Samsung 950 Pro im Test: Superschnelle NVMe-SSD der nächsten Generation

Flash-Speicherlösung

von Jan Brack
Samsungs 950 Pro-SSD - Super schneller Flash-Speicher

Bis zu 2.500 Megabyte Datendurchsatz in der Sekunde verspricht Samsung mit der neuen 950 Pro-SSD. Möglich soll dies eine neue V-NAND-Technologie machen. Für wen sich die Nutzung der ultraschnellen SSD lohnt und was beim Upgrade zu beachten gilt, erklären wir im Testbericht.

Inhaltsverzeichnis

  1. 3D V-NAND, NVMe, PCIe 3.0 x4 - und nun?
  2. Samsung-Treiber und Magician-Software
  3. Alternativen
  4. Downloads zum Testen der Geschwindigkeit
  5. Fragen & Antworten
  6. Fazit

Bis zu 512 Gigabyte an ultraschnellem Flash-Speicher bringt Samsung auf 22 x 80 Millimetern unter. Dieser bislang relativ unverbreitete Formfaktor heißt "m.2" - und gleicht technisch einem PCIe 3.0 x4-Slot. Damit sind Datenraten von bis zu 5 Gigabyte pro Sekunde möglich. Mit den neuen 950er SSDs reizt Samsung diese Kapazität um etwa die Hälfte aus - und liegt damit weit vor aktuell verbreiteten Flash-Speichern, die zumeist per SATA 3 betrieben werden.

3D V-NAND, NVMe, PCIe 3.0 x4 - und nun?

1 von 3
  • 3D V-NAND-Architektur

    Zur Architektur des Speichers. NAND bezeichnet eine recht simple Gitter-Anordnung von Speicherblöcken im Flash-Chip. Samsungs dreidimensionale V NAND-Technologie ermöglicht es, mehrere Speicherschichten übereinander anzuordnen - was zu einer starken Performance und gleichzeitig wenig Platzbedarf beiträgt.

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Mit neuer Speicherarchitektur und neuem Speicherprotokoll kann Samsung die beeindruckenden Datenraten der 950 Pro realisieren. Laien-freundlich fallen die Begrifflichkeiten allerdings nicht aus, mit denen die neue Technologie angepriesen wird. Legen wir also zunächst die Grundlagen.

Die 950 Pro haben wir auf einem Intel Skylake-PC getestet. Unser System verfügt über ein Asus Z170 Deluxe Mainboard - das bietet den namensgebenden Z170-Chipsatz von Intels Skylake-Prozessoren und bietet eine native Anschlussmöglichkeit für m.2-Erweiterungen. Außerdem ist die NVMe-Unterstützung mit an Bord. Weiterhin verfügt unser Rechner über einen Core i5 6600k-Prozessor und acht Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher. Testsystem ist Windows 10 Pro 64 Bit.

Samsung SSD-Karten im Vergleich

Was es mit der 3D V-NAND-Architektur, dem NVMe-Protokoll, PCIe 3.0 und m.2 auf sich hat, erklären wir euch in der rechten Box.

Herkömmliche SSDs der oberen Liga nähern sich in Lese- und Schreibgeschwindigkeit 600 MB pro Sekunde - so etwa die Samsung 850 Pro, die wir betrieben per SATA 3-Verbindung als Vergleichsgerät zur neuen 950 Pro heranziehen. Unter identischen Voraussetzungen ermitteln wir mit der Software CrystalDiskMark die Arbeitsgeschwindigkeit der neuen 950 Pro-SSD. Anstelle der SATA 3-Verbindung läuft die Datenübertragung hier also über eine PCIe 3.0 x4-Verbindung. Die ChrsystalDiskMark-Testergebnisse offenbaren: Samsung gibt äußerst realistische Geschwindigkeitswerte für die neue Speichergeneration an.

