Panasonic Lumix GM1 im Test: Die kleinste Micro Four Thirds-Kamera ganz groß

Kaum größer als eine Kompaktkamera

von Dennis Imhäuser

Die Panasonic Lumix GM1 ist zurzeit die kleinste Micro Four Thirds-Systemkamera auf dem Markt. Ob die Bedienung der Kamera unter der kompakten Bauform leidet oder die GM1 auch mit ihren großen Verwandten mithalten kann, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Panasonic hat mit der Lumix GM1 die kleinste Micro Four Thirds (MFT)-Systemkamera (99 x 55 x 30 Millimeter) auf dem Markt. Sie wiegt gerade einmal 205 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte. Das Gehäuse der GM1 ist so groß wie das einer Kompaktkamera und das 12-32mm-Zoomobjektiv ist das einzige Indiz dafür, dass es sich um eine Digitalkamera mit großem Sensor handelt. Netzwelt hat die GM1 unter die Lupe genommen. Im Test erfahren Sie, ob die GM1 es mit ihren großen Schwestern aufnehmen kann.

Die Lumix GM1 ist die kleinste Micro Four Thirds-Systemkamera und kaum größer als eine Kompaktkamera.
Die Lumix GM1 ist die kleinste Micro Four Thirds-Systemkamera und kaum größer als eine Kompaktkamera.

In auffälligem Farbton kommt die GM1 daher. Ihr Gehäuse hat eine orangene Grifffläche und silberne Oberschale. Die Größe oder besser die Winzigkeit der Kamera ist beeindruckend - gerade auch im Vergleich zum Schwestermodell GX7, die den gleichen Sensor, Bildprozessor und Autofokus besitzt, aber ein wesentlich größeres Gehäuse hat.

Bedienkonzept und Verarbeitung

Die GM1 passt dennoch nicht in eine Hosentasche. Das liegt vor allem daran, dass die Objektive doch deutlich über das Bajonett hinausragen. Die Panasonic-Ingenieure haben zwar versucht, diesen Makel mit dem beiliegenden Kit-Objektiv zu kaschieren - indem sie durch einen eingefahrenen Tubus zusätzlich an Breite sparen - doch so ganz will die GM1 trotzdem nicht in die Hosentasche passen.

Lumix GM1 Gehäuse

Fairerweise muss man Panasonic eingestehen, dass der Kunde für diesen kleinen Tribut einen Micro Four Thrids-Sensor (17,3 x 13 Millimeter) mit der GM1 erhält, der deutlich größer ist als der 1-Zoll-Sensor (13,2 x 8,8) der NX mini, die von Samsung als kleinste Systemkamera der Welt beworben wird. Je kleiner ein Sensor, umso kompakter können auch die Objektive für eine solche Digitalkamera ausfallen.

Panasonic Lumix GM1 im Test

6 Bilder
Zur Galerie

Die Bedienung der GM1 ist durchdacht, doch durch die kleinen Tasten und dem etwas indirekten und leichtgängigen Einstellrad auf der Rückseite gibt die Systemkamera nur wenig haptisches Feedback. Auf der Oberseite befindet sich neben dem Auslöser der Ein- und Ausschalter, das Moduswahlrad und ein Rad, um den Autofokusbetrieb zu bestimmen. Darüber hinaus sitzt hier die einzige frei konfigurierbare Funktionstaste (FN). Bedienung und Handhabung der GM1 ähneln der einer Kompaktkamera: Modus wählen und auf den Auslöser drücken. Die GM1 besitzt neben dem manuellen Modus auch Halbautomatik und die Vollautomatik (iA) sowie eine Kreativautomatik. Anfänger der Fotografie werden also nicht allein gelassen - vielmehr kann die GM1 zum ständigen Begleiter werden.

Über das Einstellrad auf der Rückseite können Blende und Zeit im manuellen Modus angepasst werden oder durch das Kameramenü sowie die Bildwiedergabe geblättert werden. Fotografen, die bislang mit einer Kompaktkamera fotografiert haben, werden sich schnell mit der GM1 anfreunden können, weil sie nicht mit vielen Tasten oder Einstellrädern übersäht ist. Das Testgerät hatte leider einen leichten Verarbeitungsfehler und an einer Ecke der Daumenauflage löste sich das Kunstleder vom Gehäuse ab. Interessenten sollten sich besonders diese Ecke im Geschäft genauer anschauen.

Auf der Rückseite hatte das Testgerät einen kleinen Verarbeitungsfehler.
Auf der Rückseite hatte das Testgerät einen kleinen Verarbeitungsfehler.

Fotoeigenschaften

Im Inneren ist die kleine GM1 allerdings ganz groß. Die wichtigen Bausteine stammen aus dem Modell GX7 und so ist es nicht verwunderlich, dass beide Modelle eine gleich gute Bildqualität im Test abliefern und das Gesagte aus dem GX7-Test eins zu eins übernommen werden kann.

