Samsung Galaxy Note 8.0 im Test

Die optimale Größe für ein Stift-Tablet

Mit dem Galaxy Note 8.0 hat Samsung die ideale Tablet-Größe für die Stiftbedienung gefunden: Das Note 8 lässt sich wunderbar mit der einen Hand halten, während die andere mit dem Stift auf dem Touchscreen schreibt. Was der Stift sonst noch kann, verrät der Testbericht.

Stiftbedienung, angenehmer Formfaktor, umfangreiche Ausstattung: Das acht Zoll große Galaxy Note 8.0 weckt Begehrlichkeiten. Ob das Tablet diese in der Praxis auch erwartungsgemäß erfüllt, verrät der ausführliche Testbericht.

Samsung Galaxy Note 8.0 im Test

Vom Erfolg der Galaxy Note-Reihe ist man im Hause Samsung wohl selbst ein wenig überrascht. Als der südkoreanische Hersteller das erste Galaxy Note Anfang November 2011 in Bonn enthüllte, drückte man sich noch betont vorsichtig aus, was die zu erwartenden Verkaufszahlen anbelangt. Zu ungewiss war die Antwort auf die Frage, ob der Markt reif für ein Smartphone mit 5,3 Zoll großem Display ist.

Der Erfolg gab Samsung recht, die Note-Reihe wurde konsequent fortgeführt und gipfelt vorerst im Galaxy Note 8.0 - denn hier scheint Samsung den optimalen Kompromiss zwischen Handlichkeit und Anzeigefläche gefunden zu haben. Natürlich ist das Testgerät kein übergroßes Smartphone, sondern ein waschechtes Tablet. Auch wenn Samsung das Note 8.0 mit UMTS-Modul und Telefonie-Option anbietet.

Ausstattung

Im Note 8.0 sorgt ein Exynos 4412 Quadcore-Prozessor mit einer Taktrate von 1,6 Gigahertz für Rechenpower. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt klassenübliche zwei Gigabyte. Drahtlosverbindungen stellt das Note 8.0 über WLAN (802.11 b/g/n und a/n) sowie Bluetooth 4.0 her. Hinzu kommt ein GPS-Chip zur Standortermittlung sowie im Falle des Testgerätes von netzwelt ein UMTS-Modul, welches auch den schnellen HSPA-Funk beherrscht.

Samsung Galaxy Note 8.0 im Test

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Analog zur Namensgebung beträgt die Display-Diagonale acht Zoll. Auf der knapp 20,5 Zentimeter großen Bildschirmdiagonalen tummeln sich 1.280 x 800 Bildpunkte. Beim internen Flashspeicher haben Käufer die Wahl zwischen entweder 16 oder 32 Gigabyte Kapazität. Beide Varianten lassen sich jedoch mittels microSD-Karten um bis zu maximal 64 weitere Gigabyte aufrüsten. Praktisch: An der Seite findet sich ein Infrarot-Sender, der das Note 8.0 zur Universalfernbedienung macht.

Lieferumfang

Der exakt auf das Galaxy Note 8.0 zugeschnittene Samsung-Karton aus Pappe enthält neben dem Android-Tablet recht wenig Zubehör. Neben der obligatorischen Schnellstartanleitung findet sich noch ein kompaktes USB-Netzteil samt passendem Kabel. Letzteres wird auch dazu verwendet, um das Android-Tablet mit einem Rechner zu koppeln.

Verarbeitung

Das Note 8.0 ordnet sich bei Materialwahl und Design nahtlos in die Galaxy-Reihe des Herstellers ein. Das großzügig eingesetzte weiße Kunststoff wird genau wie beim S4 durch einen silberfarbenen Streifen im Metall-Look unterbrochen. Beim netzwelt vorliegenden Rezensionsexemplar ist in der oberen rechten Ecke ein geringes Spaltmaß zwischen Display-Rand und Rahmen zu finden - ungewöhnlich für Samsung-Produkte. Der Spalt ist prinzipiell unkritisch und dürfte nur Adleraugen auffallen. Mit der Zeit könnte sich hier aber Schmutz sammeln.

