikon nun WLAN und GPS in der DSLR. Welche Stärken und Schwächen die DSLR mitbringt, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Mit der Nikon D5300 löst der Hersteller die D5200 ab. Die D5300 erhält von Nikon einen größeren Bildschirm als die Vorgängerin, kann nun mit 60 Vollbildern pro Sekunde Full HD-Videos aufzeichnen, und der Tiefpassfilter vor dem 24-Megapixel-Sensor wurde eingespart. WLAN und GPS sind nun serienmäßig in der Mittelklasse-DSLR verbaut. Was die Nikon bei der D5300 sinnvoll verbessert hat und wie sich die "Video-DSLR" im Alltag bewährt, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Die Nikon D5300 löst die D5200 ab. Die DSLR ist nun serienmäßig mit WLAN und GPS ausgestattet.
Die Nikon D5300 löst die D5200 ab. Die DSLR ist nun serienmäßig mit WLAN und GPS ausgestattet.

60 Vollbilder

Im Gegensatz zur D5200, die lediglich 60 Halbbilder im Full HD-Format aufzeichnen konnte, kann die Nikon D5300 nun 60 Vollbilder aufnehmen. Damit wurde die Videofunktionalität noch einmal gesteigert. Jedoch verzichtet Nikon nach wie vor auf einen 3,5mm-Kopfhörerausgang, um den Ton auch während einer Videoaufnahme abzuhören und zu "pegeln".

Nikon D5300 im Test

Gerade in Hinblick darauf, dass der Hersteller einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für Mikrofone verbaut und die Möglichkeit schafft, eine gute Tonqualität bei Videoaufnahmen umzusetzen, ist es sehr schade, dass der Kameramann den Ton nicht kontrollieren kann. Das verbaute Stereomikrofon liefert gute Ergebnisse, und die Rauschunterdrückung arbeitet gut. Stimmen hören sich natürlich an und werden nicht überzeichnet wiedergegeben.

Der Videographer profitiert von dem etwas stärkeren EN-EL14a-Akku der D5300, der nun 1.230 Milliamperestunden Kapazität besitzt. Dadurch verlängert sich nicht nur die Zeit in Videoaufnahmen, sondern nach CIPA-Prüfverfahren schafft die Nikon nun 600 Bilder mit einer Akkuladung. Der Test bestätigt dieses Ergebnis. Zwischen 590 und 630 Bildern sind möglich, je nach Nutzung der DSLR.

Nikon D5300 im Test

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Bewährter CMOS-Sensor

Der CMOS-Sensor im APS-C-Format bietet nach wie vor eine Auflösung von 24 Megapixeln und kommt auch im Einsteigermodell Nikon D3300 zum Einsatz. In beiden Fällen verzichtet Nikon auf einen Tiefpassfilter vor dem CMOS-Sensor. Dadurch fällt mehr Licht auf den Sensor, was die Schärfenwirkung in Bildern erhöhen soll. Im Gegensatz zum direkten Vorgängermodell, der D5200, setzt Nikon auf einen neuen Bildprozessor für die Signalverarbeitung. Der Expeed 4 soll für eine zügige und rauscharme Bildentwicklung sorgen.

Die Lichtempfindlichkeit kann von ISO 100 bis 25.600 eingestellt werden. Im Test fällt auf, dass die D5300 bis ISO 800 eine gute Bildqualität liefert. Darüber hinaus wird Bildrauschen deutlich sichtbar und ab ISO 1.600 erzielt der Fotograf bessere Ergebnisse, gerade in den Details, wenn er sich die Zeit nimmt, die Bilder im RAW-Format ausgeben zu lassen und anschließend am PC zu bearbeiten. Dies liegt auch an der Rauschunterdrückung der D5300, die bei höherer Lichtempfindlichkeit (ab ISO 1.600) stark in die Bildentwicklung eingreift. Die Farbwiedergabe ist neutral.

WLAN und GPS

Waren GPS und WLAN bei der D5200 noch als optionales Zubehör erhältlich, das an der Kameraseite befestigt werden musste, ist beides nun serienmäßig im Gehäuse verbaut. Das verbessert das "Handling" der DSLR deutlich. Auch bei bewölktem Himmel fand das GPS-Modul zuverlässig ein Signal zur Standortbestimmung. Die Daten werden in den Metadaten des Fotos gespeichert.

Mithilfe des integrierten WLAN-Moduls kann die D5300 von einem Smartphone oder Tablet ferngesteuert werden. Dafür bietet Nikon die Software Wireless Mobile Utility an, die für Android und iOS zur Verfügung steht. Die App bietet die Möglichkeit, die DSLR fernzusteuern oder Bilder aus dem Kameraspeicher auf dem Handy abzulegen. Von dort aus kann die Aufnahme dann mit Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ geteilt werden.

