Samsung 750 Evo im Test: 500 Gigabyte-SSD zum Dumpingpreis

Interne 2,5 Zoll-SSD

von Jan Brack
Samsung SSD 750 Evo

Neueste Prozessoren sind den wenigsten Computern eine Hilfe, wenn sich keine SSD im Inneren befindet - ein Problem, das allzu häufig auftritt. Mit der 750 EVO-Serie von Samsung könnte sich das endlich ändern, denn mehr leistungsstarken Flash hat es zum entsprechend niedrigen Preis noch nie gegeben. Für wen eignet sich diese SSD der Einstiegsklasse? Wir haben die 750 EVO in der neuen 500 Gigabyte-Ausführung getestet.

Inhaltsverzeichnis

  1. NAND-Speicher samt Triple Level-Zellen
  2. SATA III ausgereizt
  3. Performance-Boost dank TurboWrite
  4. RAPID-Modus nutzt Arbeitsspeicher
  5. Hardwareseitige 256-Bit-Verschlüsselung
  6. Fazit

In der 750 Evo-Serie verbaut Samsung Mittelklasse-Hardware und siedelt sich gleichzeitig im untersten SSD-Preissegment an. Einige Tricks, sowie der allgemein hohe Standard moderner SSDs verleihen allerdings auch der Einsteigerklasse erstklassige Geschwindigkeiten: Samsung verspricht Lese- und Schreibraten jenseits der 500 Megayte pro Sekunde-Grenze (MB/s). Verzichten müssen Interessenten allerdings auf den besonders hochwertigen zweischichtigen Speichertyp.

NAND-Speicher samt Triple Level-Zellen

Die viel beworbene 3D V-NAND-Technologie schafft es nicht in Samsungs Einsteigerklasse: Transistoren werden in der 750 Evo-SSD so nur auf einer Ebene montiert. Anders als in der teureren PRO-Serie finden sich in der Evo anstelle von zweischichtigen Speicherzellen außerdem weniger leistungsstarke mit drei Schichten. So hat jede Zelle mehr mögliche Zustände, deshalb dauert jede einzelne Abfrage ein wenig länger - wodurch in der Theorie eine Geschwindigkeitseinbuße entsteht. Samsung hat sich jedoch einige Tricks einfallen lassen, um die diese Nachteile weitgehend auszugleichen.

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An den Speicherzellen mit drei Schichten leidet allerdings auch die Lebenserwartung des Speichers. Gemessen wird diese anhand bewegter Datenmengen, nicht zwangsläufig am Alter. Für Privatanwender spielt dieser Nachteil deshalb eine untergeordnete Rolle - wodurch die SSD tauglich für den Massenmarkt wird. Schauen wir uns zunächst die Performance genauer an.

SATA III ausgereizt

Betrieben wird die 750 Evo intern per SATA III-Schnittstelle – in unserem Fall auf einem ASUS Z170 Extreme-Mainboard. Unsere Geschwindigkeitsmessung mit CrystalDiskMark ergibt 550 MB/s im Lesen und 525 MB/s während des Schreibens. Damit liegt die SSD an der oberen Kapazitätsgrenze der SATA III-Verbindung.

Geschwindigkeitsmessung der 750 EVO-SSD - unter Windows 10 64-Bit und Asus Z170-Mainboard.
Geschwindigkeitsmessung der 750 EVO-SSD - unter Windows 10 64-Bit und Asus Z170-Mainboard. (Quelle: Screenshot netzwelt)

Wenn die marktführende SATA-Schnittstelle also bereits ausgereizt ist - wozu dann mehr Geld in eine teurere SSD investieren? Dieser Schluss liegt nahe, ist aber nicht ganz richtig. Messen wir zunächst die Geschwindigkeiten der hochwertigeren 850 Pro unter gleichen Voraussetzungen nach. Tatsächlich sind die Ergebnisse nahezu identisch.

Performance-Boost dank TurboWrite

Um diese erstklassigen Datenraten trotz weniger hochqualitativem Speicher auch mit der 750 Evo zu erreichen, reserviert Samsung einen Teil des Flash-Speichers als Datenpuffer. Dieser kleine "TurboWrite"-Bereich ist besonders schnell, wird stets als Erstes beschrieben und verteilt Daten im Anschluss auf den Rest der SSD weiter. Dieser Bereich misst auf unserem 500 Gigabyte-Modell 6 Gigabyte (GB) - kleinere SSDs müssen sich mit 3 GB begnügen.