Unser Testmodell mit 256 Gigabyte Speichervolumen erreicht Lesegeschwindigkeiten von knapp 2.300 Megabyte pro Sekunde und Schreibraten von knapp 1.000 Megaybyte pro Sekunde (MB/s) - und liegt damit sogar leicht über den Herstellerangaben. Laut Samsung soll das 512 Gigabyte-Modell 2.500 MB/s im Lesen und 1.500 MB/s im Schreiben schaffen. Überprüfen können wir das nicht - glauben Samsung hier aber gern, nachdem unsere tatsächlichen Messwerte des 256-Modells sogar die offiziellen Angaben übertreffen konnten.

Geschwindigkeit - Check!

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Samsung-Treiber und Magician-Software

Wie erwähnt unterstützen Windows 7 und neuer das NVMe-Protokoll von Haus aus. Dennoch stellt Samsung einen eigenen NVMe-Treiber zum Download bereit. An unseren Messergebnissen unter Windows 10 in der 64 Bit-Version verändert die Installation dieses Treibers nicht. Wohl aber stellt er eine Kompatibilität zu Samsungs hauseigener Wartungssoftware "Magician" her.

Diese erlaubt ihrerseits Speedtests eurer Samsung-Festplatten, ermöglicht Firmware-Updates und stellt Tools zum Optimierung der SSD. Letztere sind ab Windows 8 oder neuer nicht mehr vonnöten, sodass sowohl die Installation der NVMe-Treiber, als auch der Magician-Software aktuell wenig Sinn haben.

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Alternativen

Im Bereich der NVMe-SSDs für Endverbraucher hat Samsung aktuell eine absolute Vorreiterrolle inne. Insbesondere zu erschwinglichen Preisen wie aktuell etwa 200 Euro für das 256 GB-Modell kann derzeit kein anderer Hersteller entsprechende Produkte anbieten.

Messergebnisse des Flash-Speichers eines Macbook Pro 2015 mit 512 GB Speicherplatz.
Messergebnisse des Flash-Speichers eines Macbook Pro 2015 mit 512 GB Speicherplatz. (Quelle: Screenshot netzwelt)

Ebenfalls an einem PCIe 3.0 x4-Anschluss betreibt Apple den SSD-Speicher der 2015er Macbook-Modelle. Anstelle des neuen NVMe-Protokoll kommt hier allerdings noch die ältere AHCI-Variante zum Einsatz. Dennoch: Wir haben die Flash-Performance des 2015er MacBook Pro in der 15 Zoll-Version nachgemessen und stellen fest, die hier verbaute 512 GB umfassende SSD kann es beinahe mit Samsungs neuer 950 Pro aufnehmen. Die Mac-SSD stammt übrigens auch von Samsung.

Downloads zum Testen der Geschwindigkeit

Die im Artikel genutzte Software zum Testen der Festplatten-Geschwindigkeit und den Samsung Magician-Treiber findet ihr in unserem Download-Archiv:

Fragen & Antworten

Marcel Binder - Technical Product Manager IT Storage von Samsung
Marcel Binder - Technical Product Manager IT Storage von Samsung (Quelle: Samsung)

Alle Antworten stammen aus einem persönlichen Gespräch mit Marcel Binder - Technical Product Manager IT Storage von Samsung.

