Ricoh WG-4 im Test: Unverwüstliche Outdoor-Kamera im Härtetest

Kamera für harte Bedingungen

von Dennis Imhäuser

Kompaktkamera mit Nehmerqualitäten verspricht die Ricoh WG-4 zu sein. Die Outdoor-Kompaktkamera besitzt eine Auflösung von 16 Megapixeln, und um das Objektiv hat der Hersteller eine Ring-LED-Fotoleuchte integriert. Ob sich die WG-4 für Ihre Outdoor-Aktivitäten eignet, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Die Ricoh WG-4 ist eine Outdoor-Kompaktkamera, die eine Auflösung von 16 Megapixeln in einem äußerst stoßfesten und wasserdichten Gehäuse bietet. Die Digitalkamera besitzt ein LED-Ringlicht und kann Tauchgänge bis zu 14 Metern mitmachen. Ob die Outdoor-Kamera auf ganzer Linie überzeugen kann, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Das metallenes Kleid des Testgeräts ist in Zitronengelb lackiert. Das ist gerade bei nächtlichen Einsätzen oder ausgedehnten Wanderungen hilfreich. So verliert man die Kamera nicht allzu leicht aus dem Blick.
Das metallenes Kleid des Testgeräts ist in Zitronengelb lackiert. Das ist gerade bei nächtlichen Einsätzen oder ausgedehnten Wanderungen hilfreich. So verliert man die Kamera nicht allzu leicht aus dem Blick.

Kameragehäuse

Im massiven Gewand kommt die Ricoh WG-4 des Weges. Das Kameragehäuse ist aus Metall gefertigt. Das Objektiv befindet sich hinter einer dicken Glasscheibe. Das Batterie- und Speicherkartenfach ist mit zwei Sperren doppelt gesichert. Öffnet der Fotograf den Deckel, erkennt man sofort die Gummidichtungen um den Deckel. Neben der Metallfront und der Rückseite ist die Ricoh WG-4 mit einem dick aufgetragenen Gummi umzogen. Damit dämpft die Kamera nicht nur den Aufprall, sondern liegt auch sehr griffig in der Hand.

Die Ricoh WG-4 in Action: Bis 100 Kilogramm Druck hält die Outdoor-Kamera aus. Wir haben das für Sie getestet.
Die Ricoh WG-4 in Action: Bis 100 Kilogramm Druck hält die Outdoor-Kamera aus. Wir haben das für Sie getestet.
Fazit zur Ricoh WG-4

Das Gehäuse wirkt trotz der verspielten Farbe des Testgeräts eher massiv und vermittelt dem Fotografen das Gefühl, eine robuste Digitalkamera, die unverwüstlich zu sein scheint, in der Hand zu halten. Als erste Kamera für ein Kind scheint die Ricoh WG-4 ebenfalls wie gemacht. Die Tasten sind angenehm groß, und der ovale Auslöser ist gut zu erreichen. Tauchgänge - ob in der Badewanne oder wie in unserem Test auf den Malediven - bis zu 14 Metern sind kein Problem.

Die Ricoh ist mehrfach in der Elbe baden gegangen. Auch das macht der Kamera nichts aus.
Die Ricoh ist mehrfach in der Elbe baden gegangen. Auch das macht der Kamera nichts aus.

Die Fotoausrüstung wie rohe Eier zu behandeln ist bei der WG-4 nicht nötig. Die Digitalkamera lässt sich bei Umgebungstemperaturen von -10 Grad betreiben und hält eine Belastung von 100 Kilogramm aus.