Sobald Datenmengen die Größe des Turbopuffers allerdings überschreiten, ist der Geschwindigkeitsschub nur eingeschränkt verfügbar. Tatsächlich sinkt die Schreibrate unter hoher Beanspruchung im Test mit einer 32 Gigabyte messenden Datei um mehr als ein Drittel. Einen solchen Einbruch der Datenrate konnten wir im parallelen Test der 850 Pro nicht nachvollziehen

TurboWrite-Buffer-Erklärung von Samsung
TurboWrite-Buffer-Erklärung von Samsung (Quelle: Screenshot / Samsung)

Entsprechende Extremanforderungen sollten allerdings im Alltag des Privatanwenders sehr selten vorkommen, sodass insbesondere der 6 Gigabyte messende Puffer des 500 GB-Modells für viele Nutzer völlig ausreichend ist.

RAPID-Modus nutzt Arbeitsspeicher

Einen weiteren Geschwindigkeitsboost erzielt Samsung per "RAPID"-Technologie. Während die SSD an sich völlig ohne Treiber auskommt, müsst ihr zur RAPID-Nutzung die Anwendung Samsung Magician installieren.

Einmal aktiviert nutzt Samsung dann Teile des Arbeitsspeichers als Ausweitung des SSD-Zwischenspeichers. So lässt sich die Schreibrate deutlich erhöhen, nicht aber die Lesegeschwindigkeit. Die Funktion benötigt unter Umständen große Teile eures Arbeitsspeichers, zumal steht das Feature nicht während des Bootvorgangs zur Verfügung. Die meisten Nutzer sollten deshalb mit dem hardwareseitigen TurboWrite-Puffer ausreichend gut bedient sein.

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Hardwareseitige 256-Bit-Verschlüsselung

Samsung wirbt mit einer hardwareseitigen Verschlüsselung des Flash-Speichers, die dem sehr sicheren AES 256-Bit-Standard entspricht. Auch wer das Speichermedium aus eurem Computer ausbaut, erhält so keinen Zugriff auf gespeicherte Daten. Ganz ohne Software funktioniert diese Sicherung letztendlich nicht – denn entweder per BIOS-Einstellung, oder via Bitlocker-Software müsst ihr euer System per Master-Passwort sperren. Dieses fungiert parallel zum Entsperren der Festplatte selbst.

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Im Test hat die SSD das Master-Passwort unseres Asus-Systems nicht akzeptiert, softwareseitig liefert Samsung hier leider keine Erklärungen. Ein nutzerfreundlicherer Ausbau der Funktion wäre sehr erfreulich – denn im Gegensatz zu einer softwareseitigen Datenverschlüsselung würde die Lösung auf der SSD ohne Performance-Einbußen auskommen.

Samsung 750 EVO: Fazit

Geniales Preis- Leistungs-Verhältnis 7.8/10

Samsung bewirbt die 750 Evo als Einstiegsmodell, tatsächlich eignet sich die SSD für jeden Nutzer mit durchschnittlichen Anforderungen. Kritisieren lässt sich der TurboWrite-Puffer als künstliche Stütze zum Erreichen hoher Datenraten. Fakt ist allerdings, dass die Kapazitätsgrenze im Nutzungsalltag nur selten ausgereizt wird. Zum Preis von derzeit 30 Cent pro Gigabyte erhaltet ihr so eine absolut alltagstaugliche Performance. Nur wer regelmäßig mit sehr großen Datenmengen arbeitet, sollte aber lieber zur 850 Pro- oder 950 Pro-SSD greifen. Ausbaufähig hingegen ist die fehlerbehaftete Verschlüsselungsfunktion.

Das hat uns gefallen

  • Geschwindigkeiten am SATA III-Maximum
  • Erhöhte Performance dank TurboWrite und RAPID-Modus
  • Preis-Leistung

Das hat uns nicht gefallen

  • Komplizierte Verschlüsselungsfunktion
  • RAPID-Modus beansprucht Arbeitsspeicher
  • Geringere Lebenserwartung als Dual Layer-SSD
Testnote 7,8 von 10
Jan Brack
Bewertet von Jan Brack
7,0 / 10
Performance

Performance Wie schnell kann auf den Speicher geschrieben beziehungsweise von ihm gelesen werden? Dies testen wir mit diversen Benchmark-Tools.

7,0 / 10
Software

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9,0 / 10
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8
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