Der weiße Kunststoff ist nicht so griffig und edel wie etwa beim Metallgehäuse des Apple iPad mini. 338 Gramm bringt die UMTS-Version auf die Waage, das iPad mini wiegt mit 309 Gramm nur unwesentlich weniger, hat dafür aber auch ein um 0,1 Zoll kleineres Display.

Das Display könnte prinzipiell mehr Pixel vertragen.
Das Display könnte prinzipiell mehr Pixel vertragen.

Display

Mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 189 ppi stellt das Note-Display Inhalte prinzipiell scharf dar. Die Auflösung ist leicht höher als beim iPad mini (1.024 x 768) und genauso hoch wie beim Nexus 7. Samsung hätte gut daran getan, dem Note 8.0 eine höhere Auflösung zu spendieren, denn genau wie beim iPad mini ist es mitunter mühsam, Schrift über längere Abschnitte schmerzfrei zu lesen. Beim Nexus 7 hatten wir im Test dabei weniger Probleme, was an der höheren Pixeldichte von 216 ppi liegt.

Die Blickwinkel auf die acht Zoll große Anzeige fallen sehr großzügig aus. Wenn man das kompakte Tablet nicht gerade in höchst ungewöhnlichen Positionen hält, kommt es praktisch nie zu Farbverfälschungen. Auch an Maximalhelligkeit und Kontrast gibt es nichts auszusetzen.

Die Stiftbedienung im Alltag

Viele am Galaxy Note 8.0 interessierte Nutzer dürften vor allem wegen der möglichen Stift-Bedienung auf das Samsung-Tablet aufmerksam geworden sein. Der Hersteller spendiert dem Stylus einen festen Platz im Gehäuse, was ein Stück weit davor bewahrt, die Eingabehilfe zu verlieren oder zu vergessen. Zieht man den recht dünnen und mit einem Gewicht von etwa vier Gramm sehr leichten Stift aus der Gehäusevertiefung, quittiert das Note dies auf Wunsch mit einer leichten Vibration und einem Signalton.

Im Gegensatz zu anderen Modellen der Note-Reihe reagieren nun erstmalig auch die Android-spezifischen Zusatztasten (Zurück und Menü) auf Stift-Berührung. Das ermöglicht eine nahezu vollständige Bedienung ohne Zuhilfenahme der Finger. Lediglich den Home-Button müssen Nutzer noch mit der Hand bedienen.

Die Frage, warum man einen Tablet-PC mit dem Stift und nicht mit den Fingern bedienen sollte ist berechtigt. Zum einen gibt es die offensichtlichen Gründe: Mit dem Stift in der Hand lässt sich das Note als eine Art digitaler Notizblock begreifen. Samsung installiert ab Werk bereits eine Hand voll Apps, die voll auf die Stifteingabe bauen, wie etwa das Programm S Note.

Weniger offensichtlich: Samsung hat es geschickt verstanden, die Stiftbedienung wie eine Art Maus-Ersatz zu konzipieren. Maßgeblich für diesen Effekt ist die Funktion "Air View". Auch wenn man den Stift etwas überhalb des Displays bewegt, erkennt das Note seine Bewegungen. Dies funktioniert bis zu einem Abstand von etwa einem Zentimeter.

Neuheit innerhalb der Note-Familie: Erstmalig lassen sich auch die unteren Zusatztasten per Stift bedienen. Davon ausgenommen ist die Home-Taste.
Neuheit innerhalb der Note-Familie: Erstmalig lassen sich auch die unteren Zusatztasten per Stift bedienen. Davon ausgenommen ist die Home-Taste.