Display

Dem Display der D5300 kommt eine besondere Bedeutung zu. Es ist nicht nur durch den Dreh- und Schwenkmechanismus ein Alleinstellungsmerkmal der Kamera im DSLR-Portfolio Nikons, sondern auch für die Bedienung von zentraler Bedeutung. Auf der Oberseite befindet sich keine Anzeige für die eingestellten Kameraparameter. Diese werden auf dem 3,2 Zoll großen Display dargestellt. Die Auflösung beträgt 1,03 Millionen Bildpunkte und Bilder sowie Videos werden detailreich dargestellt.

Der Dreh- und Schwenkmechanismus eignet sich, um kinderleicht Selfies zu erstellen oder bei einer Videoaufnahme das Bild selbst vor der Kamera zu kontrollieren. Zudem kann der Fotograf auch bei Überkopf- oder bodennahen Aufnahmen stets das Display gut einsehen.

Autofokus

Beim Autofokus ist alles beim Alten geblieben. Nach wie vor arbeitet das Multi-CAM 4800DX-Modul in der DSLR. Im Phasenautofokus stellt die D5300 schnell und präzise scharf. Wie bereits beim Vorgänger verschlechtert sich die Präzision bei schlecht ausgeleuchteten Räumen. Da der Autofokus offenbar nicht gerade lichtempfindlich ist, besitzt auch die D5300 ein Hilfslicht. Damit findet die Kamera letzten Endes das Motiv auch unter schlechten Lichtbedingungen. Im Live-View-Betrieb konnte der Kontrast-Autofokus allerdings nicht überzeugen. Er ist sehr langsam, und dadurch wird auch das Filmen zum Geduldsspiel. Bei Videoaufnahmen sollte der Kameramann definitiv manuell scharf stellen.

Der Autofokus ist schnell, solange man mit dem Phasenautofokus arbeitet. er besitzt 39 Messfelder mit insgesamt 9 Kreuzsensoren. Der kontrastautofokus ist leider nicht so flink.
Der Autofokus ist schnell, solange man mit dem Phasenautofokus arbeitet. er besitzt 39 Messfelder mit insgesamt 9 Kreuzsensoren. Der kontrastautofokus ist leider nicht so flink.

Verarbeitung und Bedienung

Das Kameragehäuse der D5300 ist gut verarbeitet, und der verwendete Kunststoff fühlt sich hochwertig an. Auf der Oberseite befinden sich ein Programmwahlrad und ein Switch, um den Live-View-Modus der DSLR zu aktivieren. Vor dem zweistufigen Auslöser befinden sich der Videoaufnahme-Startknopf, die Belichtungskorrektur und ein Info-Button. Über letzteren kann sich der Fotograf die Kameraparameter im Kamera- und Live-View-Modus einblenden lassen. Darüber hinaus können Gitterlinien oder alle Informationen auf dem Display ausgeschaltet werden, bis nur noch der Autofokuspunkt angezeigt wird.

Nikon verzichtet auf ein Touch-Display, welches der D5300 sicherlich gut gestanden hätte, da der Fotograf häufig den Weg über das Menü nehmen muss. Zur Navigation dient das Steuerkreuz auf der Rückseite. Das Kameramenü ist gut strukturiert und über die integrierte Hilfefunktion der Digitalkamera eignet sich die DSLR gerade auch für Einsteiger in die Fotografie.

Im manuellen Modus muss der Fotograf mit nur einem Einstellrad für Blende und Zeit auskommen. Standardmäßig liegt die Zeitauswahl auf dem Rändelrad, und um die Blende im manuellen Modus anzupassen, muss parallel zur Drehbewegung der Taster für die Belichtungskorrektur auf der Oberseite gedrückt werden. Diese Lösung findet man in den meisten Einsteiger-DSLRs.

Anschlüsse

Bilder und Videos speichert die DSLR auf SD-Karten. Dazu befindet sich auf der rechen Seite ein Speicherkartenfach. Links liegen ein USB-Anschluss, der Mikrofoneingang, ein HDMI-Ausgang sowie ein Anschluss für einen Kabelauslöser. Auch einen A/V-Ausgang bietet die Nikon, um die DSLR direkt mit einem älteren Fernseher oder Beamer zu verbinden.

Die D5300 besitzt einen HDMI-Ausgang, einen USB-Anschluss sowie Anschlüsse für A/V und einen Kabelauslöser. Darüber hinaus kann auch ein zusätzlichen Mikrofon angeschlossen werden.
Die D5300 besitzt einen HDMI-Ausgang, einen USB-Anschluss sowie Anschlüsse für A/V und einen Kabelauslöser. Darüber hinaus kann auch ein zusätzlichen Mikrofon angeschlossen werden.

Fazit

Nikon hat die D5300 im Vergleich zum Vorgängermodell in einigen Details verbessert. WLAN und GPS gibt es nun zum Preis des Vorgängers. Die Bildqualität hat sich auch ohne Tiefpassfilter nicht signifikant verbessert. Der fehlende Kopfhörerausgang trübt den Blick auf die Videofunktionalität der Kamera, die sich sonst hervorragend für Videoaufnahmen eignet. Der Phasenautofokus reagiert sehr schnell, und das Display besitzt eine hohe Auflösung. Die Nikon D5300 empfiehlt sich vor allem für Fotografen, die ab und an Videos drehen möchten oder häufig aus ungewöhnlichen Positionen fotografieren.

