Überarbeitete Kompaktkamera: Ricoh CX5 im Test

Zehn Megapixel Auflösung und 10,7-facher Zoom

von Jan Johannsen

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue CX5 von Ricoh nicht von ihrem Vorgänger CX4 - doch auf den zweiten Blick lassen sich Unterschiede beim Autofokus und der Rauschreduzierung erkennen. Im Test zeigt sich, ob die Veränderungen spürbar sind, oder ob das neue Modell eigentlich nur ein kleines Update ist.

Ricoh aktualisiert seine wenigen Kameramodelle regelmäßig, doch die Veränderungen der CX5 im Vergleich zum Vorgänger CX4 sind nicht offensichtlich. Nach eigenen Angaben hat der Hersteller vor allem das Autofokussystem überarbeitet und die Rauschreduzierung verbessert - Brennweite und Auflösung blieben aber zum Beispiel unverändert.

Ricoh CX5

Umgedrehter Bildsensor und großer Zoombereich

Bei dem kleinen Angebot an Digitalkameras von Ricoh liegt es nahe die neue CX5 mit ihrem Vorgängermodell CX4 zu vergleichen. Zumindest beim Bildsensor lässt sich kein Unterschied erkennen. Der rückseitig belichtete, 1/2,3 Zoll große CMOS-Sensor weist nach wie vor die gleiche Fläche auf wie die Chips in den meisten Kompaktkameras und liefert eine Auflösung von zehn Megapixeln.

Beim Objektiv lassen sich auf den ersten Blick ebenfalls keine Unterschiede ausmachen. Die ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite der Ricoh CX5 reicht von 28 bis 300 Millimeter und entspricht einem 10,7-fachen Zoom. Der Hersteller wirbt aber damit das Autofokussystem verbessert zu haben und tatsächlich stellt die Kamera deutlich schneller ein Motiv scharf als die meisten anderen Kompaktmodelle.

Das Objektiv der CX5 bewegt sich sehr schnell, lässt sich aber trotzdem in vielen Einzelschritten genau einstellen. Der optische Bildstabilisator bewegt nicht die Optik, sondern den Bildsensor und gleicht so Bewegungen der Kamera aus. Der Fotograf kann mit seiner Hilfe auch bei längeren Belichtungszeiten verwacklungsfreie Aufnahmen anfertigen.

Bei der Ricoh CX5 kann der Nutzer einige Belichtungseinstellungen von Hand anpassen, er muss es aber nicht. Die Kamera verfügt über 14 Motivprogramme und eine Motivautomatik, die versucht die Szene zu erkennen. In der normalen Aufnahmeautomatik kann der Fotograf unter anderen die Lichtempfindlichkeit, die Belichtungskorrektur oder den Weißabgleich verstellen. Auf zwei Speicherplätzen merkt sich die Kamera Einstellungen des Anwenders.

Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der CX5 behielt ebenfalls sein Format und seine Aufgabe als Sucher und zur Wiedergabe der Aufnahmen. Auf der Anzeige mit einer Auflösung von 921.000 Pixeln lässt sich sogar im Sonnenlicht noch gut ein Motiv auswählen. Die Blickwinkel fallen auch im Schatten groß aus und liegen vertikal und horizontal bei jeweils rund 170 Grad.

Ein Joystick und ein Menü mit vielen Punkten

Zur Bedienung der Ricoh CX5 reicht die rechte Hand aus - mit ihren Fingern erreicht der Nutzer bequem alle Bedienelemente. Eine Besonderheit im Kompaktkamerabereich stellt der kleine Joystick dar, der die Vier-Wege-Steuerung anderer Modelle ersetzt. Mit ihm navigiert der Fotograf nicht nur durch das Menü, sondern hat auch schnellen Zugriff auf das Blitzlicht, die Fokusart und die Belichtungskorrektur, den Weißabgleich, die Lichtempfindlichkeit und die Bildgröße - wobei er die letzten vier Belegungen verändern kann.

Gleiches gilt für die Fn-Taste, deren Funktion der Fotograf ebenfalls aus einer Liste an Vorgaben auswählen kann. Sie und die vier weiteren Tasten auf der Rückseite der CX5 weisen klare Druckpunkte auf. Mit ihnen startet der Fotograf die Bildwiedergabe, ruft das Hauptmenü auf, wählt die Menge an Informationen auf dem Display aus oder startet den Selbstauslöser.