Lumix GM1 Fotoeigenschaften

Besonderheit der GM1 ist der elektronische Verschluss, der eine kürzere Belichtungszeit von bis zu 1/16.000 Sekunde schafft. Der CMOS-Sensor im Micro Four Thirds-Standard hat ein natives Seitenverhältnis von 4:3 und löst mit effektiv 16 Megapixeln auf. Die Lichtempfindlichkeit des Sensors reicht von ISO 200 bis 25.600. Die Bildqualität ist bis ISO 800 auf einem sehr guten Niveau.

Besser ein kleiner, schwacher Blitz als keiner. Die GM1 ist komplett ausgestattet, nur sollte man vom Blitz keine große Leistung erwarten.
Besser ein kleiner, schwacher Blitz als keiner. Die GM1 ist komplett ausgestattet, nur sollte man vom Blitz keine große Leistung erwarten.

Die Auslöseverzögerung ist sehr niedrig und der Autofokus arbeitet ebenso schnell wie in der GX7. Damit gehört auch die GM1 zu den schnellsten Systemkameras, die es derzeit (Stand: April 2014) zu kaufen gibt. Der eingebaute Blitz hat eine Reichweite von knapp vier Metern und die kürzeste Blitzsynchronisationszeit von 1/50 Sekunde ist nicht sonderlich gut. Zudem verzichtet Panasonic auf einen Blitzschuh, was aber auch verständlich ist, weil mit einem großen Aufsteckblitz die Handhabung des kleinen Gehäuses schwer werden dürfte.

Die GM1 ist mit Fokus Peaking, Vergrößerung beim manuellen Fokussieren und digitaler Wasserwaage ausgestattet, und die maximale Serienbildgeschwindigkeit beträgt fünf Bilder pro Sekunde. Raw-Dateien und JPG-Aufnahmen sind mit der GM1 möglich. Diese werden auf SD-Karten gespeichert. Das Speicherkartenfach befindet sich neben dem Akku, der leider nicht sonderlich stark ausfällt. Nach circa 200 Auslösern muss er geladen werden.

Videoeigenschaften

Panasonic hat bereits mit der GX7 Fokus Peaking im Videomodus eingeführt und auch die kleinste Panasonic-Kamera kommt in diesen Genuss. Der Hersteller setzt bei der Lumix-Systemkamera von Beginn an auf eine gute Videofunktionalität und so ist auch die Lumix GM1 sehr gut ausgestattet. Sie besitzt ebenfalls Fokus Peaking beim Filmen und kann überbelichtete und unterbelichtete Bildbereiche hervorheben. Damit haben Videographer nicht nur die Belichtung, sondern auch den Fokus stets unter Kontrolle.

Lumix GM1 Videomodus

Im Test überzeugt die GM1 so lange die Ansprüche nicht steigen und der Wunsch entsteht, externes Equipment wie ein Aufsteckmikrofon anzuschließen. Hier muss die GM1 passen. Zudem kann der Ton nicht während der Aufnahme über Kopfhörer abgenommen werden, sondern muss im Nachhinein stimmen. Immerhin kann der Pegel des internen Stereomikrofons manuell ausgelotet werden. Der Nachführautofokus überzeugt im Videomodus. Er hält das Motiv sicher im Schärfebereich. Die Aufzeichnung erfolgt zeitgemäß in Full HD mit bis zu 50 Vollbildern (PAL)  pro Sekunde. Die Videodateien werden wahlweise als AVCHD- oder MP4-Container auf der SD-Speicherkarte abgelegt.

Bildqualität

Die Auflösung und Bildqualität der Panasonic Lumix GM1 liegt auf einem Niveau mit anderen Systemkameras oder DSLR-Kameras. Bis ISO 800 tritt kein störendes Bildrauschen auf. Erst darüber bemerkt man, dass die Rauschunterdrückung stärker in die Bildentwicklung eingreift. Die Aufnahmen verlieren an Details. Dennoch kann der Fotograf mit der GM1 bis ISO 3200 arbeiten. Dank RAW-Format können die Dateien am PC oder Mac mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms noch rauscharm entwickelt werden.

Touchscreen

Der Monitor auf der Rückseite der Panasonic Lumix GM1 misst drei Zoll und besitzt eine Auflösung von über einer Million Bildpunkte. Einen Sucher besitzt die kleine Kamera nicht und so ist der Fotograf auf die präzise Wiedergabe des Panels angewiesen. Das ist den Panasonic-Ingenieuren gut gelungen. Zwar ist der Monitor fest verbaut, doch gut einsehbar und abgestimmt.

Das Display auf der Rückseite dient der Systemkamera als Sucher. Es handelt sich um einen Touchscreen, der schnell auf Eingaben reagiert.
Das Display auf der Rückseite dient der Systemkamera als Sucher. Es handelt sich um einen Touchscreen, der schnell auf Eingaben reagiert.