"Gibt es Unterschiede in der Performance zwischen direkter Montage auf dem Mainboard per M.2-Anschluss und PCIe 3 x4-Adapter?"
"Solange beide Anschlussarten über die gleiche Anzahl an Lanes verfügen und mit der gleichen PCIe Generation angebunden sind, gibt es keine Performance-Unterschiede."
"Soll das M.2-Format der zukünftige Standard für SSD- Speicher sein?"
"Der M.2-Formfaktor bietet die Vorteile, dass er wesentlich kompakter ist und eine breitere Anbindung hat als herkömmliche SATA-SSDs im 2,5“-Format. Dadurch eignet es sich vor allen Dingen im mobilen Einsatz; die Chancen stehen daher meiner Meinung nach sehr gut, dass das M.2 Format der zukünftig vorherrschende Standard bei SSDs werden könnte."
"Für welchen Markt ist die neue 950 PRO primär vorgesehen – Desktop oder mobil?"
"Durch den Formfaktor und die breite Anbindung ist die SSD für Ultrabooks und andere kompakte Geräte bestens geeignet. Vor allem im mobilen Bereich sind Flashspeicher sehr gut geeignet, da sie unempfindlicher gegenüber Erschütterungen sind. Sie kann aber auch in entsprechenden Desktop-Geräten eingesetzt werden, die über eine sehr hohe Leistung verfügen sollen."
"Was hat sich im Speicher selbst verändert im Vergleich zu Vorgängerversionen – abseits des neuen Anschlusses?"
"Neu ist der Controller UBX, der unter anderem wegen des neuen NVMe-Protokolls technisch notwendig ist, damit die Kommunikation zwischen den Komponenten reibungslos stattfinden kann."
"Warum sind zusätzliche Treiber notwendig?"
"Theoretisch funktioniert die SSD 950 PRO auch out of the Box. Allerdings bietet der Samsung-Treiber den Mehrwert, dass etwa sämtliche relevanten Daten aus der SSD ausgelesen werden können. In Kombination mit der Magician 4.8 Software bietet dies den Nutzern das bestmöglichste Anwendungs-Erlebnis."
"Kommt ein Thunderbolt 3-Interface?"
"Aktuell ist ein solches erst einmal nicht vorgesehen."

Samsung SSD 950 Pro: Fazit

Superschneller Speicher für den Anwender von Morgen 9/10

Unangefochten baut Samsung derzeit die besten SSD-Speicher, die von uns ermittelten Messwerte kann aktuell keine andere Speicherlösung im Consumer-Bereich erreichen. Auch das Preis-, Leistungsverhältnis der 950 Pro stimmt mit unter einem Euro pro Gigabyte absolut. Doch wer braucht diese ultraschnellen Speicher? Heute die wenigsten Nutzer. Bevor SATA 3-SSDs wie das Vergleichsmodell "850 Pro" die Systemperformance negativ beeinflussen, finden sich in durchschnittlichen Computern andere Flaschenhälse - etwa Prozessor oder Grafikkarte.

Dennoch: Professionelle Anwender werden von den enormen Geschwindigkeitszuwächsen der 950 Pro deutlich profitieren, ermöglicht durch NVMe und PCIe 3. Und mit steigenden Rechengeschwindigkeiten wird der Bedarf an schnellem Flash-Speicher weiterhin steigen - sodass entsprechende NVMe-Modelle mit Sicherheit in Ultrabooks und Desktops von Morgen verbaut sein werden.

Das hat uns gefallen

  • Performance
  • kompaktes Format dank .M2

Das hat uns nicht gefallen

  • Speicher lässt sich in alten Geräten nur aufwendig nachrüsten
  • Samsung-Treiber bringt kaum Performanceschub
Testnote 9,0 von 10
Jan Brack
Bewertet von Jan Brack
10 / 10
Performance

Performance Wie schnell kann auf den Speicher geschrieben beziehungsweise von ihm gelesen werden? Dies testen wir mit diversen Benchmark-Tools.

8,0 / 10
Software

Software Welche Software legt der Hersteller der SSD bei? Welche Funktionen bietet diese.

9,0 / 10
Verarbeitung/Handhabung

Verarbeitung/Handhabung Wie steht es um die Qualität von Gehäuse und Steckern? Gibt es beim Einbau Probleme?

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise von Samsung zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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Bestenlisten

Samsung SSD 950 Pro wurde in folgende SSD-Bestenlisten einsortiert.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Notebook, Samsung, SSD, Hardware, Hersteller-Verzeichnis, Samsung SSD 850 Pro und Samsung SSD 950 Pro.

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