Samsung Galaxy Tab A 9,7 (LTE) im Test: Was das Deutschland-Tablet drauf hat

Tab 4-Nachfolger für den täglichen Surf-Trip

Die Stereo-Lautsprecher sind bei Bedarf sehr laut, übersteuern in diesem Fall aber.

Vollmundig bezeichnet Samsung das Galaxy Tab A 9,7 als "Tablet für Deutschland". Zu hoch gegriffen? Das wird der Test zeigen. Der südkoreanische Hersteller wirbt mit weiteren Eigenschaften, etwa dem „optimierten Format“, mit dem der 9,7-Zoll-Bildschirm im 4:3-Format gemeint ist. Doch vor allem will Samsung über einen günstigen Preis locken. Online gibt es das Lollipop-Tablet ab 280 Euro - Tendenz fallend.

Inhaltsverzeichnis

  1. Technische Daten Samsung Galaxy Tab A
  2. Design und Verarbeitung
  3. Display
  4. Leistung und Akkulaufzeit
  5. Multimedia
  6. Zubehör und Alternativen zum Samsung Galaxy Tab A
  7. Fazit

Zwar kostet das Samsung Galaxy Tab A laut unverbindlicher Preisempfehlung mindestens 299 Euro. Online kommt ihr aber bereits jetzt schon günstiger an das Tablet. Und erfahrungsgemäß dürfte der Preis für das Samsung-Tablet in den kommenden Wochen und Monaten weiter kräftig fallen. Für diesen Test haben wir uns für die Top-Version mit eingebautem LTE-Modem und 16 Gigabyte Speicher entschieden. Die unverbindliche Preisempfehlung für diese Konfiguration lautet 349 Euro. Den 50-Euro-Aufpreis für die LTE-Version finden wir schon einmal sehr fair kalkuliert. Die ursprünglich angekündigte Version mit S-Pen ist derzeit noch nicht lieferbar.

Technische Daten Samsung Galaxy Tab A

  • CPU: Qualcomm Snapdragon 410, Quadcore, 1,2 Gigahertz
  • Grafik: Adreno 306
  • Display: 9,7 Zoll (24,64 Zentimeter)
  • Auflösung: 1.024 x 768 Pixel
  • RAM: 2 Gigabyte
  • Speicher: 16 Gigabyte (erweiterbar um weitere 128 Gigabyte)
  • Kamera: Fünf Megapixel / Zwei Megapixel
  • Gewicht: 453 Gramm (LTE-Version)
  • Anschlüsse: microUSB, microSD, Kopfhörer, SIM-Kartenschacht (LTE-Version)
  • Drahtlos: GPS, WLAN (a/b/g/n), Bluetooth 4.1
  • Betriebssystem: Android 5.0.2 (Lollipop)
  • Preis (UVP) Testausstattung: 349 Euro
  • Preis (UVP) Basisausstattung: 299 Euro

Samsung Galaxy Tab A im Test

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Design und Verarbeitung

Samsung setzt beim "Deutschland-Tablet" auf Kunststoff und kündigt im Werbetext eine "leichte Grazilität, die erkennen lässt wie bequem und griffig es in der Hand gehalten werden kann" an. Die Werkstoffwahl lässt sich dem Hersteller nicht ankreiden. Wozu auch, das Plastik ist sauber verarbeitet, recht robust. Auffällige Spaltmaße können wir beim uns zu Verfügung gestellten Rezensionsexemplar nicht erkennen. Auch lässt sich das Kunststoff-Gehäuse erst unter hohem Druck verwinden.

Die versprochene "Griffigkeit" ist dem Tab A jedoch offenbar abhanden gekommen. Die plane Rückseite bietet den Fingern kaum Halt. Dafür entdecken unsere wissbegierigen Hände schnell die auf der Rückseite angebrachten, runden Fixpunkte, über die sich Zubehör wie Hüllen und Tastaturen befestigen lassen. Das gut funktionierende System kennen wir bereits vom hochgelobten Galaxy Tab S. Insgesamt hinterlässt die Verarbeitung einen guten Eindruck.

