OM-D E-M5 Mark II im Test: Olympus überzeugt mit Hightech-DSLM

Vollgepackt mit Technik

von Dennis Imhäuser
Olympus OM-D E-M5 Mark II Teaser

Die Olympus OM-D E-M5 Mark II ist die Nachfolgerin der E-M5 und wartet mit vielen neuen Funktionen wie dem 64-Megapixel-Multi-Shot und deutlich besseren Videofunktionen als alle OM-D-Kameras auf. Die Systemkamera verfügt zudem über ein schwenkbares Touchscreen. Welche Funktionen besonders überzeugen und welche nicht, lest ihr im Test der OM-D E-M5 Mark II auf netzwelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bedienung und Verarbeitung
  2. Foto
  3. Video
  4. Sucher und Display
  5. Bildqualität
  6. Fazit & Alternativen

Bedienung und Verarbeitung

Die OM-D E-M5 war ein Erfolgsmodell für Olympus. Die Kamera war das erste Modell der OM-D-Reihe, die mittlerweile um das Top-Modell E-M1 (Testbericht) und das Einsteigermodell OM-D E-M10 (Kurztest) ergänzt wurde. Die OM-D E-M5 Mark II tritt also in große Fußstapfen, und in Bezug auf die Verarbeitung kann die Kamera überzeugen. Große Teile des Gehäuses sind aus Metall gefertigt, und die Tasten haben einen sauberen, klar definierten Druckpunkt. Auch die Einstellräder sind aus Metall und rasten mit einem deutlichen Klacken ein.

Auf der Oberseite befinden sich nun mehr Tasten, beispielsweise für die Displayanzeige, den HDR-Modus und die Gradationskurve. Einschalter und Moduswahlrad sitzen auf der linken Seite. Die Tasten der OM-D E-M5 können über das Kameramenü vom Fotografen mit Funktionen belegt werden.

Olympus OM-D E-M5 Mark II im Hands-on

Wie bereits bei der E-M1 gibt es auch bei der E-M5 Mark II auf der Rückseite einen Hebel, mit dem die Einstellräder auf der Oberseite umgeschaltet werden. In den Werkseinstellungen liegen auf den Rädern Blende und Zeit auf der ersten Hebelstellung. Wenn ihr den Hebel nach unten auf Position zwei legt, dann verändert ihr Weißabgleich und Lichtempfindlichkeit. Selbstverständlich könnt ihr auch diese Belegungen den persönlichen Vorlieben anpassen.

All diese Konfigurationsmöglichkeiten müssen im internen Kameramenü Platz finden, und das merkt der Fotograf ziemlich schnell, denn die vielen Reiter mit den unzähligen Unterpunkten sind die Schattenseite der sehr gut anzupassenden Olympus. Gerade Einsteiger dürften mit dem Kameramenü Probleme haben.

Gleiche Sensorgröße unterschiedliches Kameragehäuse. Die Lumix GH4 ist deutlich größer als die OM-D E-M5 Mark II.
Gleiche Sensorgröße unterschiedliches Kameragehäuse. Die Lumix GH4 ist deutlich größer als die OM-D E-M5 Mark II. (Quelle: netzwelt)

Die OM-D E-M5 weist kein eingebautes Blitzgerät auf, aber angesichts des beigelegten Systemblitzes ist dies kein Anlass zur Kritik. Der kleine Blitz wird über den Blitzschuh mit Strom versorgt und funktioniert nur an der Mark II, die über den neuen Blitzschuh verfügt. Das Herausragende im Gegensatz zu anderen Blitzen ist, dass er schwenk- und drehbar ist. Trotz geringer Leistung könnt ihr indirekt blitzen. Das bekommt ihr bei anderen Herstellern sonst nur mit den großen und schweren Systemblitzen hin. Auf der Vorderseite verfügt die E-M5 Mark II sogar über einen Studioblitzanschluss.

Foto

Die OM-D E-M5 hat wie alle Systemkameras von Olympus und Panasonic einen Micro Four Thirds-Sensor (MFT), der mit 17,3 x 13 Millimetern etwas kleiner ist als der APS-C-Sensor der Konkurrenz. Das native Seitenverhältnis von 4:3 nutzt die runde Form von Objektive besser aus als das breitere 3:2-Seitenverhältnis von APS-C-Sensoren. Auf dem MFT-Sensor der OM-D E-M5 Mark II sind 16 Megapixel untergebracht. Die gleiche Auflösung findet man bei der E-M1, der E-M10 oder der Pen E-PL7 wieder. Die kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/8.000 Sekunde. Im Gegensatz zur ersten E-M5 wurde der Bereich der Lichtempfindlichkeit nun auf ISO 25.600 erweitert. Zudem weist die O-EM5 einen elektronischen Verschluss auf. Dadurch löst die Systemkamera auch vollkommen geräuschlos aus.