Er zeigt dem Fotografen 100 Prozent des Bildfelds und die wichtigsten Kameraparameter an. Wahlweise können Gitterlinien oder die Wasserwaage eingeblendet werden. Der Touchscreen reagiert schnell auf Aufnahmen und auch schnelle Bewegungen beim Videodreh gehen ohne größere Verzögerungen oder Schlieren vonstatten.

Lumix GM1 Fazit

Panasonic Lumix DMC-GM1: Fazit

Kleine Kamera ganz groß 6.4/10

Die kleine Größe und die ausgereifte Technik machen die Panasonic Lumix DMC-GM1 zur perfekten Einsteiger-Systemkamera und mehr. Die Videoeigenschaften sind gut, und die Bildqualität kann im Test überzeugen. Einsteiger dürften das geringe Gewicht und die kompakte Bauform schätzen, und im Gegensatz zu den größeren Einsteiger-DSLR dürfte die GM1 weniger oft zu Hause im Schrank verstauben. Derzeit ist Panasonics kleinster Sprössling für circa 610 Euro im Handel erhältlich.

Das hat uns gefallen

  • kleines Gehäuse
  • Touchscreen
  • Bildqualität

Das hat uns nicht gefallen

  • Blitzsynchronisationszeit zu kurz
  • Objektivdurchmesser oftmals größer als die Kamera
Testnote 6,4 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

7,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Panasonic Lumix DMC-GM1 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 12 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Panasonic und Panasonic Lumix DMC-GM1.

Panasonic Lumix DMC-GM1 im Zeitverlauf
1 von 3
  • Panasonic Lumix-GM1: Kleine Micro Four Thirds-Systemkamera vorgestellt

    17.10.2013 Die Lumix DMC-GM1 ist die neueste Systemkamera aus dem Hause Panasonic. Die Micro Four Thirds-Kamera ist besonders kompakt gebaut und unterbietet in ihren Dimensionen sogar so manche Kompaktkamera. Der verbaute Live-MOS-Sensor bietet eine Auflösung von 16 Megapixeln. Der Verschluss der GM1-Systemkamera wurde komplett neu entwickelt und bietet eine maximale Verschlussgeschwindigkeit von 1/16.000 Sekunde.

    Das Gehäuse der GM1 besteht aus einer Magnesiumlegierung und misst 99 x 59 x 30 Millimeter. Mit knapp 200 Gramm ist die Kamera nur wenig schwerer als ein großes Smartphone. Beeindruckend, bedenkt man, dass die Panasonic GM1 eine vollwertige Systemkamera mit Micro Four Thirds-Objektiv-Anschluss und eingebautem Blitz ist.

    Der 16-Megapixel-Live MOS-Sensor stammt ebenso wie der Venus Engine-Bildprozessor aus dem Top-Modell Lumix GX7. Auf dem Sensor sitzt der Kontrast-Autofokus. Dieser soll laut Aussage des Herstellers besonders schnell sein und funktioniert im Zusammenspiel mit den Panasonic-Objektiven. So tauschen sich Autofokusmodul und Objektiv bis zu 240 Mal pro Sekunde Informationen miteinander aus. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Motiv auch im Verfolgungsmodus immer im Fokus liegt.

    Der neue Verschluss besteht nicht wie bei den meisten Kameras aus einem Vorhang, sondern aus zweien. Es ist eine Kombination aus elektronischer und mechanischer Einheit. Bis zu einer Verschlussgeschwindigkeit von 1/500 Sekunde arbeitet der Verschluss mechanisch. Erst danach kommt der elektronische Vorhang zum Tragen und schafft Verschlusszeiten bis zu 1/16.000 Sekunde.

    Der auf der Rückseite verbaute Bildschirm misst drei Zoll und bietet eine Auflösung von über einer Million Bildpunkte. Das Display dient der GM1 gleichzeitig, wie bei Kompaktkameras oder auch einigen Systemkameras, als Sucher und bildet 100 Prozent des Bildfeldes ab. Videos können im Full HD-Format aufgezeichnet werden. Die Kamera speichert Fotos und Videos auf SD-Speicherkarten mit einer Größe bis zu 64 Gigabyte.

    Passend zum Miniaturisierungskonzept der Lumix GM1 stellt Panasonic mit dem Lumix G Vario 12-35mm F3,5-5,6 Asph. O.I.S. ein besonders kleines 2,5-fach Zoomobjektiv vor. Das Objektiv besitzt einen integrierten Bildstabilisator und erscheint in den Farben Silber und Schwarz.

    Die Panasonic Lumix DMC-GM1 wird mit und ohne Kit-Objektiv in den Farben Schwarz und Silber ab Mitte November in den Handel kommen. Für die Kombination aus Systemkamera und Objektiv empfiehlt Panasonic einen unverbindlichen Preis von 699 Euro. Optional ist der Handgriff DMW-HGR1GU-S für die GM1 erhältlich. Das Komplettpaket (Kamera+Objektiv+Handgriff) wird für 999 Euro (UVP) in den Handel kommen. Weitere Foto-News lesen Sie hier auf netzwelt.

Zurück
Weiter
zur
Startseite

zur
Startseite