Technische Daten

Die Auflösung beträgt 16 Megapixel, die auf einem 1/2,3 Zoll großen CMOS-Sensor untergebracht sind. Das Verhältnis zwischen Megapixeln und Sensorgröße ist ziemlich hoch, was gegen gute Lowlight-Eigenschaften spricht. In der Tat sinkt die gute Bildqualität bereits bei Aufnahmen ab ISO 400 - das Bildrauschen nimmt hier deutlich zu. Rohdaten können nicht gespeichert werden wie bei den meisten Kompaktkameras im unteren Preissegment. Zugegeben, 270 Euro sind nicht im unteren Preissegment, aber die "Nehmer-Eigenschaften" und die hohe Verarbeitungsqualität unterscheiden die WG-4 dann doch von der 100-Euro-"CoolShot Powerpix" von der Stange.

Ricoh WG-4 Testaufnahmen

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Die Qualitätsabstufungen in der Kamera reichen von gut über besser bis optimal. Bei heutigen Speicherkarten spricht eigentlich nichts mehr dagegen, gleich in optimaler JPEG-Entwicklung aufzunehmen. Neben dem 70 Megabyte großen internen Speicher sind bei Ricoh SDXC-Karten das Speichermedium der Wahl. Dies gilt nicht nur für Kompaktkameras, sondern auch für professionelle DSLR-Kameras wie das Spitzenmodell Pentax K-3.

Die Einschaltverzögerung der WG-4 beträgt gute 1,4 Sekunden und die Auslöseverzögerung 0,016 Sekunden laut Hersteller. Das sind sehr gute Werte für eine Kompaktkamera, und im Test stellte sich die WG-4 als vollkommen "schnappschusstauglich" heraus.

Objektiv mit LED-Licht

Das Objektiv reicht von 25 bis 100 Millimeter Brennweite (Kleinbild äquivalent). Fotografen, denen der vierfache Zoom nicht ausreicht, können auf einen digitalen 7,2-fachen-Zoom zurückgreifen. Doch Vorsicht! Die Bildqualität leidet zusehends unter der digitalen Vergrößerung und sollte nur in Notfällen verwendet werden. Im Makromodus beträgt die Nahstellgrenze des Fokus einen Zentimeter und im normalen Modus 40 Zentimeter.

Besonderheit der WG-4 ist das LED-Ringlicht, das um das Objektiv angeordnet ist. Im Makro-Modus ein sehr hilfreiches Utensil.
Besonderheit der WG-4 ist das LED-Ringlicht, das um das Objektiv angeordnet ist. Im Makro-Modus ein sehr hilfreiches Utensil.

Das Objektiv ist relativ lichtstark mit einer Anfangsblende von 2.0 im Weitwinkel. Im Telebereich beträgt die größte Blendenöffnung F4.9, was sicherlich kein Spitzenwert, aber für einen Vierfachzoom noch okay ist. Eine besonders clevere Lösung ist der LED-Ring, der um das Objektiv angeordnet ist. Dieser leuchtet nicht besonders weit, weshalb die WG-4 zusätzlich noch mit einem herkömmlichen Blitz ausgestattet ist, aber gerade bei Makroaufnahmen ist das zusätzliche Licht sehr willkommen.

Autofokus

Der Kontrastautofokus der WG-4 funktioniert gut, solange ausreichend Licht vorhanden ist. In schwach beleuchteter Umgebung kommt der reine Kontrastautofokus bauartbedingt nicht so gut zurecht. Die Geschwindigkeit stimmt. Hier spielt die WG-4 mit den teureren Premium-Kompaktkameras in einer Liga, auch wenn die Ricoh in Sachen Bildqualität nicht mithalten kann.

Programme

Im Gegensatz zu den meisten Digitalkameras ist die Menüführung bei der WG-4 anders. Es gibt beispielsweise kein Modusrad. Die unterschiedlichen Modi lassen sich über die Taste Menü des Vier-Wege-Schalters auswählen. Hier sind auch gleich alle Möglichkeiten übersichtlich auf einen Blick angeordnet. Insgesamt 30 Programme für Foto- und Videoaufnahmen hat Ricoh implementiert. Das Kameramenü ist so bunt und schrill gestaltet, dass jedes Kind damit zurechtkommt. Die Symbole sind selbsterklärend. Es gibt keinen manuellen Modus, und davor dürften ambitionierte Fotografen zurückschrecken.