Das Vorgängermodell D5200 befindet sich gerade im Ausverkauf und wenn man auf WLAN und GPS verzichten kann, ist die DSLR eine günstige Alternative. Den ausführlichen Testbericht zur D5200 lesen Sie hier auf netzwelt.

Ihnen fehlen noch ein paar Antworten auf Fragen, die Sie uns im Unboxing gestellt haben? Netzwelt gibt im Video des D5300-Unboxing-Artikels eine Antworten auf Ihre Fragen.

Nikon D5300: Fazit

Gute Ausstattung 6.4/10

Nikon hat die D5300 im Vergleich zum Vorgängermodell in einigen Details verbessert. WLAN und GPS gibt es nun zum Preis des Vorgängers. Die Bildqualität hat sich auch ohne Tiefpassfilter nicht signifikant verbessert. Der fehlende Kopfhörerausgang trübt den Blick auf die Videofunktionalität der Kamera, die sich sonst hervorragend für Videoaufnahmen eignet. Der Phasenautofokus reagiert sehr schnell, und das Display besitzt eine hohe Auflösung. Die Nikon D5300 empfiehlt sich vor allem für Fotografen, die ab und an Videos drehen möchten oder häufig aus ungewöhnlichen Positionen fotografieren. Das Vorgängermodell D5200 befindet sich gerade im Ausverkauf und wenn man auf WLAN und GPS verzichten kann, ist die DSLR eine günstige Alternative. Den ausführlichen Testbericht zur D5200 lesen Sie hier auf netzwelt. Ihnen fehlen noch ein paar Antworten auf Fragen, die Sie uns im Unboxing gestellt haben? Netzwelt gibt im Video des D5300-Unboxing-Artikels eine Antworten auf Ihre Fragen.

Das hat uns gefallen

  • 39 Autofokus-Messfelder
  • WLAN und GPS
  • dreh- und klappbares Display
  • gute Ausstattung

Das hat uns nicht gefallen

  • langsamer Autofokus im Live-View
  • zu wenige Tasten - menülastige Bedienung
Testnote 6,4 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

8,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

7,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

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Nikon D5300 im Zeitverlauf
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  • Nikon D5300: Unboxing des D5200-Nachfolgers

    20.01.2014 Die Nikon D5300 ist in der Redaktion eingetroffen. Die DSLR erscheint als Nachfolgemodell der Nikon D5200 und ist nun serienmäßig mit WLAN und GPS ausgestattet. Zudem verzichtet Nikon auf einen Tiefpassfilter vor dem 24-Megapixel-CMOS-Sensor. Was sich alles im Lieferumfang der D5300 befindet, lesen Sie im Unboxing auf netzwelt.

    Die Nikon D5300 erreicht die Redaktion samt Kit-Objektiv. Dabei handelt es sich um die Variante mit dem AF-S 18-105G ED VR-Objektiv. Dieses ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet. Neben der Kamera befinden sich ein Handbuch, USB-Kabel, eine Okularabdeckung und ein Videokabel mit AV-Chinch-Steckern im Lieferumfang. Darüber hinaus liegen ein Akku (EN-EL14a) und das Ladegerät MH-24 im Karton der D5300. Als Software liefert Nikon das hauseigene Bildbearbeitungsprogramm ViewNX2 mit. Zudem ist eine Garantiekarte und ein Kameragurt dabei.

    Die D5300 besitzt im Gegensatz zum Vorgängermodel D5200 nun eingebaute WLAN- und GPS-Module, die für die D5200 nur als Sonderzubehör erhältlich sind. Der CMOS-Sensor wurde ebenfalls von Nikon überarbeitet. Der neue APS-C-CMOS-Sensor löst nach wie vor mit 24 Megapixeln auf, aber vor dem Sensor verzichtet der Hersteller auf einen Tiefpassfilter, wie er noch bei der D5200 verbaut war.

    Die D5300 wird nun ausführlich von der Redaktion getestet. Sie haben Einflussmöglichkeit darauf, indem Sie uns sagen, was Sie an der Nikon D5300 besonders interessiert oder worauf die Redaktion während des Tests im Besonderen achten soll. Schreiben Sie uns Ihre Anmerkungen und Fragen zur Nikon D5300 gleich unter diesen Artikel oder fragen Sie uns auf den Sozialen Kanälen von netzwelt. Eine aktuelle Übersicht über Geräte, die gerade getestet werden, sowie weitere Unboxing-Artikel finden Sie hier.

    Weitere Kamera-News finden Sie auf dieser Übersichtsseite auf netzwelt. Den Test zum Vorgängermodell Nikon D5200 können Sie hier lesen. In der zwischnzeit hat sich die D5300 ebenfalls durch den Redaktionsalltag geschlagen. Hier finden Sie den aktuellen Testbericht zur Nikon D5300.

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