In manchen Apps reicht es daher aus, den Stift-Cursor über einem Eintrag zu platzieren, um der Anwendung Zusatzinformationen oder Kontextmenüs zu entlocken. Dies ist etwa im Kalender der Fall, bei dem Einträge bereits angezeigt werden, sobald der Stift über dem entsprechenden Datum schwebt. Gerade Power-Nutzer werden sich so schnell an das Arbeiten mit dem Stift gewöhnen, auch wenn sie keine Zeichnungen oder handschriftliche Notizen erfassen.

Viele andere Stiftfunktionen die Samsung beim Note 8.0 anbietet sind jedoch eher in der Kategorie "Spielerei" anzusiedeln. Die Handschrifterkennung funktioniert prinzipiell und sorgt für einen WOW-Effekt. Schneller geht es aber nach wie vor mit der Diktierfunktion per Sprache oder der klassischen Bildschirmtastatur. Von den über 1.000 Druckstufen die der Stift beherrschen soll ist im Alltag ebenfalls kaum etwas zu sehen - es ist fast egal, wie fest man auf dem Display schreibt, gerade bei dünner Strichstärke bleibt das Schriftbild immer gleich.

Praktisch dafür: Über einen Klick am unteren Bildrand lässt sich in manchen Apps einstellen, dass der Touchscreen ausschließlich auf Stifteingaben reagiert. Beim Zeichnen etwa kann der Nutzer daher seinen Handballen auf dem Display ablegen, ohne das es zu unbeabsichtigten Fehlbedienungen kommt.

Der Bedienstift wiegt etwa vier Gramm, bietet eine Taste und besteht vollständig aus Kunststoff.
Der Bedienstift wiegt etwa vier Gramm, bietet eine Taste und besteht vollständig aus Kunststoff.

Zu guter letzt hat Samsung dem Stift ein paar nützliche Shortcuts spendiert. Zeichnet der Nutzer bestimmte Muster auf der Anzeige bei gedrückter Stifttaste, ruft er auf diese Weise ganz bequem Programme oder Widgets auf. Ein anschauliches Tutorial erklärt diese Funktionen auf Wunsch.

Leistung und Multimedia

Der verbaute Prozessor zeigt im Alltag keine nennenswerten Schwächen. Auch beim beherzten Multitasking führt man ihn nicht an seine Grenzen. Gleiches gilt auch für die verbauten Sensoren - so dauert es etwa nur einen Wimpernschlag, bis der Lagesensor den Anzeigeninhalt neu ausrichtet.

Wer in einem Tablet unbedingt eine Kamera benötigt, findet diese natürlich ebenfalls im Note 8. Die Aufnahmen, die das Testgerät abliefert sind überraschend gut. Genügend Licht vorausgesetzt, kommt es auch kaum zu störendem Farbrauschen. Leider hat Samsung dem Tablet keinen Blitz spendiert. LED-Leuchten in Konkurrenzgeräten schaffen es aber meist auch nicht, Objekte vernünftig auszuleuchten, die weiter als zwei Meter entfernt sind.

Im Vergleich zum iPad mini tönen die Stereo-Lautsprecher des Samsung-Tablets ein wenig hell. Auch die Maximal-Lautstärke dürfte nach Meinung von netzwelt höher sein. Aber das ist Meckern auf recht hohem Niveau, denn kaum jemand dürfte lupenreinen Klang aus physikalisch arg beengten Tablet-Speakern erwarten. Also besser Kopfhörer anschließen.

Lobenswert ist hingegen die Möglichkeit, das Galaxy Note als eine Art Universalfernbedienung einzusetzen. Der dazu notwendige Infrarot-Sender befindet sich an der Gehäuseflanke. Im Test war es ein Kinderspiel nach Eingabe des zu steuernden Gerätes mit dem Note Fernseh-Kanäle zu wechseln oder die Lautstärke einer Stereo-Anlage zu verändern. Es werden nicht nur Samsung-Geräte unterstützt, sondern auch sehr viele Fremdfabrikate.