Das Highlight der OM-D E-M5 Mark II ist der integrierte Bildstabilisator. Es handelt sich um einen 5-Achsen-Bildstabilisator, wie er auch in der Sony Alpha 7 II (Testbericht) verbaut ist. Der Bildstabilisator der Olympus arbeitet im direkten Vergleich jedoch deutlich besser. Olympus verspricht sechs Blendenstufen und kann diese im Test auch einhalten. Was bedeutet das in der Praxis? Ihr könnt in der Dämmerung sich nicht bewegende Motive "freihand" bei Belichtungszeiten aufnehmen, ohne die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen. Hier bietet die OM-D E-M5 II derzeit die größten Reserven. Bei beweglichen Objekten nützt euch ein Bildstabilisator nichts, wenn ihr Bewegungsunschärfen verhindern wollt.

Als Olympus die OM-D E-M5 Mark II vorgestellt hat, sorgte der 40-Megapixel-Multi-Shot für mediale Beachtung. Einigen dürfte diese Funktion aus den Mittelformatkameras von Hasselblad bekannt sein. Für alle anderen schnell erklärt: Die Kamera nimmt vier Bilder auf. Mithilfe des Bildstabilisators bewegt die Kamera den Sensor in der Horizontalen und Vertikalen um 0,5 Pixel. Anschließend setzt die Mark II die Einzelaufnahmen zu einem 40-Megapixel-JPG-Bild oder zu einer 64-Megapixel-RAW-Datei zusammen. Ihr erhaltet die Information von 40 Megapixeln, aufgenommen mit einem 16-Megapixel-Sensor. Gerade für Produktfotografie und Stillleben-Fotografie ist der hochauflösende Modus hervorragend geeignet und übertrumpft in seinen Ergebnissen sogar hochauflösende DSLRs wie die Nikon D810 (Testbericht).

Olympus 40-Megapixel-Multi-Shot

Nachteil ist, dass ihr dies nur vom Stativ aus machen könnt, weil die Kamera während der Aufnahmen nicht bewegt werden darf. Wenn ihr ein bewegtes Motiv fotografieren wollt, könnt ihr den Modus ebenfalls nicht verwenden, da das Motiv dann "Scheibchenweise" im Bild dargestellt wird. Benötigt ihr in solchen Situationen eine hochauflösende Aufnahme, bleibt euch nur der Griff zu einer Mittelformatkamera oder zu DSLRs, wie der Nikon D810 oder der neuen Canon EOS 5DS. Da bei den Kameras nur ein Bild gemacht wird, kann ein sich bewegendes Motiv bei entsprechender Verschlusszeit eingefroren werden.

Der Autofokus mit 81 Messfeldern funktioniert tadellos. Auch wenn die E-M5 im Gegensatz zur E-M1 nur mit einem Kontrast-Autofokus ausgestattet ist, gibt es bezüglich der Genauigkeit und der Geschwindigkeit keine Beanstandungen, solange ihr MFT-Objektive verwendet. Bei Objektiven des Four Thirds-Systems hingegen dürfte der Autofokus niemanden glücklich machen. Hier trumpft das Spitzenmodell OM-D E-M1 mit der kompletten Kompatibilität und dem insgesamt nochmals besseren Autofokus auf. Bei aktuellen MFT-Objektiven hingegen konnten wir keinen Unterschied zwischen den beiden Modellen messen.

Die Serienbildgeschwindigkeit der E-M5 Mark II liegt bei zehn Bildern pro Sekunde. Das ist ziemlich schnell, allerdings ist nach 15 JPEG-Bildern Schluss mit der rasanten Bilderserie. Der Pufferspeicher ist deutlich kleiner als bei der E-M1, die ungefähr 65 Bilder in Serie aufnehmen kann, bevor der Zwischenspeicher voll ist. Für Langzeitbelichtungen und Lightescribe-Fotografie bietet Olympus zudem in zahlreichen Kameras noch Funktionen, die ihr bei der Konkurrenz vergebens sucht. Im Video zeigen wir euch Live Time und Live Composite.

Olympus Live Composite und Olympus Live Time im Video

Video

Den Videomodus hat Olympus im Gegensatz zu allen anderen Modellen des Herstellers deutlich verbessert. Full HD gab es bereits vorher, doch nicht mit einer Bitrate von bis zu 77 Megabit pro Sekunde. Auch bei Videoaufnahmen funktioniert der Bildstabilisator der Kamera. Um manuell scharf zu stellen, gibt es wie bei Panasonics GM1 oder GX7 Fokus-Peaking auch im Videomodus. Die OM-D E-M5 Mark II verfügt über einen microHDMI-Ausgang, der auch das Live-Bild überträgt, und über einen Kopfhörereingang (3,5-Millimeter-Klinke), an den ein externes Mikrofon angeschlossen werden kann. Der schwenkbare Bildschirm ist wie gemacht für Videoaufnahmen und bietet Kameraleuten viel Flexibilität. Leider hat die OM-D E-M5 kein Zebra. Wir hoffen, dass Olympus dies noch via Firmware nachpflegen wird. Die hohe Videoauflösung 4K sucht man bei der E-M5 vergebens.