Ricoh gliedert das Menü der CX5 in zwei Bereiche für Aufnahme- und Grundeinstellungen. In beiden Untermenüs, die sich über zwei und vier Seiten erstrecken, stehen dem Fotografen zahlreiche Einstellungen zur Auswahl. Die kleine Schrift, fehlende Hintergrundschattierungen oder Trennlinien und die schiere Menge an Menüpunkten machen es schwer den Überblick zu behalten.

Minimal verbesserte Rauschreduzierung

Ricoh bewirbt die CX5 mit einer verbesserten Rauschreduzierung. Im direkten Vergleich mit den Aufnahmen des Vorgängers CX4 bestätigt sich diese Aussage. Die Fotos weisen ein wenig geringeres Bildrauschen auf, aber auch bei der neuen Kamera stößt die Technik an ihre Grenzen.

Das Bildrauschen fällt schon bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 200 auf, wenn der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Bis zu ISO 1.600 eignen sich die Fotos aber sogar noch für den Privatgebrauch, wenn der Nutzer sie auf Viertel der ursprünglichen Größe verkleinert. Erst ab ISO 3.200 sind die Bilder gänzlich unbrauchbar.

Wenn das Bildrauschen nicht stört - also bei ISO 100 - dann bieten die Aufnahmen der CX5 eine hohe Detailgenauigkeit, natürlich wirkende Farben, klare Konturen und angenehme Kontraste. Insgesamt betrachtet hebt sich die Bildqualität allerdings nur geringfügig vom Kompaktkamera-Durchschnitt ab.

Ricoh CX5 Testbilder

7 Bilder
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Videos zeichnet die Ricoh CX5 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme weisen eine für bewegte Bilder ausreichende Menge an Details aus. Die Farben wirken natürlich und der automatische Weißabgleich passt die Belichtungseinstellungen schnell an veränderte Lichtverhältnisse an.

Das kleine Mikrofon auf der Oberseite der CX5 liefert einen gut verständlichen Ton. Der Autofokus setzt die meisten Motive scharf in Szene, allerdings steht dem Nutzer kein optischer, sondern nur ein begrenzt sinnvoller digitaler Zoom während der Filmaufzeichnung zur Verfügung.

Metallgehäuse mit HDMI-Anschluss

Die Ricoh CX5 steckt in einem etwas klobig wirkenden Gehäuse aus Metall, das ordentlich verarbeitet und robust wirkt. Die Kamera verfügt über eine kleine Erhebung auf der Vorderseite und eine gummierte Daumenablage auf der Rückseite, wodurch sie der Fotograf sicher in der Hand hält.

Der Lithium-Ionen-Akku und die SD- oder SDHC-Speicherkarte der CX5 entsprechen dem Standard unter den Kompaktkameras. An der rechten Seite des Gehäuses befinden sich eine HDMI- und eine kombinierte AV- und USB-Schnittstelle, deren Gummiabdeckung sich nur mit der richtigen Taktik schnell schließen lässt.

Ricoh CX5: Fazit

Gute Reisezoomkamera 5.2/10

Ricoh liefert mit der CX5 eine brauchbare Kompaktkamera ab, die aber zu wenig Unterschiede zum noch nicht einmal ein Jahr altem Vorgängermodell CX4 aufweist. Mehr Entwicklungszeit und weitere Verbesserungen oder neue Funktionen hätten der CX5 gut getan. Als Fazit bleibt nur, dass beide Geräte eine gute Bildqualität liefern, die bei hoher Lichtempfinchkeit unter Bildrauschen leidet und die eigentlich angenehme Bedienung durch ein unübersichtliches Menü getrübt wird. Die unverbindliche Preisempfehlung von Ricoh für die CX5 beträgt 299 Euro. Im Internet verkaufen Online-Händler die Kamera derzeit für rund 265 Euro. Die erst ein halbes Jahr alte CX4 ist schon für rund 220 Euro erhältlich. Neben der CX-Serie bietet Ricoh mit der G-Serie robuste Outdoor-Kameras und mit der GXR eine ganz eigene Definition von Systemkamera an.

Das hat uns gefallen

  • Auslöseverzögerung
  • Farbwiedergabe

Das hat uns nicht gefallen

  • Videomodus
  • Manuelle Aufnahmeeinstellungen
Testnote 5,2 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
4,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

6,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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4
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