Olympus Pen E-P3 im Test

Retro-Design, Bildstabilisator und Pop-Up-Blitz

von Jan Johannsen

Eine Systemkamera mit Touchscreen: Entweder wird die Olympus Pen E-P3 durch ihn zu einem Bedienungswunder oder er liegt quasi ungenutzt in der Ecke. Wir haben es ausprobiert.

Olympus verbindet bei der Pen E-P3 das Design der 1960er Jahre mit der Technik von heute. Die Systemkamera verfügt nicht nur über Wechselobjektive, sondern auch über einen Touchscreen und lässt sich um einen elektronischen Sucher erweitern.

Olympus Pen E-P3

Gute Bilder und Bildrauschen

Olympus baut in die Pen E-P3 einen Live-MOS-Bildsensor ein, der bei einer Fläche von 17,3 x 13,0 Millimetern Fotos mit einer Auflösung von 12,3 Megapixeln liefert. Größentechnisch ordnet sich der Sensor damit zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkameras ein.

Die Aufnahmen der Olympus Pen E-P3 weisen eine hohe Detailgenauigkeit und damit verbunden auch klare Konturen auf. Die Farben wirken natürlich und Kontraste setzt die Kamera angenehm um.

Ein erstes leichtes Bildrauschen lässt sich bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 800 erkennen und tritt bei ISO 1.600 noch deutlicher hervor, wenn der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Ab ISO 3.200 haben die Störungen leicht erkennbare Auswirkungen auf die Farben und ab ISO 6.400 sind die Bilder unbrauchbar.

Olympus Pen E-P3 Testbilder

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Das zum Test-Kit gehörende Objektiv mit einer Brennweite von 14 bis 42 Millimetern weist beim weitesten Winkel eine leichte Verzerrung auf, liefert aber ein bis in die Ecken qualitativ fast gleichwertiges Bild.

Videos nimmt die Olympus Pen E-P3 in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Die Filme bieten eine hohe Detailgenauigkeit, klare Konturen und natürlich wirkende Farben. Die Kontraste könnten dagegen noch verbessert werden, dafür sind aber keine weiteren Störungen wie zum Beispiel Zeilensprünge zu erkennen.

Der Autofokus und der automatische Weißabgleich liefern gute Bilder, könnten aber noch etwas schneller und präziser arbeiten. Der optische Bildstabilisator der E-P3 sorgt für einen ruhigen Bildausschnitt. In voller Auflösung laufen die Videos auf schwächeren Rechnern - beispielsweise mit Atom-Prozessoren - nur ruckelnd.

Gute Bedienung noch verbesserungsfähig

Die Bedienung der Olympus Pen E-P3 kann mit einer Hand erfolgen, aber die zweite Hand sorgt für mehr Stabilität, verändert die Brennweite am Objektiv, öffnet das Blitzlicht und ist für den Touchscreen nötig.

Sämtliche Bedienelemente erreicht der Fotograf mit den Fingern der rechten Hand. Die verschiedenen Knöpfe, der Vier-Wege-Steuerring und das Drehrad weisen klare Druckpunkte auf. Es steht eine eigene Aufnahmetaste für Videos zur Verfügung und das Drehrad dient zum vertikalen Scrollen in Menüpunkten oder zur Festlegung von Blendenwerten und Belichtungszeiten.

Mit den Tasten hat der Nutzer direkten Zugriff auf die Belichtungskorrektur, das Blitzlicht, den Selbstauslöser und die Position des AF-Punkts. Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich und weitere Aufnahmeeinstellungen kann der Fotograf erst in einem Seitenreiter verstellen, der nach einem Druck auf die OK- Taste auf dem Bildschirm erscheint.

Olympus Pen E-P3 im Test

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Die zwei Fn-Tasten befinden sich nicht nur an ganz unterschiedlichen Stellen, sondern sind mit Funktionen belegt, die etwas verwundern und sich im Menü auch nicht ändern lassen. Das Hauptmenü fällt nicht nur sehr knapp aus, sondern wäre mit einigen zusätzlichen Linien oder Umrandungen auch deutlich übersichtlicher.

Dem Fotografen stehen bei der Olympus Pen E-P3 neben einer intelligenten Automatik, Szenenprogrammen und Kunstfiltern auch eine Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie ein manueller Modus zur Verfügung.

Touchscreen und elektronischer Sucher

Olympus stattet die Pen E-P3 mit einem drei Zoll großen OLED-Touchscreen aus. Die Auflösung fällt mit 610.000 Pixeln eher klein aus, trotzdem erscheint das Bild detailliert und klar. Die Betrachtungswinkel fallen sehr groß aus. In der Praxis kam der Touchscreen im Test aber nicht wirklich zum Einsatz. Seine Funktionalität beschränkt sich auch darauf, entweder als Auslöser oder zum Festlegen des AF-Punktes zu dienen.

Die Olympus Pen E-P3 steckt in einem Gehäuse im Retro-Design, das aus Metall und Kunststoff besteht. Insgesamt wirkt die Kamera gut verarbeitet und liegt nicht nur bequem, sondern auch sicher in der Hand.

Die Stromversorgung der E-P3 übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku, als Speichermedien kommen SD-, SDHC- oder SDXC-Karten zum Einsatz. Die Kamera verfügt über je einen Mini-USB- und einen Mini-HDMI-Anschluss. Das interne Blitzlicht schnellt auf Knopfdruck nach oben. Der Zubehör-Schuh eignet sich unter anderem für einen elektronischen Aufsetz-Sucher, dessen praktischer Nutzen sich im Test aber nicht erschloss.

Fazit

Olympus liefert mit der Pen E-P3 eine Systemkamera im schicken Retro-Design ab. In Sachen Bildqualität und Bedienung erweist sich die Kamera als gut, aber eben auch nicht perfekt. In beiden Bereichen lässt sich die Digitalkamera noch verbessern.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Olympus für das getestete Kit der Pen E-P3 mit einem 14-bis-42-Millimeter-Objektiv beträgt 949 Euro. Online-Händler bieten das Set derzeit für rund 680 Euro an und verlangen für das Kameragehäuse alleine momentan rund 600 Euro.

Olympus PEN E-P3: Fazit

Systemkamera mit Touchscreen 6.6/10

Olympus liefert mit der Pen E-P3 eine Systemkamera im schicken Retro-Design ab. In Sachen Bildqualität und Bedienung erweist sich die Kamera als gut, aber eben auch nicht perfekt. In beiden Bereichen lässt sich die Digitalkamera noch verbessern. Die unverbindliche Preisempfehlung von Olympus für das getestete Kit der Pen E-P3 mit einem 14-bis-42-Millimeter-Objektiv beträgt 949 Euro. Online-Händler bieten das Set derzeit für rund 680 Euro an und verlangen für das Kameragehäuse alleine momentan rund 600 Euro.

Das hat uns gefallen

  • Touchscreen
  • Bildqualität
  • Autofokus

Das hat uns nicht gefallen

  • Detailtreue ab ISO 1000
  • Blitzleistung
Testnote 6,6 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

7,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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