Display

Hier spart Samsung Kosten - der Touchscreen liefert nur XGA-Auflösung, sprich 1.024 x 768 Bildpunkte, die sich auf einer Diagonalen von 9,7 Zoll verteilen. Doch so schlimm wie befürchtet wirkt sich die geringe Pixeldichte im Alltag nicht aus. Einzelne Bildpunkte lassen sich zwar erkennen, doch man lernt mit der Zeit, diesen Umstand zu ignorieren.

Äußerlich lässt sich das Samsung Galaxy Tab A nicht anmerken, dass es zu den günstigeren Angeboten zählt. Die Verarbeitung ist gut.
Äußerlich lässt sich das Samsung Galaxy Tab A nicht anmerken, dass es zu den günstigeren Angeboten zählt. Die Verarbeitung ist gut. (Quelle: netzwelt)

Die Anzeige von kleinen Schaltflächen und Programm-Icons wirkt hingegen oft stark verwaschen. Auch kommt es zum Treppeneffekt. Und natürlich ist die Super-AMOLED-Anzeige eines Galaxy Tab S im direkten Vergleich intensiver und feiner.

Der Tab A-Bildschirm erinnert dank seiner Größe stark an Apples iPad-Reihe. Und in der Tat handelt es sich beim Galaxy Tab A um Samsungs erstes Tablet mit einem Seitenverhältnis von 4:3. Richtig, es ist das Seitenverhältnis, auf das Apple seit Jahren beim iPad setzt.

Kontrast und Farbtreue sind subjektiv unauffällig. Gut gefällt uns die hohe Maximalhelligkeit. Letztere schafft es im Freien jedoch nicht immer, auftretende Spiegelungen zu überstrahlen. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, an den Rändern lassen sich dennoch leichte Lichthöfe erahnen. Das LCD-Panel ist nicht so blickwinkelunabhängig wie die oft verbauten IPS-Panel - doch beim Galaxy Tab A fallen die Blickwinkel großzügig aus. Lediglich in der Horizontalen kommt es zu einem leichten Helligkeitsabfall.

Leistung und Akkulaufzeit

Nicht nur mit Hilfe des nach heutigen Maßstäben antiquierten Displays sondern auch mit Hilfe der CPU und des knappen Speichers von nur 16 Gigabyte realisiert Samsung den günstigen Preis des Galaxy Tab A.

Das Gehäuse ist vollständig aus Kunststoff gefertigt. Das muss kein Nachteil sein, jedoch ist die Rückseite sehr rutschig.
Das Gehäuse ist vollständig aus Kunststoff gefertigt. Das muss kein Nachteil sein, jedoch ist die Rückseite sehr rutschig. (Quelle: netzwelt)

Beim Surfen im Netz, dem Wischen über die Startbildschirme oder dem Abspielen eines Youtube-Videos bekommt ihr davon aber glücklicherweise kaum etwas mit. Anders sieht es jedoch aus, wenn im Hintergrund viele Apps geöffnet sind. Dann kommt es zu Microrucklern, selbst dann, wenn ihr das E-Mail-Programm öffnet.

Grafikintensive Spiele nagen an den Leistungsgrenzen des Galaxy Tab A. Das Autorennspiel Asphalt 8 Airborne etwa ist prinzipiell spielbar, lädt aber deutlich länger als bei Top-Tablets. In der Anfangsszene ruckelt es heftig, was sich auch durch das ganze Spiel zieht.

Das Benchmark-Tool Geekbench 3 ermittelt im Single-Core-Test 471 Punkte. 1.443 sind es im Multi-Core-Test. Die Werte untermauern die gefühlte, eher schwache Leistung. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy Tab S erzielte im gleichen Test 919 beziehungsweise 2.776 Punkte. Noch einmal stärker ist etwa Apples iPad Air 2 (1.807 / 4.486 Punkte).

