Panasonic TZ61 im Test: Kompaktkamera entpuppt sich als wahrer Globetrotter

Kleine Reisekamera mit 30-fach-Zoom

von Dennis Imhäuser

Mit der TZ61 bringt Panasonic zur CES den langersehnten Nachfolger der TZ41 auf den Markt. Die Kompaktkamera mit 30-fach-Zoomobjektiv muss im ausführlichen Test ihre Alltagsqualitäten unter Beweis stellen. Wie sich die DMC-TZ61 schlägt, lesen Sie im ausführlichen Testbericht.

Die Panasonic DMC-TZ61 ist die Nachfolgerin der TZ41, die auf der Fachmesse CES 2014 der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde. Die Kompaktkamera ist mit einem 30-fach-Zoomobjektiv ausgestattet und lässt auch softwareseitig kaum Wünsche offen. Was die TZ61 im Alltag leistet, lesen Sie im Test von netzwelt.

Die perfekte Reisekamera? Die Panasonic DMC-TZ61 muss sich im Praxistest von netzwelt beweisen.
Die perfekte Reisekamera? Die Panasonic DMC-TZ61 muss sich im Praxistest von netzwelt beweisen.

Die TZ41 ist eine beliebte Reisekamera. Mit ihrem kompakten Gehäuse und dem großen Zoombereich ist sie ideal für jede Situation. Mit der TZ61 legt Panasonic beim Nachfolgemodell noch einen drauf und spendiert der Kompaktkamera einen elektronischen Sucher. Dieser fällt winzig aus und löst mit 200.000 Bildpunkten nicht gerade hoch auf, aber bei Sonnenschein ein echtes Plus, wenn der Fotograf auf dem drei Zoll großen Display auf der Rückseite nichts mehr erkennen kann. Es löst mit guten 920.000 Bildpunkten auf und erlaubt eine gute Beurteilung der Schärfe und der Details. Auf einen Touchscreen hat der Hersteller verzichtet.

Sucher und Display: Panasonic hat die TZ61 im Gegensatz zur TZ41 sinnvoll ergänzt.
Sucher und Display: Panasonic hat die TZ61 im Gegensatz zur TZ41 sinnvoll ergänzt.

Bildsensor und Objektiv

Im Inneren des gut 240 Gramm schweren Kameragehäuses werkelt ein 1/2,3 Zoll großer Bildsensor mit einer effektiven Auflösung von 18 Megapixeln. Das Objektiv reicht von 24 Millimetern (Kleinbild äquivalent) im Weitwinkel bis zu 720 Millimetern (Kleinbild äquivalent) in der Telestellung. Das bei diesem riesigen Zoom die Bildqualität nicht auf hohem Niveau liegen kann, dürfte jedem Fotografen bewusst sein. Der Schärfeabfall zu den Objektivrändern hin ist in den Bildern deutlich zu erkennen. Die Verzeichnung im Weitwinkelbereich ist jedoch gut.

Bei einer Brennweite von 720 Millimetern und einem mäßig lichtstarken Objektiv mit einer Blende von F3,3 bis F6,4 ist auch der Bildstabilisator Gold wert, wenn der Fotograf Freihandaufnahmen mit der schmalen Kompaktkamera bewerkstelligen will. Das Objektiv der TZ61 ist von Panasonic mit einem Bildstabilisator ausgestattet, der die Bewegungen des Fotografen ausgleicht. Im Test funktionierte der Bildstabilisator sehr gut. Die kurze Auslösegeschwindigkeit macht die Kamera schnappschusstauglich.

Die Geschwindigkeit wird nur am langen Tele-Ende durch den langsamen Autofokus getrübt. Dieser benötigt bei 720 Millimetern auffällig lange, um scharf zu stellen. Im Weitwinkelbereich und im mittleren Brennweitenbereich funktioniert er tadellos. Das Panasonic daran gearbeitet hat, zeigt die neue FZ1000. Die Bridgekamera verfügt ebenfalls über einen reinen Kontrastautofokus, der aber auch im Telebereich sehr schnell und präzise arbeitet.

Ideale Lichtbedingungen und ISO 100: Die Panasonic bietet eine gute Bildqualität unter guten Lichtbedingungen.
Ideale Lichtbedingungen und ISO 100: Die Panasonic bietet eine gute Bildqualität unter guten Lichtbedingungen.

Die Venus Engine liefert bis zu einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 einen guten Job ab. Die Bildqualität ist auf einem hohen Niveau. Vor allem die hohe Kantenschärfe, die das Objektiv in der Bildmitte zeichnet, ist uns aufgefallen. Bei ISO 1600 tritt das Bildrauschen deutlich in den Vordergrund. Bei Aufnahmen mit ISO 6400 wirken die Bilder "matchig", weil die Details weichgezeichnet werden, um das Bildrauschen zu unterdrücken.