Auch wenn das Note II ebenfalls einen Stylus hat: Richtig Freude bereitet die Stiftbedienung erst ab acht Zoll Bildschirmdiagonale - das hat das Samsung Galaxy Note 8.0, welches auch sonst einen guten Eindruck hinterlässt, verdeutlicht. Wer unter einer akuten Touchscreen-Phobie leidet kann das Note fast nur mit dem Stift bedienen. Kreative Menschen freuen sich über die Möglichkeiten des Stiftes beim Zeichnen und Schreiben.

Wer auf die Stift-Bedienung verzichten kann, sollte auch einen Blick auf die sehr günstigen Android-Tablets HP Slate 7 und Acer Iconia A1 werfen.

Mit eingebautem UMTS-Modul und 16 Gigabyte Speicher kostet das Note 8.0 online derzeit etwa 460 Euro. Die reine WLAN-Variante wird etwa 90 Euro günstiger gehandelt.

Samsung Galaxy Note 8.0: Fazit

Perfekter Formfaktor 7.2/10

Auch wenn das Note II ebenfalls einen Stylus hat: Richtig Freude bereitet die Stiftbedienung erst ab acht Zoll Bildschirmdiagonale - das hat das Samsung Galaxy Note 8.0, welches auch sonst einen guten Eindruck hinterlässt, verdeutlicht. Wer unter einer akuten Touchscreen-Phobie leidet kann das Note fast nur mit dem Stift bedienen. Kreative Menschen freuen sich über die Möglichkeiten des Stiftes beim Zeichnen und Schreiben. Vor dem Kauf sollten Sie sich jedoch genau überlegen, ob Sie die Möglichkeiten der Stiftbedienung auch ausnutzen. Wenn der Stylus überwiegend im Gehäuse verbleibt, gibt es andere Tablets die ähnlich ausgestattet sind aber weniger kosten. Die erwähnten Modelle Apple iPad mini oder Nexus 7 etwa bieten sich als Alternativen an. Achtung: Sowohl das iPad mini als auch das Nexus 7 dürften bald schon Nachfolger erhalten.

Das hat uns gefallen

  • Stiftbedienung
  • Formfaktor
  • UMTS- und Telefonfunktionen

Das hat uns nicht gefallen

  • Kunstoff
  • Stifthaptik
Testnote 7,2 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

7,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

7,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Samsung Deutschland zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

7
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Android, Mobile World Congress (MWC), Samsung, Tablet-PC, Bedienstift (Stylus), Samsung Galaxy Note und Samsung Galaxy Note 8.0.

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Samsung Galaxy Note 8.0 im Zeitverlauf
1 von 4
  • Samsung Galaxy Note 8.0: Kein Update auf Android 5 "Lollipop"

    02.09.2015 Im Jahr 2013 wurde das Galaxy Note 8 mit Android 4.1 ausgeliefert, später folgte ein Update auf Version 4.4 "Kitkat". Wie Samsung bekannt gibt, war dieses die wohl letzte Aktualisierung für das 8-Zoll-Gerät - zumindest für die Wifi-Variante in Großbritannien.

    Weiter begründen tut Samsung diese Entscheidung nicht. In Anbetracht dessen, dass das leistungstechnisch sehr ähnliche Galaxy S3 nicht einmal auf Kitkat aktualisiert wurde, scheint das Ausbleiben der Lollipop-Aktualisierung für das Note 8 nicht allzu überraschend. Schon beim S3 begründete Samsung ausbleibende Updates mit zu leistungsschwachen Komponenten - gut möglich, dass ähnliches dem Android 5-Update des Note 8 im Wege steht.

    Die Update-Situation in Deutschland betreffend gibt Samsung keine Details preis - es ist jedoch sehr naheliegend, dass ein Ausbleiben von Aktualisierungen in Großbritannien auch hierzulande auf ein Ende der Updates für das 8 Zoll-Gerät schließen lässt.

    Auch wie es um die 3G-Version des Tablets steht, gibt Samsung nicht bekannt. Da 3G- und Wifi-Variante in der Vergangenheit jedoch weitgehend parallel mit Aktualisierungen versorgt wurden, ist auch hier mit keinem Update zu rechnen.

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