Was fehlt, ist ein Kopfhörerausgang, um den Ton auch während der Aufnahme abzuhören. Der optionale Handgriff HLD-8G erweitert die Systemkamera nicht nur um einen größeren Griff auf der Vorderseite, sondern auch um einen Kopfhörerausgang. Damit könnt ihr im Videomodus den Ton abhören, manuell nachjustieren und die Olympus sicherer halten. Außerdem stellt der Griff die Kompatibilität zum Hochformatgriff der OM-D E-M5 her. Das ist durchdacht und praktisch.

Olympus OM-D E-M5 Mark II im Test

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Selbstverständlich könnt ihr auch im Videomodus Kameraparameter anpassen, doch ist dies definitiv nicht die Stärke der Olympus. Die sehr gut verarbeiteten Drehräder rasten laut ein. Was beim Fotografieren ein super Feedback für den Fotografen ist, stört beim Filmen.

Sucher und Display

Dass Olympus einen der besten Sucher im Programm hat, haben die Konstrukteure bereits bei der OM-D E-M1 gezeigt. Der hervorragende Sucher, den ich gleich hinter der Fujifilm X-T1 und vor der Alpha 7 einsortieren würde, ist auch in der Mark II verbaut und damit ein deutliches Plus im Gegensatz zum Sucher der ersten E-M5 oder der E-M10. Es gibt nichts am Sucherbild auszusetzen. Unter guten Lichtbedingungen reagiert das Panel sehr schnell, und auch bei schlechten Lichtverhältnissen liefert der E-M5-Sucher ein gutes Bild. Die Auflösung beträgt 2,36 Millionen Bildpunkte.

Das Display auf der Rückseite ist nun dreh- und schwenkbar. Das kommt nicht nur beim Videodreh gut, sondern auch für Selbstporträts ist der um 180 Grad nach vorn drehbare Monitor super. Alternativ überträgt die E-M5 auch das Live-Bild auf ein Tablet oder Smartphone. Dann könnt ihr darüber den Ausschnitt für euer Selfie wählen. Die Auflösung des Touchscreens, der Touch-Autofokus unterstützt, beträgt 1,04 Millionen Bildpunkte und bietet ein sehr gutes Bild. Details können ohne Mühe in der Detailansicht aufgelöst werden. Informationen wie aktuelle Kameraparameter, Programmodi und ein Live-Histogramm sowie Gitterlinien und Wasserwaage lassen sich einblenden. Sowohl Sucher als auch Monitor bieten eine Bildfeldabdeckung von 100 Prozent.

Bildqualität

Schon viel wurde über den "kleinen" Sensor der OM-D-Reihe geschrieben. Im Vergleich zur APS-C-Konkurrenz rauscht der Sensor nun einmal bei gleicher Auflösung mehr. Das ist auch bei der OM-D E-M5 so. Fotografen bemerken es jedoch erst ab ISO 1600 richtig. Bis zu diesem Wert liefert die Olympus eine gute Bildqualität. Dann verschwinden feine Details aus dem Bild, und das Bildrauschen nimmt deutlich zu. Bei der Dynamik und Farbtreue hingegen zählt die Olympus zu den besten Systemkameras. Schon bei der E-M1 fiel uns die gute Farbentwicklung auf. Die Dynamik bis ISO 800 überzeugt im Test. Damit ist die Olympus auch für Landschaftsaufnahmen gut geeignet.

Fazit zur Olympus OM-D E-M5 Mark II

Olympus OM-D E-M5 Mark II: Fazit

Außen retro - innen Hightech 8/10

Die OM-D E-M5 Mark II ist eine würdige Nachfolgerin der E-M5. Keine derzeit am Markt befindliche Systemkamera bietet so viele innovative Ideen in einem Gehäuse zu einem Preis von knapp 1.100 Euro. Bezüglich der Ausstattung übertrifft die Mark II teilweise sogar das Spitzenmodell E-M1. Die Bildqualität ist auf einem hohen Niveau, die Verarbeitungsqualität ebenfalls. Das neue Display ist ein echter Mehrwert, und die Videofunktionen machen Spaß. Das wahre Highlight ist der Bildstabilisator. Wer eine sehr gut ausgestattete Systemkamera sucht und sich nicht von überladenen Menüs abschrecken lässt, der ist bei der OM-D E-M5 Mark II genau richtig.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Bildstabilisator
  • hochauflösender Bildmodus
  • Konfigurationsmöglichkeiten
  • Geschwindigkeit
  • beigelegter Blitz

Das hat uns nicht gefallen

  • kein Zebra
  • kein 4K-Video
  • komplexes Kameramenü
Testnote 8,0 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
8,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

7,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

9,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Das Testmodell wurde netzwelt vom 26.02.2015 bis zum 20.03.2015 von der Olympus Deutschland GmbH zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
Leserwertung

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