Kompaktkamera
Sensor – Typ CMOS
Sensorgröße 1/ 2,3 Zoll (6,17 x 4,55 mm)
Effektive Auflösung 18 Megapixel
Bildprozessor Venus Engine
natives Seitenverhältnis 4:3
Gehäusematerial Kunststoff
Gewicht inklusive Akku 240 Gramm
Objektiv
Zoombereich 24 – 720 Millimeter (Kleinbild äquivalent)
Zoomfaktor 30-Fach
Lichtstärke F3,3 – F6,4
Autofokuspunkte 29
Nahstellgrenze Macro 3 cm
Digitaler Zoom Ja / Zoomfaktor 2-Fach
Foto-Eigenschaften
Dateiformate JPG, RAW
Maximale Bildgröße 4896 x 3672 Pixel
Seitenverhältnisse 1:1, 4:3, 3:2, 16:9
Lichtempfindlichkeit ISO 100 – 6.400
Verschlusszeiten 4 Sekunden bis 1/2000 Sekunde
Serienbildgeschwindigkeit (max) 10 Bilder pro Sekunde
Blitz Eingebaut
Video-Eigenschaften
Auflösung (max) 1920 x 1080 (60 oder 30 Bilder pro Sekunde)
Auflösung (min) 640 x 480 (30 Bilder pro Sekunde)
Videoformate MPEG-4, AVCHD
Mikrorfon Stereo
Lautsprecher Mono
Displays
Sucher Ja 200.000 Pixel
Bildschirmgröße 3 Zoll – fest verbaut
Bildschrimauflösung 920.000 Bildpunkte
Touchscreen Nein
Speicher, Konnektivität und Akku
Speicherkarten SD/SDHC/SDXC
Anschlüsse USB 2.0, Micro-HDMI
WLAN / NFC Ja / Ja
GPS Ja
Akku Lithium-Ionen und USB Ladefunktion
Kapazität Reicht für circa 280 Aufnahmen

Viel Ausstattung

Panasonic geizt bei der TZ61 wahrlich nicht mit Features. In das Kameragehäuse ist ein GPS-Modul integriert, das die Standortdaten direkt in die Metadaten der Fotos schreibt. Über WLAN und NFC kann die Kompaktkamera über das Smartphone oder Tablet ferngesteuert oder Bilder mit den mobilen Geräten ausgetauscht werden. Neben allen Programmautomatiken (P, A, S) und dem manuellen Modus (M), die man auch bei einer Systemkamera oder DSLR vermuten würde, verfügt die TZ61 auch über eine Vollautomatik sowie Panorama-Automatik und Kreativfilter. Für das passende Motiv kann der Fotograf zudem auf einzelne Szenenprogramme wie den Porträtmodus zurückgreifen.

Der Ring um das Objektiv lässt sich mit verschiedenen Funktionen frei belegen und verbessert die Bedienung der Kompaktkamera deutlich - ähnlich dem Konzept der Canon PowerShot GX1 Mark II. Das finden wir richtig gut, und Panasonic hat auch beim Kameramenü vieles richtig gemacht. Es ist strukturiert und führt auch unerfahrene Fotografen sicher ans Ziel.

Fortgeschrittene Fotografen dürfen sich über die RAW-Aufnahme-Möglichkeit freuen. Die TZ61 kann Fotos nicht nur direkt als fertige JPG-Bilder speichern, sondern auch das Rohmaterial des Sensors auslesen und unbearbeitet als RA-Datei auf der SD-Karte speichern. Das ermöglicht die verlustfreie Bearbeitung der Dateien am heimischen PC oder Mac. Voraussetzung ist ein RAW-Konverter. Auch Videofreunde kommen nicht zu kurz. Mit der TZ61 können Full HD-Filme bei einer maximalen Bildrate von 60 Vollbildern pro Sekunde gedreht werden.

Alternativen

Höherpreisige Modelle oder Modelle mit weniger Zoom gibt es am Markt. Diese passen jedoch meist nicht in eine Jackentasche. Allen voran die Bridgekameras Panasonic DMC-FZ1000 oder die Sony CyberShot DSC-RX10 bieten eine sehr gute Bildqualität.

Direkte Reisekonkurrenz der Panasonic TZ61mit GPS und 30-fach-Zoom bietet derzeit die Sony CyberShot DSC-HX50V. Diese weist jedoch keinen eingebauten Sucher auf, ist jedoch mit circa 280 Euro deutlich günstiger als die TZ61.

Jacken- und Hosentaschen-kompatibel ist die Canon PowerShot S120. Die Kompaktkamera ist mit  weniger Zoom ausgestattet, verfügt aber über ein lichtstarkes Objektiv im Weitwinkel und RAW-Aufzeichnung. Die S120 ist derzeit für circa 350 Euro im Handel erhältlich. Den ausführlichen Testbericht lesen Sie hier.

Panasonic Lumix DMC-TZ61: Fazit

Globetrotter 5.4/10

Die Panasonic DMC-TZ61 ist eine gute Reisekamera. Der Kompromiss aus Bildqualität und Funktionalität ist akzeptabel. Die Kompaktkamera passt in jede Jackentasche und das 30-fach-Zoomobjektiv verleiht die nötige Flexibilität für jede Situation. Zudem ist die TZ61 sehr umfangreich ausgestattet. Highlight ist das eingebaute GPS-Modul sowie die RAW-Aufzeichnung. Letztere ermöglicht es, am PC noch viel aus den Aufnahmen herauszuholen. Das kleine Kraftpaket ist für alle Fotografen interessant, die eine leichte und platzsparende Kompaktkamera für die Reise suchen, die zuverlässig Landschaften aufnimmt, aber auch weit entfernte Details nah heranholen kann sowie die nötige Flexibilität in der Nachbearbeitung bietet. Für derzeit circa 360 Euro (Stand: Juli 2014) gibt es kaum Alternativen an kompakten Reisekameras zur TZ61.

Das hat uns gefallen

  • 30-Fach-Zoomobjektiv
  • elektronischer Sucher
  • WLAN und GPS
  • gute manuelle Bedienung

Das hat uns nicht gefallen

  • Auflösung im Randbereich
  • kein Touchscreen
  • wenig griffiges Gehäuse
Testnote 5,4 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
4,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

6,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

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8
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