Nikon D7000 im Test: Semi-Profi-Spiegelreflexkamera

16,2 Megapixel für Fotos und Full HD für Videos

von Jan Johannsen

Wer sich für die Nikon D7000 entscheidet, muss sich mit den richtigen zwei Speicherkarten keine Gedanken mehr um die Zahl der Aufnahmen machen. Zusammen bieten sie derzeit eine maximale Kapazität von 256 Gigabyte - aber wenn wir ehrlich sind, spielen andere Merkmale eine wichtigere Rolle bei der Spiegelreflexkamera.

Für weniger als 1.000 Euro verkaufen zahlreiche Händler Nikons Semi-Profi-Spiegelreflexkamera D7000. Fotografen bietet die Kamera nicht nur ein robustes Gehäuse, sondern auch eine DSLR-typische Bildqualität und eine umfangreiche Bedienung, die aber nicht jedem sofort leicht von der Hand geht.

Nikon D7000

Schöne Bilder in hoher Auflösung

Nikon stattet die D7000 mit einem CMOS-Bildsensor im DX-Format aus. Der 23,6 x 15,6 Millimeter große Chip liefert Fotos mit einer Auflösung von 16,2 Megapixeln und Videos in Full-HD-Auflösung. Für die Bildverarbeitung ist die neue Expeed-2-Technologie zuständig.

Die Aufnahmen der D7000 überzeugen mit einer hohen Detailgenauigkeit, klaren Konturen und natürlich wirkenden Farben, die allerdings etwas stumpf erscheinen. Die Kontraste könnten zudem noch deutlicher ausfallen.

Zu der aber insgesamt immer noch als sehr gut zu beurteilenden Bildqualität trägt auch das geringe Bildrauschen bei. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 1.600 lassen sich die ersten leichten Bildstörungen ausmachen. Aber selbst bei ISO 25.600 fallen sie noch so gering aus, dass sich die Aufnahmen verkleinert noch ohne Bedenken im privaten Rahmen nutzen lassen.

Nikon D7000 Testbilder

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Videos nimmt die D7000 in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln und 24 Bildern in der Sekunde auf. Die Filme überzeugen ebenfalls mit sehr vielen Details, natürlich wirkenden Farben und scharfen Konturen. Allerdings liefert das interne Mikrofon nur einen unbefriedigenden Klang.

Die Kamera eignet sich nicht für Schnappschuss-Aufnahmen. Der Autofokus, der automatische Weißabgleich und der optische Bildstabilisator lassen eigentlich in jedem Kameramann den Wunsch aufkommen, die D7000 fest auf ein Stativ zu stellen und die Einstellungen von Hand vorzunehmen - sie arbeiten langsam und nicht immer zufriedenstellend.

Bedienung mit zwei Händen

Der Fotograf benötigt beide Hände, um die D7000 zu nutzen. Die linke Hand dient dabei nicht nur zum Verstellen des Objektivs und zur Stabilisierung der Kamera, sondern auch dazu, Einstellungen vorzunehmen.

Wer bereits mit einer DSLR von Nikon fotografiert hat, dürfte die Bedienung schnell verinnerlichen. Nutzer, die bisher nur Kompaktkameras oder Spiegelreflexkameras anderer Hersteller verwendet haben, müssen sich intensiv umgewöhnen.

Mit der rechten Hand erreicht der Fotograf neben dem Auslöser noch zwei Drehräder, Tasten zum Verstellen von Belichtungskorrektur und Fokusart, zum Aktivieren des Livebilds und zum Aufnehmen von Videos sowie ein Vier-Wege-Steuerkreis und eine Info-Taste, die aktuelle Einstellungen auf dem Bildschirm anzeigt.

Der drei Zoll große Monitor verfügt über eine Auflösung von 921.000 Pixeln und bietet ein klares Bild mit hoher Detailgenauigkeit. Allerdings reichen die Blickwinkel nur bis etwa 45 Grad je Blickrichtung. Der optische Sucher verfügt über eine Bildfeldabdeckung von 100 Prozent und zeigt neben dem leicht verkleinerten Bildausschnitt noch die wichtigsten Aufnahmewerte an.

Nikon D7000 im Test

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Mit der linken Hand erreicht der Fotograf sechs Tasten neben und über dem Display. Mit ihrer Hilfe kann er schnell den Weißabgleich korrigieren, die Lichtempfindlichkeit verstellen, das Hauptmenü starten, die Ansicht vergrößern oder verkleinern sowie die Bildwiedergabe starten und Aufnahmen löschen.

Oben auf der Kamera befindet sich das Moduswahlrad, das dem Fotografen nicht nur die typische DSLR-Auswahl mit Programm-, Zeit-, und Blendenautomatik sowie einem manuellen Modus bietet. Neben einer Vollautomatik kann der Nutzer auch einen blitzlosen Modus auswählen sowie zwei eigene Modi abspeichern und zwischen 18 Szenenprogrammen auswählen.

Der Autofokus arbeitete im Test langsamer als bei vielen anderen Spiegelreflex- und Systemkameras, das verwendete 18-bis-55-Millimeter-Objektiv suchte schon fast gemächlich nach dem Motiv, um es zu fokussieren. Der optische Bildstabilisator befindet sich bei Nikon im Objektiv und nicht im Kameragehäuse.

Platz für zwei Speicherkarten

Nikon verstärkt das Gehäuse der D7000 mit Metall. Die Ober- und Rückseite bestehen größtenteils aus einer Magnesium-Legierung. Die Vorderseite ist mit einer weichen Gummischicht versehen. Zusammen mit dem Batteriefach sorgt sie dafür, dass der Nutzer die Kamera sicher greifen kann.

Die Stromversorgung der D7000 stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher. Der Nutzer kann zwei SD(XC)-Speicherkarten gleichzeitig in die Kamera einlegen und so ihre Kapazität auf aktuell bis zu 256 Gigabyte ausbauen. In Zukunft sollen irgendwann einmal sogar vier Terabyte möglich sein.

Hinter Abdeckungen, die sich bequem öffnen und schließen lassen, stellt die D7000 dem Nutzer neben einem AV-Ausgang und einem Audio-Eingang noch einen USB- und einen HDMI-Anschluss sowie eine Buchse für einen GPS-Logger zur Verfügung.

Nikon D7000: Fazit

Gelungene Spitzen-DSLR 7/10

Mit der D7000 hat Nikon eine gelungene Kamera für die Mittelklasse im Angebot. Sie bietet zu einem fairen Preis nicht nur eine sehr gute Bildqualität, sondern auch einen Funktionsumfang, der semi-professionelle Anwender zufriedenstellt. Einzig die Bedienung erfordert von Nikon-Neulingen eine längere Einarbeitungsphase. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Gehäuse der Nikon D7000 beträgt 1.189 Euro. Online-Händler verkaufen die Spiegelreflexkamera derzeit schon für rund 930 Euro. Wer sich nicht auf Nikon einlassen will oder schon einige Objektive anderer Hersteller sein Eigen nennt, könnte einen Blick auf die Canon EOS 60D, die Pentax K-5 oder die Sony Alpha SLT-A35 riskieren.

Das hat uns gefallen

  • sehr gute Bildqualität
  • sehr gute Ausstattung
  • guter optischer Sucher

Das hat uns nicht gefallen

  • kein Live-Histogramm
  • fest verbautes Display
Testnote 7,0 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
7,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

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9
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