Ein kunterbuntes Menü: Die WG-4 hat ein recht poppiges Menü, das aber gut strukturiert ist.
Ein kunterbuntes Menü: Die WG-4 hat ein recht poppiges Menü, das aber gut strukturiert ist.

Display

Auf der Rückseite befindet sich ein drei Zoll großes Display, das mit einer Antireflexbeschichtung versehen ist. Im Test ist es leider wie mit den meisten Kameradisplays: Strahlt die Sonne zu stark, kann das Display nicht mehr gut abgelesen werden. Das kontraststarke und farbenfrohe Menü der Ricoh WG-4 erhöht die Lesbarkeit dabei ein wenig. Damit auch dem Monitor nicht so schnell etwas passieren kann, befindet sich das Panel hinter einer Acrylabdeckung. Die Auflösung beträgt 460.000 Bildpunkte, was ok aber nicht überragend ist.

Das Display der Ricoh WG-4 ist durch eine Acrylabdeckung geschützt.
Das Display der Ricoh WG-4 ist durch eine Acrylabdeckung geschützt.

Video

Full HD ist Standard bei der WG-4. Mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde lassen sich Videofilme aufzeichnen. Als Containerformat werden die Videos in H.264 gespeichert. Das eingebaute Mikrofon nimmt den Ton in Stereo auf, und auch ein Lautsprecher zur rudimentären Kontrolle der Aufnahme ist integriert. Über einen Micro-HDMI-Ausgang können die Filme auf einem Fernseher mit HDMI-Eingang direkt abgespielt werden.

USB-Anschluss und HDMI-Ausgang befinden sich sicher hinter dem Akkufachdeckel.
USB-Anschluss und HDMI-Ausgang befinden sich sicher hinter dem Akkufachdeckel.

WLAN und GPS

Die WG-4 besitzt kein eingebautes WLAN und auch kein GPS-Modul. Letzteres gibt es im fast identischen Schwestermodell WG-4 GPS. Dieses besitzt neben einem zweiten LC-Display auf der Vorderseite ein eingebautes GPS-Modul. Derzeit (Stand 7/2014) ist die Digitalkamera mit GPS-Modul für nur 5 Euro mehr im Handel erhältlich. Dann kann die WG-4 auch direkt die Koordinaten in die Metadaten (Geo-Tagging) der JPEG-Fotos schreiben. Beide Kameras besitzen jedoch kein WLAN-Modul, sind aber mit Toshiba und Eye-Fi-Speicherkarten kompatibel. Damit können Bilder mit dem PC, Tablet oder Smartphone auch drahtlos ausgetauscht werden.

Ricoh WG-4: Fazit

Kleine unverwüstliche Kamera 4.8/10

Die Ricoh WG-4 ist robust! In dieser Disziplin reicht ihr kein Modell eines anderen Herstellers bislang das Wasser. Die Bildqualität leidet unter der hohen Auflösung und dem kleinen Sensor, ist aber bis ISO 400 noch gut. Die WG-4 ist die Kompaktkamera für harte Einsätze oder Kinderhände - einsteigerfreundlich und gut zu bedienen. Als GPS-Variante ist auch Geo-Tagging mit an Bord. Man merkt der Ricoh an, dass sie auf Robustheit getrimmt ist. Darunter leiden die Bedienung und die Bildqualität. Als Zweitkamera für raue Bedingungen oder als Kinder-sorglos-Kamera kann die WG-4 aber bedenkenlos empfohlen werden.

Das hat uns gefallen

  • LED Ringlicht
  • Wasserdicht bis 14 Meter
  • Gehäuse hält 100 Kilogramm Druck aus

Das hat uns nicht gefallen

  • Bildqualität
  • hohes Bildrauschen
Testnote 4,8 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
5,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

2,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

6
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