Doch halten wir uns vor Augen, dass es sich beim Samsung Galaxy Tab A um ein "Einsteiger-Gerät" handelt. Die oben genannten Tablets sind allesamt deutlich teurer. Für anspruchsvolle Alltagsaufgaben reicht auch die Leistung des Testgerätes aus.

Die von Samsung versprochene Akkulaufzeit von bis zu 14 Stunden im WLAN-Betrieb konnten wir im Test nicht erreichen. Im Mischbetrieb, bei mittlerer Bildschirmhelligkeit ging dem 6.000-Milliamperestunden-Energiespeicher im Schnitt nach knapp zwölf Stunden der Saft aus. Damit lässt es sich im Alltag aber gut leben.

Die Stereo-Lautsprecher sind bei Bedarf sehr laut, übersteuern in diesem Fall aber.
Die Stereo-Lautsprecher sind bei Bedarf sehr laut, übersteuern in diesem Fall aber. (Quelle: netzwelt)

Multimedia

Zwei Lautsprecher verbaut Samsung an der Unterseite des Tab A. Für Tablet-Verhältnisse tönen die Mini-Speaker sehr laut. Auf Maximallautstärke kommt es jedoch zum Übersteuern. Überhaupt ist der dünne Lautsprecher-Klang nicht das Gelbe vom Ei und die Gefahr groß, dass ihr die Öffnungen beim Halten des Tabelts mit der Hand verdeckt. Schließt also besser vernünftige Kopfhörer an.

Auf der Rückseite findet sich die Hauptkamera des Galaxy-Tablets, deren Sensor mit fünf Megapixeln auflöst. Der Kamera-Rahmen steht leicht hervor. Eine Foto-LED gibt es nicht. Die Bildqualität erreicht durchaus Schnappschuss-Niveau. Mehr aber auch nicht, da die Aufnahmen leicht rauschen und ein wenig überstrahlt wirken.

Mit der rückseitigen Hauptkamera des Samsung Galaxy Tab A aufgenommenes Testbild.
Mit der rückseitigen Hauptkamera des Samsung Galaxy Tab A aufgenommenes Testbild. (Quelle: netzwelt)

Zubehör und Alternativen zum Samsung Galaxy Tab A

Samsung selbst bietet schon passendes Zubehör für das Tab A. Als erstes ist hier das so genannte Book Cover, das die hinteren Gehäuseaufnahmen des Tablets nutzt, zu nennen. Weiteres Zubehör, unter anderem ein Tastatur-Cover, wird mit Sicherheit in absehbarer Zeit erscheinen.

Alternativen zum Testgerät findet ihr in unserer Tablet-Bestenliste.

Samsung Galaxy Tab A: Fazit

Für den täglichen Surf-Trip 5.5/10

Das Galaxy Tab A muss man mit Blick auf den Preis bewerten. Und hier sticht gerade die LTE-Version positiv hervor. Für rund 350 Euro erhaltet ihr ein gut ausgestattetes Android-Tablet für den alltäglichen Surf-Trip, aber auch nicht viel mehr. Leistung und Display-Auflösung sind unterdurchschnittlich und mit ein Grund für den geringen Preis. Letzterer dürfte in nächster Zeit noch weiter fallen.

Das hat uns gefallen

  • Preis
  • GPS
  • LTE-Modem
  • Speicher erweiterbar

Das hat uns nicht gefallen

  • Bildschirmauflösung
  • Leistung
  • Rückseite rutschig
Testnote 5,5 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

4,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

3,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Galaxy Tab A wurde uns von Samsung Deutschland für einen Testzeitraum von zwei Wochen zu Verfügung gestellt. Nach Abschluss des Tests wird es wieder an Samsung zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

7
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